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Wohnmobil auf einer leeren Küstenstraße im Mani auf dem Peloponnes mit Bergen rechts und blauem Mittelmeer links

Griechenland mit dem Wohnmobil — Peloponnes, Meteora, Inseln

Anreise — Fähre ab Ancona oder Bari

Die Fahrt nach Griechenland beginnt meistens im Norden. Wer die Autobahnen durch den Balkan meiden will, wählt den Seeweg über die Adria. Das spart Kilometer auf dem Tacho.

Die ANEK Lines bietet eine Verbindung von Ancona nach Patras an. Für einen 7 Meter langen Camper mit zwei Personen kostet die Überfahrt aktuell ab 480 €. Die Reise dauert etwa 22 Stunden, Man schläft in einer Kabine, während das Schiff die Adria überquert.

Das ist entspannt. Ich habe 2019 in Ancona fast drei Stunden auf die Boarding-Anweisungen gewartet, weil die Crew mit der Koordination der vielen schweren LKW-Fahrer überfordert war, sodass wir erst spät an Bord kamen.

Bari ist eine Alternative. Die Fahrt von dort ist kürzer, aber die Häfen sind oft noch voller. Man muss die Buchung frühzeitig festmachen.

Peloponnes — die Halbinsel-Route

Die Peloponnes bietet eine Route von etwa 600 Kilometern. Sie beginnt in Korinth und führt über Mystras und den Mani bis nach Monemvasia und Nafplio. Die Straßen sind oft schmal.

Man braucht Geduld. In der Region Mani sind die Wege zwischen den Olivenhainen sehr eng, obwohl die Landschaft durch die felsigen Küstenabschnitte eine enorme Weite ausstrahlt, die man vom Cockpit aus kaum fassen kann.

Mystras ist ein Muss, die Ruinen der byzantinischen Stadt liegen an einem Hang. Man parkt am besten etwas unterhalb der Ausgrabungen.

Der Mani ist wilder. Hier wird Wildcamping oft toleriert, sofern man mindestens 200 Meter von bewohnten Häusern entfernt bleibt. Das ist eine ungeschriebene Regel.

Ich habe es einmal falsch gemacht. Ich stand zu nah an einer kleinen Kapelle in der Nähe von Gerolimenas und die Besitzerin kam nach einer Stunde raus, um mich freundlich, aber bestimmt zum nächsten Platz zu schicken.

Nafplio bildet den Abschluss, die Stadt ist sehr gepflegt.

Meteora — die schwebenden Klöster

Meteora ist beeindruckend, die Felsformationen ragen steil auf. Es wirkt fast surreal.

Man kann direkt vor Ort campen, der Camping Vrachos Kastrapi kostet 28 € pro Nacht. Er liegt direkt unter den riesigen Felsen, Das ist ein besonderes Erlebnis.

Die Klöster sind schwer erreichbar, Man muss oft viele Stufen steigen. Die Hitze drückt dort oben stark.

Ich empfehle die frühen Morgenstunden. Wenn der Nebel zwischen den Felsen hängt, sieht es aus wie in einem Film, während die ersten Sonnenstrahlen die Kalksteinfelsen golden färben und die Stille der Landschaft betonen.

Man sollte die Klöster nacheinander besuchen, Es gibt sechs aktive Klöster.

Inselhopping mit dem Wohnmobil

Inseln sind eine Herausforderung, die Fähren sind groß. Die Rampen oft steil.

Von Athen-Piräus geht es nach Naxos, für einen 7 Meter langen Camper kostet die Überfahrt etwa 320 €. Die Fahrt dauert 5 Stunden.

Man braucht Platz, die Straßen auf den Kykladen sind extrem schmal. Viele Kurven machen die Fahrt anstrengend.

Ich habe 2021 auf Naxos versucht, mit einem großen Fahrzeug durch ein Dorf zu fahren, nachdem ich die Karte unterschätzt hatte, was fast dazu geführt hätte, dass mein Dachaufbau an einer Steinmauer hängen blieb. Das war knapp.

Die Stellplätze sind teuer. In der Hauptsaison zwischen Juni und August liegen die Preise für Stellplätze oft bei mindestens 35 € pro Nacht.

Man muss planen, die Fährpläne ändern sich ständig.

Tankstellen, Wasser, Müll

Tanken ist teuer. Der Diesel in Griechenland wird für 2026 auf ca. 1,75 € pro Liter geschätzt. Das ist ein hoher Preis.

Die Infrastruktur funktioniert meistens gut, Man findet an den großen Tankstellen oft auch Wasser. Die Qualität des Wassers ist jedoch nicht immer ideal.

Müll ist ein Problem, Man sollte alles wieder mitnehmen, was man mitgebracht hat. Die Natur ist empfindlich.

Ich nutze immer eine separate Tonne für Grauwasser. Das hilft, die Umwelt zu schützen, obwohl die offiziellen Entsorgungsstationen in abgelegenen Regionen manchmal schwer zu finden sind, weil die Beschilderung oft unklar oder veraltet wirkt.

Wasser kaufen ist sicherer, Man findet überall große Kanister.

Beste Reisezeit und Klima

Die beste Zeit ist Mai und September, das Wetter ist angenehm warm. Es gibt weniger Touristen.

Im August wird es extrem heiß, die Temperaturen steigen oft über 40 Grad. Das ist für das Fahrzeug belastend.

Die Klimaanlage muss funktionieren, ohne sie wird der Schlaf im Camper zur Qual.

Ich reise lieber im September. Die Meere sind noch warm, während die Lufttemperatur bereits wieder sinkt, sodass man tagsüber die Sonne genießen kann, ohne sofort einen Hitzschlag zu riskieren.

Man sollte die Hitze einplanen, schatten ist Gold wert.

Welche Fähre ist am günstigsten?

Die Preise hängen stark von der Größe des Fahrzeugs ab. ANEK Lines bietet oft gute Konditionen für längere Strecken an, wenn man frühzeitig bucht. Man sollte die Preise für den Camper immer separat prüfen.

Sind die Inseln mit Wohnmobil sinnvoll?

Es ist möglich, aber schwierig. Die Straßen sind oft sehr eng und die Fähren teuer. Für große Fahrzeuge sind die kleineren Kykladen-Inseln weniger geeignet als größere Inseln wie Kreta oder Naxos.

Wie heiß wird es im August?

Die Temperaturen liegen häufig über 35 Grad. In den Landesinneren kann es sogar noch deutlich heißer werden. Das erfordert eine gute Belüftung des Wohnmobils.

Wo darf man frei stehen?

In abgelegenen Gebieten wie dem Mani wird es oft toleriert. Man sollte aber immer mindestens 200 Meter Abstand zu Häusern halten. In der Nähe von Städten oder Nationalparks ist es verboten.

Was kostet ein Tag in Griechenland?

Die Kosten variieren stark je nach Lebensstil. Mit einem Stellplatz für 35 € und Verpflegung muss man mit etwa 60 € bis 80 € pro Tag rechnen. Diesel und Fähren sind zusätzliche Posten.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.