Wohnmobil auf einem Stellplatz an der ligurischen Küste am Morgen

Camping in Italien — Ligurien, Toskana, Adria

Italien bietet unzählige Stellplätze. Die Auswahl ist riesig. Wer mit dem Wohnmobil durch die Regionen fährt, merkt schnell, dass sich die Landschaft und die Infrastruktur massiv unterscheiden, während man von den steilen Küsten Liguriens bis zu den flachen Sandstränden der Adria vorrückt.

Beste Reisezeit

Die Hitze kann extrem werden. Im Juli und August kochen die Temperaturen oft über 35 Grad. Viele Campingplätze sind in dieser Zeit komplett ausgebucht, weil die meisten Familien genau in diesen Ferienmonaten nach Italien reisen wollen. Das macht die Planung schwierig.

Ich fahre meistens im Mai oder im September. Die Temperaturen liegen dann zwischen 22 und 26 Grad. Es ist angenehm. Wenn man im Juni kommt, sind die Preise für einen Stellplatz oft noch niedriger als im Hochsommer, obwohl die Sonne bereits sehr intensiv strahlt. Das spart Geld.

Im Oktober wird es unbeständiger. Die Regenwahrscheinlichkeit steigt an der Küste deutlich an. Wer Ruhe sucht, findet sie dann am besten auf den Plätzen im Landesinneren, nachdem die großen Touristenströme der Sommerferien längst wieder Richtung Norden abgezogen sind.

Ligurien — Cinque Terre und Riviera

Ligurien ist eng. Die Küstenstraße ist schmal. Wer hier mit einem großen Alkoven-Wohnmobil unterwegs ist, muss sehr vorsichtig fahren, weil die Serpentinen an der Riviera di Ponente oft so steil und eng sind, dass man ständig Angst um die Stützlast haben muss.

Die Cinque Terre sind wunderschön. Aber Parken ist dort fast unmöglich. Man lässt das Fahrzeug lieber weiter oben auf einem Campingplatz in Levanto stehen. Von dort aus erreicht man die bunten Dörfer bequem mit dem Zug. Das ist stressfreier.

Ein Platz namens Camping La Spiaggia in Levanto bietet direkten Zugang zum Meer. Die Stellplätze sind klein. Ich habe 2019 versucht, mit meinem alten Caravan direkt an der Küste zu stehen, was aufgrund der extremen Enge der Parkbuchten völlig scheiterte. Man braucht hier Geduld.

Die Landschaft ist spektakulär. Die Berge fallen direkt ins Meer. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre, während man morgens den Blick auf die tiefblauen Wellen genießt und die salzige Luft durch das offene Fenster einatmen kann.

Toskana — Hügelplätze und Meer

Die Toskana bietet Abwechslung. Man findet dort sanfte Hügel und weite Küstenstreifen. Viele Camper bevorzugen das Hinterland, weil die Stellplätze dort oft unter Pinien oder Olivenbäumen liegen und man so einen natürlichen Schatten genießt, der im Sommer lebensnotwendig ist.

In der Maremma ist es ruhig. Die Region bietet viel Platz. Wer die Küste sucht, findet in Orten wie Castiglione della Pescaia gute Plätze. Die Preise für einen Stellplatz liegen dort im Juli meist bei etwa 45 € pro Nacht. Das ist Kalkül.

Florenz ist eine Herausforderung. Die ZTL-Zonen in Florenz verbieten die Einfahrt für Wohnmobile strikt. Wer diese Zonen missachtet, muss mit hohen Bußgeldern rechnen, nachdem die Kameras die Kennzeichen automatisch erfasst haben und die Behörden den Verstoß registriert haben. Das lohnt sich nicht.

Die Hügel bieten Aussichten. Man fährt durch Weinberge. Die Straßen sind oft kurvig. Wenn man im Val d’Orcia unterwegs ist, sollte man die Abfahrt in die Täler frühzeitig planen, damit man nicht bei Dunkelheit auf den schmalen Nebenstraßen mit Traktoren zusammentrifft.

Adria — Jesolo bis Bibione

Die Adria ist flach. Die Strände sind breit. Hier findet man die klassische Camping-Infrastruktur, die perfekt auf Familien mit Kindern eingestellt ist, weil die flachen Sandstrände kaum Wellengang haben und somit sehr sicher für kleine Schwimmer sind.

Ein bekannter Ort ist Jesolo. Die Plätze sind professionell geführt. Der Camping Marina di Venezia in Cavallino-Treporti hat eine ADAC-Empfehlung erhalten. Er bietet viel Platz. Man kann dort wunderbar entspannen, während die Kinder auf den großen Spielplätzen direkt neben dem Stellplatz spielen.

Bibione ist ähnlich aufgebaut. Die Plätze liegen oft direkt am Strand. Es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten. Wer hier campiert, hat alles in der Nähe, was man für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln oder auch für einen schnellen Espresso braucht.

Die Wege sind flach. Man kann gut Rad fahren. Die Infrastruktur ist hervorragend. Nach einer langen Fahrt durch die Po-Ebene fühlt sich ein Stellplatz direkt am Meer wie eine Belohnung an, sodass man sofort die Schuhe auszieht und den Sand unter den Füßen spürt.

Maut und ZTL-Zonen

Die Autobahnen kosten Geld. Die Maut in Italien ist teuer. Wenn man von der Grenze Richtung Modena fährt, kostet die Maut auf dem Streckenabschnitt Brenner-Modena ca. 35 €. Das sollte man im Budget einplanen.

Achten Sie auf Schilder. ZTL steht für Zona a Traffico Limitato. Diese Zonen finden sich in fast jeder größeren Stadt wie Siena oder Pisa. Wer ohne Genehmigung hineinfährt, bekommt eine Rechnung nach Hause geschickt. Das nervt.

Die Schilder sind meistens rund. Blau bedeutet Parken. Rot bedeutet Verbot. Wenn man in eine Stadt einfahren möchte, sollte man die Parkplätze am Stadtrand nutzen, damit man nicht versehentlich in eine gesperrte Zone gerät und unnötige Kosten verursacht.

Die Navigation hilft oft. Google Maps zeigt ZTL-Zonen manchmal nicht präzise an. Man muss die Schilder vor Ort genau lesen, während man langsam durch die engen Gassen der historischen Zentren rollt, um keine Fehler zu machen.

Wildcamping in Italien — verboten

Wildcamping ist illegal. Die italienischen Behörden kontrollieren streng. Wer ohne Anmeldung auf einem offiziellen Stellplatz oder am Straßenrand übernachtet, riskiert ein Bußgeld für Wildcamping zwischen 100 € und 500 €. Das ist teuer.

Die Polizei fährt Kontrollen. Oft geschieht das nachts. Viele Camper versuchen es trotzdem in abgelegenen Gebieten, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung durch die Carabinieri recht hoch ist, wenn man in der Nähe von Naturschutzgebieten steht.

Nutzen Sie Stellplätze. Es gibt viele legale Optionen. Es gibt auch einfache Parkplätze für eine Nacht, sofern diese ausdrücklich als “Area Sosta” gekennzeichnet sind. Das bietet Sicherheit.

Ich habe es einmal versucht. 2016 stand ich in der Nähe von Lucca in einem Olivenhain. Ein lokaler Landwirt kam vorbei und erklärte mir sehr deutlich, dass ich sofort verschwinden müsse, weil er dort seine Ernte vorbereitete. Ich bin sofort weitergefahren.

Hund am italienischen Strand

Hunde sind willkommen. Aber es gibt Regeln. Nicht alle Strände erlauben Tiere. Man muss vorab prüfen, ob der Strand als “Bau beach” oder “Dog beach” ausgewiesen ist, damit man nicht gegen lokale Verordnungen verstößt.

In der Hochsaison ist es voll. Die Hitze belastet Tiere. Ein Hund braucht viel Wasser. Man sollte darauf achten, dass der Hund nicht auf dem heißen Asphalt liegen bleibt, während die Sonne mittags unerbittlich auf die Küste brennt.

Es gibt spezielle Plätze. Diese bieten Schatten. Viele Campingplätze haben Hundewiesen. Wenn man mit einem Hund reist, ist ein Platz mit viel Grün Gold wert, damit das Tier sich nach dem Strandbesuch im Schatten ausruhen kann.

Die Leinenpflicht gilt fast überall. Das ist Standard. Man sollte auch immer einen Beutel für den Kot dabei haben. Die Reinigung der Plätze ist in Italien ein großes Thema, weshalb die Ordnung auf den Campingplätzen meist sehr strikt kontrolliert wird.

FAQ

Wie teuer ist Camping in Italien?

Die Preise variieren stark nach Saison und Lage. Im Frühjahr zahlt man oft zwischen 25 € und 35 € für einen Stellplatz, während die Preise im Hochsommer an der Küste auf über 50 € steigen können.

Was ist eine ZTL?

ZTL steht für Zona a Traffico Limitato und bezeichnet verkehrsberuhigte Zonen in italienischen Städten. Nur Anwohner oder Personen mit Sondergenehmigung dürfen diese Bereiche befahren, sonst drohen hohe Bußgelder durch automatische Kennzeichenkontrollen.

Welcher Platz ist familienfreundlich?

Große Plätze an der Adria wie der Camping Marina di Venezia sind ideal für Familien. Diese Anlagen bieten meist Pools, Spielplätze und direkten Strandzugang, was den Alltag mit Kindern deutlich entspannter macht.

Wenn man die Planung für die nächste Tour angeht, sollte man die Route frühzeitig festlegen. Die besten Plätze in der Toskana sind oft schon Monate im Voraus reserviert.

Weiterlesen

Hund liegt im Schatten neben einem Wohnmobil auf einem Stellplatz

Camping mit Hund — Regeln pro Land Europas

Hund auf Reisen: EU-Heimtierausweis, Tollwut-Impfung, Maulkorb-Regeln, Strände nach Land, Bußgelder bei Verstoß. Frankreich bis Italien im Vergleich.

Mautstation auf einer italienischen Autobahn mit Wohnmobil in der Spur

Maut und Vignetten in Europa — Übersicht

Maut und Vignetten 2026 in Europa: Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Slowenien, Tschechien. Preise, Online-Kauf, Mautboxen, Bußgelder.

Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.