Camping in Kroatien — Plitvice bis Dubrovnik
Kroatien ist klein. Die Küste zieht sich über 1.700 Kilometer entlang der Adria. Wer mit dem Wohnmobil von Istrien bis nach Dubrovnik fährt, erlebt extreme Unterschiede in der Infrastruktur und den Preisen. Ich bin 2019 zum ersten Mal mit dem Caravan über die Grenze nach Slowenien gefahren, weil ich die gesamte Küstenlinie in einer Saison abdecken wollte. Dabei habe ich schnell gelernt, dass die Planung der Stellplätze wichtiger ist als die Route selbst.
Beste Reisezeit
Die Hitze kann drückend sein. Im Juli und August steigen die Temperaturen oft über 35 Grad, während die Luftfeuchtigkeit an der Küste so hoch ist, dass die Belüftung im Wohnmobil kaum ausreicht. Viele Camper bevorzugen den Mai oder den frühen Juni. In diesen Monaten sind die Preise für Campingplätze deutlich niedriger als in der Hochsaison.
Die Preise schwanken stark. Im Juli oder August zahlt man auf gut gelegenen Plätzen oft bis zu 70 € pro Nacht für einen Stellplatz mit Strom. Das ist ein massiver Sprung im Vergleich zum Mai, wenn man oft noch unter 40 € für dieselbe Leistung bezahlt. Ich habe 2021 im September erlebt, dass die Plätze in der Nähe von Split fast leer waren, obwohl das Wetter noch perfekt für den Strand war.
Die Nebensaison bietet Ruhe. Wer die Massen meiden will, sollte die Zeit nach dem 15. September wählen. Die Wassertemperaturen sind dann noch angenehm, weil die Adria die Wärme des Sommers gespeichert hat und die Abkühlung durch den Wind erst verzögert einsetzt.
Anreise und Maut
Die Fahrt dauert lange. Von Süddeutschland aus führt der Weg meist über Österreich und Slowenien nach Kroatien. In Slowenien ist die Vignette Pflicht. Das vergessen viele Reisende, was schnell teuer wird.
In Kroatien gibt es keine Vignetten für PKW oder Wohnmobile. Stattdessen wird auf den Autobahnen streckenabhängig gezahlt. Die Strecke von Zagreb nach Split kostet mit einem normalen Wohnmobil ca. 28 €. Das System funktioniert über Mautstationen, an denen man entweder bar oder mit Karte zahlt.
Ich habe einmal die falsche Ausfahrt genommen. Das hat Zeit gekostet. Nach der Korrektur der Route musste ich zusätzliche Gebühren zahlen, weil das System die Fahrtrichtung nicht automatisch auf die alte Strecke zurückgesetzt hat. Man sollte die Schilder genau lesen.
Istrien — Pula, Rovinj
Istrien ist dicht besiedelt. Die Infrastruktur ist hier am besten ausgebaut. Es gibt viele Campingplätze, die sehr nah am Meer liegen. Das bedeutet aber auch, dass man oft in engen Buchten parkt.
Pula bietet historische Kulissen. Rovinj hingegen ist touristisch sehr intensiv. Die Plätze sind hier oft teurer als im restlichen Kroatien. Wer es etwas ruhiger mag, sollte die Plätze im Hinterland suchen, obwohl die Fahrt zum Meer dann länger dauert.
Ein guter Anlaufpunkt ist der Camping Zaton bei Nin, falls man die Route etwas südlicher plant. Dieser Platz hat einen ADAC-5-Sterne-Status und bietet eine sehr hohe Servicequalität. Er liegt zwar nicht in Istrien, ist aber ein wichtiger Orientierungspunkt für die weitere Reise Richtung Süden.
Mittlere Adria — Zadar, Krka
Zadar ist ein guter Stopp. Die Stadt hat eine interessante Altstadt. Die Umgebung bietet viele Möglichkeiten für Ausflüge.
Der Nationalpark Krka liegt in der Nähe. Hier sind die Wasserfälle das Hauptargument. Man muss jedoch früh am Morgen kommen, weil die Touristenströme ab 10:00 Uhr so stark werden, dass die Wanderwege sehr voll sind. Die Parkplätze für Wohnmobile sind am Eingang oft schon um 09:30 Uhr belegt.
Die Stellplätze in dieser Region sind vielfältiger. Es gibt große Anlagen und kleinere Familienplätze. Ich habe 2018 in der Nähe von Zadar auf einem Platz übernachtet, der nur sechs Stellplätze hatte, was die Kommunikation mit dem Betreiber sehr unkompliziert machte.
Süden — Split, Dubrovnik
Split ist laut. Die Stadt ist das Zentrum der Dalmatien-Region. Hier treffen sich viele Reisende.
Die Fahrt nach Dubrovnik führt über die Magistrala. Das ist die Küstenstraße. Sie ist wunderschön, aber für große Wohnmobile oft anstrengend. Die Straßen sind schmal und die Kurven sind eng, sodass man bei Gegenverkehr oft sehr vorsichtig bremsen muss.
Dubrovnik ist teuer. Die Parkgebühren in der Stadt sind extrem hoch. Es lohnt sich, einen Campingplatz etwa 15 bis 20 Kilometer außerhalb zu suchen. Von dort aus kann man mit dem Bus oder dem Boot in die Altstadt fahren. Das spart Zeit und Nerven.
Plitvicer Seen — Wohnmobil parken
Die Plitvicer Seen sind ein Muss. Die Natur dort ist beeindruckend. Aber das Parken ist eine Herausforderung.
Es gibt keine offiziellen Campingplätze direkt im Nationalpark. Man muss auf Plätze in den umliegenden Dörten wie Rakovica oder Jezerce ausweichen. Diese Plätze sind oft einfacher gestrickt als die Anlagen an der Küste.
Ich habe 2022 versucht, direkt am Eingang zu halten. Das war ein Fehler. Die Kontrolleure waren sofort da, weil das Parken in den geschützten Zonen streng überwacht wird. Man sollte die offiziellen Stellplätze nutzen, die oft nur wenige Kilometer entfernt liegen.
Inseln — Brač, Hvar mit Caravan?
Inseln sind attraktiv. Aber die Logistik ist aufwendig.
Man braucht eine Fähre. Die Fähren von Split oder Zadar zu den Inseln wie Brač oder Hvar sind gut getaktet. Man muss jedoch die Maße des Wohnmobils kennen, bevor man die Tickets kauft. Die Kapazitäten für große Fahrzeuge sind begrenzt.
Hvar ist sehr exklusiv. Auf der Insel selbst gibt es weniger Platz für große Caravans. Brač bietet etwas mehr Raum. Die Fähren kosten je nach Fahrzeuggröße und Länge zwischen 30 € und 60 € pro Überfahrt. Das muss man im Budget einplanen.
Man sollte die Fähren vorab prüfen. Wenn man am Wochenende fährt, sind die Plätze für Wohnmobile oft schon Stunden vorher ausgebucht, weil viele Einheimische und Touristen gleichzeitig die Inseln erreichen wollen.
Wildcamping verboten
Das ist ein kritischer Punkt. In Kroatien ist Wildcamping streng untersagt. Die Behörden kontrollieren die Küstenstreifen regelmäßig.
Die Strafen sind hoch. Ein Bußgeld für Wildcamping kann bis zu 3.000 Kuna betragen, was etwa 400 € entspricht. Das gilt nicht nur für das Übernachten im Auto, sondern auch für das Aufstellen von Markisen oder Campingstühlen auf öffentlichen Parkplätzen.
Ich habe es einmal versucht. Ich wollte nur eine Nacht an einer einsamen Bucht verbringen. Die Polizei kam nach zwei Stunden vorbei, weil ein Anwohner die Kontrolle gerufen hatte. Das war eine teure Lektion, die ich nie wiederholen möchte.
Nutzen Sie offizielle Stellplätze. Das ist sicherer und entspannter. Es gibt mittlerweile auch viele Apps, die legale Stellplätze anzeigen.
FAQ
Brauche ich Vignetten in Kroatien?
Nein, für PKW und Wohnmobile gibt es keine Vignetten. Die Maut wird auf den Autobahnen direkt an den Mautstationen bezahlt. Man zahlt je nach gefahrener Strecke.
Wo darf man frei stehen?
Freies Stehen ist in Kroatien verboten. Es gibt keine legalen Zonen für Wildcamping, besonders nicht in der Nähe von Nationalparks oder an der Küste. Nutzen Sie immer zertifizierte Campingplätze oder Stellplätze.
Was kosten Fähren auf die Inseln?
Die Preise hängen von der Länge des Fahrzeugs und der Strecke ab. Eine einfache Überfahrt für ein Wohnmobil kostet meist zwischen 30 € und 60 €. Es ist ratsam, die aktuellen Tar heavy der Jadrolinija zu prüfen.