Camping im Schwarzwald — Stellplätze, Wandern, Höhenstraße
Schwarzwald — Nord, Mitte, Süd
Der Schwarzwald ist groß. Er teilt sich in drei klare Zonen auf, die jeweils eine völlig andere Charakteristik für Reisende mit Wohnmobil oder Caravan aufweisen. Im Norden dominieren die sanfteren Hügel und die dichten Fichtenwälder, während der Süden durch das Höhere und Steilere geprägt wird.
Wer im Norden startet, landet oft in der Nähe von Baden-Baden. Dort sind die Straßen breit und die Infrastruktur für große Fahrzeuge gut ausgebaut. Ich habe 2019 versucht, mit einem voll beladenen Kastenwagen durch die kleinsten Täler des Nordschwarzwalds zu navigieren, was ich aufgrund der engen Kurven und der oft steilen Hänge beim nächsten Mal definitiv vermeiden würde.
Die Mitte des Gebirges bildet das Herzstück. Hier finden sich viele der bekannten touristischen Zentren und die typische Schwarzwald-Architektur mit den tief heruntergezogenen Walmdächern. Die Wege sind hier oft schmaler, was bei einer hohen Stützlast oder einem großen ZGM zusätzliche Vorsicht erfordert.
Der Süden ist das Ziel für Wanderer, Die Landschaft wirkt dort deutlich alpiner, obwohl es keine echten Berge sind. Die Höhenunterschiede sind massiv, sodass man beim Fahren mit dem Wohnmobil ständig die Bremsen und den Motor im Blick behalten muss.
Titisee und Schluchsee — die Wasser-Region
Wasser zieht Camper an. Am Titisee ist das besonders der Fall, weil die Lage direkt am Ufer eine enorme Anziehungskraft besitzt. Der Titisee-Camping Bahnhof bietet Stellplätze für 32 € pro Nacht an, wobei der Strom bereits im Preis enthalten ist und man direkt am Seeufer steht.
Das kann laut sein. Die touristische Aktivität am Titisee ist hoch, besonders wenn die Wochenenden kommen und die vielen Ausflügler den See bevölkern. Wer es ruhiger mag, sollte eher Richtung Schluchsee ausweichen.
Am Schluchsee gibt es den Camping Wolfsgrund, der eine Nacht für 28 € kostet. Dort findet man direkt vor Ort einen Bootsverleih, falls man morgens vor der großen Touristenwelle auf das Wasser möchte. Ich schätze die Ruhe am Schluchsee sehr, nachdem ich die Hektik am Titisee hinter mir gelassen habe.
Der Schluchsee ist deutlich größer als der Titisee. Das bietet mehr Möglichkeiten für längere Umrundungen mit dem Fahrrad oder dem Kanu.
Schwarzwaldhochstraße — 60 km Aussichts-Route
Die B500 ist legendär. Diese Schwarzwaldhochstraße erstreckt sich über eine Strecke von 60 km von Baden-Baden bis nach Freudenstadt. Sie bietet spektakuläre Ausblicke, fordert aber auch die Technik des Fahrzeugs.
Man muss vorsichtig fahren. Die Steigungen sind teils erheblich, weshalb man bei einem schweren Wohnmobil die Motorbremse nutzen sollte, damit die Betriebsbremsen nicht überhitzen.
Die Route führt an vielen Aussichtspunkten vorbei. Besonders die Gegend um den Mummelsee ist beliebt, obwohl die Parkplatzsituation dort oft schwierig ist, wenn man mit einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen unterwegs ist.
Ich erinnere mich an eine Fahrt im Herbst 2021, als der Nebel so dicht war, dass die Sichtweite auf der B500 unter zehn Meter sank, sodass wir die gesamte Strecke nur im Schritttempo und mit extrem hoher Konzentration bewältigen konnten.
Die Straßen sind gut asphaltiert. Man findet hier auch viele Tankstellen, wobei der Diesel-Preis im Schwarzwald meist 2 bis 3 Cent über dem Durchschnitt liegt.
Wandern — vom Belchen zur Hornisgrinde
Wandern ist Pflicht. Der Schwarzwald bietet Wege für jeden Anspruch, von flachen Waldpfaden bis zu steilen Gipfelaufstiegen.
Ein Highlight ist der Belchen mit einer Höhe von 1414 m. Wer keine Lust auf den steilen Aufstieg hat, kann die Bergbahn nutzen, die eine Fahrt auf den Gipfel für 12 € ermöglicht. Von dort oben hat man einen Blick, der bei klarem Wetter bis zu den Alpen reicht.
Die Hornisgrinde ist das Gegenstück im Norden, mit 1163 m ist sie der höchste Berg im Nordschwarzwald. Die Landschaft dort oben ist durch die Heidekrautflächen sehr speziell und unterscheidet sich deutlich von den dichten Tannenwäldern der tieferen Lagen.
Es gibt viele markierte Wege. Man sollte jedoch immer genug Wasser dabei haben, weil die Versorgung auf den Höhenrücken nicht immer lückenlos gewährleistet ist.
Ein Ausflug für Familien ist die Sommerrodelbahn in Gutach. Eine Fahrt kostet dort 6,50 €, was ein guter Preis für die schnelle Action im Wald ist.
Stellplätze und Camping
Die Auswahl an Plätzen ist groß. Es gibt klassische Campingplätze mit voller Infrastruktur, aber auch einfache Stellplätze für Individualisten.
In Deutschland sind die Regeln streng. Wildcampen ist im Schwarzwald verboten, was viele Reisende unterschätzen, obwohl die Ranger und die örtliche Polizei in den Naturschutzgebieten sehr genau kontrollieren.
Ich nutze oft Apps zur Planung. Das hilft mir, die Stellplatz-Preise und die Verfügbarkeit der Anschlüsse vorab zu prüfen, bevor ich mich durch die engen Täler wälze.
Achten Sie auf die Bodenbeschaffenheit. Nach starken Regenfällen können manche Plätze im Wald sehr matschig werden, sodass man mit einem leichten Camper schnell stecken bleibt.
Die Infrastruktur ist meist gut, Es gibt fast überall Möglichkeiten, das Grauwasser zu entsorgen und Frischwasser aufzufüllen.
Manchmal muss man improvisieren. Wenn ein Platz voll ist, findet man oft in den umliegenden Dörfern kleine Parkplätze, die man nach Absprache mit den Anwohnern nutzen darf.
Kuckucksuhren und schwarzer Schinken
Der Schwarzwald hat Klischees, kuckucksuhren gehören dazu, genau wie der berühmte Schwarzwälder Schinken.
Man sollte das Original probieren. Im Vesperhaus Furtwangen kann man hochwertigen Schwarzwälder Schinken für 18 € pro 100 g kaufen, was ein fairer Preis für die Qualität ist.
Die Handwerkskunst ist beeindruckend. In den kleinen Werkstätten sieht man oft noch die traditionelle Arbeit, die seit Generationen in den Familien weitergegeben wird.
Es lohnt sich, auch abseits der Hauptstraßen zu essen. Die Gasthöfe in den Seitentälern bieten oft eine authentischere Küche als die großen Touristenlokale direkt an den Seen.
Man findet überall Souvenirs. Aber wer etwas Echtes sucht, sollte nach dem Herstellungsdatum oder dem Herkunftsnachweis fragen.
FAQ
Wo ist der schönste Schwarzwald-Stellplatz?
Das hängt von der persönlichen Vorliebe ab. Wer Wasser liebt, findet am Schluchsee sehr gute Plätze, während Wanderer im Südschwarzwald die Nähe zu den Gipfeln bevorzugen sollten.
Lohnt sich der Belchen?
Ja, besonders wenn man die Bergbahn nutzt. Die Aussicht von 1414 m ist bei gutem Wetter phänomenal und bietet einen weiten Blick über das gesamte Gebirge.
Welche Wanderung mit Kindern?
Die Sommerrodelbahn in Gutach ist ein guter Startpunkt für Familien. Von dort aus lassen sich leichte Waldwege finden, die nicht zu steil sind und die Kinder nicht überfordern.
Wo gibt es echten Schwarzwälder Schinken?
Suchen Sie nach lokalen Vesperhäusern oder spezialisierten Metzgereien. Das Vesperhaus Furtwangen ist ein bekanntes Beispiel für gute Qualität.
Kann man die Hochstraße mit großem Camper fahren?
Die B500 ist technisch gut ausgebaut. Man sollte jedoch auf die Steigungen achten und bei sehr großen Fahrzeugen die engen Kurven und die Bremsbelastung im Blick behalten.
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