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Wohnmobil auf grünem Stellplatz an der Müritz mit Schilfgürtel und Kranichen im Hintergrund am Morgen

Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte — Müritz, Plau, Kanutour

Mecklenburgische Seenplatte — Größe und Lage

Die Region erstreckt sich über ein riesiges Gebiet in Nordostdeutschland. Wer von Schwerin aus startet, erreicht die ersten großen Wasserflächen nach etwa einer Stunde Fahrt. Das ist praktisch. Viele Reisende nutzen Schwerin als Ausgangspunkt für ihre Tour, weil die Autobahnanbindung dort sehr gut funktioniert und man schnell in das weitverzweigte Netz aus Seen und Kanälen gelangt.

Die Landschaft wirkt oft sehr ruhig. Man findet hier eine Dichte an Wasserflächen, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Es gibt keine riesigen Autobahnkreuze direkt am Ufer, was die Ruhe für Camper erhöht.

Ich habe 2019 versucht, die gesamte Region in einer Woche zu durchqueren. Das war ein Fehler. Die Wege zwischen den einzelnen Seen sind oft länger, als man auf der Karte vermutet, weil die kurvigen Landstraßen und die vielen kleinen Brücken die Durchschnittsgeschwindigkeit massiv nach unten drücken.

Man braucht Zeit. Wer nur drei Tage plant, sieht nur einen Bruchteil der Möglichkeiten.

Müritz — die größte Binnenseegruppe

Die Müritz ist das Herzstück der Region. Mit einer Fläche von 117 km² ist sie der zweitgrößte See Deutschlands nach dem Bodensee. Das macht sie zu einem massiven Wasserkörper, der sein eigenes Mikroklima besitzt. An windigen Tagen kann der Wellengang auf der Müritz recht heftig werden, sodass man mit einem kleinen Boot oder einem leichten Wohnmobil am Ufer vorsichtig navigieren muss.

Waren ist der wichtigste Anlaufpunkt für die Versorgung. Dort gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf benötigt. Die Infrastruktur ist stabil.

In Waren findet man auch das Müritzeum, ein Informationszentrum über die Natur der Region. Es lohnt sich, dort kurz vorbeizuschauen, bevor man selbst aufs Wasser geht. Ich habe dort einmal zwei Stunden verbracht, um die Strömungsverhältnisse der umliegenden Fließe zu verstehen, damit ich meine Route für die nächste Woche besser planen konnte.

Der See ist tief. Das sorgt für eine gute Wasserqualität, aber auch für kühle Temperaturen im Frühjahr.

Plauer See und Krakower See

Etwas südlich der Müritz liegen der Plauer See und der Krakower See. Diese Gewässer wirken oft etwas intimer als die große Müritz. Die Uferzonen sind hier teils sehr flach. Das ist ideal für Kanufahrer, die nicht ständig gegen starke Strömungen ankämpfen wollen.

Der Camping Plauer See bietet eine interessante Option für Reisende. Die Übernachtung kostet dort 30 € pro Nacht (Stand 2024). Eine Besonderheit ist die FKK-Strand-Variante direkt am Platz. Das passt gut zum lockeren Lebensgefühl in der Region, obwohl man als Camper mit Familien natürlich auch ganz normale Bereiche nutzen kann.

Der Krakower See ist bekannt für seine Windanfälligkeit. Wenn der Wind aus Nordost kommt, wird die Wasseroberfläche schnell unruhig.

Ich habe einmal versucht, am Krakower See zu angeln, während ein Gewitter aufzog. Das war eine schlechte Idee, weil die schnellen Wetterumschwünge in dieser offenen Seenlandschaft extrem tückisch sind und man oft nicht rechtzeitig den Schutz eines festen Stellplatzes findet.

Man sollte die Windvorhersage prüfen. Das spart Stress am Wasser.

Kanutour mit dem Wohnmobil als Basis

Ein Wohnmobil als schwimmende Basis zu nutzen, ist ein kluger Plan. Man hat sein Lager immer dabei und muss nicht ständig umpacken. Die Kombination aus festem Stellplatz und täglichen Ausflügen auf dem Wasser ist effizient.

Für die Ausrüstung muss man nicht selbst investieren. Der Kanuverleih Müritzeum in Waren bietet gute Konditionen an. Ein Tag kostet dort 18 €, während eine komplette 3-Tages-Tour für 65 € berechnet wird. Das ist ein fairer Preis für die Nutzung der Ausrüstung.

Die Logistik beim Ein- und Ausstieg ist entscheidend. Man sollte einen Stellplatz wählen, der einen direkten Zugang zum Wasser oder zumindest eine nahegelegene Anlegestelle hat. Ich habe 2021 einmal auf einem Platz übernachtet, der zwar günstig war, aber zwei Kilometer vom nächsten Bootsanleger entfernt lag. Das bedeutete, dass ich jeden Tag mit dem schweren Kanu über Schotterwege laufen musste, was nach dem zweiten Tag extrem mühsam wurde.

Man braucht gute Planung. Die Touren sollten nicht zu lang sein.

Die Wege zwischen den Kanikanälen sind oft schmal. Man muss auf den Gegenverkehr achten, besonders wenn man in den kleineren Fließen unterwegs ist.

Naturschutzgebiet Müritz-Nationalpark

Der Nationalpark ist ein Rückzugsort für viele Tierarten. Der Eintritt ist frei. Das macht ihn zu einem attraktiven Ziel für Tagesausflüge. Besonders im Oktober lohnt sich der Besuch, weil man dann die Kraniche beobachten kann, die in den Schilfgürteln rasten.

Die Natur bestimmt hier das Tempo. Man darf nicht überall hinfahren. Viele Bereiche sind für den Menschen gesperrt, damit die Brutgebiete der Vögel geschützt bleiben. Das ist notwendig, damit die Artenvielfalt langfristig erhalten bleibt.

Die beste Zeit für Beobachtungen ist der Mai oder Juni. In diesen Monaten ist die Vegetation sehr dicht und die Tierwelt besonders aktiv. Wer im September kommt, erlebt hingegen eine beeindruckende Herbstfärbung der Wälder rund um den Park.

Ich habe einmal versucht, mit dem Wohnmobil direkt an einer Waldgrenze zu stehen. Das war verboten. Die Ranger in diesem Gebiet sind sehr genau und kontrollieren die Stellplätze regelmäßig, sodass man keine unnötigen Probleme riskieren sollte.

Man sollte auf den Wegen bleiben. Die Natur braucht Ruhe.

Stellplätze und Versorgung

Die Auswahl an Stellplätzen ist groß. Es gibt alles von einfachen Naturbadestellen bis hin zu voll ausgestatteten Campingplätzen. Ein sehr guter Platz ist der Camping Ecktannen am Müritz-Nationalpark. Dort zahlt man 34 € pro Nacht inklusive Strom. Das ist ein solider Preis für die Lage und den Service, den man dort erhält.

Die Versorgung mit Kraftstoff ist in Mecklenburg unkompliziert. An den Aral-Tankstellen in der Region liegt der Dieselpreis meist 2-3 Cent unter dem Durchschnitt, was bei einem schweren Wohnmobil durchaus ins Gewicht fällt. Man sollte die Tanks rechtzeitig füllen, wenn man eine längere Strecke durch die Nebenstraßen plant.

Die Stellplätze variieren stark in ihrer Ausstattung. Manche bieten nur einen festen Untergrund, während andere über Entsorgungsstationen für Grauwasser und Chemie-WC verfügen. Ich empfehle, die technischen Voraussetzungen des eigenen Fahrzeugs genau zu kennen, bevor man sich auf eine Tour durch die kleineren Nebenwege begibt.

Man sollte immer genug Wasser mitführen. Die Versorgung an abgelegenen Plätzen ist nicht garantiert.

Die Buchung im Sommer kann schwierig sein. Wer im August kommt, sollte vorab prüfen, ob der Wunschplatz überhaupt noch frei ist.

FAQ

Wie viele Tage für die Seenplatte einplanen?

Man sollte mindestens eine Woche einplanen, um die Region ohne Zeitdruck zu erleben. In fünf Tagen schafft man zwar die wichtigsten Seen, aber die kleinen Kanäle und Nebenwege kommen dann zu kurz.

Kann man die Müritz mit Kanu umrunden?

Eine komplette Umrundung ist aufgrund der Größe und der Windanfälligkeit sehr anspruchsvoll. Die meisten Paddler konzentrieren sich lieber auf die geschützten Fließe und Kanäle, die die Müritz mit anderen Seen verbinden.

Wo sieht man die Kraniche?

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bieten die Schilfgebiete im Müritz-Nationalpark. Besonders im Oktober ziehen die Vögel durch das Gebiet, was man am besten mit einem Fernglas verfolgt.

Welche Strandfreiheit gilt?

An den offiziellen Campingplätzen und ausgewiesenen Badestellen ist das Baden problemlos möglich. In den Naturschutzgebieten ist das Anlanden von Booten oder das Baden jedoch streng untersagt, um die Ufervegetation zu schützen.

Sind die Stellplätze haustier-freundlich?

Die meisten größeren Plätze wie Ecktannen erlauben Hunde gegen eine kleine Gebühr. Man sollte dies jedoch vor der Ankunft klären, da manche naturnahen Plätze aus Gründen des Tierschutzes keine Haustiere gestatten.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.