Camping in Bayern — Allgäu, Chiemgau, Berchtesgaden
Bayern — eine Region, drei Klima-Zonen
Bayern ist groß. Wer mit dem Wohnmobil durch den Freistaat fährt, merkt schnell, dass das Wetter nicht überall gleich funktioniert. Während man im Donauried vielleicht bei 30 Grad im Schatten sitzt, kann in den Alpen bereits der erste Frost die Scheiben des Campers beschlagen lassen.
Das liegt an der Geografie. Die Alpen bilden eine massive Barriere für Luftmassen, nachdem sie aus dem Süden herangezogen sind, sodass sich in den Tälern oft ganz anderes Mikroklima bildet als auf den Höhenzügen. Ich habe das 2019 bei einer Tour durch Oberbayern selbst erlebt, als wir im Chiemgau noch sommerliche Temperaturen hatten, während am Watzmann bereits der erste Schnee die Wanderwege bedeckte.
Man muss planen. Die beste Reisezeit liegt meist in den Monaten Mai bis Juni oder im September, weil man dann die großen Schulferien umgeht und die Hitze des Hochsommers sowie die extremen Besucherströme vermeidet.
Es gibt Unterschiede. Die klimatischen Bedingungen hängen stark von der Höhe ab.
Allgäu — Hopfensee und Königswinkel
Das Allgäu bietet sanfte Hügel und steile Gipfel. Viele Camper suchen hier die Nähe zum Wasser, besonders am Hopfensee. Der Camping Bavaria Kissing ist ein Beispiel für einen gut organisierten Platz, der im Jahr 2024 eine Rate von 38 € pro Nacht inklusive Strom aufruft.
Das passt. Die Infrastruktur ist hier meist sehr solide ausgebaut.
Im Königswinkel wird es dann deutlich alpiner. Hier sind die Straßen enger und die Steigungen fordernder für die Technik des Fahrzeugs. Ich habe einmal versucht, mit einem voll beladenen Caravan eine Nebenstraße im Allgäu zu nehmen, nachdem ich die Karte unterschätzt hatte, was fast zu einer Panne am Straßenrand geführt hätte.
Man sollte vorsichtig sein. Die Stützlast und das Gesamtgewicht sind hier entscheidend.
Chiemgau — der Chiemsee als Magnet
Der Chiemsee zieht Massen an. Er ist das Herzstück des Chiemgaus. Wer direkt am Wasser stehen möchte, muss frühzeitig suchen oder reservieren. Das Park-Camping Lindau-Insel Lutsi bietet beispielsweise eine Lage direkt am See an, wobei die Kosten für eine Nacht im Jahr 2024 bei 32 € liegen.
Das ist fair. Die Nähe zum Wasser spart Zeit beim täglichen Hin- und Herfahren zwischen Stellplatz und Badestelle.
Die Region Chiemgau ist weitläufig. Man findet hier viel Grün und viele Seen, die sich perfekt für Ausflüge mit dem Fahrrad eignen. Während man am Ufer entspannt, kann man in den Bergen dahinter bereits die ersten Wolkenformationen beobachten, die oft sehr schnell umschlagen.
Es gibt viele Möglichkeiten. Man muss nur den richtigen Platz finden.
Berchtesgaden — Königssee und Watzmann
Berchtesgaden ist imposant. Die Berge ragen hier direkt aus dem Tal empor. Wer Ruhe sucht, sollte den Camping Mühlleiten in Betracht ziehen, der eine Rate von 35 € pro Nacht verlangt. Von dort aus benötigt man etwa 15 Minuten Fußweg zum Bootsanleger des Königssees.
Das ist machbar. Die Wanderwege sind gut markiert.
Die Natur ist hier streng geschützt. Das bedeutet auch, dass man sich als Camper an die Regeln halten muss. Ich habe 2021 gesehen, wie Ranger auf einem Stellplatz kontrolliert haben, weil einige Leute versucht hatten, ihr Fahrzeug abseits der markierten Flächen abzustellen.
Die Aussicht lohnt sich. Der Watzmann ist ein Anblick, den man nicht vergisst.
Man kann auch die Straße hochfahren. Die Roßfeld-Panoramastraße kostet 9 € Maut, wobei die Befahrung mit einem Camper bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t erlaubt ist.
Bergpässe und Wohnmobil
Pässe sind eine Herausforderung. Wer ein großes Wohnmobil fährt, muss die Steigung genau kennen. Der Riedbergpass im Allgäu liegt auf 1420 m Höhe. Die Steigung beträgt dort 16 %, weshalb dieser Pass nicht für Fahrzeuge über 7,5 t geeignet ist.
Das ist wichtig. Die Bremse wird hier zur Belastungsprobe.
Man sollte die Motorbremse nutzen. Das schont die mechanischen Komponenten des Fahrzeugs erheblich. Ich habe einmal die Bremsbeläge an meinem alten Wohnmobil fast verschlissen, weil ich die Abfahrt am Riedberg zu aggressiv angegangen bin, ohne die Gangwahl rechtzeitig anzupassen.
Die Maut ist ein Faktor. Wenn man aus dem Süden kommt, muss man die A13 in Österreich einplanen. Für einen Camper bis 3,5 t kostet diese Strecke 11,50 €.
Vorsicht bei der Planung. Die Route entscheidet über den Stressfaktor.
Praktisches — Maut, Wasser, Müll
Die Bürokratie ist in Bayern unkompliziert. Es gibt jedoch hilfreiche Angebote wie die Camping-Card-Tourist von der LfL Bayern. Diese Karte bietet rabattierte Stellplätze in verschiedenen Regionen des Freistaats an, was sich bei einer längeren Tour durchaus rechnet.
Das stimmt. Man spart Geld bei den Standgebühren.
Wasser und Entsorgung müssen organisiert werden. Die meisten Plätze bieten Stationen für die Grauwasserentsorgung und die Leerung der Chemie-Toilette an. Man sollte immer darauf achten, dass die Schläuche und Adapter fest sitzen, bevor man die Tanks füllt oder leert.
Müll ist ein Thema. In den Nationalparks wie Berchtesgaden wird streng auf die Mülltrennung geachtet. Wer seinen Abfall einfach in der Natur lässt, riskiert hohe Bußgelder, da die Kontrollen dort regelmäßig durchgeführt werden.
Die Technik muss passen. Ein guter Wasserfilter hilft oft weiter.
Welcher Bayern-Stellplatz ist familienfreundlich?
Der Camping Bavaria Kissing am Hopfensee bietet gute Strukturen für Familien. Es gibt dort viel Platz und die Nähe zum Wasser macht den Aufenthalt für Kinder attraktiv. Die Infrastruktur ist auf die Bedürfnisse von Reisenden mit Kindern ausgelegt.
Sind Bergpässe mit großem Wohnmobil befahrbar?
Das kommt auf das Fahrzeug an. Pässe wie der Riedbergpass mit 16 % Steigung sind für schwere Fahrzeuge über 7,5 t nicht geeignet. Man sollte die maximale Steigung und die Kurvenradien vorab genau prüfen.
Wie kalt wird es im Mai am Königssee?
Die Temperaturen können im Mai sehr schwanken. Nachts kann es in den Bergen bereits nahe an den Gefrierpunkt gehen, während tagsüber milde Werte möglich sind. Eine warme Schlafsackwahl ist daher ratsam.
Lohnt sich die Camping-Card-Tourist?
Das hängt von der Dauer der Reise ab. Wenn man mehrere Stellplätze nutzt, die am Programm teilnehmen, amortisiert sich die Karte schnell. Man sollte vorher prüfen, welche Plätze genau den Rabatt gewähren.
Wo wandert man am besten?
Berchtesgaden bietet die spektakulärsten Wege rund um den Königssee und den Watzmann. Die Wege sind gut ausgebaut, erfordern aber eine gewisse Grundkondition. Wer es sanfter mag, findet im Chiemgau schöne Pfade durch die Hügellandschaft.
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