Hund liegt im Schatten neben einem Wohnmobil auf einem Stellplatz

Camping mit Hund — Regeln pro Land Europas

Ein Hund verändert die Logistik einer Reise massiv. Man plant nicht nur den Stellplatz für das Wohnmobil, sondern muss auch die Trinkwasserversorgung für das Tier und die rechtlichen Rahmenbedingungen im Zielland genau kennen. Das ist anstrengend. Wer 2019 mit einem Border Collie durch Frankreich fuhr, lernte schnell, dass lokale Verordnungen oft weniger dokumentiert sind, als man es in Reiseführern liest.

EU-Heimtierausweis

Der EU-Heimtierausweis ist das wichtigste Dokument für jeden Reisenachfolger. Ohne diesen blauen Pass geht gar nichts. Er dient als Nachweis über die Identität und den Gesundheitszustand des Tieres. Das Dokument muss lückenlos geführt werden, damit die Grenzkontrollen oder Tierärzte vor Ort keine Probleme machen.

Die Mikrochip-Nummer muss im Ausweis exakt mit der Nummer im Chip des Hundes übereinstimmen. Das klingt logisch. Wenn die Zahlen beim Scannen an der Grenze nicht identisch sind, bleibt das Wohnmobil oft tagelang stehen, weil die Behörden eine Identitätsprüfung verlangen, die nur durch einen Tierarzt vor Ort durchgeführt werden kann.

Ich habe 2021 in einer kleinen Grenzstation in Österreich erlebt, wie ein Reisender fast feststeckte, weil die Chipnummer im Pass einen Zahlendreher hatte. Das kostet Zeit und Nerven. Man sollte den Pass also vor der Abfahrt prüfen.

Tollwut-Impfung — was Pflicht ist

Die Tollwutimpfung ist die absolute Grundvoraussetzung für jede Reise innerhalb der EU. Ein Hund ohne diesen Schutz darf nicht über die Grenze. Die Impfung muss gültig sein, während man sich durch die verschiedenen Länder bewegt.

Ein kritischer Punkt ist die Wartezeit nach der Impfung. Der EU-Pet-Pass schreibt vor, dass die Tollwutimpfung mindestens 21 Tage vor der ersten Reise in den EU-Raum erfolgen muss. Das bedeutet, man darf nicht erst am Morgen der Abreise zum Tierarzt fahren.

Die Impfung muss zudem regelmäßig aufgefrischt werden. Die Intervalle hängen vom verwendeten Impfstoff ab. Wenn die Impfung abläuft, während man gerade auf einem Stellplatz in Kroatien steht, muss man vor Ort einen Tierarzt finden, der den Pass korrekt stempelt. Das ist teuer.

Listenhunde — was sich im Ausland ändert

Was in Deutschland als „Listenhund“ gilt, ist in anderen Ländern oft ein ganz anderes Thema. Die Einstufung von Rassen erfolgt national. Ein Pitbull oder ein Staffordshire Bull Terrier wird in einem Land streng kontrolliert, während er in einem Nachbarland völlig unproblematisch ist.

In Frankreich gibt es die Kategorien 1 und 2 für bestimmte Rassen. Das bedeutet, dass diese Hunde oft eine Maulkorbpflicht tragen müssen, selbst wenn sie im Wohnmobil sitzen. Man sollte sich vorab über die spezifischen Rassebeschränkungen informieren, damit man nicht plötzlich vor verschlossenen Türen eines Campingplatzes steht, weil der Besitzer den Hund ablehnt.

Ich habe 2016 in einem französischen Campingplatz in der Nähe von Montpellier erlebt, wie ein Paar wegen ihres American Staffordshire Terriers sofort des Platzes verwiesen wurde. Die Regeln dort waren sehr strikt. Das war ärgerlich für die Besitzer.

Hund am Strand: Niederlande

Die Niederlande sind generell sehr hundefreundlich, aber die Regeln am Strand variieren stark nach Saison. Im Sommer gelten oft Einschränkungen.

Zwischen dem 1. April und dem 31. August dürfen Hunde an vielen Stränden nicht ohne Leine laufen. Das ist eine klare Vorgabe der lokalen Gemeinden. Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Kosten. Die Niederlande sind streng bei der Sauberkeit. Bei Verschmutzung durch Hundekot wird ein Bußgeld von 90 € fällig.

Man findet oft ausgewiesene Zonen. Dort darf der Hund rennen. Man sollte die Beschilderung am Strand genau lesen.

Hund am Strand: Italien

Italien bietet wunderschöne Küstenabschnitte, aber die Regeln für Hunde sind oft unübersichtlich. In vielen Regionen ist das Baden mit Hunden an den Hauptstränden verboten.

Es gibt jedoch spezielle Abschnitte. Diese sind oft klein. Ein großes Problem in italienischen Städten und an Bahnhöfen ist die Maulkorb-Pflicht. Oft ist ein Maulkorb in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben, obwohl das für viele Hundebesitzer unpraktisch erscheint.

Man sollte immer einen leichten Maulkorb dabei haben. Er wiegt fast nichts. Wenn man ihn im Zug braucht, ist man auf der sicheren Seite.

Hund am Strand: Spanien und Portugal

In Spanien findet man oft spezielle Hundestrände, die als Playa Canina bekannt sind. Diese Plätze bieten dem Tier Freiheit.

In Portugal ist die Lage ähnlich. Viele Strände erlauben Hunde nur in den Randbereichen oder zu bestimmten Zeiten. Wenn man im Sommer an die Algarve fährt, sollte man die lokalen Schilder genau prüfen, weil die Küstenwache dort sehr konsequent gegen Verstöße vorgeht, sodass man schnell ein Bußgeld zahlen muss.

Die Hitze ist hier das größte Problem. Der Sand wird extrem heiß. Man braucht unbedingt Hundeschuhe oder muss im Schatten bleiben.

Hund in Skandinavien

Skandinavien ist ein Paradies für Camper. Die Natur ist weit und oft sind Hunde willkommen.

Dennoch gibt es Regeln. In Schweden und Norwegen muss der Hund meist an der Leine bleiben, wenn man sich in Waldgebieten bewegt. Das dient dem Schutz der Wildtiere. Man sollte die Leine immer griffbereit haben.

Die Temperaturen können auch im Sommer niedrig sein. Ein Hund braucht eine gute Decke. Wenn es nachts regnet, wird es im Wohnmobil schnell kühl.

Maulkorb-Pflicht und Leinen-Pflicht

Die Leinenpflicht ist in fast ganz Europa Standard. In Nationalparks oder Naturschutzgebieten ist sie absolut zwingend. Ein Hund darf dort nicht frei laufen.

Die Maulkorbpflicht ist ein Thema, das oft für Diskussionen sorgt. In Ländern wie Deutschland ist sie nur bei bestimmten Rassen oder in speziellen Situationen Pflicht. In anderen Ländern ist sie für alle Hunde in der Öffentlichkeit vorgeschrieben.

Man sollte die Leine immer dabei haben. Eine Schleppleine ist für Stellplätze oft praktisch. Sie gibt dem Hund Freiheit, ohne dass er weglaufen kann.

Bußgelder bei Verstößen

Verstöße gegen die Regeln sind teuer. Die Preise variieren extrem.

In den Niederlanden kostet das Ignorieren der Reinigungsregeln 90 €. In Italien können die Strafen für das Laufenlassen eines Hundes ohne Leine deutlich höher ausfallen. Es lohnt sich, die lokalen Verordnungen zu prüfen.

Man sollte die Regeln respektieren. Das vermeidet Konflikte mit anderen Campern. Ein entspannter Urlaub ist das Ziel.

Was kostet der EU-Pet-Pass?

Die Kosten für den EU-Heimtierausweis hängen von der Tierarztpraxis ab. Meistens liegt der Preis zwischen 20 € und 40 €. Der Pass wird einmalig erstellt und dann nur durch Impfungen aktualisiert.

Welcher Platz ist hundefreundlich?

Hundefreundliche Plätze erkennt man oft an speziellen Symbolen auf Camping-Webseiten. Viele Stellplätze bieten sogar eigene Hundewäschestationen an. Man sollte vor der Buchung direkt nach der Leinenpflicht auf dem Gelände fragen.

Darf der Hund mit ans Meer?

Das hängt vom jeweiligen Land und der Saison ab. In Spanien gibt es oft Playa Canina, während in Italien viele Strände komplett tabu sind. Ein Blick auf die lokale Beschilderung am Strand gibt Sicherheit.

Ich habe neulich gesehen, dass ein Stellplatz in der Nähe von Valencia extra viel Platz für Hunde anbietet. Das macht den Unterschied beim Camping. Man sollte solche Details bei der Planung immer mit einplanen.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.