Class-A-Wohnmobil vor einem klassischen Route-66-Schild in New Mexico

Route 66 mit dem Wohnmobil — 14 Tage Plan

Die Route 66 ist legendär. Viele planen sie falsch. Wer in zwei Wochen von Chicago nach Santa Monica will, muss die Fahrzeiten realistisch einschätzen. Die gesamte Strecke umfasst ca. 3.940 km. Das klingt machbar. Aber die tägliche Fahrtzeit schrumpft schnell, weil man an den alten Diner, verrosteten Tankstellen und kuriosen Museen entlang der Strecke hängen bleibt.

Vor der Reise — RV mieten und Routen-Apps

Das Fahrzeug ist entscheidend. Ein großes C-Class Wohnmobil bietet Komfort, braucht aber viel Platz beim Rangieren in engen Parkplätzen der Kleinstädte. Ich habe 2019 in Las Vegas gelernt, dass ein zu großes Modell bei den engen Kurven in den Bergen von Arizona unnötigen Stress verursacht. Ein kleineres Modell oder ein Van ist oft praktischer.

Die Buchung sollte früh erfolgen. Die Preise für Mietwagen steigen massiv an, wenn man erst kurz vor dem Abfahrtstag reserviert. Nutzen Sie Apps wie Roadtrippers, um die historischen Wegpunkte zu finden. Google Maps funktioniert gut für die Navigation, aber es zeigt oft nur die schnellsten Autobahnen an statt der alten Route 66. Das ist ärgerlich.

Achten Sie auf die Versicherung. Die Selbstbeteiligung bei US-Mietwagen ist oft extrem hoch. Prüfen Sie das Kleingedruckte genau. Ein KOA-Pass kostet 33 USD pro Jahr und gewährt 10 % Rabatt auf viele Campingplätze der Kette. Das lohnt sich meist schon nach drei Übernachtungen.

Tag 1–3: Chicago bis St. Louis

Der Start erfolgt in Chicago. Die Stadt ist laut. Man sollte das Wohnmobil erst außerhalb des Stadtzentrums abholen, damit man nicht in den engen Straßen von Downtown feststeckt. Die ersten Kilometer führen durch Vororte, während die Skyline von Chicago langsam im Rückspiegel verschwindet. Das ist ein guter Moment für den ersten Check der Stützlast.

Nach etwa 450 km erreicht man St. Louis. Die Fahrt durch Illinois ist flach. Man sieht viel Mais und Soja. In Springfield, Illinois, gibt es viele Stationen zur Geschichte von Abraham Lincoln. Planen Sie hier Zeit ein.

St. Louis bietet den Gateway Arch. Das ist ein imposantes Bauwerk. Die Fahrt nach Missouri beginnt meist am zweiten oder dritten Tag. Ich habe 2021 in einem kleinen Park bei Alton übernachtet, weil der große Campingplatz direkt am Fluss bereits komplett ausgebucht war.

Tag 4–6: Missouri und Oklahoma

Missouri ist das Herzstück der Route. Die Straßen werden hier oft schmaler. Man fährt durch hügeliges Gelände, was den Dieselverbrauch leicht erhöht. In Springfield können Sie tanken. Die Preise variieren stark zwischen den Bundesstaaten.

Oklahoma bringt die Weite. Hier wird die Route 66 oft von modernen Interstates überlagert. Das ist manchmal frustrierend, weil man die echte Nostalgie sucht. In Tulsa gibt es jedoch wunderbare Museen zur Geschichte der Route.

Die Landschaft in Oklahoma ist trocken. Man braucht genug Wasserreserven im Tank. Ich habe einmal vergessen, den Wassertank nach einer langen Fahrt vollzumachen, sodass wir in einer kleinen Raststätte in Clinton um Hilfe bitten mussten. Das war peinlich.

Tag 7–9: Texas-Panhandle bis Tucumcari

Texas ist riesig. Das Texas-Panhandle bietet endlose Horizonte. Die Fahrt von Amarillo Richtung New Mexico fühlt sich endlos an. Man braucht Geduld.

In Amarillo sollten Sie das Cadillac Ranch besuchen. Die halb vergrabenen Autos sind ein Klassiker. Es kostet keinen Eintritt, aber man sollte Spraydosen für die Graffiti mitbringen. Das macht Spaß.

Die Etappe nach Tucumcari ist wichtig. Tucumcari in New Mexico ist ein Mekka für Nostalgiker. Die alten Motels wie das Blue Swallow Motel sind weltberühmt. Reservieren Sie hier unbedingt im Voraus. Ich war 2018 dort und musste zwei Nächte warten, weil alle Plätze belegt waren.

Tag 10–11: New Mexico

New Mexico hat eine ganz eigene Atmosphäre. Die Farben der Wüste sind intensiv. In Albuquerque wird es geschäftig. Die Stadt ist groß und bietet gute Versorgungsmöglichkeiten für das Wohnmobil.

Die Fahrt führt weiter nach Westen. Die Höhenmeter steigen an. Das merkt man am Motorgeräusch des RV. Man sollte die Bremsen regelmäßig prüfen, nachdem man lange Bergabfahrten hinter sich hat.

In Santa Fe ist es teurer. Die Preise für Stellplätze liegen hier oft über dem Schnitt. Dennoch lohnt sich ein kurzer Abstecher in die alte Hauptstadt. Die Architektur ist beeindruckend.

Tag 12–13: Arizona und Grand Canyon-Abstecher

Arizona ist der Höhepunkt. Die Route führt durch kleine Orte wie Seligman oder Kingman. Hier riecht es nach Benzin und Grillfleisch. Es fühlt sich echt an.

Ein Abstecher zum Grand Canyon ist Pflicht. Von der Route 66 aus sind es etwa 90 Minuten Fahrt. Der Canyon ist gewaltig. Man sollte früh morgens dort sein, damit man die Touristenmassen um die Mittagszeit umgeht.

Die Temperaturen in Arizona können extrem hoch sein. Das Kühlsystem des Wohnmobils wird hier stark beansprucht. Achten Sie darauf, dass die Belüftung der Kühlbox einwandfrei funktioniert.

Tag 14: Santa Monica Pier

Der letzte Tag ist lang. Die Fahrt durch die Mojave-Wüste ist heiß und karg. Man sieht kaum etwas außer Sand und Kakteen. Das erfordert Disziplin beim Fahren.

Schließlich erreicht man die Küste von Kalifornien. Der Santa Monica Pier ist das offizielle Ende der Route. Es ist ein schöner Moment. Die Meeresbrise fühlt sich gut an.

Das Wohnmobil muss jetzt abgegeben werden. Planen Sie genug Zeit für die Rückgabe in Los Angeles ein. Die Mietstationen sind oft groß und die Abwicklung dauert eine Weile.

Tagesetappen und Budget

Die Planung der Etappen ist das A und O. Eine mittlere Etappe beträgt ca. 280 km pro Tag. Das lässt genug Zeit für Besichtigungen. Wer mehr fährt, sieht weniger.

Das Budget muss stimmen. Für das Diesel-Budget 2026 rechne ich mit ca. 1.100 USD. Die Preise für Treibstoff sind volatil. Man sollte immer einen Puffer einplanen.

Ein RV-Park kostet im Schnitt 45 USD pro Nacht. Das ist ein guter Richtwert für die Kalkulation. In Nationalparks kann es teurer werden.

Die Verpflegung kostet ebenfalls Geld. Restaurants an der Route sind oft teuer. Ich kaufe meistens in großen Supermärkten wie Walmart ein, während ich die Vorräte für die nächsten zwei Tage auffülle. Das spart viel Geld.

FAQ

Reichen 14 Tage für die ganze Route?

Es ist sehr sportlich. Man verbringt viel Zeit im Fahrzeug, während die eigentliche Erlebnisfaktor eher auf der Strecke bleibt. Wer mehr Zeit hat, sollte mindestens drei Wochen einplanen.

Wie viel kostet die Reise?

Das hängt stark vom Mietwagen und dem Fahrstil ab. Rechnen Sie mit hohen Kosten für Miete, Sprit und Stellplätze. Ein Budget von 4.000 bis 5.000 USD pro Person ist realistisch.

Welcher RV ist ideal?

Ein Klassiker wie ein Class C ist ein guter Kompromiss. Er bietet genug Platz für Gepäck und Technik, bleibt aber handlich genug für die Nebenstraßen. Ein kleinerer Van ist nur für Singles oder Paare ohne viel Ausrüstung sinnvoll.

Die Vorbereitung der Route dauert oft länger als die Fahrt selbst. Wer die Details kennt, hat weniger Stress vor Ort. Man sollte auch die Wetterberichte genau im Blick behalten.

Weiterlesen

Class-C-RV auf einem Mietstation-Parkplatz in Las Vegas

RV in den USA mieten — Anbieter, Preise 2026

RV-Miete USA 2026: Cruise America, El Monte, Apollo, Outdoorsy. Größenklassen, Versicherung, One-Way-Gebühr, Stornorisiko, deutsche Führerscheine.

Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.