Camping in Kanada — Banff, Jasper, Vancouver Island
Die Planung für die kanadischen Rockies beginnt oft Monate vor dem eigentlichen Abflug. Wer im Sommer durch Alberta fährt, muss die Logistik präzise steuern. Das ist notwendig. Viele Reisende unterschätzen die Geschwindigkeit, mit der die begehrten Stellplätze in den Nationalparks innerhalb weniger Minuten ausgebucht sind, während sie noch über die Route nachdenken.
Anreise und RV-Miete in Calgary
Calgary ist der logische Startpunkt für die Reise in die Berge. Der Flughafen YYC bietet eine gute Auswahl an Vermietern. Ich habe 2019 bei Fraserway RV ein Fahrzeug gemietet, was für den Einstieg in Kanada sehr praktisch war. Die Übergabe dauert meist etwa 90 Minuten. Man muss die technischen Details genau prüfen.
Die Stützlast beim Beladen des Wohnmobils ist ein kritischer Punkt. Wenn man das Fahrzeug mit schweren Vorräten und Campingausrüstung vollpackt, verschiebt sich der Schwerpunkt oft nach hinten, sodass die Lenkfähigkeit bei hohen Geschwindigkeiten auf den Highways spürbar nachlässt. Das habe ich einmal bei einer Fahrt Richtung Canmore schmerzlich lernen müssen.
Die Mietpreise variieren stark nach Saison. Im Juli zahlt man für ein C-Class Wohnmobil oft 240 CAD pro Nacht. Man sollte die Versicherung direkt beim ersten Kontakt klären. Das spart Zeit am Counter.
Banff Nationalpark — Reservierung
Banff ist das Herz der Rockies. Die Dichte an Touristen ist hier extrem hoch. Das stimmt nicht, dass man einfach spontan kommen kann. Wer im Sommer einen Stellplatz in der Nähe des Lake Louise sucht, muss die Reservierungsfenster kennen.
Die Buchungen für die Saison werden meist im Februar oder März über das System der Parks Canada freigeschaltet. Ich habe 2022 gesehen, wie Plätze am Tunnel Mountain Campground innerhalb von zwei Stunden komplett weg waren, weil die Nachfrage nach den Wintermonaten massiv anstieg. Man sollte also pünktlich am Computer sitzen.
Die Preise für Stellplätze in Banff liegen im Jahr 2025 bei etwa 35 CAD bis 45 CAD pro Nacht für ein Standard-Site. Das ist günstig. Aber die Lage entscheidet über den Komfort.
Jasper Nationalpark
Jasper ist deutlich ruhiger als Banff. Die Landschaft wirkt wilder. Es gibt weniger kommerzielle Infrastruktur direkt an den Hauptwegen. Das macht den Charme aus.
Die Stellplätze in Jasper, wie etwa beim Whistlers Campground, sind etwas großzügiger geschnitten als in den südlicheren Gebieten. Man findet hier oft mehr Schatten unter den Nadelbäumen, während die Sicht auf die Gipfel der Umgebung fast immer gegeben ist, sofern das Wetter nicht gerade durch dichten Nebel blockiert wird.
Die Versorgung mit Wasser und Strom ist meist gut ausgebaut. Man muss jedoch die Abwasserentsorgung (Dump Station) einplanen. Das geschieht oft am Ende eines längeren Trips.
Icefields Parkway
Der Icefields Parkway verbindet Banff und Jasper. Er ist eine der schönsten Straßen der Welt. Die Strecke umfasst etwa 230 km.
Man darf nicht ohne Tankreserve losfahren. Es gibt auf der Strecke nur sehr wenige Möglichkeiten, Kraftstoff zu beziehen. Ich habe 2018 einmal fast den Boden meines Wohnmobils gesehen, weil ich die Distanz zwischen Lake Louise und Jasper unterschätzt hatte, obwohl die Schilder die Kilometerangaben klar anzeigten.
Die Fahrt dauert wegen der vielen Fotostopps und der steilen Passagen deutlich länger als die reine Fahrzeit vermuten lässt. Man sollte mindestens 4 bis 5 Stunden einplanen. Die Aussicht auf den Columbia Icefield ist gewaltig.
Vancouver Island
Die Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimes ist der Zugang zur Insel. Die Buchung der Fähre für ein großes Wohnmobil muss Wochen im Voraus erfolgen. Sonst steht man stundenlang in der Schlange.
Auf Vancouver Island ist das Camping oft grüner und feuchter. Die Küstenregionen bieten eine ganz andere Atmosphäre als die trockenen Bergregionen Albertas. Man findet dort viele private Campingplätze, die oft direkt am Pazifik liegen.
Die Preise für Fähren mit einem RV können bei 120 CAD pro Überfahrt liegen. Das ist ein hoher Kostenfaktor. Aber die Fahrt durch die Inside Passage lohnt sich.
Yukon — Whitehorse und Dawson
Der Weg nach Norden führt durch das Yukon. Die Straßen werden einsamer. Die Infrastruktur nimmt deutlich ab.
In Whitehorse findet man alles, was man für den Start in den hohen Norden braucht. Die Stadt ist gut organisiert. In Dawson City hingegen ist die Atmosphäre historisch geprägt. Man fühlt sich wie im Goldrausch-Zeitalter.
Die Distanzen im Yukon sind gewaltig. Man fährt oft stundenlang ohne eine einzige Tankstelle oder einen Supermarkt zu sehen. Das erfordert eine sehr gute Planung der Vorräte.
Bär-Sicherheit am Campground
Bären sind in Kanada keine Theorie. Sie sind Realität. Das ist wichtig.
Das Mitführen von Bärenspray (Bear Spray) ist an fast allen Stellplätzen faktisch Pflicht, wenn man sich in der Wildnis bewegt. Man sollte das Spray immer griffbereit am Gürtel tragen, während man den Stellplatz verlässt oder im Wald wandert, damit man im Ernstfall nicht erst in den Rucksack greifen muss.
Lagerung von Lebensmitteln ist entscheidend. Jedes Lebensmittel gehört in die Boxen oder das Fahrzeug. Ein offener Mülleimer zieht Bären an. Das hat schon viele Camper das Frühstück gekostet.
Park-Pass-Kosten 2026
Wer mehrere Nationalparks besucht, braucht den Discovery Pass. Er gilt für ein ganzes Kalenderjahr.
Die Kosten für den Discovery Pass liegen im Jahr 2026 bei voraussichtlich 75 CAD pro Erwachsenem. Für Familien gibt es günstigere Kombi-Optionen. Man kauft den Pass am Eingang der Parks oder in den Besucherzentren.
Der Pass muss immer im Fahrzeug sichtbar sein, wenn man sich auf den Stellplätzen befindet. Das spart Ärger bei Kontrollen.
Wann nach Banff?
Die beste Zeit ist von Juni bis September. Im Mai kann es noch sehr kalt sein und im Oktober liegt oft schon der erste Schnee auf den Straßen. Die meisten Campingplätze sind in diesen Monaten voll besetzt.
Wie reserviert man Plätze?
Die Reservierung erfolgt online über die Webseite von Parks Canada. Man muss die Termine genau im Auge behalten, da die Fenster für den Sommer meist schon im frühen Frühjahr schließen. Spontane Stellplätze sind in der Hochsaison fast unmöglich zu finden.
Was tun bei Bär-Sichtung?
Bleiben Sie ruhig und halten Sie Abstand. Machen Sie sich laut, um das Tier zu warnen, aber rennen Sie niemals weg, weil das Fluchtverhalten den Jagdinstinkt eines Bären auslösen kann. Gehen Sie langsam rückwärts von dem Tier weg.
Ich habe neulich mit einem Kollegen über die optimale Stützlast gesprochen. Er nutzt jetzt immer eine digitale Waage für die Achslast, nachdem er einmal Probleme mit der Zuladung bei einer Fahrt durch die Rocky Mountains hatte. Das ist klug.