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Alpiner See bei Banff im ersten Licht mit einsamem Kanu vor Cascade Mountain

Camping in Kanada — Banff, Jasper, Vancouver Island

Anreise und RV-Miete in Calgary

Der Flug landet meist in Calgary. Das ist der logische Startpunkt für die Rocky Mountains. Die meisten Reisenden buchen hier ihr Wohnmobil, weil die Auswahl an Vermietern in Alberta deutlich größer ist als in kleineren Städten wie Vancouver oder Edmonton. Ich habe 2019 bei einem Anbieter namens Fraserway RV ein großes C-Class Modell gemietet, was sich aufgrund der enormen Platzbedürfnisse für unsere Ausrüstung als sehr klug erwies.

Die Mietpreise schwanken stark. Im Juli zahlt man oft das Doppelte von dem, was man im Mai bezahlt. Man muss die Stützlast genau im Blick behalten.

Viele unterschätzen das Gewicht von Wasser und Vorräten, während sie versuchen, das Fahrzeug bis zum maximal zulässigen Gesamtgewicht zu beladen.

Die Übergabe dauert meist zwei Stunden. Der Vermieter zeigt die technischen Details — wichtig. Man sollte sich die Bedienung der Bordtoilette und des Wasseranschlusses genau erklären lassen, damit man nicht mitten in der Wildnis vor einem Problem steht, das man leicht hätte vermeiden können.

Quelle: Recreation.gov, KOA Kampgrounds Annual Report 2024.

Ein wichtiger Punkt ist die Versicherung. Die Grunddeckung reicht oft nicht aus. Ich empfehle eine Vollkasko mit geringer Selbstbeteiligung. Das gibt Sicherheit, wenn man auf den schmalen Straßen der Nationalparks doch einmal an einem Felsen hängen bleibt.

Banff Nationalpark — Reservierung

Banff ist voll — eine Tatsache. Wer im Sommer dort campen will, muss extrem früh planen. Die Reservierungen für die Stellplätze in den Nationalparks werden meist im Februar oder März für die kommende Sommersaison freigeschaltet. Ich habe einmal versucht, erst im Mai einen Platz am Tunnel Mountain Campground zu finden, was völlig aussichtslos war, weil alle Plätze bereits Monate vorher von Touristen aus aller Welt blockiert worden waren.

Das System ist digital. Man nutzt das Portal der Parks Canada. Es lohnt sich, die Seite mehrmals täglich zu prüfen, falls jemand storniert.

Die Preise für Stellplätze sind stabil, aber hoch. Ein Platz für ein Wohnmobil kostet im Hochsommer oft zwischen 35 CAD und 45 CAD pro Nacht. Das ist teurer als auf privaten Campingplätzen in Europa.

Man braucht Geduld. Die Nachfrage übersteigt das Angebot massiv. Wer nicht rechtzeitig bucht, landet oft auf einem Parkplatz am Straßenrand oder muss weit außerhalb der Parkgrenzen suchen.

Jasper Nationalpark

Jasper wirkt etwas ruhiger als Banff. Das stimmt jedoch nur bedingt. Die Landschaft ist rauer und die Abstände zwischen den Siedlungen sind größer. Man braucht hier eine gute Planung für die Verpflegung, weil die Supermärkte in der Stadt Jasper schnell leergefegt sind oder die Preise deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Ich war 2021 im Whistlers Campground. Er ist groß und bietet gute Infrastruktur. Die Stellplätze sind zwar nicht riesig, aber die Anbindung an die Natur ist hervorragend.

Man sollte den Tank immer voll haben. Die Distanzen zwischen den Tankstellen können in Jasper tückisch sein, wenn man die Fahrtzeiten durch langsamen Verkehr oder Wildwechsel unterschätzt.

Die Dunkelheit ist hier ein Vorteil. Jasper ist ein Dark Sky Preserve. Das bedeutet, die Sterne sind unglaublich hell. Man sollte sich für eine Nacht einen Platz suchen, der nicht direkt neben einer Straßenlaterne liegt, damit das Erlebnis perfekt wird.

Icefields Parkway

Diese Strecke ist legendär. Sie verbindet Banff und Jasper über eine Distanz von etwa 230 km. Es gibt auf dieser Strecke kaum Möglichkeiten, um nachzutanken oder Vorräte zu kaufen. Ich habe gelernt, dass man den Tank unbedingt in Lake Louise oder bei der letzten Station vor dem Aufstieg vollmachen muss, damit man nicht zwischen den Gletschern liegen bleibt.

Die Landschaft ist gewaltig. Man hält alle zehn Minuten an, um Fotos zu machen. Das kostet Zeit.

Die Straßenverhältnisse sind meist gut. Dennoch gibt es steile Passagen. Die Bremsen werden hier stark beansprucht, weshalb man die Motorbremse nutzen sollte, während man die langen Abfahrten Richtung Saskatchewan River Crossing bewältigt.

Es gibt viele Aussichtspunkte. Der Athabasca Glacier ist der bekannteste. Man kann dort Wanderungen machen, aber die Kälte ist oft unterschätzt, selbst wenn im Tal die Sonne scheint.

Vancouver Island

Die Fähre ist hier das Nadelöhr. Man muss die Überfahrt von Horseshoe Bay nach Nanaimo unbedingt vorab reservieren. Wer einfach so am Terminal ankommt, wartet oft fünf Stunden oder bekommt gar keine Verbindung mehr, weil die Kapazitäten der Fähren für Wohnmobile begrenzt sind.

Die Insel bietet einen Kontrast zu den Bergen. Es ist grüner und feuchter. Die Campingplätze an der Westkülste, etwa bei Tofino, sind fantastisch.

Man braucht gute Regenbekleidung. Das Wetter auf Vancouver Island wechselt ständig. Ein sonniger Vormittag kann durch einen heftigen Regenschauer unterbrochen werden, sodass man die gesamte Ausrüstung schnell im RV verstauen muss.

Die Stellplätze sind oft einfacher. Viele Plätze liegen direkt in den Wäldern oder an der Küste. Man sollte prüfen, ob ein Stromanschluss (Hookup) vorhanden ist, da die Batterien bei viel Elektronik schnell leer werden.

Yukon — Whitehorse und Dawson

Das Yukon ist eine andere Welt. Die Straßen sind oft Schotterpisten. Das schont zwar die Reifen, aber es macht den Fahrtkomfort deutlich schlechter. In Whitehorse findet man alles, was man braucht.

Dawson City ist ein historischer Ort. Die Stadt fühlt sich an wie aus einer anderen Zeit.

Man kann dort auf Campingplätzen direkt am Klondike River stehen.

Die Infrastruktur ist dünn. Man muss autark planen. Das bedeutet, dass die Wasserversorgung und die Entsorgung des Grauwassers selbst organisiert werden müssen, wenn man abseits der offiziellen Plätze steht.

Die Mitternachtssonne im Sommer verändert alles. Es wird nie richtig dunkel. Das kann den Schlafrhythmus stören, weshalb eine gute Verdunkelung für die Fenster des Wohnmobils absolut notwendig ist.

Bär-Sicherheit am Campground

Bären sind hier keine Theorie. Sie sind Realität. Man muss das Thema ernst nehmen. Bear Spray ist Pflicht. Ich habe in Jasper gesehen, wie ein Wanderer fast in Panik geriet, weil er einen Schwarzbären direkt vor seinem Zelt entdeckte, obwohl er eigentlich alle Sicherheitsregeln befolgt hatte.

Lagerung von Lebensmitteln ist entscheidend. Alles, was riecht, muss in den Wagen oder in spezielle Bärenboxen. Ein offener Mülleimer ist eine Einladung.

Man sollte niemals allein wandern. Wenn man doch geht, sollte man laut sprechen. Das verhindert Überraschungsmomente, die für Mensch und Tier gefährlich werden könnten.

Die Entsorgung von Abfällen muss strikt nach Vorschrift erfolgen. Die Parks Canada stellt dafür spezielle Behälter bereit.

Wer den Müll offen liegen lässt, riskiert hohe Strafen und gefährdet die lokale Tierwelt.

Park-Pass-Kosten 2026

Für die Nationalparks benötigt man einen Pass. Der Discovery Pass ist die beste Wahl für längere Reisen. Im Jahr 2026 kostet dieser Pass 75 CAD pro Erwachsenem. Das lohnt sich, wenn man mehr als sieben Tage in den Parks verbringt.

Man kann den Pass an den Eingängen kaufen. Die Mitarbeiter dort erklären auch die Regeln. Es ist jedoch stressfreier, wenn man die Dokumente bereits digital oder ausgedruckt bereitliegen hat.

Die Kosten für die einzelnen Tage sind oft höher als der Jahrespass. Wer also nur kurz durchfährt, sollte den Tagespass wählen.

Wann nach Banff?

Die beste Zeit ist der Juni oder September. Im Juli und August ist es zu voll und die Preise für die Stellplätze erreichen ihr Maximum. Der September bietet stabilere Temperaturen und weniger Touristenströme.

Wie reserviert man Plätze?

Man nutzt das offizielle Buchungssystem von Parks Canada online. Die Plätze sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Man sollte die Reservierungsfenster im Kopf haben, um rechtzeitig zuzugreifen.

Was tun bei Bär-Sichtung?

Ruhe bewahren und nicht rennen. Man sollte sich langsam groß machen und dabei laut reden. Nur wenn der Bär direkt angreift, muss man das Bärenspray gezielt einsetzen.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.