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RV auf dem US-101 an der Oregon-Küste mit Haystack Rock bei Cannon Beach und Pazifik-Brandung am Nebelmorgen

Pazifischer Nordwesten mit RV — Oregon, Rainier, Olympic

Anreise — Flug nach Seattle oder Portland

Die Entscheidung zwischen Seattle (SEA) und Portland (PDX) bestimmt den Start der Reise. Seattle liegt im Norden und bietet eine bessere Anbindung an die Nationalparks in Washington. Portland hingegen ist der ideale Ausgangspunkt für die Küstenfahrt in Oregon. Ich habe 2019 versucht, beide Städte in einer Woche zu verbinden, was jedoch viel zu stressig war.

Die Flugpreise variieren stark. Man sollte frühzeitig buchen.

Wer ein Wohnmobil mietet, muss die Logistik der Übernahme planen. Ein Cruise America C25 kostet in der Sommer-Saison etwa 130 USD pro Tag. Das ist ein fairer Preis für ein kompaktes Fahrzeug, das auch auf schmaleren Küstenstraßen gut manövrierbar bleibt. Ich habe oft erlebt, dass größere Fahrzeuge bei der Rückgabe in Portland Probleme mit den engen Parkbuchten in der Innenstadt bekamen.

Die Mietstationen sind meist gut organisiert. Das klappt meistens.

Nachdem man die Dokumente unterschrieben hat, folgt die technische Einweisung durch das Personal. Man muss die Stützlast prüfen. Die Abwasserentsorgung (Dump Station) sollte man direkt am ersten Tag testen, weil man sonst vor dem ersten Stellplatz vor einem vollen Tank steht.

Oregon Coast Highway US-101

Die US-101 ist das Rückgrat der Küstenfahrt. Sie erstreckt sich über etwa 580 km entlang des Pazifiks. Für diese Strecke empfehle ich eine Dauer von 5 bis 7 Tagen. Wer zu schnell fährt, verpasst die kleinen Buchten und die versteckten Strände.

Das Tempo ist entscheidend.

Die Straße windet sich durch Klippen und Wälder. Während man an den Küstenabschnitten oft im Nebel fährt, öffnen sich die Sichtachsen plötzlich auf weite Sandflächen, sodass man fast sofort den nächsten Fotostopp einlegen möchte. Das passiert ständig.

Ein Highlight ist der Abschnitt bei Bandon. Hier sind die Felsformationen besonders markant. Ich habe 2021 versucht, dort ohne Reservierung einen Platz zu finden, was völlig aussichtslos war.

Man braucht Geduld.

Die Infrastruktur an der Küste ist solide. Es gibt viele kleine Campingplätze direkt am Meer. Die Preise für einfache Stellplätze liegen oft zwischen 35 USD und 50 USD pro Nacht.

Mount Rainier — der ikonische Vulkan

Der Mount Rainier dominiert die Skyline von Washington. Er ist ein aktiver Schichtvulkan. Die Anfahrt mit dem RV erfordert Konzentration, da die Straßen steil ansteigen können.

Die Höhenmeter sind real.

Im Cougar Rock Campground zahlt man 25 USD pro Nacht. Dieser Platz liegt sehr nah an den Wanderwegen. Ich habe dort im August geschlafen, während die Nächte trotz der Sommerhitze durch die Höhe überraschend kühl waren.

Die Wanderwege sind gut markiert.

Man sollte die saisonalen Sperrungen beachten. Viele Bergstraßen sind erst ab Juli schneefrei. Wenn man zu früh kommt, steht man vor einer geschlossenen Straße und muss mühsam umkehren, was wertvolle Zeit kostet.

Die Natur ist gewaltig.

Ein Tipp für die Planung: Die Reservierung der Stellplätze im Nationalpark sollte Monate im Voraus erfolgen. Das System ist streng. Wer erst vor Ort sucht, findet meist nur Plätze weit abseits der interessanten Wandergebiete.

Olympic-Nationalpark — Regenwald und Strand

Der Olympic-Nationalpark ist ein Mosaik aus Ökosystemen. Er bietet alles von alpinen Wiesen bis hin zu Küstenwäldern. Die Fahrt durch den Park dauert länger als gedacht, weil die Straßen oft schmal und kurvenreich sind.

Die Wege sind lang.

Ein absolutes Muss ist der Hoh Rainforest. Hier fallen jährlich etwa 3 m Niederschlag, was die Vegetation extrem üppig macht. Die Moose hängen wie Vorhänge von den Bäumen, während das Licht nur gedämpft durch das dichte Blätterdach dringt. Es wirkt fast unwirklich.

Der Kalaloch Campground ist ein guter Anlaufpunkt. Er kostet 30 USD pro Nacht und liegt direkt am Pazifik. Ich habe dort einmal zwei Tage lang nur das Rauschen der Wellen gehört, weil der Wind so stark war, dass man kaum die Tür des Wohnmobils öffnen konnte.

Man braucht gute Regenkleidung.

Die Küstenabschnitte im Olympic NP sind rau. Die Strände bestehen oft aus grobem Kies oder Sand, der von der Brandung ständig umgestaltet wird. Man sollte die Gezeiten genau im Blick behalten, wenn man an den Felsen entlangwandert.

Cannon Beach und Haystack Rock

Cannon Beach ist einer der bekanntesten Orte in Oregon. Das Wahrzeichen ist der Haystack Rock. Er ist 71 m hoch und ragt direkt aus dem Sand empor. Viele Menschen kommen hierher, um die Seevögel zu beobachten.

Der Stein ist massiv.

Die Atmosphäre am Strand ist entspannt. Nach einem langen Tag im RV ist das Spazierengehen am Haystack Rock eine gute Art, den Kopf freizubekommen. Die Gezeiten lassen kleine Tümpel entstehen, in denen man Krebse und Anemonen finden kann.

Es gibt viele Cafés im Ort.

Die Parkplatzsituation kann schwierig sein. Besonders an Wochenenden sind die offiziellen Stellplätze für RVs oft schon am frühen Vormittag belegt. Ich habe 2022 einmal eine Stunde lang um einen Platz gekämpft, bevor ich schließlich ein Stück weiter nördlich fündig wurde.

Praktisches — RV, Treibstoff, Wetter

Das Fahren eines großen Fahrzeugs in den USA ist eine Erfahrung für sich. Man muss die Abmessungen kennen. Die Straßen sind breiter als in Europa, aber die Parkplätze oft kleiner.

Die Technik muss stimmen.

Beim Treibstoff muss man kalkulieren. Im Jahr 2026 wird der Diesel in Oregon etwa 4,10 USD pro Gallone kosten, was etwa 1,05 € pro Liter entspricht. Das ist ein wichtiger Faktor für das Budget, wenn man die langen Strecken zwischen den Nationalparks zurücklegt.

Das Wetter ist unberechenbar.

Die beste Reisezeit liegt in den Monaten Juli und August. Während dieser Zeitraum meist stabil bleibt, kann die Regen-Saison von Oktober bis April sehr intensiv sein, sodass man als Camper oft mit feuchten Schuhen und modrigen Matten zu kämpfen hat.

Man sollte immer genug Wasser mitführen.

Ein weiterer Punkt ist die Stromversorgung (Shore Power). Viele ältere Stellplätze bieten nur 30 Ampere an. Das reicht für die meisten RVs aus, aber man sollte die Belastung der Leitungen im Auge behalten, wenn man gleichzeitig kocht und den Klimaanlagen-Modus nutzt.

Die Vorbereitung spart Stress.

FAQ

Welche Route in 14 Tagen?

Starten Sie in Seattle, fahren Sie zum Mount Rainier und dann Richtung Küste nach Oregon. Von dort aus können Sie die US-101 südlich entlangfahren und über den Olympic-Nationalpark wieder Richtung Norden kehren. Das ist ein intensiver, aber machbarer Plan.

Regnet es wirklich so viel?

Im Hoh Rainforest ist der Niederschlag extrem hoch. In den Sommermonaten Juli und August bleibt es meist trocken, aber man sollte immer eine wasserfeste Schicht dabei haben. Der Regen im Nordwesten kann sehr hartnäckig sein.

Brauche ich Allradantrieb?

Für die Standardrouten entlang der Küste und zu den Nationalpark-Eingängen ist kein Allradantrieb nötig. Die Straßen sind gut ausgebaut und für normale RVs geeignet. Nur bei sehr speziellen Wanderwegen abseits der Hauptstraßen wird es schwierig.

Kann ich den Mount Rainier besteignen?

Eine Besteigung des Gipfels ist technisch anspruchsvoll und erfordert entsprechende Ausrüstung sowie Erfahrung. Für die meisten Besucher sind die Wanderungen in den mittleren Höhenlagen viel attraktiver. Die Wege bieten tolle Ausblicke ohne das Risiko eines Bergsturzes.

Wo sind die besten Stellplätze?

Die besten Plätze liegen direkt in den Nationalparks wie im Cougar Rock Campground oder am Kalaloch Campground. Diese müssen jedoch weit im Voraus reserviert werden. Alternativ bieten private Anbieter entlang der Küste gute Möglichkeiten.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.