Wohnmobil auf einem Stellplatz mit herbstlich gefärbten Bäumen

Herbstcamping — Wiesn, Stellplätze, Indian Summer

Der Herbst verändert die Camping-Logistik massiv. Während der Sommer oft von Hitze und vollen Plätzen geprägt ist, bietet die zweite Jahreshälfte eine ganz andere Dynamik für Reisende mit Wohnmobil oder Caravan. Man muss sich auf kühlere Temperaturen einstellen, profitiert aber von einer deutlich entspannteren Atmosphäre auf den Campingplätzen.

Oktoberfest — Stellplatz Riem

Wer im September oder frühen Oktober nach München will, muss früh planen. Das Oktoberfest zieht Millionen Menschen an. Die Suche nach einem Stellplatz in der Nähe des Festgeländes ist deshalb oft schwierig. Wir haben 2019 versucht, spontan in der Nähe der Theresienwiese zu stehen. Das scheiterte kläglich.

Der Stellplatz Riem ist eine gute Lösung für Besucher der Wiesn. Er kostet während der Wiesn-Zeit genau 15 € pro Nacht. Eine Vorbestellung ist hier absolute Pflicht, weil die Plätze innerhalb weniger Tage komplett ausgebucht sind. Wer ohne Reservierung ankommt, steht meistens vor verschlossenen Toren oder muss weit außerhalb suchen.

Die Lage ist funktional. Der Stellplatz bietet die nötige Infrastruktur für Camper, obwohl der Komfort eher auf das Wesentliche reduziert bleibt. Man hat Strom und Wasser, aber man sollte keine Luxusresidenz erwarten. Die Logistik funktioniert gut.

Anfahrt nach München

Die Anreise mit dem Wohnmobil nach München erfordert Geduld. Der Verkehr rund um die Stadt kann im Herbst durch Baustellen und Pendlerströme zäh werden. Man sollte die Ankunftszeit genau planen.

Vom Stellplatz Riem zur Theresienwiese dauert die Fahrt mit der U-Bahn ca. 25 Minuten. Das ist ein entscheidender Vorteil, weil man den Stress der Parkplatzsuche direkt am Festgelände komplett vermeidet. Autofahren in der Innenstadt von München ist für große Fahrzeuge ohnehin eine Qual.

Ich nutze meistens die S-Bahn oder die U-Bahn. Das spart Zeit und Nerven. Ein Ticket für den MVV kostet für eine einfache Fahrt etwa 3,90 €. Man sollte das Geld passend oder digital bereithalten, damit es beim Einsteigen nicht zu Verzögerungen kommt.

Das Auto bleibt sicher auf dem Stellplatz stehen. Das ist die beste Strategie.

Indian-Summer-Routen Schwarzwald, Eifel

Der Herbst bringt in Deutschland eine besondere visuelle Komponente mit sich. Die Laubfärbung ist das Hauptargument für viele Camper in dieser Zeit. Es gibt zwei Regionen, die besonders hervorstechen.

Die Schwarzwald-Hochstraße bietet eine enorme Farbenpracht Mitte Oktober. Wenn man dort mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sieht man die gelben und roten Blätter direkt am Straßenrand. Die Aussicht auf die Alpen im Hintergrund verstärkt den Effekt, während die Sonne tief steht und die Landschaft in ein warmes Licht taucht.

Die Eifel ist eine weitere Option. Hier sind die Wege oft etwas enger als im Schwarzwald. Man muss beim Manövrieren mit dem Caravan aufpassen. Trotzdem sind die Seenlandschaften in der Eifel im Herbst sehr ruhig.

Wir waren 2021 in der Eifel unterwegs. Der Boden war durch den Regen sehr weich. Ein schweres Wohnmobil sinkt dort schnell ein, wenn man nicht auf festen Untergrund achtet.

Wetter im Oktober

Das Wetter im Oktober ist unberechenbar. Es kann strahlender Sonnenschein herrschen oder grauer Nebel die Sicht einschränken. Man braucht Flexibilität.

Die Temperaturen sinken spürbar. Tagsüber sind 12 bis 15 Grad möglich, aber sobald die Sonne weg ist, fällt die Temperatur rapide ab. Das ist ein wichtiger Faktor für die Planung der Heizung.

In den Bergen kann es bereits schneien. Man sollte die Wettervorhersage täglich prüfen. Ein plötzlicher Kälteeinbruch kann die gesamte Camping-Routine durcheinanderbringen, weil die Isolierung des Fahrzeugs an ihre Grenzen stößt.

Regen ist im Herbst häufiger als im Sommer. Eine gute Markise oder ein Vorzelt sind daher sinnvoll. Man muss nicht immer draußen sitzen.

Schulferien-Ende — leerere Plätze

Ein großer Vorteil der Herbstsaison ist das Ende der Schulferien. Die großen Familienströme ziehen ab. Das verändert die Belegung der Stellplätze massiv.

Die Plätze werden leerer. Man findet leichter einen Platz ohne Reservierung, obwohl man im Oktober wegen des Indian Summer dennoch einige beliebte Regionen meiden sollte. Die Ruhe auf den Campingplätzen ist ein Gewinn für jeden, der Entspannung sucht.

Die Preise sinken oft. Viele Betreiber bieten Nebensaison-Tarife an. Das spart Geld beim Stellplatzpreis.

Man hat mehr Platz. Die Geräuschkulisse ist deutlich geringer als im Juli oder August. Das macht das Lesen oder Arbeiten im Wohnmobil viel angenehmer.

Vorbereitung für kühlere Nächte

Die technische Vorbereitung entscheidet über den Komfort. Wer im Herbst campt, muss die Heizung prüfen.

Die Frostgefahr in der Eifel beginnt ab Mitte Oktober. Das bedeutet, dass man das Wasser im Fahrzeug nicht einfrieren lassen darf. Man sollte die Frostschutzmittel für die Abwasserleitung kontrollieren.

Ein guter Schlafsack ist Pflicht. Er sollte einen Komfortbereich von mindestens 0 Grad haben. Wir haben 2022 in der Eifel eine Nacht bei -2 Grad verbracht, nachdem wir die Heizung aus Angst vor dem Gasverbrauch zu früh ausgeschaltet hatten. Das war ein Fehler.

Die Stützlast beim Caravan muss beachtet werden. Durch zusätzliche Ausrüstung für den Herbst wie Heizgeräte oder dickere Decken erhöht sich das Gewicht im Innenraum. Man sollte die ZGM nicht überschreiten.

Man braucht gute Kleidung. Schichten sind das beste Prinzip.

Frage: Lohnt der Riem-Stellplatz?

Ja, wenn man das Oktoberfest besuchen möchte. Die Verbindung mit der U-Bahn ist schnell und die Kosten von 15 € pro Nacht sind für die Lage fair. Man muss jedoch unbedingt vorab reservieren.

Frage: Wo Indian Summer in Deutschland?

Die Schwarzwald-Hochstraße ist im Oktober ideal für die Laubfärbung. Auch die Eifel bietet schöne Routen durch farbenfrohe Wälder. Die Berge bieten dort eine tolle Kulisse.

Frage: Wann wird es zu kalt?

In tieferen Lagen bleibt es oft mild, aber in der Eifel besteht ab Mitte Oktober Frostgefahr. Im Schwarzwald kann es in den Höhenlagen noch früher kalt werden. Man sollte immer auf die nächtlichen Tiefstwerte achten.

Ich habe neulich gesehen, dass viele Leute im Herbst zu wenig Wasser für die Toilette einplanen. Wenn die Temperaturen sinken, wird das Entleeren der Kassetten oft mühsam, weil das Wasser fast gefriert. Das ist nervig.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.