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Holz-Safarizelt mit Doppelbett und Laterne auf Holzdeck in toskanischer Olivenhain-Landschaft

Glamping in Europa — Luxus-Optionen abseits Deutschlands

Was unterscheidet Glamping vom Camping

Glamping ist kein bloßes Modewort. Es beschreibt eine feste Unterkunft mit eigener Küche und eigenem Bad, wobei diese Zelte oder Hütten oft direkt auf einem klassischen Campingplatz stehen. Wer im eigenen Wohnmobil reist, kennt die tägliche Arbeit mit der Chemie-Toilette oder dem Entleeren des Wassertanks. Beim Glamping entfällt dieser Teil der Reise komplett, weil die Infrastruktur bereits fest installiert ist und man lediglich den Schlüssel für das Zelt oder die Hütte benötigt.

Das spart Zeit. Während ich 2019 in Frankreich versuchte, einen Stellplatz mit Stromanschluss für mein Gespann zu finden, merkte ich schnell, dass die Vorbereitung viel Zeit frisst. Glamping bietet hier eine Abkürzung. Man tauscht das technische Management des Fahrzeugs gegen ein festes Bett und eine richtige Dusche ein.

Klar gesagt. Es geht um Komfort. Die Grenze zwischen Camping und Hotel verschwimmt, obwohl man sich mitten in der Natur befindet und die Geräusche des Waldes oder des Meeres direkt vor der Leinwand hört. Man nutzt die Umgebung, verzichtet aber auf die Logistik eines mobilen Heims.

Italien — Safarizelte in der Toskana

Die Toskana bietet weit mehr als nur klassische Campingplätze mit Stromsäulen. In der Nähe von Castiglione della Pescaia gibt es spezielle Arrangements, die das Gefühl einer Expedition vermitteln. Die ‘African Lodge’ ist ein Beispiel für ein Safarizelt, das für 220 € pro Nacht angeboten wird. Solche Zelte stehen auf Holzplattformen, was den Boden trocken hält, wenn es im Herbst oder Frühjahr zu heftigen Regenfällen kommt.

Das Wetter spielt eine Rolle. In der Hochsaison von Juli bis August verlangen viele Betreiber in Italien eine Mindestaufenthaltsdauer von 2 Nächten, während man im Mai oder September oft viel flexibler buchen kann. Ich habe einmal versucht, im August nur eine Nacht in einem gehobenen Zelt zu reservieren, was jedoch aufgrund der hohen Nachfrage sofort abgelehnt wurde.

Die Ausstattung ist meist hochwertig. Die Zelte sind groß genug für Familien und bieten oft eine Terrasse, die man direkt mit dem Innenraum verbinden kann. Man schläft unter Segeltuch, nutzt aber ein echtes Bett mit Matratze.

Skandinavien — Holzhütten am See

In Schweden ist das Konzept der Mökki sehr verbreitet. Diese kleinen Holzhütten stehen oft einsam am Ufer von Seen wie dem Bolmen-See. Ein solches Mökki kostet etwa 95 € pro Nacht, wobei die Nutzung der Sauna meist im Preis enthalten ist. Die Sauna ist in Skandinavien kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um die kühlen Nächte am Wasser angenehm zu überstehen.

Es ist ruhig. Die Stille an einem schwedischen See ist intensiv, weil die umliegenden Wälder die Geräusche der Zivilisation fast vollständig schlucken. Man muss sich jedoch auf die Einfachheit einstellen.

Die technische Ausstattung ist oft reduziert. Es gibt meist eine kleine Küchenzeile und einen Holzofen, der für die Wärme sorgt. Wer im Winter kommt, muss sicherstellen, dass der Anbieter eine Heizung anbietet, die über Gas oder Strom läuft. Ich habe 2021 in einem abgelegenen Haus am Bolmen-See fast die Heizung vergessen zu prüfen, was dazu führte, dass wir die erste Nacht mit dicken Wollsocken und zwei Decken verbrachten.

Frankreich — Tipis und Bubble-Zelte

Frankreich setzt stark auf visuelle Erlebnisse. In der Provence findet man das Glampotel, ein Tipi, das für 145 € pro Nacht vermietet wird. Diese Unterkünfte bieten Platz für bis zu 6 Personen und verfügen über einen Holzofen. Das ist ideal für Gruppen, die zwar draußen sein wollen, aber nicht auf die Wärme eines echten Feuers verzichten möchten.

Bubble-Zelte sind eine weitere Option. Hier schläft man in einer transparenten Kuppel, sodass man den Sternenhimmel sieht. Das funktioniert am besten im Frühjahr oder Spätsommer, da die Temperatur in der Kuppel sonst extrem schwankt.

Die Logistik ist einfach. Die meisten dieser Unterkünfte liegen auf etablierten Campingplätzen, sodass man trotzdem Zugang zu größeren Sanitäranlagen hat, falls das Tipi mal einen Defekt an der Wasserleitung aufweist.

Großbritannien — Shepherd’s Huts und Yurten

In England ist die Tradition der Shepherd’s Huts sehr stark. Diese kleinen Hütten wurden früher von Schafhirten genutzt, werden heute aber zu luxuriösen Rückzugsorten umgebaut. Ein Shepherd’s Hut bei Hadrian’s Wall kostet beispielsweise 180 € pro Nacht. Die Lage direkt an der historischen Mauer ist beeindruckend, obwohl die Winde in dieser Region oft sehr unberechenbar sind.

Yurten sind eine Alternative für Wanderer. In Wales kann man eine Yurte mit Holzofen für 130 € pro Nacht mieten. Das Material ist meist schweres Canvas, das gut gegen Wind schützt.

Die Buchung erfolgt oft über spezialisierte Plattformen. Canopy & Stars ist im Vereinigten Königreich sehr bekannt für solche Unterkünfte. Auch Cool Camping oder Hipcamp bieten eine breite Auswahl an Standorten an, die abseits der großen Hotelketten liegen.

Man muss planen. Die Wege zu den Hütten sind oft unbefestigt, sodass ein kleiner Mietwagen oder ein Fahrrad meist sinnvoller ist als ein großer SUV.

Preise und Buchung

Die Kosten variieren stark nach Saison und Ausstattung. Ein einfacher Stellplatz kostet wenig, aber Glamping-Unterkünfte bewegen sich meist zwischen 90 € und 250 € pro Nacht. Man sollte die Preise immer inklusive der Nebenkosten prüfen, da manche Anbieter für die Nutzung der Sauna oder des Grillplatzes extra berechnen.

Die Buchung sollte frühzeitig erfolgen. Besonders die beliebten Standorte in der Toskana oder an der englischen Küste sind oft sechs Monate im Voraus ausgebucht. Ich habe 2022 versucht, spontan ein Bubble-Zelt in Frankreich zu finden, was aufgrund der Ferienzeit völlig aussichtslos war.

Nutzen Sie Online-Plattformen. Diese bieten oft Filter für Merkmale wie “Küche”, “Privatbad” oder “Haustier erlaubt” an. Das erleichtert die Suche, wenn man eine sehr spezifische Anforderung hat.

Manchmal lohnt sich der direkte Kontakt. Ein Anruf beim Betreiber kann klären, ob die Beschreibung der Ausstattung wirklich der Realität entspricht, besonders wenn es um die Stärke des WLAN-Signals geht.

Was kostet Glamping pro Nacht?

Die Preise liegen meist zwischen 90 € und 250 €. Der genaue Betrag hängt stark von der Region und der angebotenen Ausstattung wie privatem Bad oder Sauna ab.

Gibt es Strom im Safarizelt?

In den meisten hochwertigen Safarizelten ist Strom vorhanden. Meistens gibt es Steckdosen für Licht und das Laden von Geräten, aber man sollte die Leistung für elektrische Kochgeräte vorab prüfen.

Kann man Wohnmobil-Stellplatz und Glamping kombinieren?

Das ist oft möglich, wenn das Glamping auf einem Campingplatz stattfindet. Man kann das Fahrzeug auf einem Stellplatz parken und die Nacht in der festen Unterkunft verbringen.

Wie sicher ist eine Holzhütte im Winter?

Holzhütten sind für den Winter konzipiert, sofern sie über eine funktionierende Heizung verfügen. Ein Holzofen oder eine Gasheizung sorgt dafür, dass die Temperaturen stabil bleiben.

Bekommt man frischen Kaffee?

Die meisten Glamping-Unterkünfte stellen eine Küchenzeile oder zumindest eine Kaffeemaschine zur Verfügung. Oft findet man auch einen Wasserkocher vor, mit dem man Filterkaffee zubereiten kann.

Ich habe neulich gesehen, dass viele Anbieter jetzt auch E-Bike-Ladestationen direkt an den Hütten anbieten. Das könnte für die nächste Reise in Skandinavien ein entscheidender Faktor sein.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.