Geöffneter Gaskasten eines Wohnmobils mit zwei 11-kg-Flaschen

Gas-TÜV beim Wohnmobil — alle 2 Jahre, Ablauf

Die Sicherheit im Camper ist entscheidend. Wer mit Propan oder Butan kocht, trägt eine Verantwortung für sich und seine Mitreisenden. Viele Nutzer unterschätzen die technische Komponente der Gasanlage, obwohl die Vorschriften sehr eindeutig sind. Das Gesetz schreibt vor, dass die Anlage regelmäßig kontrolliert werden muss.

Was ist die G607-Prüfung?

Die G607-Prüfung ist eine technische Kontrolle der Gasinstallation. Sie basiert auf dem DVGW-Arbeitsblatt, welches die Sicherheitsstandards für Gasinstallationen in Wohnmobilen festlegt. Das bedeutet konkret, dass alle 24 Monate eine Prüfung nach diesem Standard erfolgen muss. Das ist Pflicht.

Ich habe das erst 2015 bei einer Reise durch Frankreich richtig schmerzhaft gelernt. Damals wollte ich in einem Campingplatz in der Nähe von Montpellier den Gasanschluss für den Herd nutzen, während die Prüfplakette bereits seit acht Monaten abgelaufen war. Der Platzwart war sehr streng und verweigerte mir die Nutzung der Außensteckdose für den Gasregler, weil er die Haftung bei einem Defekt nicht übernehmen wollte.

Die Prüfung stellt sicher, dass keine Lecks vorhanden sind. Es geht um den Schutz vor Explosionen oder Vergiftungen durch Kohlenmonoxid. Ein Fehler kann tödlich sein. Die G607-Prüfung ist kein optionaler Service, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit für die Betriebssicherheit.

Was wird geprüft?

Der Prüfer geht die gesamte Leitung systematisch durch. Er beginnt meistens an den Flaschen und arbeitet sich bis zu den Endverbrauchern vor. Dabei kontrolliert er alle Verbindungen, Schläuche und Armaturen auf ihre Integrität. Das ist wichtig.

Ein zentraler Punkt ist die Dichtheitsprüfung der gesamten Anlage. Hierbei wird oft ein Drucktest durchgeführt, damit man sieht, ob der Druck über einen bestimmten Zeitraum konstant bleibt oder abfällt. Der Techniker schaut sich besonders die Gummischläuche an, weil diese durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen spröde werden können.

Ein konkretes Mängelbeispiel ist ein rissiger Gummi am Druckminderer. Solche feinen Risse sieht man oft erst bei genauem Hinsehen mit einer Taschenlampe, während die normale Sichtprüfung manchmal nicht ausreicht, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Auch die Befestigung der Gasflaschen wird kontrolliert. Die Flaschen müssen fest sitzen, damit sie bei einer Vollbremsung nicht durch den Innenraum fliegen.

Die Armaturen werden ebenfalls getestet. Er prüft, ob die Ventile sauber schließen und ob die Flammen am Kocher eine korrekte Farbe haben. Eine gelbe Flamme deutet auf eine unvollständige Verbrennung hin. Das ist gefährlich.

Wer darf prüfen?

Nicht jeder Mechaniker darf diese Prüfung durchführen. Es muss ein Fachbetrieb sein, der über die entsprechende Zertifizierung nach DVGW verfügt. Das spart Ärger.

Wenn Sie in eine normale KFZ-Werkstatt fahren, fragen Sie gezielt nach der G607-Prüfung für Wohnmobile. Viele Werkstätten, die nur PKW reparieren, haben die nötigen Prüfgeräte und die Qualifikation für Gasinstallationen gar nicht im Angebot. Ich habe das einmal bei einer Werkstatt in Castelfranco Veneto versucht, nachdem ich dort mein Öl gewechselt hatte.

Der Mitarbeiter dort konnte mir nicht helfen, weil sein Betrieb nur auf Dieselmotoren spezialisiert war und er keine Zertifizierung für die Prüfung von Gasleitungen besaß. Man sollte also vorab telefonisch klären, ob der Betrieb tatsächlich die G607-Prüfung anbietet. Das spart Zeit und unnötige Wege.

Die Prüfstelle stellt nach erfolgreichem Abschluss ein Protokoll aus. Dieses Dokument ist Ihr Nachweis gegenüber Versicherungen oder Behörden. Es dient als Sicherheit für alle Beteiligten.

Kosten und Dauer

Die Preise variieren je nach Region und Werkstatt. Man sollte mit gewissen Kosten rechnen.

Für das Jahr 2026 rechne ich mit Preisen zwischen 30 € und 80 € pro Prüfung. Dieser Preis umfasst in der Regel nur die reine Dienstleistung der Prüfung und die Dokumentation. Wenn Teile getauscht werden müssen, kommen die Materialkosten für die Ersatzteile oben drauf.

Die Dauer der Prüfung ist meist überschaubar. In der Regel dauert der gesamte Vorgang etwa 45 bis 60 Minuten. Das ist schnell erledigt. Während der Techniker arbeitet, kann man oft in der Werkstatt warten oder kurz etwas essen gehen.

Man sollte den Termin nicht zu knapp planen. Wenn Mängel festgestellt werden, muss die Reparatur oft sofort erfolgen, damit das Fahrzeug wieder sicher ist. Das kann den Zeitplan für die Reiseplanung durcheinanderbringen.

Selbstcheck zwischendurch

Man kann viel selbst kontrollieren. Das erhöht die Sicherheit im Alltag massiv.

Ein einfacher Test ist die Prüfung der Schläuche auf Risse oder Verfärbungen. Wenn ein Schlauch hart oder brüchig wirkt, sollte er sofort ersetzt werden. Ich mache das immer nach jeder Winterpause, bevor ich das Wohnmobil wieder auf die Straße bringe.

Ein weiterer Tipp ist der Einsatz von Lecksuchspray an den Verbindungsstellen. Man trägt das Spray auf die Verschraubungen auf und beobachtet, ob sich Blasen bilden. Das funktioniert gut, obwohl man sich nicht auf diesen Test allein verlassen sollte, weil sehr kleine Lecks manchmal unter dem Schaum durchschlüpfen können.

Die Gasflaschen selbst sollten auch kontrolliert werden. Prüfen Sie das Verfallsdatum auf der Flasche. Wenn die Flasche zu alt ist, wird sie beim nächsten Tanken oder beim Umfüllen abgelehnt. Das ist ärgerlich.

Achten Sie auch auf den Geruch. Ein leichter Geruch nach faulen Eiern ist ein Warnsignal. In diesem Fall sollte man sofort handeln.

Was bei Mängeln passiert

Wenn der Prüfer einen Fehler findet, wird die Prüfung nicht bestanden. Das ist kein Weltuntergang.

In diesem Moment muss die Werkstatt den Mangel dokumentieren. Meistens können die Teile direkt vor Ort ausgetauscht werden, sofern die Werkstatt die passenden Ersatzteile auf Lager hat. Ein rissiger Schlauch ist zum Glück ein günstiges Problem.

Sollte die gesamte Leitung beschädigt sein, wird es teurer. Dann muss ein Fachmann die Anlage komplett neu abnehmen. Das dauert länger.

Nachdem die Reparatur durchgeführt wurde, muss die Gasanlage erneut geprüft werden. Erst wenn alles dicht ist, erhält man die neue Plakette. Diese gelbe Plakette klebt normalerweise gut sichtbar hinter der Tür oder an einer zentralen Stelle der Gasinstallation.

Ohne diese Plakette und das Protokoll gilt die Anlage als nicht geprüft. Das kann im Falle eines Schadens zu massiven Problemen mit der Versicherung führen. Die Versicherer verlangen oft den Nachweis einer regelmäßigen Wartung nach DVGW-Standard.

Frage

Was passiert ohne gültigen G607? Die Gasanlage gilt rechtlich als unsicher und nicht betriebsbereit. Im Falle eines Unfalls kann die Versicherung die Zahlung verweigern, weil die Wartungspflicht verletzt wurde. Das ist ein hohes finanzielles Risiko.

Frage

Kann ich selbst prüfen? Ein einfacher Sichtcheck der Schläuche ist möglich und sinnvoll. Eine echte Dichtheitsprüfung nach G607-Standard darf jedoch nur von zertifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden. Nur so ist die rechtliche Sicherheit gewährleistet.

Frage

Was tun bei Gas-Geruch? Schließen Sie sofort alle Gasventile und die Flaschenhähne. Lüften Sie den Innenraum gründlich durch und vermeiden Sie jegliche Zündquellen wie Feuer oder elektrische Schalter. Verlassen Sie das Fahrzeug und suchen Sie einen Fachmann auf.

Die nächste Inspektion steht also bald wieder an. Wer seine Unterlagen ordentlich führt, hat bei der nächsten Reise weniger Stress mit der Technik.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.