Gas-TÜV beim Wohnmobil — alle 2 Jahre, Ablauf
Die Sicherheit im Camper ist entscheidend. Wer mit Propan oder Butan kocht, trägt eine Verantwortung für sich und seine Mitreisenden. Viele Nutzer unterschätzen die technische Komponente der Flüssiggasinstallation, obwohl die Vorschriften sehr eindeutig sind. Das Gesetz schreibt vor, dass die Flüssiggasanlage regelmäßig kontrolliert werden muss.
Branchen-Daten: CIVD und ADAC-Statistik 2024.
Was ist die G607-Prüfung?
Die G607-Prüfung ist eine technische Kontrolle der Gasinstallation. Sie basiert auf dem DVGW-Arbeitsblatt, welches die Sicherheitsstandards für Flüssiggasinstallationen in Wohnmobilen festlegt. Das bedeutet konkret, dass alle 24 Monate eine Gasprüfung nach diesem Standard erfolgen muss – dies ist für den Betrieb der Gasgeräte verpflichtend.
Ich habe das erst 2015 bei einer Reise durch Frankreich richtig schmerzhaft gelernt. Damals wollte ich in einem Campingplatz in der Nähe von Montpellier den Gasanschluss für den Herd nutzen, während die Prüfplakette bereits seit acht Monaten abgelaufen war. Der Platzwart war sehr streng und verweigerte mir die Nutzung der Außensteckdose für den Gasregler, weil er die Haftung bei einem Defekt nicht übernehmen wollte.
Die Gasprüfung stellt sicher, dass keine Lecks vorhanden sind. Es geht um den Schutz vor Explosionen oder Vergiftungen durch Kohlenmonoxid. Ein Fehler kann tödlich sein. Die G607-Prüfung ist kein optionaler Service, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit für die Betriebssicherheit der Flüssiggasanlage.
Was wird geprüft?
Der Sachverständige geht die gesamte Leitung systematisch durch. Er beginnt meistens an den Flaschen und arbeitet sich bis zu den Endverbrauchern vor. Dabei kontrolliert er alle Verbindungen, Schläuche sowie Armaturen auf ihre Integrität.
Ein zentraler Punkt ist die Dichtheitsprüfung der gesamten Flüssiggasanlage. Hierbei wird oft ein Drucktest durchgeführt, damit man sieht, ob der Druck über einen bestimmten Zeitraum konstant bleibt oder abfällt. Der Techniker schaut sich besonders die Gummischläuche an, weil diese durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen spröde werden können.
Ein konkretes Mängelbeispiel ist ein rissiger Gummi am Druckminderer. Solche feinen Risse sieht man oft erst bei genauem Hinsehen mit einer Taschenlampe, während die normale Sichtprüfung manchmal nicht ausreicht, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Auch die Befestigung der Gasflaschen wird kontrolliert. Die Flaschen müssen fest sitzen, damit sie bei einer Vollbremsung nicht durch den Innenraum fliegen.
Die Armaturen werden ebenfalls getestet. Er prüft, ob die Ventile sauber schließen und ob die Flammen am Kocher eine korrekte Farbe haben. Eine gelbe Flamme deutet auf eine unvollständige Verbrennung hin, was eine erhebliche Gefahr darstellt.
Wer darf prüfen?
Nicht jeder Mechaniker darf diese Gasprüfung durchführen. Es muss ein Fachbetrieb sein, der über die entsprechende Zertifizierung nach DVGW verfügt. Das spart Ärger mit der Versicherung.
Wenn Sie in eine normale KFZ-Werkstatt fahren, fragen Sie gezielt nach der Gasprüfung für Wohnmobil und Wohnwagen. Viele Werkstätten, die nur PKW reparieren, haben die nötigen Prüfgeräte und die Qualifikation für Flüssiggasinstallationen gar nicht im Angebot. Ich habe das einmal bei einer Werkstatt in Castelfranco Veneto versucht, nachdem ich dort mein Öl gewechselt hatte.
Der Mitarbeiter dort konnte mir nicht helfen, weil sein Betrieb nur auf Dieselmotoren spezialisiert war und er keine Zertifizierung für die Prüfung von Gasleitungen besaß. Man sollte also vorab telefonisch klären, ob der Betrieb tatsächlich die G607-Prüfung anbietet. Das spart Zeit und unnötige Wege.
Die Prüfstelle stellt nach erfolgreichem Abschluss eine Prüfbescheinigung aus. Dieses Dokument ist Ihr Nachweis gegenüber Versicherungen oder Behörden. Es dient als Sicherheit für alle Beteiligten.
Kosten und Dauer
Die Preise variieren je nach Region und Werkstatt. Man sollte mit gewissen Kosten rechnen.
Für das Jahr 2026 rechne ich mit Preisen zwischen 50 € und 80 € pro Prüfung. Dieser Preis umfasst in der Regel nur die reine Dienstleistung der Gasprüfung und die Dokumentation. Wenn Teile getauscht werden müssen, kommen die Materialkosten für die Ersatzteile oben drauf.
Die Dauer der Gasprüfung ist meist überschaubar. In der Regel dauert der gesamte Vorgang etwa 45 bis 60 Minuten. Während der Techniker arbeitet, kann man oft in der Werkstatt warten oder kurz etwas essen gehen.
Man sollte den Termin nicht zu knapp planen. Wenn Mängel festgestellt werden, muss die Reparatur oft sofort erfolgen, damit das Fahrzeug wieder sicher ist. Das kann den Zeitplan für die Reiseplanung durcheinanderbringen.
Selbstcheck zwischendurch
Man kann viel selbst kontrollieren. Das erhöht die Sicherheit im Alltag massiv.
Ein einfacher Test ist die Prüfung der Schläuche auf Risse oder Verfärbungen. Wenn ein Schlauch hart oder brüchig wirkt, sollte er sofort ersetzt werden. Ich mache das immer nach jeder Winterpause, bevor ich das Wohnmobil wieder auf die Straße bringe.
Ein weiterer Tipp ist der Einsatz von Lecksuchspray an den Verbindungsstellen. Man trägt das Spray auf die Verschraubungen auf und beobachtet, ob sich Blasen bilden. Das funktioniert gut, obwohl man sich nicht auf diesen Test allein verlassen sollte, weil sehr kleine Lecks manchmal unter dem Schaum durchschlüpfen können.
Die Gasflaschen selbst sollten auch kontrolliert werden. Prüfen Sie das Verfallsdatum auf der Flasche. Wenn die Flasche zu alt ist, wird sie beim nächsten Tanken oder beim Umfüllen abgelehnt.
Achten Sie auch auf den Geruch. Ein leichter Geruch nach faulen Eiern ist ein Warnsignal. In diesem Fall sollte man sofort handeln.
Was bei Mängeln passiert
Wenn der Prüfer einen Fehler findet, wird die Gasprüfung nicht bestanden – kein Weltuntergang.
In diesem Moment muss die Werkstatt den Mangel dokumentieren. Meistens können die Teile direkt vor Ort ausgetauscht werden, sofern die Werkstatt die passenden Ersatzteile auf Lager hat. Ein rissiger Schlauch ist zum Glück ein günstiges Problem.
Sollte die gesamte Flüssiggasanlage beschädigt sein, wird es teurer. Dann muss ein Fachmann die Anlage komplett neu abnehmen. Das dauert länger.
Nachdem die Reparatur durchgeführt wurde, muss eine Wiederinbetriebnahme erfolgen. Erst wenn alles dicht ist, erhält man die neue Plakette. Diese gelbe Plakette klebt normalerweise gut sichtbar hinter der Tür oder an einer zentralen Stelle der Gasinstallation.
Ohne diese Plakette und das Prüfbuch gilt die Anlage als nicht geprüft. Das kann im Falle eines Schadens zu massiven Problemen mit der Versicherung führen. Die Versicherer verlangen oft den Nachweis einer regelmäßigen Wartung nach DVGW-Standard.
Eine fehlerhafte Flüssiggasanlage kann zudem eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Dies kann laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zu einem Bussgeld führen. Im schlimmsten Fall droht bei einer mangelhaften Gasprüfung für Wohnmobil sogar der Entzug der Betriebserlaubnis durch die Behörden.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Gasprüfung für Wohnmobil und Wohnwagen unabhängig von der Hauptuntersuchung erfolgt. Während die Hauptuntersuchung den technischen Zustand des Fahrzeugs prüft, konzentriert sich die G607-Prüfung ausschließlich auf die Flüssiggasanlage. Ein Sachverständiger vom TÜV Nord oder der DEKRA kann hier Klarheit schaffen.
Wenn Sie eine neue Flüssiggasanlage einbauen lassen, ist zudem eine offizielle Inbetriebnahme durch einen Fachmann zwingend erforderlich.
Sollten Sie Reparaturen an den Abgasrohren oder der Gasversorgung vornehmen müssen, ist eine erneute Gasprüfung unumgänglich. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches sowie der Deutsche Verband Flüssiggas setzen hier hohe Maßstäbe. Ein zertifizierter Betrieb sorgt dafür, dass Ihre Gasgeräte sicher funktionieren.
Vergessen Sie nicht: Eine Gasprüfung für Wohnmobil kostet oft um die 60 Euro, wenn keine Reparaturen anfallen. Achten Sie darauf, dass die Prüfbescheinigung korrekt ausgestellt wird. Dies ist Ihr einziger Schutz bei einem späteren Schadensfall.
Wie oft muss eine Gasprüfung am Wohnmobil gemacht werden?
Die Gasprüfung nach G607 ist für alle Flüssiggasinstallationen in Wohnmobilen und Wohnwagen verpflichtend. In der Regel muss diese Kontrolle alle 24 Monate durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen. Eine regelmäßige Prüfung stellt die Betriebssicherheit Ihrer Gasgeräte sicher.
Wie viel kostet die Gasprüfung beim Wohnmobil?
Die Kosten für eine reine Gasprüfung liegen meist zwischen 50 und 80 Euro. Sollten während der Prüfung Mängel an der Flüssiggasanlage festgestellt werden, fallen zusätzliche Kosten für Ersatzteile und die anschließende Wiederinbetriebnahme an. Die Preise können je nach Werkstatt und Region leicht variieren.
Was passiert, wenn man keine Gasprüfung hat?
Ohne eine gültige Gasprüfung gilt die Flüssiggasanlage rechtlich als unsicher und nicht betriebsbereit. Im Falle eines Schadens oder Unfalls kann die Versicherung die Zahlung verweigern, da die Wartungspflicht verletzt wurde. Zudem kann eine mangelhafte Anlage eine Ordnungswidrigkeit darstellen, die mit einem Bussgeld geahndet wird.
Ist die Gasprüfung beim Wohnmobil beim TÜV Pflicht?
Die G607-Prüfung ist unabhängig von der Hauptuntersuchung vorgeschrieben. Während die Hauptuntersuchung den allgemeinen Fahrzeugzustand prüft, ist die Gasprüfung eine spezialisierte Kontrolle der Flüssiggasinstallation. Viele Prüfstellen wie die DEKRA oder der TÜV Nord bieten diese Prüfung jedoch als kombinierten Service an.