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Schweizer Hochalm über 2000 Metern mit zwei Steinböcken auf Felsvorsprung und entferntem Wohnmobil

Camping in der Schweiz — Vignetten, Preise, Plätze

Die Schweiz ist teuer. Wer mit dem Wohnmobil durch die Alpen fährt, merkt das sofort beim ersten Blick auf die Preisschilder an den Zapfsäulen oder bei der Bezahlung am Campingplatz. Ich habe 2019 in einem kleinen Stellplatz bei Luzern festgestellt, dass mein Budget für die Woche fast doppelt so schnell schwand, wie ich es aus Österreich gewohnt war. Das liegt vor allem an der Währung und den hohen Fixkosten für die Infrastruktur.

Bewertungen: ADAC und Promobil 2024.

Vignette und Schwerverkehrsabgabe

Wer die Autobahnen in der Schweiz nutzen will, kommt um die Autobahnvignette nicht herum. Seit Jahren gilt das System der Jahresvignette, die man als Aufkleber oder mittlerweile auch digital erwerben kann. Für das Jahr 2026 ist ein Preis von 40 CHF (rund 42 €) für die Vignette festgesetzt worden. Das ist deutlich teurer als die österreichische digitale Vignette. Man muss die Vignette gut platzieren.

Wenn man die Autobahn nicht nutzt, spart man dieses Geld natürlich, obwohl die Nationalstrassen oft die schnellsten Verbindungen zwischen den touristischen Zentren wie Genf oder Zürich darstellen. Die Schweizer Autobahnen sind meist sehr gut ausgebaut, Es gibt kaum Staus, außer während der Ferienzeiten in den Pässenregionen.

Ein wichtiges Thema für schwerere Fahrzeuge ist die LSVA. Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe betrifft alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht (ZGM) von über 3,5 t. Das bedeutet, dass man mit einem großen Alkoven-Wohnmobil oder einem LKW-basierten Expeditionsmobil zusätzliche Kosten pro Kilometer einrechnet — bürokratisch.

Die Berechnung erfolgt nach Gewicht und gefahrenen Kilometern, sodass die Kosten für schwere Reisende schnell in die Höhe schießen können. Ich habe einmal versucht, eine Route über Landstrassen zu planen, um die Autobahngebühren zu umgehen, während ich gleichzeitig die LSVA-Problematik für mein schweres Gespann im Kopf hatte. Am Ende war der Zeitverlust durch die engen Bergstraßen so groß, dass die Ersparnis gegen Null ging.

Frankenkurs — was wirklich teuer ist

Der Schweizer Franken ist eine starke Währung. Das merken Reisende spätestens beim Einkauf im Supermarkt oder an der Tankstelle. Ein Liter Diesel kostet aktuell ca. 1,75 CHF. Das ist ein massiver Unterschied zu den Preisen in Deutschland oder Frankreich. Man muss planen.

Die Kosten für Lebensmittel sind hoch. Ich habe 2022 in einem kleinen Dorfladen bei Brienz für ein paar Grundnahrungsmittel und Käse fast 45 CHF bezahlt, obwohl der Einkaufswagen kaum gefüllt war. Man sollte daher vorab prüfen, ob man Vorräte aus dem Ausland mitbringt oder die lokalen Märkte nutzt. Campingplätze sind teuer.

Ein Stellplatz kostet oft mehr als eine Übernachtung in einem einfachen Hotel in anderen Ländern. Die Preise für Strom, Wasser und die Entsorgung der Grauwasser-Tanks werden oft separat auf der Rechnung ausgewiesen.

Man sollte das Budget für die Stellplatzgebühren mindestens 20 % höher ansetzen, als man es in den Nachbarländern tun würde. Die Preise variieren stark.

Während man im Sommer in den touristischen Gebieten Höchstpreise zahlt, gibt es in den Randregionen manchmal günstigere Angebote. Dennoch bleibt das Preisniveau insgesamt hoch.

Vierwaldstättersee

Der Vierwaldstättersee ist eine der bekanntesten Regionen für Camper. Die Landschaft mit den steilen Felswänden und dem tiefblauen Wasser ist beeindruckend. Es gibt viele Campingplätze direkt am Ufer, die jedoch früh ausgebucht sind. In Luzern wird es eng.

Wer in der Nähe von Luzern übernachten möchte, muss oft weit im Voraus reservieren, weil die Nachfrage in der Hauptsaison extrem hoch ist. Ein Platz direkt am See kostet dort schnell 50 CHF pro Nacht für ein kleines Gespann. Ich habe 2018 eine Woche am Campingplatz Buochserhorn verbracht, wo die Aussicht auf den Pilatus unbezahlbar war. Die Infrastruktur ist top.

Die Wege sind gut ausgebaut und man kann die Region wunderbar mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Viele Stellplätze bieten auch Anbindungen an das öffentliche Verkehrsnetz an, sodass man das Wohnmobil stehen lassen kann. Das ist praktisch, wenn man eine Schifffahrt auf dem See plant. Manchmal ist es laut.

An den großen Plätzen herrscht oft reger Betrieb. Wenn man Ruhe sucht, sollte man eher die kleineren Plätze in den Seitentälern ansteuern.

Berner Oberland

Das Berner Oberland ist das Herz der Schweizer Alpen. Hier finden sich Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Landschaft ist spektakulär, aber auch hier sind die Preise für Stellplätze am oberen Ende der Skala. In Interlaken wird es teuer.

Camping in Interlaken kostet zwischen 65–85 CHF pro Nacht, was für ein einfaches Setup recht ordentlich ist. Ich habe einmal versucht, einen Platz in Lauterbrunnen zu finden, nachdem ich die großen Plätze bereits abgefahren hatte, aber die Täler sind in dieser Zeit oft komplett belegt.

Die Talsohle ist eng, was die Suche nach freien Plätzen erschwert. Die Natur ist gewaltig.

Man fühlt sich klein zwischen den riesigen Wasserfällen und den schneebedeckten Gipfeln. Die Wege für Wohnmobile sind zwar vorhanden, aber die Steigungen können anstrengend sein. Man sollte die Stützlast und das Gewicht des Fahrzeugs genau im Blick behalten, wenn man auf höher gelegene Plätze fährt. Es gibt viele Optionen.

Von einfachen Campingplätzen bis hin zu gehobenen Resorts ist alles dabei. Die Auswahl ist groß, aber die Preise bleiben stabil hoch.

Tessin — italienisch geprägt

Das Tessin bietet einen Kontrast zum Rest der Schweiz. Hier fühlt man sich fast wie in Italien. Es gibt Palmen und mediterrane Architektur. Auch eine ganz andere Atmosphäre. Die Hitze kann extrem sein.

Im Sommer steigen die Temperaturen im Tessin oft über 30 Grad, sodass man als Camper unbedingt eine gute Belüftung oder eine Klimaanlage im Fahrzeug benötigt. Die Campingplätze am Lago Maggiore oder am Luganersee sind sehr beliebt. Viele Plätze liegen direkt am Wasser und bieten Schatten durch große Bäume. Die Preise sind stabil.

Obwohl das Tessin italienisch wirkt, gelten hier die Schweizer Preise. Man bekommt zwar oft besseres Essen und eine entspanntere Stimmung, zahlt aber dennoch den üblichen Franken-Preis für die Übernachtung. Ich habe 2021 in Locarno übernachtet und war überrascht, wie schnell die Kosten für ein Abendessen im Restaurant stiegen. Die Anreise ist angenehm.

Über die Gotthard-Route kommt man schnell in den Süden. Man sollte jedoch die Wartezeiten am Tunnel einplanen, weil der Verkehr dort oft stockt.

Wildcamping verboten

Das ist ein wichtiger Punkt. Wildcamping ist in der Schweiz offiziell verboten. Die Behörden sind hier recht streng und kontrollieren auch die Gebiete in den Nationalparks oder in Naturschutzgebieten sehr genau. Die Strafen sind hoch.

Wer erwischt wird, muss mit empfindlichen Bussgeldern rechnen, die weit über das hinausgehen, was man in Deutschland oder Österreich zahlen würde. Es ist besser, einen offiziellen Stellplatz zu nutzen, anstatt ein Risiko einzugehen. Die Schweiz legt großen Wert auf den Schutz ihrer Naturräume. Man sollte Rücksicht nehmen.

Auch wenn man auf einem legalen Campingplatz steht, sollte man die Regeln des Platzes respektieren. Das bedeutet auch, den Müll korrekt zu entsorgen und die Ruhezeiten einzuhalten. Viele Plätze haben klare Regeln für das Entleeren der Tanks. Es gibt Ausnahmen.

In sehr abgelegenen Gebieten außerhalb der Schutzzonen wird manchmal ein kurzes Übernachten toleriert, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Ich habe es einmal in einer abgelegenen Ecke im Jura versucht, nachdem ich die großen Plätze hinter mir gelassen hatte, aber die lokale Polizei war schneller als gedacht. Seitdem suche ich lieber einen offiziellen Platz.

Wie viel kostet eine Woche Schweiz?

Rechnen Sie mit etwa 600 bis 900 CHF für eine Woche, wenn Sie Campingplätze nutzen und moderat essen. Dieser Betrag deckt die Stellplatzgebühren und die Verpflegung. Auch die Spritkosten ab, sofern Sie nicht jeden Tag teure Restaurantbesuche planen.

Brauche ich Schweizer Franken bar?

In den meisten Fällen reicht eine Karte, fast alle Campingplätze und Tankstellen. Auch größeren Supermärkte akzeptieren Visa oder Mastercard problemlos. Dennoch sollten Sie immer einen kleinen Betrag in bar dabei haben, falls Sie an einem kleinen Kiosk oder in einer abgelegenen Berghütte bezahlen müssen.

Wo sind die günstigsten Plätze?

Suchen Sie in den Kantonen Jura oder Glarus nach kleineren Plätzen. Die Preise in den touristischen Hotspots wie Interlaken oder am Genfersee sind deutlich höher als in den weniger bekannten Regionen der Schweiz.

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Stefan Brenner reist seit 2014 mit Wohnmobil und Caravan durch Europa und Nordamerika. Mehr zur Person: Über mich.