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Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
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Teil 1 New York - Shenandoah - Niagara - Algonquin - Forillon
Teil 2
Kouchibouguac - Acadia - Chicago - Memphis - M. Cave
Teil 3
G. Smoky Mts. - Cumberland I. - Disney World - Florida Keys
 Teil 4
 Gulf Island - New Orleans - Big Bend - Carlsbad C. - White Sand
 Teil 5
 Chiricahua - Saguaro - Phoenix - San Diego - Highw. No.1
 Teil 6
 San Francisco - Redwood - Yosemite - Death Vegas - LA
 Teil 7
 Lake Mead - G. Canyon - Monument V. - Arches - Bryce - Zion
Teil 8
G. Teton - Yellowstone - Glacier - Waterton - Banff - Jasper
Teil 9
Edmonton - Elk I. - Riding Mt. - Fort William - Toronto
Teil 10
Epilog

 
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Teil02
Teil03
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Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
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Reiseverlauf
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Green River, Canyonlands NP, Utah


Datum
Ort
Karte
20.-21. Mai 2001
Grand Teton NP
Karte Wyoming
22.-24. Mai 2001
Yellowstone NP
Karte Wyoming
27.-30. Mai 2001
Glacier NP / Waterton Lakes NP
Karte Montana
31. Mai 2001
Kanada
Canada
01.-04. Juni 2001
Banff NP / Kootenay NP
Karte Alberta
05.-08. Mai 2001
Jasper NP / Yoho NP
Karte British Columbia

20.-21. Mai 2001 - Grand Teton NP

Als wir vom Zion National Park nördliche Richtung einschlugen und uns klar wurde, dass wir nun endgültig den Südwesten Amerikas verlassen würden, empfand ich eine Mischung aus erwartungsvoller Hoffnung und schwermütiger Abschiednahme. Wieder einmal hatten wir einen Abschnitt dieser Reise durch Nordamerika beendet und diesmal konnte nichts mehr darüber hinwegtäuschen, dass wir uns ganz klar auf dem Heimweg befanden. Angesichts der verbleibenden zwei Monate Reisezeit und den noch mindestens 7.000 km an Fahrstrecke wurde es auch langsam Zeit. Dieses Gefühl ist mit einer gewissen Vorfreude zu vergleichen, denn noch nie in meinem Leben habe ich mich so auf mein Zuhause gefreut. Doch gleichfalls empfinde ich auch eine unabwendbare Niedergeschlagenheit, denn mir wird immer mehr bewusst, dass eine der wichtigsten Phasen in meinem Leben zuende geht, und dass ich wahrscheinlich noch viele Abende über das Erlebte nachdenken werde, wenn es definitiv kein Zurück mehr gibt und eine Wiederholung sehr unwahrscheinlich ist. Unsere Fahrt in den Norden hat etwas Endgültiges, sie ist unabdingbar, und das kann ich mir nur schwer eingestehen. Als wir hier oben im Grand Teton National Park ankommen sind, hat sich die Landschaft abermals rapide verändert. Die Rocky Mountains - zu deren Ausläufer auch die Teton Bergkette gehört - sind bei weitem nicht so spektakulär wie mancher Canyon auf dem Colorado-Plateau. Sie können keine Gesteinsbögen aufweisen und auch keine bizarren Säulenformationen. Die Grand Teton Range gleicht unseren europäischen Alpen wie keine zweite Bergkette. Und das macht sie für uns zum absoluten Heimataufenthalt. Hier steckt der Frühling noch in Kinderschuhen und es wird nachts noch bitterkalt. Doch der Himmel ist klar und die schneebedeckten Gipfel der Tetons leuchten regelrecht im Licht der gleißenden Sonne, das kristallblaue Wasser der Bäche und Seen spiegelt die wenigen Schäfchenwolken, die am Himmel stehen, wider, und die grünen Wiesen bewegen sich sanft im noch kühlen Wind. Keine atemberaubenden Wasserfälle, keine ausgewaschenen Felsvorsprünge, keine überdimensionalen Kakteen, die unsere Aufmerksamkeit erregen könnten. Und doch ist die Landschaft perfekt. Sie ist genau das, was ich als durchweg schön bezeichnen würde. Alles ist hier stimmig. Die Berge, die Seen und der dazugehörige Wald. Alles steht im Einklang miteinander und selbst die frischen Frühlingstemperaturen gehören mit zum Gesamtbild.
Vielleicht gefällt es uns hier auch nur so gut, weil es dem ähnelt, was wir schon kannten. So erinnern wir uns gerne an eine Reise vor fünf Jahren, als wir mit Freunden West-Kanada bereisten. Hier ist es tatsächlich ähnlich und nicht minder schön. Doch vielleicht ist es auch das viele Wasser, was hier in Seen und Bächen in unerschöpflichem Ausmaß vorhanden ist. In Süd-Utah ist Wasser ein kostbares Gut, von dem es nie genug geben kann. Und das Fehlen von Wasser trocknet die Erde aus und macht die Region manchmal lebensunfreundlich. Vielleicht sind es aber auch die großen Tiere hier oben im Norden, wie Elche und Bären, die regelrecht Leben in die Landschaft bringen. Wir haben heute auf unserer Wanderung um den Jenny Lake gleich zwei Elche gesehen, die auf ihren langen Beinen durch das Unterholz spaziert sind. Ein Ehepaar hat sogar kurz vor unserem Zusammentreffen einen Schwarzbären gesehen, doch uns zeigte er sich dann nicht mehr. Am Inspiration Point machten wir Rast und versuchten, ungestört unseren Proviant zu verspeisen, als uns wieder einmal Chipmunks (Streifenhörnchen) aufspürten und gerne mit uns geteilt hätten. Diese kleinen Vierbeiner kannten keine Scheu mehr und wurden ganz ersichtlich den Sommer über von Menschen durchgefüttert. Sie krabbelten über unsere Beine und waren drauf und dran, in unsere Taschen zu klettern. Als wir uns wieder aufmachten, mussten wir unsere Taschen sogar untersuchen, ob wir nicht versehentlich eins mit eingepackt hatten. Es war wieder mal ein ganz wunderschöner Tag. Wir waren draußen an der frischen Luft, haben uns mit 12,5 km zu Fuß um den Jenny Lake herum die Beine vertreten, und wir haben die schönen Aussichten auf die Gipfel der Teton Range genossen. Zuguterletzt verabschiedet sich in diesem Moment die Sonne hinter dem Mt. Moran, den wir direkt aus unserem Fenster heraus beobachten können, und nimmt damit gleich ein paar Grad Wärme mit sich hinter den Berg. Aber morgen kommt sie ja wieder - hoffentlich.

bilder/rockies/GrandTetonNPThirdCreekPanorama.jpg
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Zum Reiseverlauf 19. Mai 2001
19. Mai 2001
Karte Wyoming
Karte Wyoming
Fotoalbum Rocky Mountains
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22.-24. Mai 2001 - Yellowstone NP

Wir waren regelrecht geschockt, als wir in den Yellowstone National Park einfuhren. Weltgrößter, weltschönster und weltältester National Park empfängt seine Besucher zumindest über die Südeinfahrt mit einem Anblick der Verwüstung. Die ganzen Hügel um uns herum sind abgebrannt und nur noch die Baumstämme stehen schwarz und wie aufgespießte Zahnstocher am Hang. Es sind zwar deutlich auch schon neue Baumbestände zu erkennen, doch fürs Auge wirkt die Szenerie eher trostlos und so gar nicht spektakulär. Dazu kommt noch, dass der Park riesig ist und wir nach der Eingangsstation für eine geschlagene Stunde erst mal gar nichts außer Waldbrandschäden zu Gesicht bekamen. Das ist wie ein Schlag vor den Kopf. Dazu kommt noch ein Aspekt, für den der Yellowstone National Park aber auch rein gar nichts kann. Wir sind jetzt schon seit Monaten auf Sightseeing-Tour, auch wenn wir uns doch etwas mehr Zeit lassen als das Gros der Touristen. Doch im Grunde tun wir nichts anderes als die Vier-Wochen-Urlauber auch. Wir reisen herum und schauen uns einen National Park nach dem anderen an. Nur dass bei uns die Reise zu keinem Ende kommt und sich die Reihe der National Parks scheinbar bis ins Unendliche zieht. Aber was sollten wir auch sonst tun. Wir können uns schlecht für drei Wochen auf einem privaten Campground in einer mittelmäßigen Stadt einmieten, täglich dreimal ins Whirlpool gehen und hoffen, dass dort zumindest manchmal die Kuh fliegt oder sonstwie für Unterhaltung gesorgt wird. Nein, das entspräche nicht unserer Vorstellung von sinnvoller Freizeitbeschäftigung. Das mit den National Parks ist schon O.K.. Doch wenn man sich nun den zehnten Park hintereinander anschaut und mit kaum mehr anderem beschäftigt ist, als sich irgend welche Faltblätter zu außerordentlichen Naturwundern durchzulesen, die diversen Camping- und Parkregulationen schon in- und auswendig aufsagen kann, eine ausgesprochen erfolgreiche Technik entwickelt hat, um direkt und ohne Umschweife die schönsten Stellen des Parks aufzustöbern und regelrecht abzuarbeiten, dann wird auch die schönste Beschäftigung, die man sich in den USA nur vorstellen kann - nämlich die National Parks besichtigen - zur emotionalen und partnerschaftlichen Herausforderung. Aber man fühlt sich regelrecht verpflichtet, die Parks aufzusuchen, schließlich fragt ja schon meine Mutter zuhause: "Was, ihr seid nicht mal in den Grand Canyon hinunter gelaufen? Unfassbar."  Allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Mutter immer einen Punkt finden würde, den wir versäumt hätten, selbst wenn wir auf den Knien durch die Vereinigten Staaten rutschen würden. Und zu allem Überfluss kommt noch dazu, dass ich nichts mehr in meine Birne rein bekomme. Ich seh vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, und kaum noch etwas haut mich wirklich vom Hocker. Ich bin übersättigt. Und dann wollen die an der Einfahrt vom Yellowstone National Park zwanzig Dollar pro Fahrzeug, damit wir unser kostbares Benzin verplempern, indem wir Stunden durch abgebrannten Wald gondeln. Und wenn man dann endlich mal einen Parkplatz erreicht hat, dann ist dieser für ca. 2 Millionen Fahrzeuge ausgelegt und lässt den Andrang an den Attraktionen nur vermuten. Und dann stinkt es hier auch noch so absonderlich, als würde man sich unaufhaltsam im Dunstnebel eines Megafurzes aufhalten. Ich glaub', ich bin im falschen Film.

Einiges von unserem ersten Eindruck hier im Yellowstone National Park trifft vielleicht zu, und für uns stand schon nach kurzer Zeit fest, dass er nicht zu unseren Lieblingsparks gehören wird. Doch die Erlebnisse sind zu individuell, als das ich hier das Maß aller Dinge bekannt geben könnte. Es steht allerdings außer Frage, dass sich hier im Yellowstone National Park ganz besondere Aktivitäten in Form von Geysiren, Heißwasserbecken und blubbernden Schlammlöchern bemerkbar machen. Die Zahl der wasserspeienden Geysire auf einem Fleck ist enorm und die abertausenden Heisswasserquellen, die unentwegt kochendes Wasser an die Oberfläche befördern, lassen auf ein sehr aktives Erdinneres schließen. Der Erdboden ist ausgetrocknet, vom siedenden Wasser regelrecht verbrannt. Aus allen Löchern und Erdmulden steigt Rauch auf, als würde Satan unter der Erde ein heißes Süppchen kochen. Die Landschaft ist befremdend und sieht noch nicht mal einer Mondlandschaft ähnlich, auch wenn vereinzelte Krater einiger Geysire daran erinnern. Der Boden ist weiß vom Kalk, den das kochende Wasser mit an die Oberfläche transportiert hat, und die Stämme der Bäume, die zufällig im Strom der ablaufenden Brühe standen, färben sich ebenfalls weiß und stehen wie knochige Zeugen um die Erdöffnung herum. Manchmal färben Bakterien und Algen die Ränder der Heißwasserquellen Orange und Gelb und das klare, heiße Wasser bildet in seinem Blaugrün einen wunderschönen Kontrast. Am Absonderlichsten sind wohl immer noch die blubbernden Schlammlöcher, die ein bisschen an den kochenden Bohneneintopf auf dem Herd erinnern. In großen, grauen, zähflüssigen Blasen wird die heiße Energie an die Erdatmosphäre abgegeben und hinterlässt einen abscheulichen Gestank. Mit großer Gewissheit ist Yellowstone der am übel riechendste National Park der gesamten USA. Doch dem gegenüber steht eine unglaubliche Vielzahl an wild lebenden Tieren, deren Zusammensetzung und Anzahl wohl auf keinem anderen Platz der Erde zu finden ist. Seit Anbeginn unserer Reise träume ich davon, eine freilebende Bisonherde zu sehen und hier im Yellowstone Park kann man sie fast überall von der Straße aus beobachten. Manchmal stehen sie so dicht am Highway, dass man sie fast aus dem Auto streicheln kann (was wir natürlich nicht getan haben). Aber auch das bloße Bewusstsein, sich an einen Ort zu befinden, an dem Schwarzbären, Grizzlybären und Wölfe durch die Wälder streifen, hat einerseits etwas beängstigendes, andererseits ist es ein unbeschreiblich befriedigendes Gefühl. Als wäre man an einem Platz auf dieser Erde, an dem noch alles in Ordnung und im Gleichgewicht ist. Und vielleicht ist es auch so, auch wenn die Waldbrandschäden im ersten Moment etwas anderes vermuten lassen. Doch auch der Waldbrand gehört zum ewigen Kreislauf der Natur dazu, auch wenn es für uns nicht sonderbar attraktiv aussieht. Doch es ist eben wie so oft scheinbar eine Katastrophe im Leben der Menschen und nur ein Augenblick in der Zeitrechnung des Yellowstone , denn in spätestens 50 Jahren steht hier wieder ein dichter gesunder Wald, der sich nur mal schnell selbst erneuert hat. Und wahrscheinlich wächst hier oben noch in hunderttausend Jahren ein Kiefernwald, wenn nach uns schon lang kein Hahn mehr kräht.

bilder/rockies/YellowstoneNPCastleGeyser02.jpg
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Zum Reiseverlauf 22. Mai 2001
22. Mai 2001
Karte Wyoming
Karte Wyoming
Fotoalbum Yellowstone
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27.-30. Mai 2001 - Glacier NP, Waterton Lakes NP

Es ist so weit. Nach über acht Monaten und endlosen Stunden des Rätselratens haben wir endlich erfahren, was passiert, wenn man als Illegaler aus den Vereinigten Staaten ausreist: Nichts! Auch wenn sich inzwischen halb Amerika und ein nicht geringer Teil in Deutschland über unser Problem Gedanken gemacht hat und die schlimmsten Befürchtungen herauf beschworen wurden, von der Eintragung eines "Nicht-Einreise-Vermerks" in unsere Pässe, der in den übelsten Fällen bis zu zehn Jahren ausgedehnt werden kann, bis hin zu einer Einbuchtung in eins der amerikanischen Gefangenenlager, aus denen nur selten einer lebend wieder heraus kommt. Zwischenzeitlich haben wir die irrwitzigsten Geschichten über Illegale gehört, die entweder ein halbes Vermögen als "Wiedergutmachung" für straffällig gewordene Touristen entrichten mussten oder einfach nur "viel, viel Ärger" bei der Ausreise bekamen, denn schließlich haben sie sich über die genehmigte Zeit in den Vereinigten Staaten aufgehalten. Die Formulierungen: "Ich kenne einen, dessen Onkel hatte mal das gleiche Problem..., bla, bla, bla.", hörten wir zu genüge. Da ist es selbstverständlich, dass uns dann doch ein bisschen die Klammer ging, als wir mutig auf den Grenzübergang zufuhren. Doch wenn man die USA über die Kontinentalgrenze in Richtung Kanada überquert, bekommt man es überhaupt nicht mehr mit einem amerikanischen Grenzbeamten zu tun. Dem kanadischen Zöllner ist zwar durchaus aufgefallen, dass wir etwas länger als erlaubt in den USA waren, doch was hätte er machen sollen? Uns verpetzen und seine Kollegen von der anderen Seite rufen? Den netten Menschen (der übrigens erkältet war und durchaus sympathisch wirkte) hat das überhaupt nicht interessiert und damit war alle Aufregung vorüber und wir konnten zum normalen Tagesgeschehen übergehen. In Kanada verkrachten wir uns dann erst mal anständig, weil wir uns ja über sonst nichts mehr zu sorgen hatten.
Waterton-Glacier International Peace Park, wie der hübsche, etwas lang geratene Name des einzigen National Parks lautet, der über die Staatsgrenze herüber reicht, ist wieder etwas ganz Besonderes. Ich würde das nicht sagen, wenn ich das nicht so empfinden würde. Dabei kann man sich durchaus an den Grand Teton National Park in Wyoming erinnert fühlen, der für mich ebenfalls einer der schönsten National Parks Amerikas ist. Doch die Rocky Mountains hier oben im Glacier Park sind die Perfektion alpiner Berglandschaft. Und jedem, dem bei schneebedeckten Bergen und malerischen Bergseen, umrandet von dichtem Nadelwald, das Herz aufgeht, der wird das nachempfinden können. Dabei spielt für mich Wasser eine ganz entscheidende Rolle. Das Wasser in seinen kristallklaren Seen und Bächen, wie es gerade jetzt im Frühling die steilen Hänge herunter fällt und atemberaubende Wasserfälle bildet. Wie es zügig über grüne Wiesen rauscht und dabei dieses ewig plätschernde Geräusch erzeugt, bei dem man so gut nachdenken und träumen kann. Das Wasser, das sich in riesigen Seen sammelt und in denen sich die Spitzen der umliegenden Berge spiegeln. Dieses Element ist für mich ausschlaggebend, damit eine Landschaft oder ein Park zum absoluten Highlight wird.
Wir waren vor fünf Jahren schon einmal mit Freunden im Westteil des Parks und fuhren von dort die Going-to-the-Sun-Road , eine Bergstraße der Superlative, die zu wunderschönen Bergseen mitten  in den Rockies führt. Diesmal sind wir etwas früh, was uns einerseits leere Campingplätze und einen geringen Touristenstrom,  andererseits eine geschlossene Going-to-the-Sun-Road bringt, die zu diesem Zeitpunkt noch durch Schnee versperrt ist. Trotzdem genießen  wir unseren Aufenthalt hier im Park und erkunden die Gegend mit ausgedehnten  Wanderungen um denSaint Mary Lake. Es ist einfach ein Hochgenuss hier zu wandern. Und wenn man sich nicht gerade wie ein Vollidiot aufführt, bekommt man auch genügend wilde Tiere zu sehen. So wäre ich beinnahe an einem Schwarzbären vorbeigefahren, weil ich nicht damit gerechnet hätte, einen so dicht an der Straße zu sehen. Als ich zurücksetzte, hätte ich ihn auch noch beinahe überfahren, weil er gerade die Straße überquerte. Und als er sich sicher hinter der Leitblanke fühlte und wir ihn unmittelbar neben dem Auto ausmachten, versuchte er auch noch - so wie es auch manche Hunde tun - in die sich drehenden Reifen zu beißen. So nah bekommen wir wahrscheinlich keinen mehr vor die Linse. (Nachtrag: - Einen Tag später bekamen wir tatsächlich noch einmal eine Bärenmama mit ihrem Nachwuchs zu sehen. Dieses Mal waren es knappe sechs Meter, die uns von ihnen trennten, allerdings waren wir mit Reto und Claudia zu Fuß unterwegs und es gab keine schützende Autotür, die sich zwischen der sehr perplex dreinschauenden Bärenmutter und uns befand. Die Situation war nicht ganz ungefährlich, doch dadurch, dass wir zu viert waren, schien der Mutter eine Einschüchterung ihrerseits doch etwas zu mutig. Deshalb beobachtete sie uns nur und versuchte unsere Intension zu deuten. Als sich für sie herausstellte, dass wir nichts weiter taten, als große Augen zu machen, entschied sie sich für den ehrenvollen Rückzug, der keineswegs gehetzt vonstatten ging. Nachtragende)  Wenn  ich mich schon hier in Nordamerika niederlassen müsste, dann würde ich mir eine kleine Hütte hier in den Rockies aussuchen, auch  wenn es hier oben über die Hälfte des Jahres bitterkalt ist. Britta fehlte zu ihrem Glück nur noch der klare Bergsee vor der Tür und eine gut funktionierende Heizung. Die Rockies ähneln den europäischen Alpen sehr, auch wenn sie wesentlich weniger besiedelt  sind und dadurch noch etwas ursprünglicher wirken. Doch etwas ganz Eigenes haben sie dennoch. Sie haben eine unbezwingbare Wildheit, die uns Menschen in ganz anderer Art nur zu Besuchern macht. Diese Berge lassen sich nicht überwältigen, einzäunen und geraderichten. Das Klima ist zu rauh, als das sich hier zu viele Menschen niederlassen würden. Dieses Land hat also genügend Zeit, in der es sich regenerieren kann. Hier hält niemand das Wasser auf, das sich jeden Frühling einen anderen Weg ins Tal sucht. Die Tiere haben genügend Platz, um in die seltene Verlegenheit zu geraten, in ihrem ganzen Leben keinen Menschen zu erblicken. Das alles und noch tausend anderer Eindrücke, die ich nicht in der Lage bin wiederzugeben, macht die Rockies zu einem ganz besonderen Platz auf dieser Erde.
Aber auch die Begegnungen mit anderen Menschen können National Parks zu denkwürdigen  Orten machen. Wieder einmal trafen wir Schweizer auf Urlaubsreise und wieder  einmal erwiesen sie sich als angenehme Zeitgenossen. Reto (der Zweite)  und Claudia sind aber schon des öfteren hier im Nordwesten des Landes unterwegs gewesen und legten uns wärmstens Alaska ans Herz, was wir auf dieser Reise leider nicht mehr zu sehen bekommen. Ich kann nur wiedergeben, was Reto gesagt hat und das hörte sich ungefähr so an: "Warscht Du einmol in Alskcha, kommt dir der Rescht der Welt wie eine Sardinendose vor." Es muss immer einen Punkt geben, an dem man wieder neue Pläne macht, auch wenn man sich momentan über nichts sehnlicher freut, als über eine nette Runde mit alten Freunden in seiner Lieblingskneipe. Doch wenn ich es genau nehme, gibt es noch so viele Orte auf der Welt, die ich sehen möchte, ob sie jetzt einer Sardinendose gleichen oder nicht.

bilder/rockies/WatertonGlacierNPStMaryLake01.jpg
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Zum Reiseverlauf 26. Mai 2001
26. Mai 2001
Karte Montana
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Fotoalbum Waterton-/Glacier NP
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31. Mai 2001 - Kanada

Das Datum hat schon etwas Furchteinflößendes. Ursprünglich waren auf dieses Datum unsere Rückflüge gebucht, da eine Vorausbuchung über ein Jahr hinaus in der Regel nicht möglich ist und wir die Tickets ja schon letztes Jahr um diese Zeit im Reisebüro abgeholt haben. Natürlich  haben wir von hier aus den Termin geändert, dennoch steht auf dem Ticket der 31. Mai drauf und genau zu dieser Zeit (21:30 Uhr) hätten wir das Flugzeug besteigen können. Jetzt, da wir in Kanada sind, schätzen  wir die Tatsache sehr, dass unsere Reise über diesen Termin hinaus geht. Aber wir hatten auch schon Tage, da dachten wir daran, den heutigen Termin als Rückflug zu belassen. Aber spätestens als wir die Grenze zu Alberta überschritten, fing ein neues Kapitel dieser Reise an und es scheint sich von den anderen Kapiteln stark zu unterscheiden. So ist die Veränderung regelrecht spürbar, die mit der Überschreitung der Grenze nach Kanada einher geht. Wir fuhren über acht Monate am Stück durch die Vereinigten Staaten von Amerika, und uns ist der Gegensatz zwischen Kanada und den USA viel stärker bewusst geworden, als wenn wir die Länder in einzelnen Reisen besucht hätten. Auch wenn sich die Landschaft nach Kanada hinein erst einmal kaum verändert, so verändert dennoch  der Umgang mit der Landschaft die Wirkung auf uns Reisende. Die Kanadier betreiben auch Landwirtschaft, sie fahren wie die Amerikaner auch große Pick-Ups, sie haben auch Einkaufszentren und sie leben auch in Städten - doch sie sind im Gegensatz zu den Amerikanern durchaus in der Lage, diese menschlichen Bedürfnisse so zu realisieren, dass ihre Vorgärten nicht aussehen wie Müllhalden, dass auf den Feldern keine Autofracks herumliegen, dass ihre Einkaufszentren von Grünanlagen umgeben sind und durchaus Bürgersteige für das Fußvolk existieren und dass ihre Städte und Dörfer mit Niveau gebaut sind und nicht wie die willkürliche Aneinanderreihung verschiedenster Wellblechhütten aussehen. Kanada ist nach über acht Monaten USA eine Wohltat fürs Auge und für das gesamte Wohlbefinden. Kanada ist sauber und kann sich einer einmaligen Natur erfreuen. Nach langer Zeit haben wir das erste Mal wieder das Gefühl uns richtig wohl zu fühlen, unter Gleichgesinnten zu sein, unter einem Volk, das noch genügend europäisches Blut in den Adern hat, damit sich das aufs Land abfärbt. Kanada ist wie die Kultur, die wir seit über acht Monaten entbehren mussten, wie die Musik, die wir nicht hören konnten. Kanada ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt genau das, was wir gebraucht haben.

bilder/rockies/WatertonLakesAreaBlumen.jpg
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Zum Reiseverlauf 28. Mai 2001
28. Mai 2001
Canada
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01.-04. Juni 2001 - Kootenay NP, Banff NP

Wir kamen am 01. Juni in einem der beliebtesten Parkgebiete ganz Nordamerikas an. Die zusammenhängenden National Parks Kootenay, Banff, Yoho  und Jasper  vereinnahmen zusammengenommen eine derart riesige Fläche unberührter Berglandschaft, dass es nur noch in Alaska oder im Yukon Vergleichbares gibt. Doch leider haben wir hier oben im Norden etwas Pech mit dem Wetter. Die Temperaturen sind schon lange nicht mehr über 16°C hinaus gegangen und den Himmel verdeckt eine geschlossene Wolkendecke. Naja, und weil wir vor fünf Jahren schon einmal hier waren, wissen wir, wie eindrucksvoll ein wolkenlos blauer Himmel die Gipfel der schneebedeckten Rockies in Szene setzt und wie sich das Weiß der Gletscher davon abhebt. Welch ein wunderbarer Kontrast entsteht, wenn die Bergriesen lange Schatten über das Tal legen und dort die Flüsse und Bäche im Licht der Sonne funkeln und glitzern. Doch diesmal erwartete uns im Kootenay National Park nur eine triste Landschaft, deren oberer Horizont von einer grauen Wolkenmasse gebildet wurde. Das Licht kam nicht über Dämmerungshelligkeit hinaus und abermals durften wir erleben, dass einem die schönste Landschaft aller Zeiten nicht so vorkommt, wenn die äußeren Umstände eher nach Weltuntergang aussehen. Nur manchmal erleben wir einen Lichtblick durch das graue Wolkenmeer und können erahnen, welche Panoramen sich hinter dem verschlossenen Himmel verbergen. Und wenn einem der Wettergott einen Strich durch den Ausblick macht, dann muss man sich eben mit dem begnügen, was übrig bleibt. Banff , als kanadische Touristenmetropole Nummer eins, bietet außer einer beneidenswerten Lage umgeben von hohen Gipfeln (von denen nur ab und zu einer durchscheint) nicht besonders viel. Natürlich kann man hier eine Unmenge Geld für gar nicht all zu großen Schwachsinn und manchmal sogar recht geschmackvollen Müll ausgeben, doch das interessanteste Gebäude bleibt die Touristeninformation, wo es einen hübschen Film über die Umgebung zu sehen gibt und ausgesprochen nette Menschen arbeiten, die einen mit absolut genialen Unterlagen fürs Wandern ausstatten. Bei schlechtem Wetter ist wohl die genialste Beschäftigung der Besuch der überaus attraktiven Hot Springs, von denen es in den kanadischen Rockies insgesamt drei gibt. Schon am westlichen Eingang des Kootenay National Parks besuchten wir die Radium Hot Springs, eine großzügige Anlage, umgeben von bewaldeten Hügeln, die von den Menschenmassen weitestgehend verschont bleiben, da sie etwas abseits vom Touristenstrom liegen. Die Upper Hot Springs in Banff  sind dagegen schon etwas frequentierter und das Heißwasserbecken ist nur halb so groß. Dennoch ist es eine willkommene Abwechslung zum Alltagsgeschehen einer Einjahresreise.
Am 04. Juni 2001 verbleiben uns noch genau sechs Wochen, bevor wir wirklich in den Flieger nach Deutschland steigen (voraussichtlich). Sechs Wochen sind mehr als die meisten Urlauber insgesamt haben und dennoch neigt sich unsere Reise  merklich dem Ende zu. Wir wissen nach wie vor nicht, was uns der nächste  Tag bringen wird und wo wir hinfahren werden, doch wir wissen, dass wir jetzt bald wirklich den letzten Fahrtrichtungswechsel zur Ostküste machen müssen, sonst geraten wir noch in unnötigen Reisestress. Und wir haben dieses "Zuggefühl", was man für gewöhnlich in der letzten Woche seines Urlaubs auch hat, genährt von der Gewissheit, dass es nun bald wieder nach Hause geht, was das Verlangen nach Heimat nur noch verstärkt. Es "zieht" einen regelrecht nachhause und die Gedanken sind schon vorausgeeilt, machen schon die ersten Pläne und schreiten die uns bekannte Umgebung ab. Dieses Gefühl ist nicht immer hilfreich, lenkt es doch vom Hier und Jetzt ab. In unserem Fall sind es noch sechs Wochen, die unter Umständen zur Flucht werden könnten, was dem Unternehmen nicht gerade dienlich wäre. Da kommt es nur recht, dass es hier im Banff- und Yoho National Park Schlag auf Schlag mit den Sehenswürdigkeiten geht. Und obwohl wir die Gletscherseen der Umgebung schon kannten, überraschte uns das unwirkliche Türkisblau des Lake Louise aufs Neue und lässt unweigerlich den Schluss zu, die Kanadier hätten hier mit Farbe etwas nachgeholfen. Das, was der Himmel an Farbe vermissen lässt, gleicht Lake Louise mit seinem kraftvollen Blau aus. Der Anblick ist so faszinierend und unwirklich zugleich, dass man erst mal minutenlang am Ufer des Sees steht und in die Tiefe des märchenhaften Gewässers blickt. Und um so höher man die Hänge entlang des Bergsees steigt, desto intensiver wird das Blau des Wassers und hebt sich von seiner Umgebung in einem fast schreienden Farbton ab. Auf den Wanderwegen um den Lake Louise herum hebt sich abermals der Naturtourismus vom Massentourismus ab und ist zahlenmäßig absolut überlegen. So wird unser Weg zum Lake Agnes nur gelegentlich von anderen Wanderern gesäumt, und auch im Teehaus, am Ufer des besagten Sees (was übrigens ein sehr willkommenes Ziel für jeden Wanderer darstellt), trifft man nur auf wenige Mutige, die den 3,6 km langen Anstieg bewältigt haben. Lake Agnes selbst lag noch unter einer dicken Eisschicht, was wieder einmal zeigt, dass hier oben der Frühling noch nicht einmal ansatzweise in die Gänge gekommen ist.
           Auf unserem Weg in den Yoho National Park und wieder zurück nach British  Columbia zeigt sich dann unerwarteterweise doch noch zwischen einigen  Wolkenlücken die Sonne. Und mit einfallendem Licht wird auch das ganze  Ausmaß dieser kanadischen Rockies klar. Jeder Kilometer über diese Parkstraße ist der Inbegriff einer Panoramaroute. Jede Kurve gibt den Blick auf eine neue Bergformation frei, auf perfekt geformte Gipfel über perfekt gewachsene Wälder, farblich abgestimmt, durchschnitten von smaragdgrünen Flüssen, das perfekte Panorama. Das haben wir nirgends in Kontinentalamerika gesehen, das gibt es wahrscheinlich so an keiner anderen Stelle dieser Erde zu erleben. Auch wenn wir uns gelegentlich an Orten wie der Natural Bridge  einen Platz mit guter Aussicht gegen die unzähligen Japaner in Tourbussen regelrecht erkämpfen müssen und dadurch unweigerlich auf tausender Fotografien unbekannter Menschen wiederzuerkennen wären, schadet das dem Erlebnis kaum. Auch wenn diese Parkgemeinschaft ohne ihre Wohnmobile und ohne ihre Tourbusse bestimmt keine müde Mark (müden Euro) abwerfen würde, verteilen sich die vielen Menschen doch auf großzügigem Platzangebot und es gibt immer noch eine Haltebucht, an der man sich das Panorama ganz alleine zu Gemüte führen kann.

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05.-08. Juni 2001 - Yoho NP, Jasper NP

Es regnet Bindfäden. Es regnet ganze Frühjahrsniederschläge innerhalb eines Tages. Es gießt, es schüttet, es hört überhaupt nicht mehr auf, und wir sitzen in unserer Kabine fest und blasen Trübsal, lösen Kreuzworträtsel oder füllen Tagebücher. Solche Tage sind eine Herausforderung für den sozialen Menschen, der es gewohnt ist, unter anderen Menschen zu verweilen. Der einen Bewegungsradius von mindestens 100 Meter am Tag benötigt und für gewöhnlich unter notorischem  Beschäftigungsmangel leidet und zu 100 Prozent von Berieselungsanlagen wie Fernsehen, Internet und Radio abhängig ist. Der ein ausgeprägt geselliges Leben führt und kaum Zeit findet, die persönlichsten Bedürfnisse zu verrichten. Dem die Annahme eines Telefonats vor dem dringlichen Toilettengang geht. Doch hier ruft niemand an. Hier gibt es nichts zu organisieren, hier kräht auch nicht der vermeintliche Hahn nach einem. Alle wissen, dass wir uns eigenverantwortlich in die Isolation getrieben haben, dass wir uns selbstverschuldet abgegrenzt haben, eine Auszeit von allen gesellschaftlichen Aktivitäten nehmen. Und jetzt sitzen wir hier bei Weltuntergangsstimmung und müssen auch diese Situation alleine meistern. Auf unseren 2,5 Quadratmetern vertreiben wir uns die Zeit mit Sekundenzählen, Wassertropfenzählen und Teetrinken. Wir essen, trinken und schlafen. Wir gehen den einen Meter in unsere Behelfstoilette und weichen mal auf das Bett aus. Wir haben alles hier drin. Wir haben genug Lebensmittel für zwei weitere Wochen und bräuchten vorerst nicht mehr raus. Doch wahrscheinlich sterben wir vorher an Vereinsamung. Das Wetter ist zu diesem Stadium unserer Reise wirklich eine Herausforderung. Wer jetzt nicht weiß, was er mit sich anfangen soll, leidet Höllenqualen. Britta und ich reden kaum noch miteinander, denn jedes einzelne Detail unseres beschränkten Blickfelds wurde schon diskutiert. Das Einzige, was uns bleibt, ist die Hoffnung auf Morgen und ein besseres Wetter. Das meinte ich mit Herausforderung!
Meine geliebte  Schwester würde nun behaupten, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Doch ob schlechte oder ausgezeichnete Ausrüstung; Es macht einfach nicht besonders viel Spaß, im Regen rumzulaufen! Das Einzige, was über die bescheidene Situation hinwegtrösten kann, ist die Tatsache, dass der Icefield Parkway bei jedem Wetter ein Erlebnis bleibt. Dramatisch windet sich die gut ausgebaute Bergstraße durch die Rocky Mountains . Dramatisch, nicht weil die Straße so sehr am Abgrund entlang geht, sondern weil der abgefahrenste 3D-Kinostreifen gegen eine Fahrt auf dem Parkway wie ein Schattenspiel aussieht. Es ist so, als hätte man diese Strecke für den gelangweilten Urlauber konstruiert und alle erdenklichen Vorlieben mit hinein gepackt. Auch die Tatsache, dass der Icefield Parkway fast ausschließlich von Wohnmobilen und Campern befahren wird, zeigt seine Anziehungskraft auf Urlauber aller Nationen, aber vor allem auf Deutsche. Ich frage mich, wer bei solch hohem Aufkommen noch zu Hause die Stellung hält? Doch wie Reto aus Basel zu sagen pflegt: "Davon (und damit meint er die Deutschen) hat's halt einfach viele". Trotzdem sind uns unsere Landsleute nach über 10 Monaten Auslandsaufenthalt in besonderer Form aufgefallen, und das steht in folgender Story:

Deutsche Urlauber

Zuguterletzt, und am äußersten Rand des Jasper National Parks, hatten wir dann doch noch Glück mit dem Wetter und konnten zumindest noch ein Mal auf den Berg hinauf. Wir wanderten den Sulphur Skyline Trail  von den Miette Hot Springs aus (in denen wir übrigens auch zweimal baden waren) und konnten unser Glück gar nicht fassen, als wir das Panorama erblickten. Ich habe zum zweiten Mal nach Gudalupe Peak  in New Mexico ein 360 Grad Foto gemacht, das aus elf Einzelfotografien besteht. Es lädt zwar sicherlich eine Weile, doch meines Erachtens ist es das wert (siehe Fotoalbum). Ich würde so gerne noch tausende Worte hinzufügen und die Landschaft immer wieder beschreiben, doch es ist ein hilfloses Unterfangen. Diese kanadischen Rocky Mountains muss man wirklich gesehen und erlebt haben, denn sie spotten jeder Beschreibung.  Wir waren jetzt zum zweiten Mal hier und hatten diesmal leider etwas Pech mit dem Wetter. Doch wenn ich heute schon einen Ort kenne, den ich unbedingt wieder sehen möchte, dann sind es die kanadischen Rockies - für mich die perfekte Landschaft.

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