www.CampAmerika.de
Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
Tagebuch
Tagebuch

 
Teil 1 New York - Shenandoah - Niagara - Algonquin - Forillon
Teil 2
Kouchibouguac - Acadia - Chicago - Memphis - M. Cave
Teil 3
G. Smoky Mts. - Cumberland I. - Disney World - Florida Keys
 Teil 4
 Gulf Island - New Orleans - Big Bend - Carlsbad C. - White Sand
 Teil 5
 Chiricahua - Saguaro - Phoenix - San Diego - Highw. No.1
 Teil 6
 San Francisco - Redwood - Yosemite - Death Vegas - LA
 Teil 7
 Lake Mead - G. Canyon - Monument V. - Arches - Bryce - Zion
Teil 8
G. Teton - Yellowstone - Glacier - Waterton - Banff - Jasper
Teil 9
Edmonton - Elk I. - Riding Mt. - Fort William - Toronto
Teil 10
Epilog

 
Tagebuch
Tagebuch
Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika

Story
file:///C|/CampAmerika/bilder/california/JoshuaTreeNPHiddenValleyCG03.jpg
Hidden Valley, Joshua Tree NP, California


Datum
Ort
Karte
05.-07. März 2001
San Francisco
Karte California
09. März 2001
Sonoma Coast SB
Karte California
11.-14. März 2001
Sonoma / Nappa Valley
Karte California
18.-19. März 2001
Redwood NP
Karte California
21. März 2001
Frühlingsanfang
Karte California
24. März 2001
Grover Hot Springs SP
Karte California
26.-28. März 2001
Yosemite NP
Karte California
30. März - 01. April 2001
Millerton Lake SRA
Karte California
05.-06. April 2001
Death Valley NP
Karte California
09.-11. April 2001
Las Vegas
Karte Nevada

05.-07. März 2001 - San Francisco

Was macht eigentlich eine Stadt aus? Ich meine, warum hebt sich eine bestimmte Stadt von anderen Städten ab? Bestimmt nicht nur, dassl sie anders aussieht oder dass sie eine Brücke hat. Eine Stadt ist nicht nur nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Eine Stadt wird erlebt, man fühlt und spürt sie förmlich. Wenn es viel regnet, ist sie nass. Wenn die Sonne vom Himmel brennt, ist sie heiß. Liegt das Hotel an der Straße, ist die Stadt laut. Liegt das Hotel am Golden Gate Park, ist sie ruhig. Es kommt letztendlich auch auf die Gemütsverfassung an, wie eine Stadt abschneidet, denn ansonsten sind Großstädte meistens gleich, nämlich laut, dreckig und sicher ein bisschen von allem, was sonst noch so auf der Liste steht. Aber San Francisco hebt sich tatsächlich von den anderen amerikanischen Städten ab. Und das liegt nicht daran, dass wir in noch keiner anderen Stadt so viele Bettler und Obdachlose gesehen haben wie in San Francisco. Vielleicht liegt das auch an ihrem Ruf, besonders tolerant zu sein. Aber es ist einfach der individuelle Baustil an den machmal sehr steilen Hängen, der San Francisco eine ganz eigene Note verleiht. So wirkt Frisco aus der Ferne eher wie eine spanische oder italienische Stadt, wären da nicht die Hochhäuser des Financial Districts. Wie bunte Farbkleckse sehen die meist nicht mehr als dreistöckigen Häuser aus der Ferne betrachtet aus. Die Erdbeben der Vergangenheit veranlasste die Hausherren eher zur bescheidenen Bauhöhe als zu futuristischen Bauriesen. Dabei konnte auch der traditionell viktorianische Baustil eingehalten werden, der mit seinen Erkern und Holzverzierungen so verspielt und dennoch edel aussieht. Die scheinbar unüberwindbaren Hügel in San Francisco verstärken das Gefühl, sich kontinuierlich in einem Auf uns Ab zu bewegen, so wie es die Bewohner der Stadt wahrscheinlich schon seit 150 Jahren tun. Das bringt Abwechslung und hält die Seele in Schwung, sagen die Chinesen, die hier in San Francisco, neben den Japanern und Mexikanern sehr stark vertreten sind. Aber selbst die Amerikaner der Stadt sind sehr unterschiedlich und man trifft vom Yuppie über den Hippie bis zum Punk alles in ausgewogener Anzahl an. Wir haben drei volle Tage in der Stadt verbracht und sind insgesamt 90 km mit unserem Auto durch "die Straßen von San Francisco" gefahren und haben eine ganz beträchtliche Anzahl auch zu Fuß zurückgelegt. Wir haben 90% aller Sehenswürdigkeiten gesehen und alle Eindrücke aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Dennoch kann man getrost zusammenfassen: Chinatown ist leider nichts weiter mehr als ein Touristendorf mit Läden, die genau das verkaufen, was überhaupt gar nichts mit China zu tun hat. Die Chinesen selbst kaufen wahrscheinlich schon längst bei Saveway ein. Keine Atmosphäre, kaum Chinesen. Alcatraz ist spannend und abschreckend zugleich, was genau die richtige Mischung für eine gute Story ist. Die Tour auf die Gefängnisinsel ist zwar teuer, aber die Audiotour durch den Gefängnisbau ist einmalig und wirklich ihr Geld wert. Die Lombardstreet  ist nur eine Straße, von denen es in Europa tausende gibt. Der Golden Gate Park ist ein Traum von einem Stadtpark und lässt bezüglich Freizeitaktivität keinen Wunsch offen. Der japanische Teegarten ist sein Eintrittsgeld nicht wert, zumal der kostenlose Botanische Garten viel größer ist und auch eine sehr gelungene japanische Abteilung zu bieten hat. Der Coit-Tower ist ebenfalls kaum die Fahrt mit dem Aufzug wert, da man oben zwar einen ganz schönen Blick auf die Stadt hat, dieser aber durch Fensterscheiben und Mauern beeinträchtigt ist. Außerdem sind die Ausblicke, die man kostenlos aus den höher gelegenen Straßenzügen hat, viel eindrucksvoller und bereichern nicht eine habgierige Chinesenunternehmung, die für eine Aufzugfahrt von 20 Stockwerken umgerechnet 8.- DM pro Person haben möchte. Fishermans Wharf  ist zwar auch alles andere als authentisch, dennoch ist das Treiben an den kleinen Fressbuden und Restaurants sehenswert und wer gerne Krabben isst, für den ist das Hafengelände ein gefundenes Fressen. Der Pier 39 besteht zwar auch nur aus Touristenfallen, ist trotzdem schön hergerichtet, auch wenn der Film "San Francisco the Adventure" , der dort in einem Kino gezeigt wird, ein kleiner Reinfall ist. Eine Fahrt auf die Twin Peaks ist jedem ans Herz zu legen, hat man doch von dort oben den wohl besten Blick über die Stadt und die Bay. Doch ein Erlebnis besonderer Art ist die Golden Gate Bridge und der auf der Nordseite liegende Teil der Golden Gate National Recreation Area. Es sind schon zu viele schöne Worte um die Brücke gemacht worden, als dass ich da noch meinen Senf dazu geben muss. Es ist tatsächlich ein ganz großer Brückenschlag.
Natürlich kommt Wehmut auf, wenn man nach drei Tagen dieses San Francisco verlässt, weiß man doch nie genau, ob man diese große Stadt in seinem Leben noch mal wieder sehen kann. Doch wir sind und bleiben nur Reisende und blieben wir länger, würden wir mit jedem Tag mehr zu einem Teil der Stadt werden, und uns käme auch diese Metropole vor wie eine simple Zusammenrottung von Menschen, die Dreck produzieren und Lärm machen. Der Zauber wäre verpufft und die Brücke nichts weiter als eine Straße auf Stelzen. Man muss sich manchmal den besonderen Dingen im Leben entziehen, um den Zauber noch zu empfinden und ihn nicht mit Routine zu zerstören.

bilder/california/SanFranciscoPanorama.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 04. März 2001
04. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum California
Fotoalbum
nach oben
nach oben

09. März 2001 - Sonoma Coast SB

Der Wind peitscht uns um die Ohren, die Wellen, die hier an denn Strand schlagen, sehen bedrohlich aus, und mich könnten keine zehn Pferde dazu bringen, hier schwimmen zu gehen. Erstens ist das Wasser kälter als man das vom Pazifik eigentlich gedacht hat und zweitens ist es tückisch. Die Strömung könnte einen glatt umhauen und aufs offene Meer hinausziehen. Dazu steht die Sonne am Himmel, als wäre sie nie hinter Wolken verschwunden gewesen und verbrennt einem - ohne dass man davon auch nur den Hauch spürt - die Haut. Der Wind ist daran schuld. Er bläst so stark durch die winzigsten Öffnungen und kühlt dabei den ganzen Organismus ab. Das kniehohe Gras beugt sich unter den Kräften, denen es ausgesetzt ist und seine rhythmische Bewegung breitet sich wie in Wellen über die Sanddünen aus. Der starke Wind erschwert zudem das Gehen ungemein, ganz zu schweigen vom Sand, der das Vorankommen noch erschwerlicher macht. Es fröstelt einen und ich frage mich, warum wir uns das antun?
Die Elemente, die an der Sonoma Coast aufeinandertreffen, sind zwar nicht gerade menschenfreundlich und leicht zu ertragen, aber sie sind einfach urtypisch für diese Küste. Sie sind verantwortlich für alles, was hier wächst und gedeiht. Und sie bringen tausendfach wundervolle Dinge zustande. In ihrer Konstellation bringen sie eine Landschaft hervor, die es nur hier zu bewundern gibt und das sicher schon seit Tausenden von Jahren. Seit einer Ewigkeit schlagen hier die Wellen ans Land und werfen Strandgut aus weit entfernten Welten ans Ufer. Dieses liegt dann für Jahre und Jahrzehnte am Strand, bis es der Wind und die salzige Luft in Nichts aufgelöst haben. Die Möwen suchen sich aus dem Allerlei, was das Meer ans Ufer wirft, ihren Teil heraus. Es ist nicht sehr angenehm, hier zu sitzen und den Flug der Möwen zu beobachten. Wie die hohen Wellen den Sand im Wasser aufwirbeln und sich die Gicht schäumend über den gesamten Strand ausbreitet. Trotzdem ist man gefesselt von den Vorgängen hier in menschenunfreundlicher Umgebung. Wie gespannt schaue ich auf die Brandung und jeder kurze Moment, in dem sich nicht sofort eine neue Welle aufbaut, lässt in mir die Vorstellung aufkommen, es könnte jemand den Rhythmus der Wellen ausgeschaltet haben und mit einem Mal verstumme das Rauschen. Doch natürlich kommt sofort die nächste Welle, als wolle sie mir zeigen, dass die Brandung des Pazifiks unendlich ist und nie aufhören wird ans Ufer zu schlagen, und sie ist es ja auch. Noch lange nach meinem Ableben werden hier an der Sonoma Coast   in immer gleichem Rhythmus die Wellen ans Ufer getragen und der Wind wird wahrscheinlich auf ewig dem Gras in den Dünen zusetzen - eine wundervolle Vorstellung. Lässt sie für mich doch die Möglichkeit zu, immer wieder hierher zurückzukommen und das Schauspiel aufs Neue zu bewundern.

bilder/california/SonomaCoastStateBeachStrandgut.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 08. März 2001
08. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum California
Fotoalbum
nach oben
nach oben

11.-14. März 2001 - Sonoma, Napa Valley

Es hat sich wieder einmal bestätigt: Hat man einmal Freundschaften in den USA geschlossen, lebt man als Gast wie Gott in Frankreich und erfreut sich außergewöhnlicher Annehmlichkeiten. Oft sind die entstehenden Kontakte um drei oder mehr Ecken herum und trotzdem haben wir nie das Gefühl, unerwünscht zu sein oder sogar zu stören. Dabei laden uns Menschen ein, die wir erst fünf Minuten kennen und die absolut noch nicht wissen können, ob es sich bei uns um anständige Leute oder einfach nur um Dreckskerle handelt. Doch die Leute hier in Sonoma sind so vorbehaltslos gastfreundlich, dass wir uns wirklich wie zuhause fühlen. So haben wir hier Christine aus England wiedergetroffen, deren Tochter (Rosa) und Familie (Patrick, Felix und Maria) hier in Sonoma ein kleines Häuschen bewohnen. Nur durch Zufall standen gerade zwei Freunde von Patrick  vor der Haustür, wovon uns Benet gleich zum BBQ einlud. Seine Frau (Sheila) und deren Freunde ( Kevin und Leslie) hießen uns noch am gleichen Abend willkommen und wir verbrachten einen ausgesprochen unterhaltsamen Abend unter neu gewonnenen Freunden. Sheila führte uns dann einen Tag später durch das Beaulieu Vineyard, ein Weingut der gehobenen Klasse, in dem sie als Trade Relations Specialist arbeitet. Bei uns wäre sie sicher nur Weinhändlerin. Das Weingut erwies sich im wahrsten Sinne des Wortes als "großartig" und der Wein, den wir dort bezogen, war gut, aber teuer. Doch den größten Eindruck hinterließ bei mir die wunderschöne Landschaft. Das Napa-Valley und das Sonoma-Valley sind eine Augenweide für den Reisenden, obwohl sie dem heimischen Rheinhessen doch sehr ähneln. Doch das kann nur für unsere Heimat sprechen. Wenn die Abendsonne die Weinberge in ein weiches Licht taucht und hölzerne Scheunen den Weg säumen, dann erfährt man die Schönheit dieser Region. Man muss hier verweilen, einen Spaziergang durch das attraktive Sonoma machen, auf dem Square (so etwas wie der Stadtpark) umherlaufen, sich die geschmackvollen Geschäfte anschauen, einen Kaffee in einer der netten Kneipen trinken und die umliegenden Weinberge betrachten. Dann erst fängt die Region an, auf einen zu wirken und erst dann entfaltet sich der volle Zauber dieser berühmten Weingegend.
Aber es steht außer Zweifel, dass wir durch den Aufenthalt in Patricks und Rosas Haus eine Menge Dinge über die amerikanische Lebensweise erfahren haben. Für unsere Reise war diese Erkenntnis eine ausgesprochen lehrreiche Erfahrung. Der Einblick, den wir in einen ganz normalen Familienhaushalt hatten, ist von unschätzbaren Wert für uns, wenn es darum geht, die Menschen hier in diesem Land einzuschätzen. So müssen sich die Amerikaner meines Erachtens mit viel mehr Problemen rumschlagen als unsereins. Die amerikanische Familie mit zwei Kindern in einem kleinen Haus hat dermaßen viele Ausgaben, dass man sich unweigerlich fragt, wie sie dafür aufkommen kann. Des Rätsels Lösung liegt nicht selten in der Überziehung der Konten, in einem Land, in dem die Krankenversicherung mit 20% Selbstbeteiligung über 1000.-DM monatlich kosten kann. Nicht selten werden hier die Kreditkartenkonten mit mehreren tausend Dollar überzogen. Die Medien haben ihren Anteil daran, jedem eine Welt voller Luxus vorzuführen, in der es gilt, jeden Mist zu kaufen, um in der Gesellschaft im richtigen Licht stehen zu können. Doch nur wenige können sich das leisten, obwohl die meisten am Megakonsum teilnehmen. In den USA ist es nur ein kleiner Schritt zwischen Reichtum und Ruin und so manch erfolgreicher Arbeitnehmer sieht sich nach Verlust seines Jobs auf der Straße wieder, da er sich weder Wohnung noch Auto mehr leisten kann, sich aber für diese auf Jahre hinaus verschuldet hat. Eine durchaus normale Karriere. Ich glaube, die Zeiten sind schon lange vorbei, als die Weltbevölkerung noch glaubte, dass in Amerika das Leben paradiesische Ausmaße hätte. Nirgends muss man härter arbeiten, um einen angenehmen Lebensstandard zu erreichen und im Vergleich auch oft länger als der Rest der arbeitenden Bevölkerung. Urlaub und Kündigungsschutz sind so selten im Wortschatz des Arbeitnehmers wie Sparkonto und Unverschuldung. Nur wenige erreichen den Zenit des größenwahnsinnigen Reichtums einer Elitegesellschaft, die darauf aus ist, das Geld schön in den eigenen Reihen zu belassen und dem Rest des Proletariats nur per Fernsehen zu demonstrieren, was es verpasst hat. Amerika ist sehr arm. Arm an Kultur und sozialem Verstand. Und die Geschichte des Tellerwäschers ist eine Farce.

bilder/california/SonomaWeinbergeScheune.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 10. März 2001
10. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum California
Fotoalbum
nach oben
nach oben

18.-19. März 2001 - Redwood NP

Baum ist Baum und Wald ist Wald. Weit gefehlt! Nicht dass ich daran geglaubt habe, dass Wälder prinzipiell alle gleich aussehen. Nein, eher dass ich als Anti-Biologe - und wahrer Holzklotz, was meine Florakenntnisse angeht - kaum einen Baum vom anderen unterscheiden kann und sich mir gerade noch der Unterschied zwischen Nadelbaum und Laubbaum erschließt. Doch schien sich in meiner dann doch beschränkten Vergangenheit kein Wald vom anderen durch besonders starken Modergeruch oder übermäßigen Schädlingsbefall abzuheben. Zwar stehen hier die Bäume etwas dichter und dort wächst mehr Grün am Boden, doch zuguterletzt ist es nur ein Wald, der einfach schlechte Karten hat, wenn mal ein Brand durch den selbigen fegt. Doch nicht mal ein Feuer kann den Redwoodbäumen an der nordkalifornischen Küste etwas anhaben, und das ist nur eine von hundert Auffälligkeiten, die einen Redwoodwald von einem Wald, wie ich ihn bisher kannte, unterscheidet. Klar, Redwoods - wie sie liebevoll genannt werden und was irrtümlicherweise auf kleine Artgenossen schließen ließe - sind die größten Lebewesen der Erde. Das habe ich auch vorher gewusst. Ich wusste sogar, dass sie sehr alt werden können. Doch es ist mir unmöglich, die Eindrücke zu schildern, wenn man in einem Wald voller Redwoods spazieren geht und sich in eine andere Welt versetzt fühlt. Wenn man vor einem dieser monumentalen Riesen steht und an seine bis zu dreißig Zentimeter dicke Borke fasst. Seinen Blick an dem kerzengeraden Stamm nach oben schweifen lässt und das Gefühl hat, man blicke einen Highway in Texas entlang, dessen Ursprung sich am Horizont auf einen Punkt in der Größe eines Stecknadelkopfes konzentriert. In Wirklichkeit ist die Baumkrone so hoffnungslos weit entfernt, dass man die Spitze des Riesen gar nicht ins Auge fassen kann. Aber es ist nicht nur ihre Größe, es ist auch ihr Alter von bis zu 2000 Jahren, das mich vor Ehrfurcht erstarren lässt. Diese Bäume nehmen nicht nur den Platz ein, auf dem sie stehen. Sie beanspruchen mehr als den Grund und Boden um sie herum. Sie sind in der Luft und im Wasser. Sie nehmen einfach die ganze Atmosphäre in Anspruch. Und sie sind Zeugen längst vergangener Tage, jedes einzelne Exemplar hat schon lange bevor die ersten Indianer das Land besiedelten dieses Fleckchen Erde bewohnt. Und ihre Vorfahren haben schon mit den Dinosauriern zusammen gelebt. Und so kommt einem der Spaziergang auch vor, als würde man sich in der Welt der Dinosaurier aufhalten, in der halt alles etwas größer ist. Wie in einem Märchenwald, in dem Elfen umherschwirren und Einhörner an verborgenen Bachläufen trinken. Überall grünt der Farn und in dessen Schutz wächst Klee so groß wie Marmeladenglasdeckel. Auf umgestürzten Baumriesen wachsen neue, kleine Redwoods heran, als bedienten sie sich einer kleinen Stufe, um schneller in die Höhe zu wachsen. Und überall stehen die dicken Stämme der mächtigen Bäume. Manche sind von unten her ganz hohl und böten einer Kleinfamilie genügend Wohnraum. Andere wachsen so unvermittelt aus der Erde heraus, dass man glauben möchte, ein Riese hätte seinen Zahnstocher in die Erde gerammt. Und manchmal knarrt einer dieser Zahnstocher in einem tiefen, langanhaltendem Ton, als wolle er ein altes Lied singen.
Die ersten weißen Menschen hatten aufgrund der riesigen Fläche, die einst von Redwoods beansprucht wurde, den Eindruck, den Wald könne man nie ausbeuten. Der Holzvorrat schien ewig zu sein und die Methoden, mit denen um die Jahrhundertwende gefällt wurde, gaben dazu auch kaum Anlass. Doch das zeigt mal wieder, wie einfältig der Mensch ist und wie beschränkt seine Denkweise. Weil es genug Redwoods gab, schlug man sie der Reihe nach um und Holz wurde eine erschwingliche Ware. Auch nachdem die Fällmethoden und Werkzeuge moderner wurden und ein Abholzen im großen Stil begann, dachte kein Mensch an den schwindenden Bestand. Im Gegenteil. Mit der Zeit perfektionierte man die Methoden und kam regelrecht auf den Geschmack. Man überlege sich das mal genauer. Hier wurden Bäume gefällt, die 2000 Jahre und mehr auf dem Buckel hatten. Einer nach dem anderen. Exemplare von mehr als hundert Metern Höhe und nicht selten mit einem Umfang von 20 Metern. Dass dabei der gesamte Redwoodbestand beinahe vor die Hunde ging, das bemerkte kaum jemand, wären da nicht einige aufmerksamen Mitbürger gewesen, die durchaus registrierten, dass die einstigen 8000km2 Wald zu einer Fläche von gerade mal 400 km2 zusammengeschrumpft ist. Das erinnert an die Ausrottung der Büffel. Habgierig und sinnlos. Schade, dass der Mensch so einfältig ist und so kurzsichtig handelt.
Wir hatten auf jeden Fall noch das ergreifende Vergnügen, dem höchsten Lebewesen der Erde gegenüber zu stehen. Dem Tall Tree, einem Redwood mit der unglaublichen Höhe von 112,1 Metern. Ganz unscheinbar steht er inmitten anderer Baumriesen und erfreut sich seiner fast lächerlichen 600 Jahre. Von unten sieht man ihm seine wahre Grösse nicht an. Doch er selbst genießt es mit Sicherheit, über allen anderen Lebewesen zu stehen.

bilder/california/RedwoodNPPrairieCreekSPBrittusBigTree.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 17. März 2001
17. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum California
Fotoalbum
nach oben
nach oben

21. März 2001 - Frühlingsanfang

Endlich ist es soweit. Jetzt ist auch laut Kalender endlich Frühling, schließlich wussten wir es schon seit mindestens einer Woche. Die Temperaturen sind noch um einige Grad gestiegen und nachts läuft nur noch selten die Heizung, die auf 15°C voreingestellt ist. Heute in Redding hatte es sogar schon 26°C. Zum Frühlingsauftakt schien die Sonne und überall sah man schon bunte Blumen blühen und üppiges Grün leuchten.   Noch nie habe ich die Jahreszeiten so bewusst wahrgenommen wie in diesem Jahr, in dem  wir hier in Nordamerika unterwegs sind. Der Sommer im letzten Jahr war endlos lang, da wir ihn durch unseren Weg nach Süden künstlich verlängert hatten. Der Herbst war kaum wahrnehmbar, höchstens an der leichten Verfärbung des Laubes. Doch bevor das Laub zu Boden fiel, wechselten Palmen in Florida   die Laubbäume des Ostens ab und die behalten bekanntlich im Winter ihre Blätter. Der Winter kam plötzlich und unvermittelt. Er traf uns hart, da wir gehofft hatten, die Winterjacken nicht gebrauchen zu müssen. Doch jetzt, da er ganz offensichtlich vorüber ist, wollte ich ihn nicht missen. Der Frühling hingegen schleicht sich so langsam an. Wenn man im März durch die Sierra Nevada fährt, muss man eigentlich noch überall mit Schnee rechnen. Dieses Jahr ist es relativ mild und nur noch oberhalb 1600 Meter trifft man auf größere Schneefelder. Wenn man dann wieder zurück in die Täler fährt, dann grünen die Weiden und Bäume mit jedem Höhenmeter mehr, den man sich den Berg hinunterschlängelt. Die ersten Wildblumen stehen auf den Weiden und färben die Landschaft in ein helles Gelb oder in ein leichtes Violett. Aber das habe ich auch schon zuhause beobachtet und wer nicht ganz in seine Arbeit abgetaucht ist, der wird dieses Phänomen jedes Jahr aufs Neue entdecken können.
Hier ist es noch etwas anders. Hier kann ich den Frühling nicht nur sehen oder gar riechen, ich fühle ihn regelrecht. Wenn ich abends den Sonnenuntergang  beobachte, dann strahlt der Himmel ein anderes Licht aus. Die Farben sind  wärmer und kräftiger. So geht es auch mit mir. Ich fühle mich plötzlich viel lebendiger und mein Tatendrang ist kaum zu bremsen. Ich empfinde eine neue Lust, die Welt zu erobern und stecke voller Energie. Diese "Frühlingsgefühle" sind in diesem Jahr noch viel intensiver. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Jahreszeiten - ja die ganze Natur - in diesem Jahr in Nordamerika viel intensiver erlebe.
Wir trafen heute übrigens mitten in der Pampa auf der Suche nach einem Plätzchen  für die Nacht ein nettes Camperpärchen, die im Mai einen Monat nach Europa fahren. Sie starten in Paris, wollen aber dann schon recht bald Freunde in Gau-Bickelheim besuchen. Als ich das hörte, war mir wieder klar, dass Gau-Bickelheim doch der Nabel der Welt ist.

bilder/sierranevada/BattleCreekA6beiManton.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 21. März 2001
21. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum Sierra Nevada
Fotoalbum
nach oben
nach oben

24. März 2001 - Grover Hot Springs SP

Heute ist mein Geburtstag. Wie oft habe ich mir vorgestellt, wie wohl Weihnachten, Silvester oder mein Geburtstag in Amerika verlaufen werden, auch wenn ich zuhause kein extremer Anhänger von zelebrierten Feierlichkeiten bin. Doch ich fragte mich immer wieder, welchen Wunsch man sich dann wohl erfüllen wird. An Weihnachten waren wir gut essen und Silvester haben wir (wunschlos glücklich) verschlafen. Für meinen Geburtstag haben wir uns nichts  Besonderes vorgenommen und doch wurde es einer unserer schönsten Tage überhaupt. Schon am Morgen kam ich in den Genuss liegenbleiben zu können, da mir Britta das Frühstück zubereitete. Eigentlich ist das nämlich mein Job, doch am heutigen Tag wurde ich von der ersten Minute an verwöhnt. Ich bekam einen frisch aufgebrühten Kaffee und dazu gab es selbstgemachten Nuss-Zimtkuchen. Wie jeden Morgen ließen wir uns die wichtigste Mahlzeit am Tag genüsslich munden, bevor wir uns zu einem Spaziergang aufmachten. Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als wir das Hot Springs Valley durchschreiten. Die Bergketten um das Tal herum sind noch schneebedeckt und schimmern im Licht der Sonne. Das Gras auf der Weide ist noch braun von der monatelangen Belagerung durch Schnee und Eis. Doch es dauert nicht mehr lange und man wird die ersten Blüten auf frischen grünen Gras sehen. Wir steigen den Hang hinauf und das Rauschen des Hot Spring Creek wird immer intensiver. Genährt von der Schneeschmelze erreicht der ansonsten harmlose Bach recht beachtliche Ausmaße und ergießt sich an verschiedenen Stellen über die steilen steinernen Stufen. Wir entledigen uns der meisten unserer Kleider und baden unsere Füsse im kühlen Nass. Die Kälte ist kaum länger als wenige Sekunden auszuhalten, trotzdem ist es ein wohltuendes Gefühl. Die Sonne wärmt die Haut und zusammen mit dem stetigen Rauschen des Baches ist das die beste Voraussetzung für pure Erholung unter freiem Himmel. Wir sitzen unbestimmte Zeit auf den Felsen nahe am Bach und lassen einfach die Gedanken ziehen, blicken hinauf zu den schneebedeckten Bergen und erfreuen uns am Leben. Dann erfolgte der Abstieg zurück ins Tal. Überall durchkreuzen kleinere Rinnsale den Weg, die sich bedingungslos die kürzeste Strecke den Berg hinab suchen. Manchmal müssen wir auch die letzten Überreste des sich wacker haltenden Schnees überqueren. Dabei begleitet uns immer ein leichtes Rauschen der Pinien, das so weich klingt wie deren Nadeln sich anfühlen. Am Camper angekommen, entfache ich erst mal ein gediegenes Lagerfeuer und Britta macht uns einen Cappuccino. Die nächsten zwei Stunden verbringen wir mit unseren Büchern, wobei ich nur jedem das Buch "Wassermusik" von T. Coraghessan Boyle ans Herz legen kann. Ich habe nur selten ein so unterhaltsames und intelligentes Buch in den Händen gehalten. Danach packen wir unsere Sachen und gehen einen Kilometer zu den heißen Quellen, die dem State Park seinen Namen gegeben haben. Bei fast 40°C Wassertemperatur entspannen wir uns mit Blick auf die umliegenden Hänge und genießen so den ausklingenden Tag. Danach bekocht mich meine liebe Frau und es gibt Spaghetti mit selbstgemachten Pesto und geriebenem Parmesan. Dazu öffnen wir den Pinot Noir des Weingutes Beaulieu Vineyard, welches wir noch vor fast zwei Wochen besichtigt haben. Und somit klingt mein erster und vielleicht einziger Geburtstag in Amerika aus. Kann ein Tag noch besser verlaufen? CD-Gewinn!

bilder/sierranevada/GroverHotSpringsBankMitAussicht.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 23. März 2001
23. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum Sierra Nevada
Fotoalbum
nach oben
nach oben

26.-28. März 2001 - Yosemite

Yosemite . Ein Name ist Programm. Und wenn man noch lange nicht weiß, wie man Amerikas beliebtesten National Park schreibt, oder um was es sich bei diesen wohlklingenden Silben überhaupt handelt, so hat man doch den Namen schon gehört. Es ist fast unmöglich, nichts über den Park und seine Naturwunder zu lesen. In jedem Reiseführer ist irgendwo ein Bild vom Park abgebildet,  wenn nicht sogar auf der Umschlaghülle, selbst wenn es sich um Reiseführer des Ostens handelt. Der Yosemite National Park ist der Amerikaner liebstes Kind und es gibt kaum jemanden im Land, der noch keine Reise in die sagenumwobene Landschaft unternommen hat. Wenn man an einem Ort sein möchte, an dem schon mindestens 70-80% aller Amerikaner gewesen sind, dann sollte man nur folgende Überlegung nachvollziehen. Jeder National Park hat seine Hauptregion. Dort gibt es meistens auch eine Hauptattraktion, wie zum Beispiel ein besonders guter Aussichtspunkt, ein riesiger Baum oder einen Wasserfall. Wenn man dort an zentraler Stelle die Toiletten benutzt, hat man sein Geschäft an einer Stelle verrichtet, an dem wahrscheinlich alle Parkbesucher schon mal gewesen sind. Im Yosemite National Park könnten die Region das Yosemite Valley und die gleichnamigen Wasserfälle die Hauptattraktion sein, an zentraler Stelle mit zugehörigem Klohäuschen. Wer hier pinkeln geht, hat mit 70-80% der amerikanischen Bevölkerung etwas gemeinsam. Es liegt wohl auf der Hand, dass wir genau an diesem Klohaus die einzigen Bekannten (ausgenommen Bernd und Andrea in Chicago) aus der Heimat getroffen haben. Walter und Gabi Gaudron sind auf einer Busrundreise durch Kalifornien unterwegs und haben uns ihre Reiseroute gefaxt. Vier Stunden warteten wir am Klohäuschen der Yosemite Wasserfälle auf die uns bekannten Gesichter. Und nur weil ganz Amerika ehrfürchtig am Zugangspfad der Fälle verharrt und sich die Finger wund knipst, heisst das noch lange nicht, dass das die Gaudrons auch tun müssen (typisch). Wir haben unser Treffen der Tatsache zu verdanken, dass alle Frauen von Natur aus von Toilette zu Toilette eilen, und wir das Klohaus zum strategischen Mittelpunkt unserer Suche gemacht haben. Deshalb konnten wir noch eine halbe Stunde mit den Lieben in heimatlichem Dialekt quatschen, bevor die Reisegruppe auch schon wieder geschlossen die Weiterfahrt antrat. Die Aktion war dennoch jede Minute des Wartens wert, hatten wir so mal wieder einen Hauch Heimat geschnuppert. Wer jetzt auf die glorreiche Idee kommt, wir würden ja über Internet mit unseren Freunden in Kontakt stehen und so immer einen Hauch von Zuhause mitbekommen, der sollte sich folgende Story durchlesen:

Internet - Fluch oder Segen

Es fällt  mir heute besonders schwer, etwas über unsere Tage im Yosemite National  Park zu schreiben. So viele Worte wurden schon um dieses Fleckchen Erde gemacht, dass meine Ergänzungen lächerlich wirken. Und darin besteht die größte Gefahr überhaupt, wenn man die Tore in ein angebliches Naturparadies öffnet. Die vielen Bilder, die man schon gesehen hat, die vielen Bücher, die darüber geschrieben wurden, sie alle bewirkten bei mir eine gewisse Erwartungshaltung. Wenn dann die Realität nicht den Bildern in Hochglanzbroschüren entspricht, weil andere Touristen den Weg versperren oder das Gras nach dem Winter erst mal braun ist, bevor es grün wird, dann kann die Enttäuschung groß sein. Ich habe so viel Gutes und Schönes über diesen Park gelesen und Filme im Fernsehen gesehen, dass ich mir fast die Anreise hätte sparen können. Alle Leute, die wir bisher getroffen haben, stießen ein stimmungsvolles Jauchzen aus und empfahlen uns den Yosemite National Park wärmstens. Andererseits habe ich auch so viel Negatives über den Park gehört. Ich habe einen Freund, der auf der Schwelle zum berühmten Yosemite Valley umgekehrt ist, da er trotz oder wegen wunderschöner Natur im Stau stand. Die vier Millionen Besucher, die jährlich das Valley besuchen, treten im Sommer ganze Wiesen platt und im Herbst sieht das Tal aus wie ein Schlachtfeld.
Also fuhren wir mit gemischten Gefühlen zu schon fortgeschrittener Stunde ins Tal  der Täler hinab und sahen nichts außer Nebel. Im Valley hing eine graue Decke und verschleierte den Blick auf die emporsteigenden Felswände. Und auf Höhe der Bridalveil Falls schoss wie aus dem Nichts eine Wasserfontäne aus der dunklen Wolke heraus. Eine wirklich seltsame Atmosphäre und ein unheilbringender Vorbote.
Ein Erlebnis  ist von vielen Faktoren abhängig. Auch der Yosemite Park kann  zur Qual werden, wenn man sich am Ausgangspunkt eines Wanderweges anstellen  muss, um den Pfad zu gehen. Wenn der Campground trotz überhöhter Preise keinerlei Ausstattung bietet, dann schmälert das die Freude und damit den Erlebniswert, denn es ist immer die Summe der Dinge, die ein Erlebnis ausmachen. Wir konnten zum Beispiel leider nicht über die Tioga Road fahren, die noch unter tiefem Schnee begraben lag und mitten durch den Park führt und ganz besondere Ausblicke bereit halten soll. Auch viele Wanderwege im Valley waren noch unpassierbar. Dafür mussten wir uns nicht zum Wandern anstellen, und das war ein echter Segen.
Wir waren drei volle Tage im Yosemite Valley unterwegs. Wir hatten drei Tage strahlenden Sonnenschein. Wir haben Bill und Kathy auf dem Campground kennengelernt und mit ihnen zusammen zwei nette Abende vor dem Lagerfeuer verbracht. Wir sind zu den Yosemite Falls bis auf 2100 Meter hochgestiegen und hatten von dort oben eine traumhafte Aussicht. Wir saßen an Bachläufen und blickten ehrfürchtig die steilen Felswände empor. Schauten auf Gipfel mit Namen wie El Capitan,Sentinel Rock oder Half Dome. Wie sahen das Schmelzwasser einer ganzen Bergkette die Hänge hinabstürzen. Wasserfälle, wo das Auge auch hinblickt. Und immer wieder die grau glänzenden Felswände, die wie Wachsoldaten um das Tal herum stehen und manchmal pittoreskerweise glatte runde Gipfel wie Helme tragen. Rehe laufen unbeeindruckt an uns vorbei. Im Wasser spiegelt sich der Gipfel eines Bergriesen, und überall hört man das Rauschen von Wasser, was unaufhörlich die Hänge hinunter strömt. Mitten im Tal stehen die hohen Pinien zwischen deren Wurzeln sich in unzähligen Pfützen der wolkenlose Himmel spiegelt und tausende Kleinstlebewesen herumtoben. Nach jeder Biegung, die der Pfad macht, erschließt sich einem ein neuer Einblick in die Welt der Wunder. Yosemite ist jeden Meter der Anstrengung wert, und meistens gehen die Wege vom Tal direkt in den blauen Himmel. Oben angekommen, versucht man sich die Wirkung auf die ersten Besucher dieses Tals auszumalen. In atemberaubender Höhe blickt man über die ganze Pracht der Felsanordnungen und gewöhnt sich nur schwerlich an die rauschenden Flüsse, die fast aus jedem Seitental ins Yosemite Valley hinabstürzen. Es ist einfach traumhaft schön im Yosemite Valley. Das sollte man gesehen haben, das muss man gesehen haben. Sei das Opfer auch noch so groß und der allsommerliche Stau auch noch so lang. Wenn man dann die Massen hinter sich gebracht hat und unter wenigen Gleichgesinnten die Pfade entlang läuft, dann entschädigt das für jeden Aufwand, die lange Anfahrt und die Parkplatzsuche. Jedes geschriebene Wort über den Park kann der Realität kaum das Wasser reichen. Und Yosemite  kann jede noch so hohe Erwartung erfüllen, doch...

bilder/sierranevada/YosemiteFallsTrailTopBrittaFly.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 25. März 2001
25. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum Yosemite
Fotoalbum
nach oben
nach oben

30. März - 01. April 2001 - Millerton Lake SRA

...wenn man gar keine Erwartungen hat und dann an einen Ort gelangt, der zwar nicht so spektakulär, aber dennoch wunderschön ist, dann kann das Erlebnis  genauso groß, wenn nicht sogar größer sein. Erfahrene Traveller raten einem immer, abseits der Hauptrouten unterwegs zu sein und dort die Oasen der Ruhe aufzutun. Millerton Lake ist eine dieser Oasen, auch wenn hier Wassersport ganz groß geschrieben wird. Die grünen Hügel sind mit weißem Granitgestein gesprenkelt und niedrige Eichen und Pinien wechseln sich in lockerem Bewuchs ab. Der kalifornische Staat hat dort mit seiner State Recreation Area ein Paradies für Camper und Wasserfanatiker geschaffen. Terrassenförmig sind die Stellplätze angelegt und fast jeder Platz hat einen freien Blick auf den Stausee, der um diese Zeit seinen Wasserpegel von Tag zu Tag erhöht. Man hört zwar hier und da ein Motorboot, doch der See ist so groß, dass sich das Geräusch mit dem Piepsen der Vögel vermischt und keineswegs störend wirkt. Segelboote gleiten dahin und an einer Stelle, mitten im See, versammeln sich tausende Möwen und veranstalten ein Gekreische, dass man glauben  könnte, dort gäbe es Freifisch. Das Kreischen hält an, bis  es von dem Quaken der Frösche abgelöst wird. Das Wasser ist klar und sauber, aber nur Britta bringt den Mut auf, in dem kalten Wasser zu baden. Wir haben den Gaskocher aufgebaut, den Grill in Gang gesetzt und uns bei sage und schreibe 26 Grad unter die kleine Eiche verdrückt. Es erinnert alles ein bisschen an Griechenland. Es erinnert ein bisschen an Urlaub. Aber wie erkläre ich das den Lieben zuhause: Urlaub im Urlaub? Das hört sich vielleicht doch ein wenig größenwahnsinnig an, ist es aber nicht. Wie oft haben wir uns schon eine andere Beschäftigung gewünscht, als morgens das Auto fahrbereit zu machen, die Sachen alle richtig zu verstauen, einkaufen zu gehen, Kilometer um Kilometer auf Amerikas Straßen abzufahren und abends einen Platz für die Nacht zu suchen. Manchmal gleicht ein Tag dem anderen, obwohl wir doch jeden Tag an einem anderen Ort sind. Wir sehnen uns beide nach sinnvoller Arbeit, endlich morgens aufstehen und eine richtige Aufgabe haben. Da beneidet mich Britta um meine Homepage, die mich wenigstens ansatzweise beschäftigt. Böse Zungen behaupten zwar, dass der Wiedereinstieg nach einem Jahr Urlaub besonders schwer sein wird, wir glauben jedoch, dass wir es kaum noch abwarten können, uns ins Gewühl zu stürzen. Und wenn man dann an so einen Platz kommt und "nur" noch vier Monate der Reise vor sich hat, dann lehnt man sich noch mal zurück und genießt sein Leben in vollen Zügen. In spätestens fünf Monaten sieht für uns der Alltag wieder so aus wie bei tausend anderen Arbeitswütenden auch. Dann wird ein Moment wie dieser so selten wie ein Lotteriegewinn sein und man kann sich nicht mehr vorstellen, dass man sich mal nach Arbeit gesehnt hat. Also legen wir schweren Herzens die Beine hoch, machen halt noch ein Lagerfeuer, grillen uns noch ein Steak und träumen von Arbeit und Beschäftigung. Naja, so schwer fällt es uns ja gar nicht.

bilder/california/MillertonLakeSRABrittaSunset.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 29. März 2001
29. März 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum Callifornia
Fotoalbum
nach oben
nach oben

05.-06. April 2001 - Death Valley NP

Spannend war es ja schon, als wir die Panamint Mountains ins Tal der Täler  runterfuhren. Als Europäer weiß man so gar nicht, was man zu erwarten  hat, wenn man ins Death Valley kommt. Aasgeier, die auf abgestorbenen  Baumresten sitzen und auf allzu mutige Wanderer hoffen? Flirrende Hitze, die einem eine Limobar vorgaukelt, wo nichts als Staub und Sand ist? Aber wie immer ist alles anders und weit eindrucksvoller als sich das mein kleines  Hirn ausdenken kann. Obwohl das mit dem Wanderer kein Hirngespinst ist. Im letzten Sommer hat ein Deutscher versucht, bei 38°C im Schatten einen 3 km langen Canyon zu durchwandern. Fünf Stunden später und bei mittlerweile 45°C fand man ihn tot im Staub liegen. Er ist regelrecht vertrocknet. So geht's, wenn man nicht auf die Warnschilder achtet. Aber wahrscheinlich konnte er kein Englisch, wozu auch?! Da bin ich froh, dass wir nicht im Juli 1913 im Tal angekommen sind. Da zeigte das Thermometer lockere 57°C im Schatten an. Kurioserweise hatte es sechs Monate vorher gerade einen Minus-Rekord von -9°C gegeben. In diesem Jahr schien die Natur wohl verrückt zu spielen. Aber das ist etwas, was wir einzuschätzen gelernt haben in unserer Zeit des Reisens. Auch wenn der Mensch glaubt, er kontrolliere die Erde, so ist die Natur nie und nimmer zu bändigen. Mit fünf Zentimeter Niederschlag im Jahr rangiert das Death Valley nicht gerade unter den Feuchtgebieten Amerikas. Doch als wir Regenmacher die Schwelle zum Tal überschritten, regnete es (nicht gerade wie aus Eimern, aber immerhin soviel, dass in den darauffolgenden Tagen etliche Blümchen in der ansonsten verdorrten Landschaft erblühten). Auch die Tatsache, dass wir mit durchschnittlichen Tagestemperaturen um 23°C ein absolut angenehmes Klima erlebten und keineswegs in der Hitze schmoren mussten, überraschte uns positiv. Wir hätten auch nicht damit gerechnet, dass sie hier mitten im Death Valley eine Quelle gebuddelt haben, die täglich ca. 4 Millionen Liter Wasser zutage fördert. Und dass davon 95% im Sommer auch wirklich benötigt werden. Als wir allerdings die Palmen und den GOLFPLATZ (der mit der Tatsache wirbt, dass er der tiefstgelegene Golfplatz der Erde ist) mit saftigem Rasen auf der Furnace Creek Ranch  erblickten, war uns alles klar. Hier ist Wasser keine Frage des: "Woher nehmen?", sondern eher des: "Wie verteile ich das nützliche Nass am besten auf der Grünfläche, wenn die Hälfte des Wassers schon in der Luft verdunstet?" Aber das ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass die Amis die größten Energieverschwender der Welt sind, auch wenn es durchaus reizvoll erscheint, am trockensten Punkt der USA eine Runde Golf zu spielen. Aber das wäre ungefähr so, als esse man im Beisein hungerleidender Kinder eine Schweinshaxe mit Kraut und Rüben und kippte die Hälfte davon vor deren Augen in den Ausguss. Irgendwie pervers. Wir spielten auf jeden Fall nicht Golf, sondern erforschten den Canyon, den der verdorrte Deutsche im letzten Jahr schon vor uns inspiziert hat, und wurden durch die Vielfalt und die Pracht des Valleys überrascht. Kaum ein National Park ist so variationsreich und so bunt wie der Death Valley National Park . Uns blieb regelrecht die Spucke weg, als wir die Formen und die Farben der umliegenden Berge sahen. Denn das Tal des Todes ist eingeschlossen von hohen Bergen, wovon der Telescop Peak  mit seinen 3368 Metern zur Zeit noch mit Schnee bedeckt ist, während  direkt unter ihm, ca. 15 km Luftlinie östlich davon, das Death Valley mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel als tiefste Stelle der westlichen Hemisphäre vorzufinden ist, in dessen Ebene die Hitze flimmert und wirklich kein Halm mehr wächst. Und das weiße Salz des verdunsteten Wassers reflektiert die Sonnenstrahlen tausendfach und macht das bloße Anwesendsein zur Mutprobe. Davon mehr in der folgenden Story:

Death Valley

Morgen verlassen wir Kalifornien, in dem wir fast zwei Monate unterwegs waren. Wir sind einmal hoch und einmal runter gefahren und haben nicht eine Meile davon bereut. Kalifornien hat alles, was sich ein Land nur wünschen  kann. Traumhafte Küste, wunderschöne Berge, eindrucksvolle Städte und idyllische Seen. Ein Spruch wie aus dem Katalog und doch kein bisschen  übertrieben. Kalifornien ist so unamerikanisch und doch deckt es sich hundertprozentig mit der am meisten angenommenen Vorstellung von Amerika: frei, fast schon paradiesisch, reich und reichhaltig - an Naturschätzen  und Geldmitteln, warm und vielfältig, freundlich und leise, groß und großartig. Wäre Kalifornien ein selbständiges Land, ich könnte mir die Frage des Auswanderns noch einmal überlegen.

bilder/california/DeathValleyNPBadwaterSalz.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 04. April 2001
04. April 2001
Karte California
Karte California
Fotoalbum Death Valley
Fotoalbum
nach oben
nach oben

09.-11. April 2001 - Las Vegas

Wenn man bedenkt, dass sich noch vor 75 Jahren hier in der Wüste von Nevada   der Hase und der Wüstenfuchs gute Nacht gesagt haben, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass die Ursache für Abermillionen Besucher  jährlich hier in Las Vegas einzig und allein der Spieltrieb des Menschen zu sein scheint. Doch es dauerte nicht lange, dann hatte ich verstanden, dass Las Vegas mehr als eine Spielhölle ist. Es ist ein Vergnügungsparadies. Angefangen bei der Übernachtung im stilvollem Hotel bis zur Abendunterhaltung in einer Entertainment-Show. Hier kann man genau das machen, was unglaublich viel Spaß macht, wenn man sich darauf eingestellen kann - Geld ausgeben! Dennoch fragte ich mich des öfteren, was wohl unsere Nachfahren in zweitausend Jahren über unsere Gesellschaft denken werden, wenn sie eine Stadt wie Las Vegas aus dem Staub der Wüste ausgraben. Überdimensionale Hotelkomplexe, gigantische Bauten aufwändigster Architektur. Prachtvolle Säulengänge, hochwertig ausstaffierte Empfangssäle, marmorierte Fußböden, goldene Kronleuchter, originalgetreue Nachbauten ganzer Städte innerhalb der Hotels, Restaurants bis zum Abwinken, Bühnen mit verschiedensten  Unterhaltungsprogrammen, wo das Auge hinschaut, und nicht zuletzt abertausende Spielautomaten, Spieltische, ganze Spielhallen in aufwändigster Form ausgestattet  und dekoriert. Es muss zwangsweise unseren Nachfahren der Eindruck entstehen, wir hätten uns bis zum Exzess amüsiert und nur den schönen  Dingen im Leben gefrönt. Vielleicht werden sie so über uns denken, wie wir über die Römer, deren prachtvolle Bauten ebenso Rückschlüsse  auf sehr angenehme Lebensformen zulassen. Sie müssen reich gewesen sein, wussten gute Speisen und Getränke zu schätzen und kannten durchaus den Vorteil gut ausgestatteter und großzügig eingerichteter Wohnungen und Häuser. Dennoch ging ihr Reich unter. Und wieder einmal wird mir so die Vergänglichkeit unseres Seins bewusst. Ja, ich glaube tatsächlich, dass auch Las Vegas irgendwann einmal im Sand versinkt und dass man später die Reste einer Stadt ausgraben wird und Rückschlüsse ziehen darf. Schade drum, ist Las Vegas doch immer eine Reise wert. Denn ich glaube, auch die Römer hätten hier ihren Spaß gehabt.

Ich bin eben keine Spielernatur. Und vielleicht habe ich gerade deswegen Las Vegas mit 20$ plus verlassen. Was aber eine sogenannte Milchmädchenrechnung  ist, da wir natürlich (wie von allen erwartet) neben unserem nicht sehr stark ausgeprägtem Spieltrieb unseren Fresstrieb kaum unter Kontrolle hatten. So haben wir uns täglich zweimal an "all you can eat"-Theken gelabt und sind nebenbei seit langem mal wieder in den Genuss eines Vollbades gekommen, da wir uns den Luxus eines Hotelzimmers gönnten. Auch fiel es uns schwer, die etlichen Ladenstraßen zu durchschreiten, ohne einem Kaufrausch zu unterliegen. Das wird von einem Las Vegas Besucher erwartet und ist im Grunde das gleiche Konzept wie in Disneyworld. Dennoch gibt es gegenüber der Traumfabrik Disney erhebliche Unterschiede. Der größte Unterschied ist, dass Las Vegas keine 100.- DM Eintritt kostet und dass einem der ganze Müll mit den unendlich vielen Comicfiguren erspart bleibt. Aber auch sonst stellt Las Vegas alle erdenklichen Vergnügungsparks in den Schatten. Ausgenommen man empfindet keine Genugtuung mehr, wenn man sich nicht in eine halsbrecherische Achterbahn begibt, oder ohne gesundheitsgefährdende Fahrgeschäfte, die einen wie Ping-Pong Bälle durch Luft und Raum schleudern, einfach nicht glücklich werden kann. Doch selbst dieses Bedürfnis kann man auf dem Strip befriedigen.
Ich möchte  es mal so ausdrücken. Die Qualität der Attraktionen ist um ein vielfaches höher. Das Essen schmeckt besser - auch wenn die Buffets Einheitsküchen haben, die alle vom gleichen Anbieter beliefert werden - und man kann sich für wenige Dollars regelrecht den Magen vollschlagen. Die großen Hotels am Strip sind alle aufwändigst ausgestattet und perfekt in Szene gesetzt. Geschmackvolles Mobiliar, stilvolle Einrichtungen und oft atemberaubende Kulissen und Dekorationen. So sind die Hotels meistens unter gewisse Themen gestellt, die man schon aus dem Hotelnamen herauslesen kann: Luxor, Excalibur, New York New York, Monte Carlo, The Venetian, Aladdin, Paris sind nur einige der großen Hotels, die durch ihre eindrucksvolle Architektur die Leute anlocken. Wir waren drei Tage in Las Vegas unterwegs und haben fast nichts anderes gemacht, als uns die Hotels angeschaut. Und den meisten ist es gelungen, in originalgetreuer Rekonstruktion ihr Hotelthema zu verwirklichen. So ist das Luxor von außen einer Pyramide nachempfunden, im Excalibur  hängen überall mittelalterliche Kronleuchter und  im Inneren vom New York New York kann man auf Kopfsteinpflaster durch die Straßen von  Manhatten schlendern, während vor dem Hotel die Freiheitsstatue in 75% der Originalgröße wacht. Im Monte Carlo überwiegen Marmor und Prunk. Das Venetian ist ein kleines Venedig , mit Markusplatz und echten Wasserkanälen, auf denen Gondolieres herumschippern. Im Aladdin fühlt man sich wie im Orient und in dem original nachempfundenen Bazar lässt man von Zeit zur Zeit ein Gewitter entstehen, mit Regen, Donner und allem drum und dran. Und im Paris erwartet einen der Eiffelturm in 50 prozentiger Orginalgröße. Und das sind nur Bruchstücke einer multikulturellen, perfekt nachempfundenen Welt, die den Besucher bis dahin keinen Pfennig gekostet hat. Gegen Las Vegas ist Disneyworld  eine Abrissbude. Und dazu kommt die Tatsache, dass man in Las Vegas ausgesprochen gut shoppen gehen kann, auch wenn wir uns kaum etwas davon leisten können. Alle namhaften Designer betreiben hier einen Laden. Und auch sonst ist die Auswahl an Geschäften eher stilvoll als ramschartig.
Es macht uns großen Spaß, durch die Läden zu schlendern und die vielen tollen  Dinge zu bewundern, deren Besitz durchaus als Bereicherung bezeichnet werden kann, was man von den Waren der Geschäfte Disneyworlds nicht gerade behaupten kann. Und anstatt herumhüpfenden Comicfiguren mit hirnlosen Texten und ewig plätschernder Happymusik lauschen zu müssen, kann man sich in Las Vegas an jeder Ecke über die Vielfalt der angebotenen Musik- und Kabarettunterhaltung erfreuen. Dort gibt eine Gruppe, die Songs der Siebziger in ausgezeichneter Qualität zum Besten geben, an der Bar fegt ein Pianist mit unglaublicher Geschicklichkeit durch das gesamte Jazzrepertoire und wiederum anderswo tanzt ein Akrobat kopfüber auf einer Hand den Mambo, ohne dabei die sechs Bälle in seiner anderen Hand aus dem Auge zu verlieren, die in stetigem Rhythmus in der Luft einen Kreis beschreiben.
Von den abertausenden Spielsüchtigen - von denen es noch erschreckend viele gibt und die hier täglich ein Vermögen ausgeben, welches den Hotels ermöglicht, so prachtvolle Komplexe zu errichten - einmal abgesehen, ist Las Vegas die Heimat vergnügungssuchender Kurzzeiturlauber, die nur einmal für kurze Zeit aus dem Stress des Lebens zu entfliehen versuchen. Recht so! Wir würden jederzeit wiederkommen.

bilder/nevada/LasVegasStripParis.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 08. April 2001
08. April 2001
Karte Nevada
Karte Nevada
Fotoalbum Nevada
Fotoalbum
nach oben
nach oben

 
Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt
Zum Tagebuch Teil 07
weiter bei Teil 07
nach oben
nach oben

Ende dieser Seite


mail an CampAmerika
Tagebuch
Reiseverlauf
Gesamtkarte
Fotoalbum
Reisevorbereitung
Live-Chat
Story
Register
Home
Inhalt
CD
Gästebuch
Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips
T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

6