www.CampAmerika.de
Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
Tagebuch
Tagebuch

 
Teil 1 New York - Shenandoah - Niagara - Algonquin - Forillon
Teil 2
Kouchibouguac - Acadia - Chicago - Memphis - M. Cave
Teil 3
G. Smoky Mts. - Cumberland I. - Disney World - Florida Keys
 Teil 4
 Gulf Island - New Orleans - Big Bend - Carlsbad C. - White Sand
 Teil 5
 Chiricahua - Saguaro - Phoenix - San Diego - Highw. No.1
 Teil 6
 San Francisco - Redwood - Yosemite - Death Vegas - LA
 Teil 7
 Lake Mead - G. Canyon - Monument V. - Arches - Bryce - Zion
Teil 8
G. Teton - Yellowstone - Glacier - Waterton - Banff - Jasper
Teil 9
Edmonton - Elk I. - Riding Mt. - Fort William - Toronto
Teil 10
Epilog

 
Tagebuch
Tagebuch
Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika
Story

Sachbegriffe und Orte alphabetisch geordnet
Register

Startseite
Home

Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt

Mit der CD geht das Laden der Seiten viel viel schneller
CD

Gästebuch
Gästebuch

Tagebuch
Tagebuch

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes
Reisevorb

Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips

Live-Chat
Live-Chat

Stories rund um Nordamerika

Story
file:///C|/CampAmerika/bilder/quebec/GaspeCarView.jpg
St. Lawrence Strom, Gaspé Halbinsel, Québec


Datum
Ort
Karte
10.-11. September 2000
Kouchibouguac NP
Karte New Brunswick
13. September 2000
Prince Edward Island
Karte Prince Edward Island
15.-18. September 2000
Kejimkujik NP
Karte Nova Scotia
19.-23. September 2000
Acadia NP
Karte Maine
24.-27. September 2000
Der Trek nach Chicago
Karte New Hampshire
29. September - 07. August 2000
Chicago
Karte Illinois
08.-09. Oktober 2000
Lake Clinton
Karte Illinois
13.-15. Oktober 2000
Little Grazzy Lake
Karte Illinois
16.-18. Oktober 2000
Memphis / Graceland
Karte Tennessee
19.-20. Oktober 2000
Land between the Lakes
Karte Tennessee
21.-24. Oktober 2000
Mammoth Cave NP / Nolin Lake SP
Karte Kentucky

10.-11. September 2000 - Kouchibouguac NP

Wenn man durch ein Land wie Kanada fährt und jeder Flecken dieses Landes einem Naturschutzgebiet ähnelt, dann kann man sich kaum vorstellen, wie hier ein echtes Naturschutzgebiet aussieht. Die Kanadier haben wie auch die Amerikaner State Parks bzw. State Forests oder Provincial Parks, die durchaus auch wirtschaftlich genutzt werden, und es gibt die National Parks, die nur als Naturpark dienen und bei denen die Natur an erster Stelle steht. Erst dann kommt der Tourismus, der nicht unwesentlich zum Erhalt des Parks beiträgt. Der Kouchibouguac National Park ist nicht gerade groß, aber er zeichnet sich wie die meisten nordamerikanischen National Parks durch eine "natürliche" Besonderheit aus. Hier ist der Küste eine Sandbank (-Düne) vorgelagert. Dadurch entstand zwischen Düne und Strand ein Lebensraum, den viele seltene Vogelarten ihr Zuhause nennen. Wir standen oft am Ufer und beobachteten mit unseren Ferngläsern das Treiben im und ums Wasser. Und nicht zuletzt ist allein der Anblick eine Erholung für die Seele.
Wir erkundeten den Park mal wieder zu Fuß und wir finden, es ist nach wie vor immer noch die beste Art, seine Umgebung richtig kennenzulernen. Der Baumwuchs hier an der Küste ist nicht ganz so hoch und unsere Wanderung war lange nicht so beschwerlich wie vor kurzem im Algonquin Provincal Park. Hier gibt es zum einen kaum einen Hügel und zum anderen sind die Wege in einem sehr guten Zustand. "Über jedes Bacherl führt a Brückerl" (sorry - ein in diesem Fall absolut zutreffendes Zitat von Stefanie Hertel ) und kein Stein und kein Baumstamm versperren einem den bequemen Gang. Das ist allerdings typisch für die kanadische Parkverwaltung. Wir gingen immer am Ufer des Kouchibouguac Rivers entlang und bewunderten oft die Werke der Biber, die hier Bäume gefällt haben, die so groß und schwer sind, dass die Biber sie nach getaner Arbeit keinen Zentimeter mehr bewegen konnten. Graureiher, die einfach nur im Wasser stehen und warten, bis ihnen ein Fisch vor den Schnabel schwimmt. Und immer wieder müssen wir einen Bogen um irgendwelche Exkremente machen, die in verschiedenen Formen und Farben als scheinbarer Beweis für die Existenz wilden Lebens im Park den Weg säumen. Wenn wir heimkommen, können wir zumindest behaupten, wir hätten die Scheiße aller erdenklichen Tiere gesehen, auch wenn wir die Produzenten nie wirklich zu Gesicht bekamen. 18 km legten wir an diesem Tag zurück und 43/4 Std. waren wir unterwegs. Wir waren fast immer für uns, denn der Park ist schon kurz vor seinem Winterschlaf. Apropos Winterschlaf - seit wir Ottawa verlassen haben und an der Küste des St. Lawrence Stroms hoch fahren, haben wir jeden Tag Sonnenschein, angenehme 20°C und überhaupt das ideale Wetter für Außenaktivitäten. Der Winter lässt hier oben auch noch auf sich warten. Jede Nacht gehen die Temperaturen zwar auf 5°C zurück und der Nachthimmel ist sternenklar, doch tagsüber laufen wir im T-Shirt und kurzer Hose umher - wer hätte das gedacht?
Der Kouchibouguac National Park ist ein kleiner und feiner Nationalpark, der zwar nicht die umwerfenden Naturschauspiele bietet, aber für eine ausgedehnte Wanderung immer noch spektakulär genug ist.

bilder/atlanticprovinces/KouchibouguacNP.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 10. September 2000
10 September 2000
Karte New Brunswick
Karte New Brunswick
Fotoalbum New Brunswick
Fotoalbum
nach oben
nach oben

13. September 2000 - Prince Edward Island

Es regnet. Es hat sich ein dichter Wolkenvorhang vor die Küste der Prince Edward Island gehängt und der Wind scheint diesen dichten Vorhang über die Insel treiben zu wollen. Es ist nicht kalt (17°C), aber es geht ein starker, fast schon böiger Wind (Jana würde es lieben). Aber es passt hier her und wir sind nicht traurig deswegen. Nicht zuletzt, weil wir uns in unserer Kabine bei Tee und Keksen so wohl fühlen. Aber in der Nacht dachten wir, uns würde der Wind vom Boden aufheben und in den Atlantik wehen (was er natürlich nicht tat). Wir stehen im Cabot Beach Provincial Park an der Nordküste der Insel auf einem Public-Campground fast ganz alleine. Der Platz hat Hunderte von Stellplätzen, aber nur noch wenige Camper zieht es in die freie Natur. Wir müssen uns die Campgrounds schon raussuchen, die noch nicht geschlossen haben. Und auch dieser Provincal Park schließt am kommenden Wochenende seine Tore. Hier oben im Norden hält der Sommer nur ein kurzes Gastspiel und die Sommereinrichtungen haben längstens 5 Monate geöffnet. Uns würde es schon einmal interessieren, wie es hier im Winter aussieht, doch so groß ist der Reiz auch wieder nicht, sich die Füße abfrieren zu lassen. Die Insel selbst gleicht der Pfalz in Deutschland. Hier wird hauptsächlich Ackerbau in Form von Kartoffelanbau betrieben. Deshalb wunderte es uns auch nicht, dass die erste Fabrik, die wir zu Gesicht bekamen, eine Pommes-Fabrik der Firma Mc Cain war. Ansonsten ist die Insel zwar mit einer schönen Steilküste ausgestattet, doch landschaftlich hat sie nicht viel zu bieten. Unsere geliebte Pfalz braucht sich weder bezüglich der Landschaft noch ihrer Kartoffeln wegen zu verstecken - im Gegenteil, wer wie ich ein Fan von Funny Chips Frisch ist, der weiß, dass diese aus pfälzischen Kartoffeln gemacht werden und die sind ja wohl unschlagbar. Aber das nur am Rande.
Als wir schon auf dem besten Weg waren, uns für die kommende Nacht zu richten und wir schon in der Koje lagen, spazierte plötzlich eine Katze an unserem Fahrzeug vorbei, im Schlepptau einen Fuchs, der der Katze ganz offensichtlich den Hof machte. Der Fuchs machte gar kein Hehl daraus, dass er sich in die Dame fremder Rasse verliebt hatte und warf sich immer wieder in dramatischen Szenen vor der Katze auf den Boden, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Er zeigte sich von seiner schönsten Seite und warb um die Gunst der Katze. Sie wehrte ihn allerdings bei jeder Annäherung energisch ab und führte den liebestollen Fuchs geradewegs unter unser Schlafzimmerfenster. Dort beobachteten wir das Schauspiel eine ganze Weile und konnten aus zwei Meter Entfernung sogar die Geräusche hören, die die Beiden von sich gaben. Ein seltsames Paar. Uns hätte schon mal interessiert, wie das Ergebnis ausgesehen hätte, wenn die Katze nicht so schüchtern gewesen wäre.

bilder/atlanticprovinces/PrinceEdwardIslandCG04.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 12. September 2000
09. Juni 2001
Karte Prince Edward Island
Karte Prince Edward Island
Fotoalbum Prince Edward Island
Fotoalbum
nach oben
nach oben

15.-18. September 2000 - Kejimkujik NP

Was hat uns ein Freund (danke für den überaus bedenkenswerten Kommentar) als e-Mail zukommen lassen: "Ihr treibt Euch ja nur in National Parks herum!" Na, wo er recht hat, hat er recht. Aber das hat sich dann eh bald erledigt, da es in den Oststaaten der USA. nicht mehr so viele National Parks gibt und da führt uns demnächst unsere Reise hin. Aber deshalb schreibe ich das nicht, sondern ich möchte auf ein Ereignis hinweisen, was uns klar gemacht hat, dass die National Parks gut organisiert, einwandfrei kartographiert und alles in allem der perfekte Ort sind, an dem man genau das erleben kann, was wir uns gewünscht haben. Nämlich viel, viel Natur, gute Wander- bzw. Kanumöglichkeiten und viel Ruhe. Aber genau diese Vorteile eines jeden Naturparks bringen einen erheblichen Nachteil mit sich. Das alles befindet sich meist weit hinter dem Mond oder zumindest liegt die nächst größere Stadt mit mehr als hundert Einwohnern nicht direkt nebenan. Nein, hier in der Umgebung gibt es genau zwei Straßen. Eine führt von hier nach Osten an die Küste von Nova Scotia und die andere führt entgegengesetzt an die Westküste. Zwischendrin liegt in beiden Fällen auf einer Strecke von ca. 70 km nichts als Wald. So, und nun kommt das, was ich Pech nenne. Kennt jemand einen Zahnarzt, der sich mitten im Wald ansiedelt, nur um einen durchgeknallten deutschen Touristen am Wochenende einer Zahnbehandlung zu unterziehen? Nein, wir kennen auch keinen und haben auch keinen kennengelernt. Aber wir hätten einen benötigt, zumindest ich hätte dringend einen gebraucht. Als hätte der Zahn solange gewartet, bis er sich hundert Prozent sicher war, dass im Umkreis von 100 Kilometern kein Zahnarzt anzutreffen ist. Naja, das lief dann darauf hinaus, dass ich solange gewartet habe (und bis dahin mindestens 5000 homöopathische Pillchen und mindestens ein Glas amerikanische Aspirin in mich hineinschaufelte), bis die Schmerzen nachließen. Bis jetzt bin ich mir nicht im Klaren, ob ich meine Nerven mit einer Überdosis Medizin abgetötet habe oder mein Zahn aufgegeben hat. Aber das wird sich sicher noch herausstellen.
Dieser kleine Zwischenfall und die Tatsache, dass es bei unserer Ankunft im Kejimkujik National Park wie aus Eimern goss, beeinträchtigte etwas unser Wohlbefinden. Zudem standen wir auf einem Campground, der im dichten Wald liegt und man an dem bisschen Licht, das durch die Baumzipfel scheint, kaum feststellen konnte, ob es Morgen oder Abend war, insbesondere, da es bewölkt war und eh keine Sonne schien. Tja, da sitzt man in seiner Kabine, teilt sich mit seiner Frau 21/2 Quadratmeter und hofft insgeheim, dass man bald wieder vor die Tür kann. Aber es kam alles noch zu einem guten Ende. Meine Zahnschmerzen verbesserten sich auf ein erträgliches Maß, die Sonne schien von jetzt auf gleich wieder, als wollte sie sagen: "was habt ihr denn, ich war die ganze Zeit da" und wir konnten dann auch wieder vor die Tür, was wir auch taten.
Der Kejimkujik National Park ist in erster Linie ein großer See, den man mit seinem eigenen oder einem geliehenen Kanu befahren kann. Und genau das haben wir auch getan. Man fühlt sich wie ein Indianer, wenn man so durch den See paddelt. Und der Witz daran ist, genauso haben sich die Indianer wahrscheinlich hier auch fortbewegt. In dem See, der übrigens genau wie der Park heißt, nämlich Kejimkujik Lake, befinden sich dutzende kleiner Inseln, die ein Kanuabenteuer erst richtig spannend machen. Wir hatten nur die Ausdauer für eine Insel, aber wenn man mal auf einer angekommen ist und so auf den See blickt, dann wird einem schnell klar, dass es auf den anderen Inseln auch nicht anders aussieht. Trotzdem stellt sich ein befriedigendes Gefühl der Naturverbundenheit ein. Hier auf einer dieser kleinen Inseln - auf der es keine Straße, kein Haus, keinen Strom oder sonstige Zivilisationsbeweise gibt - ist man der ursprünglichen Erde etwas näher. Hier hat sich seit Hunderten von Jahren nichts verändert. Hier sieht es aus wie es zu Zeiten der Indianer auch ausgesehen hat. Vielleicht war einer dieser Inseln sogar ein heiliger Ort, auf dem die Toten begraben wurden oder bestimmte Zeremonien abgehalten wurden. Aber obwohl es noch so aussieht, hat sich die Welt ringsherum verändert. Schade, dass die Steine und Bäume hier nicht sprechen können, sie hätten bestimmt etwas zu erzählen. Eine Tatsache dürfte die meisten noch lebenden Indianer ungemein freuen: Mindestens eine der Inseln im Kejimkujik Lake wurde nach einem berühmten Indianer benannt. Sinnigerweise nach dem Indianer, der als erstes seine Federn in die Ecke geschmissen hat und Farmer wurde. (Auf den ist der Rest bestimmt eh nicht sonderbar stolz). Wie man unschwer erkennen kann, ist selbst der Park nach einem Indianerwort benannt, dessen Bedeutung in keiner der vielen Broschüren zur Sprache kam. Die hier lebenden Weißen wissen es sicherlich selbst nicht und können das Wort ebenso wenig aussprechen, wie wir es können und nennen ihn kurzerhand "Kei-jim". Aber ganz scheinheilig betreibt der "Weiße Mann" Aufklärung und steht zu seinem Land und dessen indianischen Ursprung, indem jeder Park und jeder zweite Wanderweg einen indianischen Namen erhält (den er vor der Besiedlung durch Europäer bestimmt auch schon hatte), während die Ureinwohner in entlegenen Reservaten nur noch von ihren Urgroßvätern wissen, dass sie hier mal im Kanu über den Kejimkujik Lake gefahren sind.

bilder/atlanticprovinces/KejimkujikGoodWether.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 15. September 2000
15. September 2000
Karte Nova Scotia
Karte Nova Scotia
Fotoalbum Nova Scotia
Fotoalbum
nach oben
nach oben

19.-23. September 2000 - Acadia NP

So langsam haben wir den normalen Wahnsinn überschritten. Selbst wenn man ziemlich  lange Urlaub hat, würde spätestens jetzt jeder normal sterbliche Urlauber wieder im Flieger Richtung Europa sitzen, würde sich auf sein Zuhause freuen und insgeheim Pläne für die kommenden Wochen schmieden. Nach über 6 Wochen kehrt bei uns so was wie Alltag ein. Kein Arbeitsalltag, aber dennoch eine gewisse Abfolge von Ritualien, die zu unserem täglichen Dasein gehören. So stehen wir morgens früh auf (zwischen 6 und 8 Uhr) und genießen in aller Ruhe einen frisch aufgebrühten Kaffee, fünf sechstel Normalkaffee, ein sechstel Vanillekaffee und eine Prise Kakao. Manchmal machen wir Eier, aber meistens begnügen wir uns mit unserem selbst- und meistens frischgebackenem Brot, Marmelade und diversem Käse. Für jeden fallen zwei Tassen des gut schmeckenden Kaffees ab und manchmal hören wir auch Deutsche Welle. Der kleine Weltempfänger gibt sich die größte Mühe, uns das Neueste aus Deutschland zu übermitteln, mal recht gut und verständlich, dann mal wieder eher verrauscht und durchweg mit Aussetzern. Aber wir sind eigentlich immer auf dem neuesten Stand und das Wesentliche bekommen wir mit (Mittlerweile ist uns bewusst, dass man die wichtigsten Weltneuigkeiten in zwei Minuten mitteilen kann). Wer sich jetzt wundert, warum wir so früh aufstehen, dem kann ich nur sagen, dass wir auch früh ins Bett gehen, nämlich selten später als 22 Uhr und das ergeben mindestens acht Stunden Schlaf, die wir in Deutschland selten hatten. Danach kommt es auf unsere Tagesplanung an, aber spätestens um 10 Uhr sind wir entweder auf der Straße oder mitten in der Natur.
           Und das sind wir auch jetzt wieder, im Acadia National Park. Und bevor es jemand fragt, sag' ich es euch gleich: Nein, es wird nicht langweilig. Ich gebe zwar zu, dass man sich auch an Naturwunder oder ähnliches gewöhnen  kann, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es trotzdem sehr erholsam ist. Mehr sogar noch. Es ist jedesmal wieder ein unvergleichliches Erlebnis, wenn man auf einem Bergrücken steht und die weichen Hügelketten der Mount Desert Island im Atlantik versinken sieht. Die Sonne spiegelt sich im Meer und die zerklüfteten Felsformationen der von Gletschern geformten Inseln ragen durch den halbwüchsigen Baumbestand. Skurrile Gebilde, die sich gegen Wind und Wetter einen Stand auf schroffem Fels geschaffen haben. Manchmal steht nur noch ein Stamm, der seine vertrockneten und knochigen Äste in alle Himmelsrichtungen spreizt, als wolle er aus der Luft neue Lebensenergie ziehen. Das Blau des Himmels hebt sich vom Grau des Atlantiks ab und erweist sich als kontrastreicher Hintergrund für die nicht wenigen kleinen weißen Wolken. Ein kräftiger Wind fegt über den Bergkamm und laut knatternde Grillen machen lautstark auf sich aufmerksam. Nein, das kann nicht langweilig werden, zumal es immer etwas anders ist.
           Am ersten Tag unseres Aufenthalts hier im Acadia NP war es so neblig, dass man  kaum etwas von seiner Umgebung gesehen hat. Wir fuhren mit dem Auto die Park-Loop-Road, die sich bei dem Wetter als nicht sehr attraktiv erwies und um uns mal die Füße zu vertreten, gingen wir zum Bubble Rock. Wir wissen bis heute nicht, was der Bubble Rock ist, da wir kaum die Hand vor Augen gesehen haben, aber es war ein schöner Rundgang. Am darauffolgenden Tag bestiegen wir den höchsten Berg dieser Küstenregion (448 m), den Mount Cadillac. Genau dieser insgesamt 13 km lange Wanderpfad war bislang einer der Highlights unserer bisherigen Wandertouren. Ein tolles Erlebnis.
           Abends sitzen wir oft am Feuer und versuchen uns an das bisher Erlebte zurück zu erinnern. Nach nicht mal sieben Wochen ist es schon nicht mehr ganz so  einfach, die gesehenen Orte in richtiger Reihenfolge aneinander zu reihen. Man gewinnt so viele Eindrücke, man sieht so viel und man kann nur einen Bruchteil davon festhalten. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie ich das überhaupt alles "speichern" soll.

bilder/newengland/AcadiaNPCadillacMountain02.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 20. September 2000
20. September 2000
Karte Maine
Karte Maine
Fotoalbum Maine
Fotoalbum
nach oben
nach oben

24.-27. September 2000 - Der Trek nach Chicago

Der Trek nach Chicago! Wobei "Trek" eigentlich übersetzt "beschwerlicher Fußweg" bedeutet. Das kann man sich gar nicht vorstellen, dass in diesem Land vor gar nicht mal allzu langer Zeit die Menschen wirklich zu Fuß von Ost nach West gegangen bzw. geritten sind. Wir sind ja schon viele Tage unterwegs und erfreuen uns eines sehr komfortablen Fortbewegungsmittels. Wie lange müssen damals wohl die europäischen Auswanderer in diesem schier endlosen Land unterwegs gewesen sein, um eine ferne Stadt wie Chicago zu erreichen? Doch ein bisschen können wir nachempfinden, was die ersten Amerikaner wohl gedacht haben müssen. Die Größe des Landes (und wir haben den Westen noch nicht gesehen) und die scheinbar endlose Weite sind sehr beeindruckend. Wenn man mal durch New Hampshire, Vermont und New York und demnächst auch Ohio und Indiana gefahren ist, dann weiß man, welchen Rohstoffmangel dieses Land bestimmt nicht erleiden wird, auch wenn das die Naturschützer nicht gerne hören werden. Holz wird in diesem Land wohl kaum Mangelware werden. Wir fahren Stunden nur durch Waldgebiet. Eine Hügellandschaft wie unser geliebter Schwarzwald, allerdings 20 mal so groß. Und nicht dass hier überall auf den Hügeln kleine Orte oder auch nur kleine Häuschen stehen. Nichts als grüner - manchmal durch Fortschreiten der herbstlichen Jahrzeit - schon recht bunter Wald. Wir kommen uns also schon ein bisschen vor wie die ersten Pioniere.
           Eigentlich wollten wir es vermeiden, durch das Land zu hetzen und ganze Staaten zu überspringen, doch mein Bruder und seine Zukünftige haben sich in Chicago für Ende des Monats angemeldet, das möchten wir natürlich nicht verpassen. Also machten wir genau das, was abertausende Amerikaner jedes Jahr aufs neue tun. Sie reisen Hunderte von Kilometern, um ein paar schöne Tage bei ihren Verwandten in einem anderen amerikanischen Staat zu verbringen. Oft fahren sie die gesamten 4500 km von der Ost- zur Westküste, nur um ihren Kindern den Pazifik zu zeigen. Eine Woche hin, zwei Tage Aufenthalt und eine Woche zurück. Das kann sich Unsereins kaum vorstellen. Da auf solch einer Tour nicht viel passiert, plaudere ich gerne mal ein wenig aus dem Nähkästchen.

Was jeder schon mal wissen wollte
kjsd

bilder/newengland/NewHampshireIndianSummer.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 24. September 2000
24. September 2000
Karte New Hampshire
Karte New Hampshire
Fotoalbum New Hampshire
Fotoalbum
nach oben
nach oben

29. September - 07. Oktober 2000 - Chicago

Unsere Ankunft in der Metropole Chicago gestaltete sich eher unspektakulär.  Nach größeren Umwegen fanden wir auch die W. Nelson Street . Eigentlich findet man Straßen in Amerika leichter als in Deutschland. Schließlich heißt hier die Clark Street auch noch 20 Meilen weiter südlich Clark Street und hat dabei mit großer Wahrscheinlichkeit  nicht mal ansatzweise eine Kurve gemacht. Das erleichtert die Orientierung  ungemein. Auch die W. Nelson Street geht durch die halbe Nordstadt. Doch ausgerechnet diese Straße ist zeitweise unterbrochen. Jetzt finde mal die Hausnummer 1330 auf einer Straße, die 20 Meilen lang nur in eine Richtung zu durchfahren ist, die Richtung aber von Unterbrechung zu Unterbrechung wechselt. Nicht ganz einfach. Dafür bekamen wir direkt vor der Haustür einen Parkplatz, was in Chicago einem Lottogewinn gleich kommt. Aber leider war niemand zu Hause. Oh, doch - meine Groß-Cousine Brittany, die Tochter von Heidi. Anfangs wie ein Engel und sehr zuvorkommend, erwies sie sich später als Jungen- und Männerhasserin und sprach mich nur noch in äußersten Notfällen an. Deshalb hätte ich sie fast unterschlagen, doch sie ist ein ganz nettes und aufgeschlossenes Persönchen. 
Man darf natürlich auch in Chicago nicht vor einem Haus in der Nordstadt campen. Da ja mein Bruder mit seiner Freundin Andrea einen Tag zuvor bei meiner Tante eingezogen waren, gab es für uns keine Übernachtungsmöglichkeit mehr im Haus. Das machte uns allerdings nichts aus. Im Gegenteil, wir schlafen nirgends so gut wie in unserem eigenen Bett. Doch die Chicago-Police hat was dagegen und manche liebe Nachbarn auch. So hat es keine Stunde gedauert, bis die erste Streife an unserem Camper vorbei fuhr und das Nummernschild inspizierte. Der zufällig zum gleichen Zeitpunkt ankommende Freund von Heidi, Ruan, stellte sich als Helfer für ausländische Nummernschilder zur Verfügung und der Police blieb nichts weiter übrig, als ihre Kurven zu drehen.
Der Empfang am Abend war einfach überwältigend. Fast die ganze Familie erschien noch am gleichen Tag und alle freuten sich auf unseren Aufenthalt. Meine Tante (Marga) hat sieben Kinder und neun Enkelkinder. Davon wohnen die meisten in Chicago und Umgebung. Das war ein Fest.
           Nach den fast zwei Monaten, die Britta und ich alleine verbracht haben, war diese Konfrontation ein Freudenfest. Endlich mal nach Lust und Laune Quatschen, auch wenn uns das Amerikanisch noch nicht so flüssig über die Lippen geht. Auch Bernd und Andrea, die auch wegen uns 10 Tage nach Chicago gekommen sind, erwiesen sich als geduldige Zuhörer. Endlich mal jemand, der unsere Sprache spricht. Aber meine Tante ist auch froh, dass sie endlich mal wieder ihre Muttersprache sprechen kann. Ich frag mich, warum wir früher nie auf die Idee gekommen sind, hierher zu fliegen?!
           Die Straßen  hier und die Häuser sehen so anders aus. Die Gebäude hier in den Außenbezirken sind nicht sehr hoch. In den Wohnstraßen steht ein Haus neben dem anderen, aber deren Außenwände berühren sich nicht. In den Zwischenräumen gelangt man in die Gärten, die je nach Anwesen aus Wiese, Garage oder einem weiteren Haus bestehen. Kein Haus sieht aus wie das andere. Das ergibt ein außergewöhnlich schönes Straßenbild. Reihenhäuser sieht man hier keine. In den Geschäftsstraßen reiht sich ein Laden an den nächsten und nicht selten haben sie 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche geöffnet. Selbst im überdimensionalen Jewel, einem Einkaufsmarkt der Superlative, kann man Tag und Nacht einkaufen. Die Versuchung war groß, nachts um drei eine Dose Bohnen zu kaufen. Aber wie die Meisten auf diesem Planet schliefen wir meist um diese Zeit.
           Als anständige  Touristen machten wir diverse Downtown-Touren durch die Stadt und besichtigten  die wichtigsten Gebäude. Darunter war natürlich auch der berühmte Sears-Tower , der bis 1996 das höchste Gebäude der Welt war. Ein eindrucksvoller Blick eröffnet sich einem, wenn man im 103. Stock auf die Windy-City blickt. Der Lake Michigan hat eine hellblaue Farbe und erstreckt sich entlang der Ostseite der Stadt. Es könnte auch ein Meer sein, aber ich finde ihn eigentlich noch schöner. Eine Tour auf dem Chicago River spiegelt den Charme dieser Stadt wieder, womit die meisten amerikanischen Städte nicht aufwarten können. Wenn vom See die vielen Segelboote den Chicago River hineinfahren und sich in ganz Chicago nacheinander die Zugbrücken öffnen, von denen es mindestens 15 Stück in unmittelbarer Innenstadtnähe gibt, dann erliegt in der ganzen Stadt der Verkehr. Die Straßenführung ist zwar auch fast ausnahmslos rechtwinklig, trotzdem stehen die Hochhäuser nicht so dicht beieinander, was wesentlich mehr Licht in die Straßen hinein lässt. Hässlich dagegen, aber einzigartig oft in Hunderten von Hollywood-Filmen festgehalten, sind die Stelzenbauten der Hochbahn in der Innenstadt, auch Loop genannt. Die klapprige Bahn führt durch die Straßenschluchten, während darunter der Autoverkehr rollt und wo mindestens schon 1000 Autoverfolgungsjagden gedreht wurden. Das ist zwar nicht schön, dennoch hat es mehr Flair als die Straßen New Yorks . Unter anderem waren wir auch noch im Science and Industry Museum. Das erwies sich allerdings als Lachnummer. Umgerechnet 36.-DM Eintritt incl. einer zweifelhaften Titanic-Ausstellung, in der man aufgeweichte Unterhemden und Bilder aus dem gleichnamigen Film zu sehen bekam. O.K., ich hab auch ein Stück Außenfassade berühren dürfen, doch alles andere war unheimlich aufgeputscht wie das ganze Museum überhaupt. Hauptsache bunt und laut. 40 Minuten wartete ich auf den Einlass in den Nachbau eines Kohlenbergwerks und musste mit Entsetzen feststellen, dass man außer einer Kindergartenführung durch Plastikbauten kaum was geboten bekam. Das war nicht mal 5 Minuten warten wert. Zum Glück wurden wir freundlicherweise zu diesem Besuch von Paps (dem Ex-Mann meiner Tante) eingeladen. Jedem, der in Zukunft dafür Geld bezahlen muss, empfehle ich eher eine Taxifahrt durch ganz Chicago .
           Es gäbe  noch so viel über diese Stadt zu schreiben. Und mit etwas Wehmut denke  ich an den Tag unserer Abreise. Schließlich haben wir hier Familie getroffen,  die wir nicht allzu oft sehen. Und das war die lange Anfahrt schon wert, auch wenn wir nicht einen Schritt vor die Tür getan hätten. Vielleicht ergänze ich meine Eintragungen auch noch, nachdem ich Zeit hatte, alles auf mich wirken zu lassen.

bilder/chicago/SearsTower01.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 29. September 2000
29. Septemnber 2000
Karte Illinois
Karte Illinois
Fotoalbum Illinois
Fotoalbum
nach oben
nach oben

08.-09. Oktober 2000 - Lake Clinton

Endlich  wieder on the road. Das soll unseren Aufenthalt in Chicago nicht schmälern, es ist trotzdem ein gutes Gefühl, wieder unterwegs zu sein. Wir hatten einfach eine tolle Zeit in Chicago und ich wollte sie nicht missen. Doch jetzt, wo wir wieder in unserer Kabine sitzen und uns einfach so verdammt wohl fühlen, jetzt wissen wir, was uns die letzten zehn Tage gefehlt hat: unsere eigenen vier Wände. Wir haben ein Plätzchen 300 km südlich von Chicago gefunden, am Lake Clinton, 30 Kilometer westlich von Champaign. Hier ist das Land flach und nicht sonderbar interessant. Im Wesentlichen wird hier Landwirtschaft betrieben und Mais ist immer noch das meist angebaute Gemüse. Hier in der Lake Clinton Recreation Area befindet sich ein Campground mit unzähligen Stellplätzen, doch wir sind weit und breit die einzigen Touristen. Ansonsten stehen hier noch vereinzelt ein paar Arbeiter, die in einem nahegelegenen Atomkraftwerk zu tun haben. Also ein ganz ruhiges, unspektakuläres Plätzchen mitten in Illinois. Trotzdem ist es was Besonderes. Der Himmel ist strahlend blau. Es ist relativ kühl, vielleicht so 15°C, doch die Sonne wärmt angenehm. Nachts gehen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt (viel zu kalt für die Jahreszeit). Aber es schläft sich so herrlich in unserem Bett. Wir heizen nicht mehr als auf 16°C, gerade warm genug, um nicht zu frieren und schlafen dann 11 Stunden durch. Man sollte eigentlich meinen, das sei etwas zu viel der Nachtruhe, doch wir empfinden die nächtlichen Ruhepausen als eine der schönsten Beschäftigungen auf unserem Trip. Wir lernten hier Tom kennen, der "Platzwart" oder auch "Ranger" genannt wird, wobei er eigentlich keiner ist. Er hätte uns am liebsten ganz Illinois persönlich gezeigt und erwies sich als angenehmer Gesprächspartner. An dieser Stelle muss ich an meinen Vater denken, der uns immer wieder vor den fremden Menschen gewarnt hat. Was man nicht alles lesen, hören und sehen könnte, wie sich die Leute in Amerika gegenseitig abknallen und ermorden. Eins steht für mich fest. Die können sich ja gegenseitig ermorden und abmurksen, doch in aller Regel sind die Leute hier so freundlich, dass es uns schon ganz gespenstisch vorkommt, wenn mal einer bei einem einfachen "Hello, how you doin'?!" bleibt, ohne ein Gespräch anzuleiern. Auch Tom ist einer der vielen Typen, die uns mit Informationen überhäufen und uns mit allem nötigen (und manchmal unnötigem) Material ausrüsten,  was man so in seinem Heimatstaat braucht. Zuvorkommend und freundlich sind die Meisten hier und da fällt es einem schwer, an Kriminalität zu  denken. Aber wir bleiben aufmerksam und misstrauisch, bis wir es leid sind, alles zu verschließen und einzupacken. Das tun wir dann sicherlich solange, bis wir ausgeraubt oder bestohlen werden.
           Jetzt ist ein neuer Abschnitt unseres Trips angebrochen. Ab jetzt sind wir absolut losgelöst von irgendeinem Ziel. Vorher wollten wir ja noch in den Osten Kanadas und trotzdem zum Ende des Septembers in Chicago sein. Das schränkte uns schon etwas ein (auch wenn es sich voll gelohnt hat und wir trotzdem alles gesehen haben, was wir wollten). Doch ab jetzt spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob wir bleiben oder weiterfahren. In welche Richtung wir fahren und wie weit wir kommen. Niemand wartet auf uns und wir kümmern uns um rein gar nichts. Wir wissen nicht, welcher Tag heute ist, wieviel Uhr wir haben und auch das Datum interessiert uns nur peripher. Wir essen, wenn wir hungrig sind und wir gehen schlafen, wenn wir müde sind. Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl. Ist das echte Freiheit?!

bilder/Illinois/LakeClinton.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 08. Oktober 2000
08. Oktober 2000
Karte Illinois
Karte Illinois
Fotoalbum Illinois
Fotoalbum
nach oben
nach oben

13.-15. Oktober 2000 - Little Grazzy Lake

Ich weiß gar nicht, wie wir es anstellen, dass wir immer so schöne Plätzchen finden? Aber ich glaube fast, dass es viele schöne Plätzchen hier gibt und deshalb die Trefferquote recht hoch ausfällt. Hier am Little Crassy Lake im Süden Illinois scheint die Zeit still zu stehen, oder zumindest spielt sie nur eine untergeordnete Rolle. Eine warme Brise aus südlicher Richtung wärmt die Luft auf 25°C auf und selbst in der Nacht geht die Temperatur kaum zurück. Ein Klima wie am Mittelmeer. Die hohen Bäume am Seeufer wiegen sich leicht im Wind, der ein stetiges Rauschen aus den vom voranschreitenden Herbst gefärbten Blättern entlockt. Die Abendsonne steht dicht über den Bäumen des gegenüberliegenden Waldes und wirft abertausend kleine Lichtblitze auf den vom Wind aufgewühlten See. Bald wird sie verschwunden sein, um dem Mond - der schon seit Nächten so hell leuchtet, als wolle er der Sonne Konkurrenz machen - den Himmel zu überlassen. Dieser verwandelt den See in einen dunkel glänzenden Spiegel, der nun ruhig, im Rhythmus des Windes, kleine Wellen ans Ufer treibt. Das Prasseln des Feuers und das Zirpen der Grillen vermischen sich zu einer Melodie, die vom Wind über den ganzen See getragen wird. Hier kann ich nachdenken. Hier habe ich Zeit und Muße, mir mein Leben durch den Kopf gehen zu lassen. Mir Fragen zu stellen, die ich mir noch nie gestellt habe, oder nicht getraut habe, zu stellen. Hier habe ich Platz, um die vielen Träume zu spinnen und so manche Ängste zu verstehen. Hier fragte ich mich auch nach dem Sinn meines beruflichen Tuns und das habe ich in einer Story zusammengefasst.

Was mach' ich da überhaupt?

Wir verbrachten hier übrigens auch zwei schöne Stündchen auf einem kleinen Motorboot, was man am Campoffice mieten kann. Leider fing es zwischendurch  mal an zu regnen, sodass wir gezwungen waren, an Land zu gehen. Unter einer großen Eiche verlief ein Steg und von dem hatte man einen wunderschönen  Blick auf den Herbstwald.
Die letzte  Nacht war recht mild und auch sehr windig. Wir haben das Gefühl, dass sich von gestern auf heute die Bäume ganz stark verfärbt haben.  Plötzlich entdecken wir knallbunte Flecken am Ufer des Sees, was man so bislang in dieser Region noch nicht gesehen hat. Es wird wohl Herbst. Das sieht so wunderschön aus. Es liegt viel mehr Laub auf den Wegen und mancher Baum weist schon so manche kahle Stelle auf. Vielleicht ist es immer  so: Erst kommt der Herbst ganz schleichend, dann macht es bumms und man bewegt sich in tiefen Blätterbergen, ohne vorher Kenntnis davon genommen zu  haben, dass die Blätter überhaupt welk waren. Ich kann mich daran erinnern, dass ich im Alltagsrhythmus schon oft den Übergang von einer in die nächste Jahreszeit verpasst habe. Doch auch hier "draußen" erscheint mir der Übergang genauso schnell vollzogen. Und das bewegt mich zu der Annahme, dass es eben so ist. Irgendwann ist halt der Punkt erreicht, wo man den Herbst ganz deutlich erkennt und man wird wohl immer sagen: "Das ging jetzt aber schnell". Ich glaube eher, wir Menschen sind zu unsensibel als dass wir die weniger grellen Anzeichen des Herbstes schon frühzeitig erkennen könnten. Vielleicht will man es allerdings auch einfach nicht wahr haben und kann es einfach nicht glauben, dass mit dem Herbst auch die kälteren Jahreszeiten anbrechen. Ich bin mal gespannt, wie ein Winter im Süden der USA aussieht?!

bilder/Illinois/LittleCrassy03.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 13. Oktober 2000
13. Oktober 2000
Karte Illinois
Karte Illinois
Fotoalbum Illinois
Fotoalbum
nach oben
nach oben

16.-18. Oktober 2000 - Graceland

Eigentlich  hatte ich schon genug Städte gesehen um zu wissen, dass auch Memphis   sich durch nichts Wesentliches von anderen abhob. Eine amerikanische Stadt sieht aus wie die andere. Einzelne Weltmetropolen wie New York und            Chicago natürlich ausgenommen. Doch Britta  legte großen Wert darauf, Graceland zu sehen, die ehemalige Hütte Elvis Presley's . Ich konnte dem erst mal nichts abgewinnen, da ich mir schon vorstellen konnte, wie das aufgezogen wurde. Überall hört man den Typen singen und man wird an verschlissenen Socken und Unterhemden des Stars gebetsmühlenartig  vorbeigeführt. Tausende von Menschen wollen alle gleichzeitig sehen,  auf welchem Klodeckel Elvis damals gesessen hat und erhoffen sich, klammheimlich noch unentdeckte Überreste zu sichten. Dabei kann man davon ausgehen, dass der original Klodeckel schon längs meistbietend  versteigert wurde. Aber dazu noch später.
Wir standen  im T.O. Fuller State Park. Ein Park außerhalb der Innenstadt und doch relativ nahe zu Graceland gelegen. Die Stellplätze sind großzügig mit Grill, Feuerstelle, Wasser, Strom und Tisch ausgerüstet und die Sanitäranlagen sind in vorbildlicher Verfassung. Gleich neben dem Campground befindet sich das Chucalissa Archaelogical Museum, welches wir am ersten Tag unseres Aufenthalts  besuchten. Chucalissa ist ein altes Indianerdorf, was nach  vielen  Funden und Ausgrabungen an gleicher Stelle wieder rekonstruiert wurde. Das Museum zeigt die Fundstücke, deren Alter auf 1000 Jahre und älter datiert werden und beschreibt in anschaulicher Form, wie sich die Menschen ernährt und wie sie gelebt haben. Dass Indianer hier gelebt haben, war uns schon klar, doch wie, das erfuhren wir unter anderem hier in Chucalissa . Wir waren die einzigen Besucher im Museum und in dem nachgebauten Dorf, das einem Freilichtmuseum sehr nahe kommt. Das zeigt, wie sehr sich die heutigen Einwohner für die Kultur der Ureinwohner interessieren, nämlich so gut wie gar nicht. Im Gästebuch des Museums finden wir fast ausschließlich Einträge ausländischer Besucher.
            Der Tag  danach war für Elvis bestimmt. Graceland wir kommen! Am            Elvis Presley Boulevard (wie sonst) erwartete uns schon  der Elivs Presley Plaza. Alles im Zeichen des Kings. Ein Informations-,  Souvenir-, Kino- und Museumscenter der Superlative. Hier startete auch der  Tourbus ins Gelände des gegenüberliegenden Graceland, denn  unbeaufsichtigt darf man natürlich dieses Heiligtum nicht betreten. Ich war ja auf großen Nepp eingestellt, doch ich muss zugeben, ich war positiv überrascht. Klar, bei 700.000 Besuchern im Jahr lässt man nicht einfach jeden durch das Haus von Elvis Presley laufen. Man erhielt einen selbsterklärenden Walkman mit (in unserem Fall) deutscher Audio-Führung.  Man wurde von der gut zu verstehenden Stimme auf der Kassette durch die Räume geführt und trotz der vielen Menschen hatte man so das Gefühl, man wäre fast alleine. Die Erklärungen auf dem Band waren angereichert mit original Interviews von Elvis und seiner Frau Priscilla und immer wieder wurde die Musik des King of Rock n' Roll eingespielt.  Man konnte sich frei im Haus bewegen, auch wenn ein bestimmter Rundgang empfohlen wurde, man hatte aber alle Zeit der Welt. Die Möbel und die vielen Räume, die man zu sehen bekam, waren alle original aus 1977, dem Jahr, in dem Elvis starb. Das belegten auch unzählige Bilder und Erklärungen. Von Nepp war überhaupt keine Rede mehr.
           Unabhängig  davon, dass Elvis der modernen Musik eine unabänderliche Richtung  gegeben hat, die den Verlauf der musikalischen Entwicklung so stark beeinflusst  hat wie kaum ein zweiter auf dieser Welt und auch unabhängig davon,  dass dieser Mann trotz der Tatsache, nie ein Konzert außerhalb Nord-Amerikas  gegeben zu haben, trotzdem eine Milliarde Schallplatten verkauft hat, unabhängig  dieser bemerkenswerten Leistung übt er auch noch nach seinem Tod eine für mich kaum zu erklärende Magie aus. Er machte den amerikanischen Traum war und stieg vom armen Lkw-Fahrer zum Superstar auf. Dabei blieb er nach all den Berichten trotzdem noch Familienmensch, Freund und erschien nicht unnahbar. Trotz seines unermesslichen Reichtums vergass er nie seine Herkunft und zeigte das durch endlose Spendenaktionen. Was mich persönlich sehr beeindruckte - er spendete weit mehr, als er hinterließ, und das ist kein Pappenstiel gewesen, ohne die vielen Schenkungen für Bedürftige und Freunde, von denen niemand jemals etwas erfahren hat. Es gibt noch hunderte Dinge, die mich stark beeindruckt haben und ich kann jedem, der sich im Umkreis von Memphis aufhält, nur empfehlen, Graceland einen Besuch abzustatten. Es ist mehr als der ehemalige Wohnort eines Superstars. Es ist der Einblick in die Welt eines musikalischen Genies, in seine privatesten Räume, eine kleine Zeitreise und zugleich ein sehr informativer Rundgang, vorbei an einem Meilenstein der Musikgeschichte.
Als ich dann vor seinem Grab stand, fragte ich mich unweigerlich, warum solche Größen immer so unerwartet aus dem Leben treten? Elvis wäre heute 65 Jahre alt und könnte sich immer noch auf Graceland erfreuen. Gut - sein Lebenswandel war bestimmt nicht der gesündeste, aber es ist ja auch nicht gerade eine leichte Aufgabe, King of Rock n' Roll zu sein!
           Memphis  oder das, was wir davon gesehen haben, zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Die Tankstellenangestellten saßen hinter Panzerglas und der Dreck häufte sich an den Straßenrändern. Wir haben die Innenstadt gemieden, weil der Weg dorthin schon so abschreckend war. Das kann eine Fehleinschätzung gewesen sein, aber wir hatten eh keine Lust auf Großstadtrummel.

bilder/tennesseekentucky/GracelandVorne.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 16. Oktober 2000
16. Oktober 2000
Karte Tennessee
Karte Tennessee
Fotoalbum Tennessee
Fotoalbum
nach oben
nach oben

19.-20. Oktober 2000 - Land between the Lakes

  Britta und ich waren hier im Land between the Lakes wandern und  mussten mit Entsetzen feststellen, dass wir nicht mehr so fit sind wie am  Anfang unserer Tour. Drei Stunden und zehn Minuten setzten uns schon ganz  schön zu. Da muss ich an meine Mutter denken, die letzt noch am Telefon  gesagt hat: "Wir sind heute wieder 20 km gelaufen". Bei uns waren es etwas  über 12 km und die haben auch gereicht. Sollen meine Eltern doch so weit laufen, wie sie wollen, schließlich habe ich Urlaub. Doch es ist trotzdem ein echtes Vergnügen gewesen. Wir hatten super Wetter und der Wald leuchtet momentan in allen Farben. Dieses Gebiet hier ist eine gute Alternative zu den National Parks und gerade zu dieser Zeit hat man den Wald für sich alleine.
           Britta   erweist sich übrigens als ausgezeichnete Köchin und zaubert fast  jeden Abend ein anderes Gericht. Heute gab es Linseneintopf mit Kartoffeln,  Karotten und Speck. Ihr glaubt gar nicht, wie gut das geschmeckt hat und die Nachbarn, die heute angekommen sind, haben sich noch mal mit Kentucky Fried Chicken eingedeckt. Die haben keine Ahnung, was ihnen entgeht. Mahlzeit!

bilder/tennesseekentucky/LandbetweentheLakesHerbstwald.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 19. Oktober 2000
19. Oktober 2000
Karte Tennessee
Karte Tennessee
Fotoalbum Tennessee
Fotoalbum
nach oben
nach oben

21.-24. Oktober 2000 - Mammoth Cave NP, Nolin Lake

Bevor  ich Gefahr laufe, was Wichtiges zu vergessen, hier unser Gruß an Dave (David):" Falls Du überhaupt jemals auf unsere Homepage kommen  solltest, dann grüßen wir Dich recht herzlich von hier rüber."
           Sie mögen  ja auch viele schlechte Eigenschaften haben, die Amis, aber die meisten Menschen, die wir hier treffen, sind aufgeschlossen und sehr freundlich. Dave kam gerade mit seinem Mountainbike von einem Fahrradrennen und war so richtig schön durchgeschwitzt. Eigentlich wollte er heim, doch da sah er uns da stehen und sprach uns einfach an. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und nur die Tatsache, dass er am anderen Morgen früh raus musste, hielt ihn ab, von Britttas (ausgezeichnetem) Gulasch zu probieren. Ein netter Typ, dieser Dave und wenn Du diese Zeilen liest (oder Dir sie übersetzen lässt), dann sei Dir gewiss: Du kannst Dich immer unter unten stehender Mailadresse melden und Deinen Besuch in Deutschland ankündigen. Du bist herzlich willkommen.

Mammoth  Cave National Park in Kentucky ist angeblich das größte Höhlensystem der Erde und wir haben heute die Grand Avenue Tour gemacht: eine vierstündige, geführte Höhlentour durch einige der ewig verzweigten Gänge 50 bis 100 Meter unter der Erde. Das Zusammenspiel  von Wasser und hauptsächlich Kalkgestein brachte diese komplexen Höhlen  zustande und die Ranger nennen die Höhlen auch "River with a Roof", da die Höhlengänge nichts anderes waren als Flüsse unter der Erde. In Jahrmillionen hat sich das Wasser seinen Weg durch das Gestein gefressen und dabei kuriose Gebilde zurückgelassen. Mal ist die Höhle eng und hoch, mal flach und breit. Von Zeit zur Zeit wandern wir Hunderte von Metern durch eine Röhre gleichbleibender Dicke und die Vorstellung, dass hier mal Wasser durchfloss, lässt meine Phantasie verrückte Dinge projezieren. (z.B: ein Donnern und Grollen in der Ferne, dann ein Rauschen und hinter der nächsten Biegung erscheint eine Wasserfront, welche die ganze Röhre einnimmt. Wir sind dem Wasser gerade noch entkommen.) Mammoth  Cave ist groß und umfangreich, aber nicht sonderlich spektakulär  (eigentlich gar nicht). Frozen Niagara, ein Teilbereich, in dem das Gestein aussieht, als wäre ein Wasserfall eingefroren, war das Highlight  unserer Tour, die durchaus 2 Stunden kürzer hätte sein können. Aber selbst in dieser "Stätte des Weltkulturerbes" (laut Unesco ) gibt es für hungrige Höhlenentdecker einen Schnellimbiss. Auch das ist kurios. Und dadurch wird die Tour künstlich in die Länge  gezogen. Aber alles in allem war es interessant, obwohl ich mir wirklich gewünscht hätte, nicht mit 136 weiteren Entdeckern durch die Höhlen geführt zu werden. Aber leider gibt es keine individuellen Touren. Deshalb mein Tipp: In Memphis für 12$ Graceland besuchen und keine 16$ für die 4-Stunden-Tour in Mammoth Cave ausgeben, sondern eine kleinere Tour machen.

Scheinbar  ist hier der Nolin Lake ein guter Ort, um Leute zu treffen. Hier trafen  wir auch Carol und Arne, zwei echte Traveller Anfang der Fünfzig. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Beiden sehr liebe Menschen sind, die uns viele gute Tipps gegeben haben. Aber ihr Leben unterscheidet sich so grundlegend von unserem, dass ich das hier näher erläutern will.
Carol   und Arne haben keine Kinder und reisen seit ihrer Jugend durch Amerika  (Mexico und Kanada mit eingeschlossen). Als ich Arne  fragte, wo er den wesentlichen Unterschied zwischen ihnen und dem normal arbeitendem Volk sehe, meinte er nur, dass fast alle Menschen ihr Zuhause nach dem Ort ihres Jobs auswählen. Sie hingegen hätten sich immer einen schönen Platz zum Leben ausgesucht und dort irgendeinen Job gemacht. Natürlich liegen die Prioritäten weit auseinander und nicht für jeden ist das Travellerleben der Weisheit letzter Schluss. Doch was macht Leben eigentlich aus? Berufliche Ziele zu haben und vielleicht sogar Karriere zu machen, schien mir bislang eine durchaus rentable Möglichkeit zu sein, ein komfortables Leben zu führen. Ist man nicht ein "armer" Mensch, wenn man nicht frühzeitig bemüht ist, ein paar Mark auf die Seite zu legen, um später einmal in Wohlstand (was immer das auch heißt) zu leben? Ein kleines eigenes Haus zu besitzen, ein schönes Auto und womöglich immer genug Geld auf dem Konto zu haben, damit man sich bei Bedarf alles leisten kann, von dem man glaubt, dass es einen glücklich macht? Leider trifft man allzu häufig Menschen an, die genau das  haben und trotzdem immer weiter schuften und alles, nur nicht glücklich sind. Oft hört man dann auch, dass sie nicht aus ihrer Haut raus können, weil sie ja so in ihren Verpflichtungen eingespannt sind. (Auch nicht besser als ein Pferd vor dem Pflug). Ich muss in diesem Fall meine Schwester zitieren. Jutta ist oder war zumindest einige Jahre in Europa  und auch in Afrika unterwegs und lebte ein echtes Travellerleben. Sie gab ihre feste Anstellung auf, jobte für weitaus weniger Geld ein paar Tage die Woche, mal hier, mal dort, und führte alles in allem ein einfaches Leben. Will heißen, sie hatte keinen Farbfernseher, konnte nicht oft essen gehen und machte eher das, was wir so "kleine Sprünge" nennen würden. Mein Vater sagte ihr dann, sie solle doch wieder einen festen Job machen, richtig Geld verdienen, einen Bausparvertrag abschließen und einen Mann mit ebenfalls guter beruflicher Perspektive suchen. Dann könne sie irgendwann einmal "ein Federchen in die Luft blasen!" Meine Schwester sagte nur, das tue sie schon heute und sie beabsichtige nicht, solange zu warten. Ich habe ihr immer recht gegeben, doch erst heute kann ich sie richtig verstehen. Unser Leben geht manchmal merkwürdige Wege und keiner weiß so recht, was uns in der Zukunft erwartet. Ist es nicht zumindest bewundernswert, wenn man heute schon einfach so durch die Welt fahren könnte, dort, wo es einem gefällt, bleibt man ein paar Wochen stehen und verdient sich ein Paar Mark mit Hilfsarbeiten oder so. Ein Traveller ist immer an der frischen Luft, sucht sich die schönsten Stellen in der Natur aus und bläst in letzter Konsequenz den Inhalt eines ganzen Kopfkissens in die Luft.
           Carol   und Arne sind nun 50 und arbeiten nach ihren Worten schon lange nichts mehr. Er ist Zimmermann und sie ist Lehrerin. Sie haben ein Zuhause in North Carolina, einen festen Anlaufpunkt, zu dem sie immer wieder zurückkehren. Ansonsten sind sie oft und lange in Amerika unterwegs, suchen sich stille Plätzchen wie den Nolin Lake State Park in Kentucky und erfreuen sich des Lebens. Wie meine Schwester, nur dass sie in Frankreich eine Ruine mit ihrem Freund ( Phil) gekauft hat, die momentan für den Wiederaufbau ziemlich viel Geld verschlingt. Aber ich bin fest davon überzeugt, heute oder morgen sind sie, Phil und ihre beiden Kinder (Luie-Joe und Jake ) wieder unterwegs in der Welt, um irgendwo an einem lauschigen Plätzchen ein Federchen in die Luft zu blasen. Vielleicht nehmen sie uns ja mit?!

bilder/tennesseekentucky/MammothCaveFrozenNiagara01.jpg
Bild anschauen
Zum Reiseverlauf 21. Oktober 2000
21. Oktober 2000
Karte Kentucky
Karte Kentucky
Fotoalbum Kentucky
Fotoalbum
nach oben
nach oben

 
Alle Kapitel im Überblick mit Erklärung
Inhalt
Tagebuch
weiter bei Teil 03
nach oben
nach oben

Ende dieser Seite


mail an CampAmerika
Tagebuch
Reiseverlauf
Gesamtkarte
Fotoalbum
Reisevorbereitung
Live-Chat
Story
Register
Home
Inhalt
CD
Gästebuch
Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips
T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0

2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2
 
 

T
A
G
E
B
U
C
H

0
2