|
Wenn man
mal all sein Hab und Gut in einen Container gepackt hat, die Dinge, die
einem wichtig sind, am Körper trägt, kein zuhause mehr hat, nichts
mehr zu erledigen, keine Termine, keine Verabredungen und einfach nur noch
das Ticket in der Hand hält - dann fällt von einem so langsam
die Last des Alltags ab. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, was ich
alles besaß, all die Dinge, auf die ich nun keinen Zugriff mehr habe,
sind eingesperrt in einem 37,5 Kubikmeter großen Container. Ich vermisse
nichts - im Gegenteil. Ich fühle mich so frei wie noch nie. Frei in
der Richtung, in die ich mich bewege, frei in meinem Tun und frei in meinem
Denken. Ich habe keine Termine einzuhalten und keine Rechnungen mehr zu
zahlen, nichts zu erreichen und brauche mich von nichts mehr zu trennen.
Fast alles, was ich brauche, trage ich am Körper, bis auf wenige Dinge,
die mir meine Zeit vertreiben sollen. Die Bücher, die ich nie las,
die Musik, welche ich nie hörte, die Zeilen, die ich nie schrieb.
Das befindet sich ebenfalls in einem 37,5m³ großem Raum - nämlich
in meinem mobilen Zuhause. Ein Bett zum Schlafen, ein Tisch zum Essen,
Lesen und Schreiben, eine Bank zum Sitzen und Entspannen, eine kleine Küche
zum Kochen, eine enge Dusche für die Körperpflege, ein paar Schränke
und Schubladen für das Nötigste. Was könnte mich davon abhalten,
die Zeit zu genießen, das Land und die Menschen darin kennenzulernen,
Müßiggang zu betreiben. Meine Frau?! Nein - ich freue mich auch
auf unsere Zweisamkeit. Auf bewußt wahrgenommene Zweisamkeit. Auf
lange Abende am Feuer oder in der kleinen, gemütlichen Kabine. Beim
gemeinsamen Erleben von Natur und Kultur. Das wollte ich nicht alleine
haben. Wir freuen uns auf das Jahr in Amerika.
|