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Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
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Nach ca. 7 Wochen auf 2,5 Quadratmetern fällt die Vorstellung nicht leicht, im nächsten Jahr auf 140 Quadratmetern zu leben. Klar, manchmal steht man sich etwas im Weg rum, aber man arrangiert sich. Die alltäglichen Rituale verlaufen nach ungeschriebenen Gesetzen und wenn man sich oft genug daran hält, ist die "Verletzungsgefahr" umso geringer. Manchmal kracht man aber auch voll zusammen und dann hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man vergisst den Scheiß sofort wieder - denn in 99 von 100 Fällen geht es immer um GAR NICHTS! Alles nur heiße Luft - oder man streitet sich mal so richtig, zankt sich bis aufs Blut und einer von uns lässt sich mit sofortiger Wirkung scheiden und verlässt die 2,5 Quadratmeter mit wehenden Fahnen und rennt sich im naheliegenden Wald den Herzbennel ab oder alternativ dazu die Füße blutig. Natürlich gibt es noch viele hundert andere Möglichkeiten, sich Luft zu verschaffen, doch auch wir sind überrascht. Wir sind 24 Stunden täglich zusammen und verbringen tatsächlich fast jede Minute davon gemeinsam. Wir versuchen, das Positive daran zu erkennen (was wirklich schade wäre, wenn uns das nicht gelänge). Wann haben wir das denn schon mal in unseren gemeinsamen Zukunft? Aber es ist noch mehr. Nichts ist wirklich so wichtig, dass man dafür durch die Hölle muss. Wir haben beide keine unabdingbaren Bedürfnisse, die jeden Tag aufs neue gestillt werden müssen und wenn es mal knallt, dann glaubt einer von uns, er hätte doch welche. Aber Tatsache ist, dass es mit uns beiden besser klappt, als wir selbst gedacht hätten. Kleine Unstimmigkeiten werden einfach vergessen und in den Hintergrund gedrängt (da wo sie hingehören). Größere Meinungsverschiedenheiten werden vermieden. Was will man denn auch mit einer eigenen Meinung, wenn vor uns schon tausend andere festgestellt haben, dass der Campingplatz genauso gut wie der gegenüber ist, dass die Kartoffeln nicht schlechter schmecken als die anderen und dass der Dollar hier soviel wert ist wie im nächsten Staat. Und wenn nicht - auch egal. Uns kümmert es nicht, wir lassen es uns gut gehn.

 
Zum Tagebuch 24.-27. September 2000
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