www.CampAmerika.de
Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
Stories rund um Nordamerika
Story

 
 
 
Die Hälfte ist um

 
 
 
 
 
 
 
Tagebuch
Tagebuch
Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

Alle Bilder nach Regionen geordnet
Fotoalbum

Reisevorbereitungen und Wissenswertes

Reisevorb

 

"Ein Jahr durch Amerika", das hört sich im ersten Moment erst einmal sehr verlockend an. Unabhängig von Kosten und Umständen, die auch das Reisen zur Qual werden lassen können, steckt aber mehr hinter dieser Aussage als Abenteuer und Vergnügen. Alleine die Tatsache, dass ein Jahr, zwölf Monate, zweiundfünfzig Wochen oder nicht weniger als 365 Tage eine Zeit ist, die sich nicht mit ständigem Reisefieber ausfüllen lässt und dass der Mensch ein Individuum ist, welches einem bestimmten Rhythmus unterliegt, der unabhängig von Ort und Zeit, mal positiv, mal negativ auf das Gemüt des Menschen wirkt. Gerade die Phasen, in denen nichts von Bedeutung scheint, weder die tolle Aussicht auf hohe Berge noch das ungewöhnlich gute Wetter, in denen der Gemütszustand aus für mich unerklärlichen Gründen einen Tiefpunkt hat, diese Phasen sind natürlich in gewohnter Umgebung wesentlich besser zu ertragen. Sind das nicht die Zeiten, in denen wir uns in unseren Lieblingsraum zurückziehen, uns eine Tasse Tee oder einen starken Kaffee kochen und hoffen, dass diese Zeit einfach nur verstreicht? Zeiten, in denen wir froh sind, unsere Umgebung zu kennen, unsere Lieben um uns zu wissen und keine Herausforderungen annehmen zu müssen. Nur zu gut erinnere ich mich daran, dass ich vor Reisebeginn immer wieder gesagt habe, dass dieses "Jahr durch Amerika" in gewisser Weise auch Verzicht bedeutet. Dass es eine Erfahrung sein kann, die uns lehren wird, mit "weniger" auszukommen, weniger Zuwendung, weniger Gewohnheit, weniger Heimat, sogar weniger Abwechslung. Denn wie sagten Andrea und Tommy   sinngemäß, die drei Jahre durch die Welt gesegelt sind: Natürlich ist jede neue Bucht wieder ein Paradies für sich, und weiter? Auch das Reisen in einem Camper unterliegt einer gewissen Gleichförmigkeit, auch wenn die Plätze immer wieder neu sind und für sich auch wunderschön. Auch der fehlende soziale Umgang und die kaum zu ersetzenden Freunde und Eltern bedeuten ein Verzicht in ernstzunehmendem Ausmaß. Auch Heimweh kann einem das "Jahr durch Amerika" durchaus erschweren, auch wenn das bekannte Gefühl meist nicht so intensiv und lang anhaltend ist. Das alles habe ich schon befürchtet, doch die Erfahrung, es wirklich auch zu durchleben, ist wie immer sehr viel intensiver. Das alles hat auch kaum etwas mit Amerika zu tun. Diesem Amerika werde ich bei Gelegenheit ein besonderes Kapitel widmen, könnte ich nicht sogar ein ganzes Buch mit meinen Eindrücken füllen.
Aber alles Negative hat auch immer etwas Positives. So simpel dieser Spruch auch scheint, so zutreffend ist er in unserem Fall. Mir war noch nie in meinem Leben so klar, was mein Leben so sehr ausmacht. So blicke ich gelassen aus weiter Entfernung zurück und stelle fest, dass mir die Dinge, die ich als Last angesehen habe, am meisten fehlen. Anderes, was mir als unverzichtbar erschien, vermisse ich keine Sekunde. Und Ziele, die ich als erstrebenswert ansah, bedeuten mir in Wirklichkeit gar nichts. So habe ich jetzt nach der Hälfte unserer Zeit das Gefühl, klarer zu sehen und empfinde diese Erfahrung als sehr befreiend. Nun kann ich die übrige Zeit dafür nutzen, Pläne für die Zukunft zu machen, die endlich einmal nicht fremdgesteuert sind, die meiner Vorstellung entsprechen und nicht von Außen beeinflusst sind.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als uns nur noch ein halbes Jahr von dieser Reise trennte. Voller Erwartung strebten wir der Zeit entgegen und in meinen Gedanken sah ich uns oft auf verlassenen Straßen fahren und am Lagerfeuer sitzen. Das war die Zeit der Vorfreude. Jetzt empfinde ich ebenfalls Vorfreude auf das, was uns zuhause erwarten wird. Gibt es nicht einen Spruch, der die Vorfreude als schönste Freude bezeichnet? Ich glaube, das trifft voll zu.
Mit der Gewissheit, in einem halben Jahr wieder zuhause zu sein und all die neuen Erfahrungen umsetzen zu können, freue ich mich auch auf alles, was uns hier in Amerika noch bevorsteht. Wahrscheinlich sehen wir in den nächsten sechs Monaten das landschaftlich schönere Amerika. Der Kalender geht in schnellen Schritten auf die schönste Jahreszeit zu, den Frühling. Wir kommen immer besser mit der Sprache zurecht, haben uns an viele Gegebenheiten gewöhnt und fühlen uns manchmal schon als Einheimische. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu sehen, auch wenn unsere Aufnahmefähigkeit schon fast erschöpft ist. Aber "ein Jahr durch Amerika" ist und bleibt ein Abenteuer und eine Herausforderung.

 
Zum Tagebuch 27. Jan. - 07. Feb. 2001
Zurück zum Tagebuch
Zurück zur Übersicht
Zurück zur Übersicht
nach oben
nach oben

Ende dieser Seite


mail an CampAmerika
Tagebuch
Reiseverlauf
Gesamtkarte
Fotoalbum
Reisevorbereitung
Live-Chat
Story
Register
Home
Inhalt
CD
Gästebuch
Wohnung
Camper
Ausrüstung
Auszeit+Job
Finanzen
Papierkram
Tips
S
T
O
R
Y

H
Ä
L
F
T
E

U
M
 
 

S
T
O
R
Y

H
Ä
L
F
T
E

U
M