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Highway 24, Utah
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Bevor ein
großes geographisches Missverständnis entsteht, möchte
ich bei der Benennung dieses Teils des Reiseverlaufs ("Der Nordwesten")
darauf hinweisen, dass wir hier, wie fälschlicherweise anzunehmen
wäre, den äussersten Nordwesten zumindest bei dieser Reise nicht
zu Gesicht bekamen. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um die US Staaten
Washington
und
Oregon. Aber es steht außer Frage, dass auch Montana, Idaho,
Wyoming und die kanadischen Staaten British Columbia und Alberta
zum geographischen Nordwesten des Landes gehören. Dass wir zu diesem
Zeitpunkt unsere Reise einschränken müssen und sogar ganze Staaten
auslassen, erinnert uns schmerzlich daran, dass auch ein ganzes Jahr irgendwann
einmal zu Ende geht und besagtem Ende sind wir schon verdammt nahe. Aber
mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Staaten Oregon und
Washington auch von uns bereist werden - nur halt nicht in diesem
Jahr.
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Vom Zion
NP nach Springville ( 438 km )
Am 18. Mai 2001
war es dann so weit. Mit dem Verlassen des Zion National Parks verließen
wir auch das Colorado Plateau und damit stießen wir endgültig
in nördlichere Gefilde vor. Jedoch machten wir es uns diesmal etwas
einfacher und fuhren geradewegs die Interstate 15 in Richtung
Salt Lake City. Unser Ziel für den übernächsten Tag
sollten die Rocky Mountains sein, die im Mai noch im Frühlingsschlummer
liegen und noch nicht von allzu vielen Urlaubern heimgesucht werden. Doch
vorher bekam unser Mitsubishi erst mal einen Ölwechsel und
ein paar brandneue Schuhe. Wieder mal mussten wir tief in die Tasche greifen,
um unser Mobil zu versorgen. Doch der Wal-Mart hat alles brav gemacht,
während wir einkaufen waren und deshalb blieben wir auch eine kostenlose
Nacht auf dessen Parkplatz stehen. Nach 438 Tageskilometern und 30465 km
insgesamt kamen wir bei besagtem Wal-Mart in Springville
am Utah Lake an.
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Von Springville
zum Grand Teton NP ( 583 km )
Am 19. Mai 2001
legten wir ein enormes Stück Strecke zurück, ohne dass es uns
zu sehr an die Substanz ging. Vielleicht lag es daran, dass wir in ein
anderes Amerika einfuhren, was sich von dem bisher Gesehenen wieder einmal
absolut unterschied. Von Springville ging es erst mal auf der Interstate
15 an Salt Lake City vorbei bis hinter Ogden
, wo wir auf die 89 in Richtung Norden auffuhren. Als wir auch Logan
passierten und in den Cache National Forest
vordrangen, war uns plötzlich klar, dass sich etwas Wesentliches in
unserer Umgebung verändert hatte. Die Vegetation war auf einmal viel
üppiger, die Berge rings um uns herum sahen anders aus, nicht mehr
so schroff und viel sanfter geformt. Überall wo man hinschaute, sah
man Wasser in schnell dahinfließenden Bächen und Flüssen.
Sogar der Himmel sah anders aus. Wir befanden uns wirklich auf dem Weg
in den Norden des Landes und das konnte man regelrecht spüren. Uns
war dieses Gefühl sehr willkommen, und vielleicht fielen uns deshalb
die vielen gefahrenen Kilometer nicht so schwer. Und dann standen wir plötzlich
oberhalb des Bear Lakes, der zu einer
Hälfte in Utah und zur anderen in Idaho
liegt.
Der See liegt inmitten eines grünen Tales, eingerahmt von bewaldeten
Berggipfeln. Auf den Wiesen sprießt millionenfach der Löwenzahn
und verwandelt die Fläche in ein gelbes Blütenmeer. Einfache
Häuschen stehen von Ackerbaugeräten umringt am Ufer des Sees
und meist grast irgendein Vieh auf der davor liegenden Rasenfläche.
Es ist kaum jemand auf der Straße und doch sind die Städtchen
wie Garden City (wie passend) und Fish
Haven auf Idaho-Seite von sonderbarem Leben erfüllt. Es
hat uns am Bear Lake sehr gut gefallen und vielleicht lassen wir
uns das nächste Mal mehr Zeit und verweilen dort ein paar Tage. Unsere
Reise ging weiter über Paris und
Montpelier (wer sich wohl hier niedergelassen hat?) hinein nach Wyoming.
Wir durchquerten denBridger-Teton National
Forest und den Caribou National
Forest, bevor wir nachJackson kamen. Kurz
danach überfuhren wir die Grenze zum Grand
Teton National Park und zu unserer Linken erhoben sich die weißen
Gipfel rund um den 4197 m hohen Grand Teton. Der Anblick erinnerte
uns sofort an die Alpen und das Gefühl, welches sich abrupt einstellte,
war durchweg positiv. Ganz im Gegensatz zu unserem Reiseführer empfanden
wir nach all den Gesteinswüsten der vorangegangenen Zeit Grand
Teton als eine willkommene Abwechslung. Nach sage und schreibe 583
Tageskilometern (absoluter Rekord) und 31039 km insgesamt stellten wir
unseren Camper auf Platz 9 des Signal
Mountain Campgrounds ab und blickten über den Jackson
Lake auf die Teton Range, hinter
der gerade die Sonne untergegangen war, was den Abendhimmel in leuchtendes
Rot verwandelte.
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Vom Grand
Teton NP zum YellowstoneNP ( 141 km )
Am 22. Mai 2001
hatten wir eigentlich nur die Grenze zwischen Teton National Park
und Yellowstone National Park
zu überqueren, da die beiden Parks nur durch den John
D. Rockefeller Jr. National Parkway voneinander getrennt sind. Doch
wer die Ausmaße der Wyomingparks nicht kennt, gerät leicht
ins Rudern. Denn hier wird im großen Stil Naturschutz betrieben,
da kann es schon mal etwas länger dauern, bis man zur nächsten
Ansiedlung gelangt. Wir waren zumindest eine ganze Weile unterwegs, bis
wir am Yellowstone Lake ankamen
und die ersten Häuser erkennen konnten. Zwischen dem Südeingang
des National Parks und Grand Village
- der ersten Siedlung - liegen alleine schon 35 km. Doch bis dahin
ist man gerade mal zu einem Drittel in den Park hinein gefahren. Der Yellowstone
National Park ist über 100 km lang und fast so breit. Bei dessen
Durchquerung konnten wir die Brandschäden der letzten Jahrzehnte in
Augenschein nehmen. Im gesamten Südwesten des Parks stehen quasi nur
noch verkohlte Baumstämme wie aufgespießte Zahnstocher in der
Gegend herum. Im Unterholz wächst zwar schon die nächste Generation
Kiefern heran, doch bis die einen Wald ergeben, gehen mal locker dreißig
Jahre ins Land. Wir fuhren den Westloop an den Hauptgeysiren vorbei, nicht
ohne am Old Faithful, dem wohl berühmtesten
Geysir des Parks, halt zu machen. Nach 141 Tageskilometern (+ 63 km im
Teton
NP) und 31243 km insgesamt kamen wir auf dem Madison
Campground an.
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Vom Yellowstone
NP nach Helena ( 354 km )
Am 25. Mai 2001
versuchten wir den riesigen Yellowstone National Park zu verlassen,
doch das war einfacher gesagt als getan, erstreckt er sich doch über
mehr als 100 km in Nord-Süd Richtung. Wir schafften es also gerade
so bis Mittag Mammoth Hot Springs
zu erreichen, die nördlichste Ansiedlung des Parks. Dort gab es dann
aber auch noch etliche Heißwasserpools zu bestaunen, die sich terrassenförmig
über die Hügel ergießen und dabei faszinierend bunte Ablagerungen
schaffen. Doch wenn man mal auf dem Weg ist, dann hält einen kaum
noch etwas auf. Jedesmal, wenn wir uns auf eine weitere Etappe unserer
Reise begeben, flackert bei uns Beiden das Reisefieber auf, und wir sind
leicht erregt und kommen uns vor, als würden wir nun in einen langersehnten
Sommerurlaub fahren. Aber es ist ja auch ein bisschen wie in Urlaub fahren,
wissen wir meistens am Morgen noch nicht, wo es uns bis zum Abend hintreiben
wird. Doch dass dieser Tag uns nach Montana
bringen sollte, dass wussten wir sehr wohl. Und wer den Pferdeflüsterer
von Nicolas Evans gelesen hat und sich dieses Land als überdimensionale,
grüne Hügellandschaft vorgestellt hat - die keinen Anfang und
kein Ende hat, auf deren riesigen Weiden unzählige Kühe und Pferde
grasen, ein Land, das in etwa die gleiche Fläche wie Deutschland einnimmt,
aber nur ungefähr ein hunderstel an Bewohnern aufzuweisen hat -, der
hat sich Montana richtig vorgestellt. Hier ist so viel Platz, so
viel Raum, dass einem die Lüneburger Heide wie ein Besenschrank
vorkommen muss. Und eine Tatsache, an die wir uns immer noch nicht richtig
gewöhnt haben, ist, dass man selbst im zivilisiertesten Amerika etliche
Kilometer über Land fahren kann, ohne auch nur ansatzweise durch eine
nennenswerte Stadt zu kommen. Wir fuhren vom Yellowstone National Park
über die 89 in nördliche Richtung bis nach Livingston,
bogen dann auf die Interstate 90 gen Westen ab, die sich malerisch durch
den Gallatin National Forest schlängelt.
Dann bogen wir auf die 287 Nord ab und fuhren Kilometer um Kilometer an
endlosen Weizenfeldern vorbei. Wir ließen den Canyon
Ferry Lake rechts liegen und kamen nach 354 Tageskilometern (+161 km
im Yellowstone NP) und 31758 km insgesamt in Helena,
der Hauptstadt Montanas an. Hier versorgten wir uns mal wieder mit
dem Notwendigsten bei Herrn Wal und kamen in den Genuss, auf dessen
Parkplatz kostenlos übernachten zu können. Nicht dass wir so
scharf darauf gewesen wären, jedoch stellt in Helena der Wal-Mart
seinen netten Campingfreunden auch einen Stromanschluss zur Verfügung,
was wir nur schwerlich abschlagen konnten.
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Von Helena
zum Glacier NP ( 351 km )
Am 26. Mai 2001
ging es weiter über die endlosen, grünen Weidenhügel Montanas.
Tausende schwarze Kühe sahen wir auf überdimensionalen Grasflächen
stehen - scheinbar dort völlig in Vergessenheit geraten - aber nur
wenige Menschen bekamen wir zu Gesicht. Ich kann es immer noch nicht fassen,
wie viel Platz in diesem Land ist, und auch mit der Gefahr, dass ich mich
wiederhole, ich muss es einfach los werden: dieses Land ist riesig!
Dennoch kann
einem schnell langweilig werden, wenn man nicht gerade ein Kuh-Fan oder
absolut vernarrt in grüne Hügel ist. Die Durchquerung Montanas
von Wyoming bis fast an die Kanadische Grenze hat uns immerhin 700
km gekostet. Nicht gerade ein Pappenstiel, wenn es darum geht, über
eine zu groß geratene Kuhweide zu kurven. Im einzelnen fuhren wir
über die Interstate 15 in RichtungGreat
Falls , bogen jedoch 50 Meilen vorher auf die 287 ab. In Choteau
- dem einzigen nennenswerten Ort, der zudem noch recht hübsch ist
- bogen wir auf die 89 in Richtung Glacier
National Park ab. Und genau dort kamen auf dem Rising
Sun Campground nach 351 Tageskilometern und 32109 km insgesamt an.
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Vom Glacier
NP zum Waterton Lakes NP ( 154 km )
Am 28. Mai 2001
verließen wir den Glacier National Park und damit auch die
USA. Nach 8 Monaten und einer Woche und einer zusammenhängenden Fahrleistung
von 26339 km überquerten wir die Grenze nach Kanada, hinein in den Waterton
Lakes National Park auf kanadischer Seite. Erst einmal mussten wir
aus dem Glacier Park auf amerikanischer Seite wieder heraus und
kamen über die Strassenkombination 89 und 17 - dem sogenannten
Chief Mountain International Highway - nach 74 Tageskilometern und
32182 km insgesamt in Kanada an. Ab dort fuhren wir die 6 und dann über
die 5 bis nach Waterton rein. Da unsere Tagesroute relativ kurz
ausfiel und wir noch genügend Zeit hatten, fuhren wir noch diverse
Parkstraßen ab und genossen die wunderschöne Landschaft. Nach
154 Tageskilometern und 32263 km insgesamt kamen wir auf dem Crandell
Campround am Blakiston Creek
an.
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Vom Waterton
Lakes NP zum Norbury Lakes NP ( 260 km )
Am 31. Mai 2001
stießen
wir tiefer in die kanadische Provinz Alberta
vor und durften schon nach wenigen Kilometern feststellen, dass die Straßen
um die Rocky Mountains herum
eine Augenweide sind. Wunderschöne, schneebedeckte Gipfel reihten
sich im Osten aneinander, während wir durch grünes Bergland fuhren
und die vielen Wildblumen bewunderten. Ab und zu stand eine Holzhütte
auf einer Weide und die ganzen Bilder sind sicherlich allesamt Motive tausender
Postkarten. Wir nahmen die 6 nach Pincher
Creek und bogen kurz danach auf die 3 in Richtung Crowsnest
Pass ab. Die Strecke kursiert wirklich unter den schöneren unserer
Reise. Kurz hinter dem Pass kamen wir auch schon in die Provinz British
Columbia und in Sparwood erledigten
wir ein paar Einkäufe. Dann kamen wir über Fernie
auf die 93/95 und schlugen wieder nord-westliche Richtung ein. Kurz hinter Wardner
ging es dann 15 Kilometer ins Hinterland zum Norbury
Lake Provincial Park, in dem wir nach 260 Tageskilometern (+32 km im
Waterton
NP ) und 32555 km insgesamt erst mal ein erfrischendes Bad nahmen und
einen Platz belegten. Das Bad war erstklassig und das Feuerholz wird wieder
kostenlos zur Verfügung gestellt. Wieder zwei Pluspunkte zu Gunsten
Kanadas.
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Vom Norbury
Lake PP zum Kooteney NP ( 236 km )
Am 01. Juni 2001
war so ein richtiger Touristentag. Ich hätte nicht gedacht, dass wir
nach so langer Zeit dazu überhaupt noch in der Lage sind. Erst fuhren
wir vom Norbury Lake Provincial Park über eine Nebenroute der
93 bzw. 3 nach Fort Steele. Dort
gibt es das sogenannte Heritage
Fort Steele , das seinen Ursprung Mitte des 19. Jahrhunderts hatte
und wie so oft auf Goldfunde in der Region zurück ging. Wir haben
schon eine ganze Menge solcher Freilichtmuseen gesehen und Fort Steele
rangiert bestimmt unter den besseren. Die Ursache dafür liegt auch
immer ein bisschen an der Darbietung, wie die Vereine und Betreiber, die
den Laden meistens ehrenamtlich am Laufen halten, das alte Städtchen
mit Leben erfüllen und die nicht immer originalen Gebäude liebevoll
in Ordnung bringen. So sahen wir in Fort Steele unzählige Helfer
in Originalkostümen, die hier einen Kaffee ausschenkten und dort die
vielen Möbel abstaubten. Gerade die Werkstätten, wie die Sattlerei
oder die Schmiede, wurden wie zu alten Zeiten betrieben und man konnte
den Handwerkern beim Werkeln zusehen. Und das ganze Tun spielt sich unter
den Berggipfeln der Rocky Mountains ab, was der Stadt einen besonderen
Reiz verleiht.
Dann fuhren wir
wieder ein Stück zurück bis nach Cranbrook,
um dort über die 95A nach Kimberley
zu gelangen. Dort sollte angeblich die größte Kuckucksuhr der
Welt stehen (die größte derartige Uhr steht natürlich in
Wiesbaden),
was glatt gelogen ist und nur Touristen anziehen soll. Besonders Deutsche,
die schon lange kein Sauerkraut mehr gegessen haben und unbedingt mal wieder
ein Warsteiner vom Fass trinken möchten, sind sehr willkommen.
Das war für uns im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen.
Und ich konnte mich nach 10 Monaten Abstinenz doch noch davon überzeugen,
dass deutsches Fassbier das beste Bier auf der Welt ist. Ansonsten erinnert
Kimberley
ansatzweise an eine kitschige bayerische Kleinstadt, doch noch nicht mal
ein blinder Deutscher würde darauf reinfallen. Sie verkaufen halt
alles, was bei uns in Deutschland in den Läden liegen bleibt, von
der Patrick Lindner CD angefangen bis zu Deutschlandflaggen. Doch
das Bier war einsame Spitze.
Zuguterletzt
schien uns ein Vollbad in den Radium
Hot Springs des Kootenay National
Parks gerade recht. Bei angenehmen 39°C ließen wir in der
einwandfreien Badeanstalt die einzelnen Körperteile und die Seele
baumeln. Das war ein gelungener Abschluss eines echten Touristentages.
Auf dem Weg durch faszinierende Berglandschaften, wie sie nur hier in den
Rockies
zu sehen sind - weil nur hier die Flüsse so wild sind, die Berge so
hoch und die Seen so vollkommen in die Wälder hineingepflanzt wurden
- sahen wir erst Gemsen am Hang stehen, dann Rehe und danach gleich drei
Schwarzbären auf dem Seitenstreifen der Parkstraße grasen. Diesmal
waren sie aber auch wirklich schwarz und das Kleine mit seiner Bärenmutter
ließ sich überhaupt nicht von uns stören (ob das nun gut
für das Tier ist oder nicht). Wir beobachteten die Bären sehr
lange und genossen unser Glück. Dass dann der angeblich am 01. Juni
geöffnete Mc Leod Meadow Campground
doch noch geschlossen hatte, verärgerte uns dann ein wenig. Doch auf
dem Gruppenplatz Crooks Meadow
ließen uns die jungen Architekten, die den Platz angemietet hatten,
nach 236 Tageskilometern und 32791 km insgesamt auf dem Parkplatz übernachten,
was aufgrund des hereinbrechenden Donnerwetters keine Nachteile hatte.
Letztendlich ging es uns in unserem Camper noch besser als den jungen,
im Zelt kampierenden Architekten.
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Vom Kootenay
NP zum Banff NP ( 115 km )
Am 02. Juni 2001
ging es auf der 93 weiter in den Kootenay National Park hinein.
Leider steckten die Rockies hinter dichten Wolken, was die Sicht
und das Erlebnis sehr schmälerte. Wenn man nicht viel weiter als bis
zum Waldrand blicken kann, aber weiß, dass sich in dem dichten Weiß
ein atemberaubendes Panorama versteckt hält, dann kann das schon frustrierend
sein. Doch es muss auch schlechte Tage geben, doch wie so oft regnet es
immer zum unpassendsten Moment. Wir sahen also nicht wirklich viel vom
Kootenay
National Park, und auch als wir abermals die Kontinentale Wasserscheide
überquerten und damit zurück nach Alberta und gleichfalls
in den Banff National Park kamen, regnete
es immer noch und die Aussichten waren ebenso bescheiden. Nach 115 Tageskilometern
und 32906 km insgesamt kamen wir am wunderschön gelegenen Two
Jack Lakeside Campground an, doch auch hier verhüllten Wolken
die eigentliche Pracht.
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Von Banff
nach Lake Louise ( 73 km )
Am 03. Juni 2001
hatte sich trostloses Wetter und eine echte, zusammenhängende, deutsche
Wolkendecke über die Rocky Mountains gelegt. Wir waren noch
nicht einmal in der Stimmung, in diesem feucht nassem Klima mehr als einen
obligatorischen Gang entlang des Two
Jack Lake und desMinnewanka Lake
zu machen. Mehr gab dieser bescheidene Tag einfach nicht her. Also machten
wir genau das, was wir unter Umständen Zuhause bei solchem Wetter
auch getan hätten. Wir legten uns ins Wasser der
Upper Hot Springs in Banff und entspannten
uns bei 38°C Wassertemperatur. Dass wir danach zu nicht mehr viel in
der Lage waren, liegt auf der Hand. Wir schafften gerade noch 73 Tageskilometer
auf demBow Valley Parkway/1A (+43
km in Banff), bis wir nach 33022 km insgesamt auf dem Trailer
Campground Lake Louise einen Platz in
Anspruch nahmen. Doch auch dort waren wir zu nicht mehr in der Lage, als
den grauen Sonntag an uns vorbei ziehen zu lassen. Wieder ein Tag ohne
besondere Vorkommnisse. Nachtrag: Es wird an der Registration des Campingplatzes
vor Bären gewarnt, und dass man bloß nichts draußen rumliegen
lassen soll. Gescheiter wäre es allerdings, wenn vor den vorbeifahrenden
Zügen gewarnt würde, denn dann könnte man sich unter Umständen
eine schlaflose Nacht für 21C$ sparen. Denn genau gegenüber des
Campgrounds ist ein Bahnübergang und wer die Signalhörner der
nordamerikanischen Züge noch nicht kennt, wird spätestens auf
diesem Campground die beschrankten Bahnübergänge Europas schätzen
lernen. Wer glaubt, dass nordamerikanische Züge nachts nicht fahren,
oder vielleicht nicht so laut tröten, der hat sich geirrt.
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Von Lake
Louise zum Yoho NP ( 59 km )
Am 04. Juni 2001
erkundschafteten wir in erster Linie die Region um Lake Louise (Stadt).
Als erstes fuhren wir zum berühmten Lake Louise (See), dessen
umgebendes Bergmassiv ebenfalls in dichten Wolken hing. Von dort machten
wir eine Wanderung zum Lake Agnes.
Danach fuhren wir auch noch zum Moraine Lake.
Wenn man nicht aus dem Auto steigt (weil man keinen Parkplatz bekommt oder
einfach nur zu faul ist), kann man die Strecke als Rundkurs von Lake
Louise Stadt aus gut in einer dreiviertel Stunde bewältigen. Doch
wenn man den Massen entkommen will, muss man zwangsweise die Wanderwege
benutzen. Dann fuhren wir über den Highway No. 1, oder auch Trans
Canadian Highway, in den Yoho National
Park hinein und damit auch wieder nach British Columbia. Zuerst
reservierten wir einen Platz auf dem Kicking
Horse Campground, der malerisch am Yoho
River gelegen ist. Die Tageskilometer erstreckten sich an dem Tag auf
ganze 59 km und 33081 km insgesamt. Danach fuhren wir noch die Stichstraße
zum Emerald Lake und zur Natural
Bridge, bevor wir es uns bei einem Lagerfeuer und einer zünftigen
Bohnen-Mahlzeit gut gehen ließen.
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Vom Yoho
NP zum Jasper NP ( 216 km )
Am 06. Juni 2001
verließen wir den Yoho National Park, jedoch nicht ohne vorher
die berühmten Takakkaw Falls
zu besichtigen. Die 13 km lange Nebenstrecke zu den Wasserfällen hatte
erst vor wenigen Tagen eröffnet und wir waren wohl mit die ersten,
die sich hier den Anblick von herabstürzendem Wasser antun durften.
Doch das einzige herabstürzende Wasser, das wir bewunderten, waren
die Regenmassen aus den dunklen Wolken, und so blieb es bei einer Fernbetrachtung
aus dem Auto heraus. Erneut waren wir froh, den durchaus eindrucksvollen
Wasserfall bereits vor fünf Jahren gesehen zu haben, denn dieses Wetter
kann einem die Laune auf Naturwunder durchaus vermiesen. Dann ging es zurück
nach Lake Louise und von dort aus über die 93 auf den weltberühmten Icefield
Parkway . Lake Louise ist 230 km von Jasper entfernt
und dazwischen liegt die Wunderwelt der Rockies. Diese 230 km sind
für mich ganz persönlich die schönste Strecke ganz Nordamerikas.
Auch wenn er sich für uns nur in Grautönen zeigte, so ist der
Icefield
Parkway dennoch bei jeder Witterung ein Erlebnis. Wir kamen am zugefrorenen Bow
Lake vorbei und schauten uns die kunstvoll geformten Aushöhlungen
des Mistaya Canyon an, bevor wir
die Grenze zum Jasper National Park
überquerten. Und kurz hinter der Parkgrenze liegt auch schon der Athabasca
Glacier , auf dem jeder mal gestanden haben sollte, denn lange scheint
es ihn nicht mehr zu geben. Danach ging unsere Fahrt weiter in Richtung
Norden, immer entlang des Sunwapta
Rivers. An den Straßenseiten reiht sich eine Sehenswürdigkeit
an die nächste, doch das ganze Tal ist eine einzige Sehenswürdigkeit,
eine nicht enden wollende Panoramaroute. Nach 216 Tageskilometern (+62
km im Yoho NP ) und 33359 km insgesamt erreichten wir den Honeymoon
Lake Campground am gleichnamigen See und trotzten den Regentropfen
mit einem erwachsenen Lagerfeuer, auch wenn wir zeitweilig die Schirme
aufspannen mussten.
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Jasper NP
( 103 km )
Am 07. Juni 2001
ging unsere Entdeckungsreise durch die kanadischen Rockies weiter
immer entlang des Icefield Parkways. Am Straßenrand erscheint
immer wieder der Athabasca River
, den das Schmelzwasser zu einem reißenden, smaragdgrünen Fluss
anschwellen ließ. Die gleichnamigen Wasserfälle Athabasca
Falls gehören wohl zu den meist fotografierten Wasserfällen
in ganz Nordamerika, da sie vor einer wunderschönen Bergsilhouette
in verschiedenen Kaskaden den Abhang hinunter stürzen und danach in
einem Canyon ausgespülter Pools und Wasserbecken langsam auslaufen.
Dann kamen wir nach Jasper, das uns noch
gut in Erinnerung war. Welch Glück, denn auch hier regnete es von
Zeit zur Zeit und wir beschlossen, dort nur unsere Wäsche zu machen.
Danach fuhren wir wohl den schönsten Abschnitt der gesamten Parkstraße,
Kootenay
, Yoho und Banff mit eingeschlossen. Ab Jasper in
nordöstlicher Richtung (nach Edmonton) wird das Tal immer breiter
und der Horizont ist gespickt mit atemberaubenden Bergmassiven. Wenn sich
dann vor einem noch der Jasper Lake
und der Talbot Lake ausbreiten und
zwischendrin immer wieder kleinere Inseln schwimmen, auf denen die typischen
Fichten wachsen, dann ist das Bild vollkommen, und die Behauptung, der
Icefield
Parkway sei die schönste Straße Nordamerikas, wird in seinen
letzten Kilometern noch mal deutlich unter Beweis gestellt. Nach 103 Tageskilometern
und 33462 km insgesamt kamen wir am äußersten Rand des Jasper
National Parks auf dem Pocahontas
Campground an. Hier in der Nähe gibt es noch einmal heiße
Quellen (Miette Hot Springs) und
vielleicht kann man ja hier bei besserem Wetter noch mal eine Wanderung
unternehmen.
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