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Lake Pontchartain, Louisiana
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Von der Gulf
Island NS nach New Orleans ( 373 km )
Nach fünf
Wochen und fünf Tagen verließen wir am 22. Dezember 2000 Florida
über die Grenze nach Alabama . Wer
hätte gedacht, dass wir uns so lange in Florida aufhalten würden.
Jetzt wurde es aber höchste Zeit, dass wir uns noch ein paar andere
Staaten anschauten. Also ging es bei Pensacola auf die Interstate
10 nach Alabama. Und hat man mal die Mobile
Bay undMobil hinter sich gebracht, ist man
auch schon wieder aus Alabama heraus, denn der Staat hat nur etwa
80 km Golfküste. Dann kam Mississippi
, dessen Golfküste auch nicht viel länger ist. Um zu verhindern,
dass wir durch zwei Staaten Amerikas an einem Tag durchsausen, machten
wir inBiloxi halt, die wohl bekannteste Spielermetropole
am Golf von Mexico. Im Hotel
Beau Rivage geben sich die besten Künstler der ganzen Welt die
Klinke in die Hand. So standen für diesen Monat Michael Flatley
(Lord of the dance) und The Commodores auf dem Programm. Aber uns
lockte vor allem das ausgezeichnete Buffet, welches wir für 10$ pro
Nase auskosteten. Man speist zwar umgeben von tausenden Slotmachines
und kann vor lauter Gerappel und Gebimmel manchmal kaum sein eigenes Wort
verstehen, aber das Essen war erstklassig und die Auswahl unermesslich.
Hierfür ist der ansonsten eher noble und teure Schuppen sehr zu empfehlen.
Wir haben übrigens keinen Cent in die Automaten eingeworfen. Wir heben
uns das für Las Vegas auf. Unsere Fahrt ging dann weiter auf
der 10, bis wir auf New Orleans zusteuerten.
Die Sonne war am untergehen und als wir den Lake
Pontchartain überquerten (Bild ganz oben), der eine letzte Hürde
vor the Big Easy darstellt, wussten
wir, dass wir Weihnachten mal ganz anders verbringen werden und freuten
uns auf die Stadt des Südens. Nach 373 Tageskilometern und 15512 km
insgesamt standen wir direkt zwischen einem Güterbahnhof und einer
Hauptverkehrsader im Jude Travell
Park. Aber es waren nur fünf Meilen bis ins
French Quarter, dort wo der Jazz Zuhause ist.
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Von New Orleans
nach Vinton ( 504 km )
Wir waren nicht
traurig, am 25. Dezember 2000 the Big Easy zu verlassen, haben wir
unseres Erachtens doch das Wesentliche dieser Stadt gesehen, nämlich
das French Quarter und die schönen Villen entlang der St.
Charles Avenue. Ansonsten ist die Stadt nämlich so hässlich
wie fast alle amerikanischen Städte und zudem noch ausgesprochen dreckig.
Unsere Fahrt ging die 18 am Mississippi entlang. Dort fuhren wir
etliche Kilometer seitlich des Damms, wo nachts zuvor (24. Dez.) noch die
Bonfire
(Freudenfeuer) gebrannt hatten. Die Strecke wurde vom ADAC in einem seiner
Sonderhefte ("Traumstraßen in Nordamerika") empfohlen und wir hätten
genauer lesen sollen, denn sie hatte nicht viel zu bieten. Die Straße
war schlecht und die angeblich "wie aus dem Ei gepellten Häuschen"
glichen eher an die Wand geklatschten Eiern. Sie waren überwiegend
in trostlosem Zustand und die Siedlungen erregten tiefstes Mitleid mit
ihren Bewohnern. Zudem ist die Region angehäuft mit Chemiefabriken
und Zuckerproduktionsstätten, die alle einen ungemein fiesen Geruch
in die Luft stießen. Ich weiß nicht so recht, wie man so eine
Straße als "Traumstraße" bezeichnen kann. Sicherlich, weil
ein paar alte Plantations den Weg säumen, wovon die spektakulärste
wahrscheinlich Oak Alley Plantation
ist. Da gerade Weihnachten war, konnten wir das Haus leider nicht besichtigen.
Doch das besondere an dem Grundstück sind eher die Eichen, nach denen
das ganze Anwesen benannt ist und die stehen bekanntlich außerhalb
des Hauses. Letztendlich war dieser Anblick das Gegurke auf Lousianas
schlechtester Straße allerdings nicht wert. Wir wählten dann
die schnelle und schmerzlose Alternative und fuhren bei Baton
Rouge wieder auf die Interstate. Diese Strecke war zwar auch nicht
besser zu befahren und auch nicht interessanter, jedoch kamen wir um einiges
schneller voran. Erst 30 Kilometer hinter Lake
Charles bei Vinton checkten wir auf
einem KOA-Campground ein. Er liegt wie die meisten seiner Art direkt an
der Interstate und die Bahngleise verlaufen auch gerade nebenan, doch in
der Werbebroschüre heißt es im ersten Satz: "stay with us in
beautiful Cajun Country for a relaxing time among the trees, flowers and
birds". Selbst wer kein Englisch kann, weiß, dass das gelogen ist!
Wir brachten 504 km hinter uns (Wow!) und waren insgesamt schon 16016 km
unterwegs.
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Von Vinton
zum Palmetto SP ( 495 km )
Am 26. Dezember
2000 ging unser Weg weiter nach Westen. Schon morgens um 10 Uhr überquerten
wir auf der Interstate 10 mit gespannter Erwartung die Grenze nach Texas,
aber es war wie immer. Texas sieht auch nicht anders aus wie Alabama,
Mississippi
und Louisiana, wenn man das auf die Aussicht von der Autobahn aus
bezieht. Gleich hinter der Grenze in Beaumont
fuhren wir an die Küste nach Port
Arthur. Hier soll angeblich Janis Joplin gelebt haben und große
Reklameschilder kündigten ein außergewöhnliches Museum
an. Doch das Museum blieb eine Fata Morgana, denn wir konnten es nicht
finden. Es wurde nirgends mehr erwähnt und die wenigen Menschen auf
der Straße kannten das besagte Museum auch nicht. Die ganze Stadt
war dermaßen trostlos, dass wir uns gezwungen sahen, die Strecke
als Umweg zu verbuchen. Und so fuhren wir auf die 73, welche uns 25 km
westwärts wieder auf die Interstate 10 brachte. Das Wetter war grau
und kalt, also gar kein schlechter Tag zum Reisen. Wir fuhren durch Houston
und machten nur einmal kurz halt, um in einem AAA-Office (amerikanischer
ADAC) die wichtigen Campbooks (Campingführer) und weiteres Kartenmaterial
zu holen. Das hat auch gereicht. Ansonsten ist Houston nämlich
groß, voll und hässlich (zumindest die Außenbezirke).
Wir fuhren weiter auf der 10 und dann ging zum wiederholten Male die Welt
unter. Dunkle, graue Regenwolken entließen in Eimern ihr gespeichertes
Wasser und die Temperatur ging nicht über 3 Grad, gefährlich
nahe an der Frostgrenze. Die Leute im AAA-Office warnten uns schon vor
Eisregen in New Mexico. Wir standen 10 Minuten auf unserem Platz
imPalmetto State Park bei Luling
ca. 35 Meilen vor San Antonio , da hagelte es das erste Mal. Das
hätten wir wirklich nicht geglaubt. Alle reden hier von Kälteeinbruch
und dass es ungewöhnlich kalt sei. Das tröstet uns aber nicht.
Nach allen Temperaturtabellen in sämtlichen Broschüren liegen
wir 10-15 Grad unter dem Durchschnitt und draußen gefriert der Regen
und lässt sich auch von allen Broschüren dieser Welt nicht davon
abhalten. Ich denke nur mit Widerwillen an unseren Amerikaführer,
der da schreibt: "Es kann aber auch in Ausnahmefällen schon mal gefrieren."
Warum müssen wir bei solchen Ausnahmefällen immer dabei sein?
Egal - wir haben Gas bis zum Anschlag und können somit heizen bis
in den Juni hinein. Nach 495 Tageskilometern und 16511 km insgesamt schließen
wir die Tür unseres Campers und lassen die Kälte und den Regen
draußen. Dann ist es meist besonders gemütlich in unserer kleinen
Kabine.
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Vom Palmetto
SP nach Castroville ( 163 km )
Der 27. Dezember
2000 sollte der Stadt San Antonio
gewidmet sein. Im Herzen Texas gelegen, lockt sie vor allem mit
mexikanischem Flair und mildem Klima. Aber vorher machten wir bei Luling
einen Abstecher auf die 90, um uns laut Reiseführer die verzierten
und reich geschmückten Ölpumpen anzuschauen. Doch die wenigen
Exemplare, deren Aussehen überhaupt einen Blick wert war, konnten
nicht über die Stadt Luling hinwegtäuschen, die so dreckig
und hässlich ist, dass man sich diesen Anblick eher hätte sparen
sollen. Es wird Zeit, dass die amerikanischen Mittelklassestädte eine
eigene Story bekommen in: die amerikanische Stadt, ein zerplatzter Traum.
Nachdem wir am
gleichen Tag noch San Antonio verlassen hatten, fuhren wir auf der
90 weiter Richtung Westen und stießen eher zufällig auf den Regional
Park in Castroville . Die Gegend um San Antonio weist
starke deutsche Einflüsse auf. So gibt es zwischen Houston
und San Antonio ein Frelsburg, Schulenburg, Weimar, Oldenburg
und ein Niederwald. Westlich von San
Antonio nimmt die Bevölkerungsdichte stark ab und die nur 25 km
westlich gelegene Stadt Castroville
ist eine elsässische Hochburg mit Steinhäusern und elsässischen
Restaurants. Nach 163 Tageskilometern und 16674 km insgesamt fahren wir
die Stützen aus und werfen die Heizung in unserem Zuhause an.
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Von Castroville
zur Amistad NRA ( 270 km )
Bevor wir am 28.
Dezember 2000 starteten, liefen wir nochmal - bei wieder strahlend blauem
Himmel, doch nach wie vor frostigen Temperaturen - eine kleine Runde durch
den Regional Park Castroville. In der Anlage haben die eingewanderten
Elsässer das Elsass mit Steinen auf einer Fußballfeld
großen Fläche nachgebildet und an Stelle der Städte verschiedene
Bäume gepflanzt. Wir kamen uns vor, als würden wir durch uns
gut bekanntes Land streifen und Städtenamen wir Colmar und
Wissembourg
lösten bei uns Heimatgefühle aus.
Unsere Fahrt
ging weiter über die 90 durch Hondo
, Sabinal und Uvalde
. Der mexikanische Einfluss ist ganz stark zu spüren und kurz hinter
San
Antonio beginnt wirklich der Westen. So habe ich mir Texas vorgestellt.
Ein weites Land und nichts als Kakteen und Sträucher. Auch auf der
Karte sieht man, dass die Bevölkerungsdichte stark abnimmt. Wir fuhren
Kilometer um Kilometer an riesigen Ranches vorbei, ohne dass auch nur ein
Anzeichen von Zivilisation sichtbar war. Dann machten wir bei Brackettville
noch einen kleinen Abstecher in die berühmt berüchtigte Westernstadt Alamo
Village. Diese künstlich errichtete Kulissenstadt ist heute noch
Amerikas größte und meist genutzte Drehstätte für
unzählige Cowboyfilme. Ein durchaus lohnenswerter Abstecher. Wir waren
noch 31 Meilen von der mexikanischen Grenze entfernt, also gaben wir Gas,
um noch vor Einbruch der Nacht in der Amistad
National Recreation Area anzukommen. Hier wird der berühmte Rio
Grande gestaut, der hier bei Del Rio
als riesiges Wasserreservoir dient.
Nach 270 Tageskilometern
und 16944 km insgesamt kamen wir im San
Petro Campground an und sahen gerade noch die Sonne untergehen.
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Von der Amistad
NRA zum Stillwell CG ( 362 km )
Am 29. Dezember
2000 sollten wir wirklich den "wilden Westen" kennenlernen. Schon ab San
Antonio sieht man keine Palmen mehr, dafür wachsen am Straßenrand
die ersten Kakteen. Nach Del Rio an der mexikanischen Grenze nimmt
die Zahl der Kakteen rasch zu. Die 90 verläuft wie an der Schnur gezogen
in Richtung Westen und neigt bzw. hebt sich nur leicht mit den seichten
Hügeln. Es gibt nichts außer Gestein, Sträucher und Himmel.
Doch das Ungewöhnlichste ist die Leere. Von Del Rio bis zum
nächsten ernstzunehmenden Ort (Sanderson
) sind es nicht weniger als 121 Meilen (fast 200 km). Dazwischen gibt es
nichts - nur Landschaft. Und das ist Erlebnis genug, auch wenn wir die
Gesteinshügel auf Dauer als etwas langweilig empfanden. Und es ist
so gut wie kein Verkehr auf der Straße. Man kann ein wenig nachempfinden,
wie sich Cowboys gefühlt haben müssen, als sie vor gerade mal
150 Jahren durch diese Prärie geritten sind, Tage und Nächte,
ohne eine Menschenseele zu sehen. Texas ist wirklich groß
und das merkt man, wenn man stundenlang durch endloses Land fährt.
Und wenn dann plötzlich eine Brücke über einen riesigen
Canyon führt, wo der Pecos River
in Jahrmillionen eine tiefe Furche gegraben hat, dann wird man buchstäblich
von der Naturgewalt überwältigt. Man steht nur noch da und schießt
Fotos, auf denen man später zwanzig Mal das gleiche Motiv sieht, den Seminole
Canyon .
Bei Marathon
(was auch nicht größer ist als der Parkplatz vor unserem heimischen
Einkaufszentrum) verließen wir die 90 und nahmen die 385 Richtung
Süden. Ab dieser Kreuzung wird die Strecke zum puren Erlebnis. Eine
Beschreibung kann der Realität nicht gerecht werden. Wir genossen
es in vollen Zügen und 40 Meilen südwärts bogen wir auf
die 2627 ab, die uns nach weiteren sieben Meilen zum Stillwell
Campground brachte. Nach 362 Tageskilometern und 17306 km insgesamt
sind wir am Ende der Welt, zumindest der amerikanischen. Hier betreibt
eine alte Dame (mindestens 80 Jahre alt) einen Campground, der jenseits
von Gut und Böse im endlosen Nichts gelegen ein paar verrückten
Campern ein Zuhause auf Zeit bietet. Nach dem Einchecken fragten wir wie
gewohnt, welche Platznummer wir denn hätten, und die alte Dame sagte
nur sinngemäß, wir sollten uns einen Platz suchen, falls sie
uns bräuchte, würde sie uns schon finden. Hier ist wirklich der
Hund begraben, und genau das macht es so unwiderstehlich. Kein Ton ist
zu hören, kein Bach, kein Vogel, keine Autos, kein gar nichts! Es
ist mucksmäuschenstill. Und ich bin davon überzeugt, dass hier
die Uhren langsamer gehen, wenn es überhaupt so etwas wie Zeit gibt?!
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Vom Stillwell
CG zum Big Bend NP ( 92 km )
Am 30. Dezember
2000 drangen wir tief in die Chihuahua-Wüste
ein.
Diese Landschaft ist wohl von all denen, die wir bisher gesehen haben,
die skurrilste. Der steinige Boden ist - so weit das Auge reicht - mit
Kakteen übersät und scheint seit Jahren kein Wasser aufgenommen
zu haben. Wir kamen über die 385 in den Big
Bend National Park und am Eingang machte uns ein Schild darauf aufmerksam,
dass der Visitor Center noch 26 Meilen entfernt liegt, 42 Kilometer vom
Parkeingang entfernt. Dazwischen eine einzige Gesteinswüste ohne das
kleinste Anzeichen von Zivilisation - pure Natur. Nur gelegentlich kam
uns mal ein Wohnmobil entgegen. Dann ging es weitere 32 km den Rio
Grande Village Drive entlang und am Ende der Straße kamen wir
nach 92 Tageskilometern und 17398 km insgesamt direkt in einer Biegung
des Rio Grande auf dem gleichnamigen Campground an. Der berühmte
Fluss ist 20 Meter weit entfernt und bildet die Mitte der Grenze zu Mexiko.
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Big Bend
National Park ( 568 km )
Die Zeit vom 31.
Dezember 2000 bis zum 03. Januar 2001 verbrachten wir ausschließlich
im Big Bend National Park und kamen auf unserer Reise keine einzige
Meile vorwärts. Trotzdem hatten wir 568 Kilometer auf unserem Tachometer
zu verbuchen und erreichten damit einen Gesamtkilometerstand von 17966.
Das lag einerseits an der Off-Road-Tour, die wir im Hinterland des Big
Bend unternommen haben. Einhundertachtzig Meilen Off-Road-Strecke durch
die Chihuahua-Wüste forderten den Hobby-Geländefahrer
heraus. Das war mir mal wieder eine Story wert:
Andererseits waren
wir gezwungen, einen Arzt (nichts Dramatisches) aufzusuchen und der war
halt 200 Kilometer weit entfernt. Hier im Südwesten Texas sollte
man sich immer bewusst sein, dass die Entfernungen groß sind und
dass "um die Ecke" nicht weniger als 50 Kilometer bedeuten können.
Dass aber der nächste Arzt weiter entfernt sein könnte wie die
Strecke Frankfurt - Köln, das hätten wir im Traum nicht geglaubt.
Das nächste Mal überlegen wir uns, wo wir unser Häuschen
abstellen, aber gewiss nicht 200 Kilometer vom nächsten Arzt entfernt.
Das ist wirklich das, was man "das Ende der Welt" nennt.
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Vom Big Bend
NP nach Alpine ( 202 km )
Am 04. Januar
2001 verließen wir den Big Bend National Park und steuerten
über die 118 das ca. 80 Meilen nördlich gelegene
Alpine an. Hier checkten wir dann nach 202 Tageskilometern und 18168
km insgesamt im Lost Alaskan
RV Park ein, 100 Meter entfernt vom einzigen Krankenhaus der Umgebung.
Zwischen Alpine und Big Bend ist nichts außer Wüste.
Der Campground ist ausgezeichnet, zumal er über Internetanschluss
und auf Hochglanz polierte Duschen verfügt.
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Alpine (
155 km )
Vom 05.-08. Januar
2001 verbrachten wir eine gute Zeit in Alpine und brachten nur dadurch
ein paar Kilometer zustande, weil wir unseren Hunger und Durst stillen
mussten und das nicht ohne die dazu notwendigen Einkäufe möglich
gewesen wäre. Also fuhren wir ein dutzend Mal zu Furr's, einem
Laden, der seine Vormachtstellung in der Region ausnutzt und sich in Form
von überteuerten Preisen erkenntlich zeigt. Aber eigentlich nicht
verwundernswert, schließlich ist der nächste Einkaufsmarkt in
dieser Grösse mindestens 250 Meilen entfernt. Aber wir besichtigten
auch mal die Umgebung (siehe Tagebuch), was zusätzliche 155 Kilometer
und 18323 km insgesamt brachte.
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Von Alpine
zum Guadalupe NP ( 279 km )
Am 09. Januar
2001 verließen wir Alpine, was uns dann durch seine Verschlafenheit
und durch sein Hinterweltdarsein doch ein wenig ans Herz gewachsen ist.
Von dort aus ging es über die 90 Richtung Marfa
und dann weiter durch endloses Texas, vorbei an hunderten Ranches,
von denen eigentlich nur der Zaun und manchmal das Eingangstor zu sehen
ist. Doch dahinter liegt dann wieder nichts als Farmland und es ist noch
nicht einmal eine Hütte, geschweige denn das Farmhaus selbst zu erspähen.
Diese Strecke durch den Westen Texas ist eine absolut einsame Reise.
Nur selten kommt einem ein Auto entgegen und dann passiert wieder 30 Minuten
gar nichts. Und als wir mit keiner größeren Überraschung
rechneten, begegnete uns inmitten der endlosen Prärie ein Skilangläufer
beim Training auf Skates (Rollschuhen). Wir wissen zwar bis heute nicht,
ob er jemals irgendwo angekommen ist, doch die Kuriosität dieses Anblicks
wird uns wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben. Als wir dann nach Valentine
kamen, einem Ort, der sicherlich auf kaum einer Karte verzeichnet ist,
holte uns die Vergangenheit wieder ein. Das 200 Seelendorf hatte seine
Blütezeit wohl in den Fünfzigern und seitdem hat sich da auch
nicht mehr viel getan. Die Häuser verwahrlosen am Straßenrand
und wir wünschen nur, dass darin niemand mehr leben muss. Autofracks
verrotten in den Vorgärten und die Tankstelle, bestehend aus zwei
Zapfsäulen, erzählt von einer vergangenen Zeit, als die Cowboys
noch auf ein Bier herein kamen und die Mädels noch Petticoats trugen.
Aber das Leben ist längst in die großen Städte gezogen
und Valentine - so romantisch der Ortsname auch klingt - ist dem
Untergang gewidmet. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis dieses Dorf den
vielen anderen Geisterstädten Konkurrenz machen kann. Sein Äußerliches
kommt dem schon recht nahe.
Wir fuhren weiter
auf der 90, jetzt nördliche Richtung und kreuzten bei Van
Horn die Interstate 10. Hier stehen die großen LKW's an der Tankstelle
und sind der pure Beweis, dass es über die 10 zurück in die Zivilisation
geht. Doch wir blieben auf unserer Nordroute auf der 54. Kurz vor Erreichen
des Guadalupe National Parks erhebt
sich vor uns der El Capitan , mit
2464 Metern eine der höchsten Erhebungen in Texas. Nach 279
Tageskilometern und 18447 km insgesamt kamen wir am Visitor Center des
Parks an, dem gegenüber - direkt im Schatten der Guadalupe
Mountains - der Pine Springs
Campground liegt.
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Vom Guadalupe
NP zum Brantley Lake SP ( 151 km )
Am 12. Januar
2001, nach zweieinhalb Wochen Texas pur, kamen wir über
die 180/62 nachNew Mexico direkt zum Carlsbad
Caverns National Park . Im Gegensatz zu den Höhlengängen
von Mammoth Cave in Kentucky sind die Höhlen bei Carlsbad
mit ihren 30 Meilen Ausdehnung geradezu lächerlich klein, wenn man
die Länge der Höhlengänge als Maß nimmt. Aber in puncto
Höhlengröße rangiert z.B. der Big Room in Carlsbad,
in dem 14 Fussballfelder Platz fänden, unter den neun größten
Höhlen der Welt. Auch die Skulpturen und Gesteinsgebilde sind gegenüber
Mammoth
Cave atemberaubend schön und wesentlich spektakulärer. Mehr
davon im Tagebuch. Nach drei Stunden Höhlenerforschung fuhren wir
weiter auf der 180 Richtung Carlsbad. Dort kauften wir den halben
Wal-Mart
auf und bogen auf die 285 Richtung Roswell
ab, um nach 151 Tageskilometern und 18598 km insgesamt im Brantley
Lake State Park anzukommen.
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Vom Brantley
Lake SP nach Alamogordo ( 292 km )
Am 14. Januar
2001 ging unsere Reise weiter auf der 285 in Richtung Artesia,
dort bogen wir auf der 82 in Richtung Westen ab und durchquerten langweilige
Wüste. Ab dem Örtchen Elk - welches
kaum ins Auge fällt, da es höchstens aus drei Häusern besteht
- steigt die 82 plötzlich steil in den Lincoln
National Forest an und auf einmal stehen am Straßenrand dichte
Kiefernwälder und üppige Vegetation. Die Straße steigt
und steigt, und als wir schon das Gefühl hatten, wir befänden
uns in den höchsten Alpen, stießen wir unverhofft auf die ersten
Skilifte und es wunderte uns kaum noch, dass auch wirklich Schnee lag.
Nicht viel, aber genug, um an einem sonnigen Sonntag den Gummireifen aus
der Garage zu holen und darauf den Hang hinunter zu rodeln, was auch genügend
Leute taten. Wir nahmen es mit Fassung und fuhren an der Westseite des
Waldes den Berg wieder hinunter. Und vielleicht 10 km von den Schneepisten
entfernt öffnete sich hinter einem Tunnel ein Canyon und gab den Blick
frei ins Tularosa Basin, in dem
man die White Sands liegen sah, eine
Sanddünenwüste inmitten ansonsten alpiner Landschaft. Darauf
werden wir uns nun in Zukunft häufiger einstellen müssen. Hier
wechseln sich Wüste und Berge so schnell ab, dass die Umstellung schwer
fällt. Soeben waren wir noch auf 2500 Metern und sahen den Menschen
beim Rodeln zu und innerhalb einer Stunde stehen wir wieder im Tal auf
einer Sanddüne, die genauso auch in der Sahara zu finden wäre.
Da kommt bestimmt keine Langweile auf. Im Tal fuhren wir nach Alamogordo,
eine typisch amerikanische Stadt. Ein Flachbau neben dem nächsten
und ohne dass sich auch nur ansatzweise ein Ende dieser Ansiedlung abzeichnet,
verläuft die Hauptstraße schnurgerade durch den Tankstellen-
und Fastfoodjungle. Wir fuhren direkt zum Visitor Center des White
Sands National Monuments, um den dortigen Dokumentarfilm zu sehen,
der uns einen ersten Eindruck von der Entstehung der Sandwüste gab.
Doch eine Expedition in die Dünenlandschaft starteten wir nicht mehr
am gleichen Tag. Zurück in Alamogordo checkten wir im Alamogordo
KOA ein, dessen Besitzer 17 Jahre lang in Frankfurt am Flughafen
gearbeitet hat. Er freute sich, endlich mal wieder Deutsch sprechen zu
können und ließ uns nur ungern wieder gehen. Doch wir waren
müde von der Fahrt und wollten in unserer Kabine die Füße
hochlegen. Und nach 292 Tageskilometern und 18882 km insgesamt taten wir
das dann auch.
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Von Alamogordo
zum City of Rocks SP ( 281 km )
Wir verließen
am 17. Januar 2001 die Region um die White Sands und steuerten auf
der 70 gen Las Cruses. Dort absolvierten
wir wieder einmal ein paar Interstate Kilometer (Interstate 10), bogen
aber bei Deming wieder auf die 180 nördlicher
Richtung ab. Es wurde auch höchste Zeit, denn der Schneesturm wurde
immer dichter und das Fahren immer anstrengender. Ja, vom Himmel fielen
dicke Schneeflocken, die sogar liegen blieben. Wir wundern uns schon gar
nicht mehr, haben wir uns doch schon längst damit abgefunden, dass
wir hier in New Mexico den Winter erleben werden, auf den wir in
Deutschland Jahre lang gewartet haben: Viel Kälte und viel Schnee.
Aber es hält uns nichts davon ab, auf die 61 abzubiegen und im City
of Rocks State Park unser Lager aufzuschlagen. Wir fahren über
den letzten Hügel, als unser Blick auf einen Steinhaufen fällt,
dessen obskure Felsanordnung wie von Menschhand errichtet anmutet. Mitten
in der baumlosen Gesteinswüste stehen plötzlich ungefähr
200 Gesteinsbrocken herum, die jedem Spielparadies für Kinder Konkurrenz
machen könnten. Und die Stateparkorganisation hat hier einen im wahrsten
Sinne des Wortes abenteuerlichen Campground geschaffen. Im Schutze der
hohen Felsen und meist unter niedrigen Bäumen sind die Stellplätze
liebevoll an die Natur angepasst. Es gibt einen Tisch und die obligatorische
Feuerstelle. Ein echtes Highlight in puncto Campground. Leider schneit
es unentwegt und die Heizung läuft auf vollen Touren, sodass an ein
"draußen herumlaufen" nicht zu denken ist. Aber trotzdem ist es ein
unglaublicher Anblick, auch wenn wir es gerne wärmer hätten.
Nach 281 Tageskilometern (+ 100 km in Alamogordo und den White
Sands) und 19263 km insgesamt kochten wir uns einen Kakao und stellten
uns auf eine gemütliche Winternacht in unserem engen Zuhause ein.
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Vom City
of Rocks SP zur Gila Wilderness Area ( 119 km )
Nach einem ausgedehnten
Spaziergang am 18. Januar 2001 bei gerade mal -7°C (Rekord bis jetzt)
verließen wir die City of Rocks wieder, obwohl wir bei wärmeren
Temperaturen sicherlich noch länger geblieben wären. Nachdem
es einen Tag zuvor fast ausschließlich geschneit hatte, wovon allerdings
nur ein Bruchteil liegen blieb, schien an diesem Tag wieder die Sonne,
als wäre sie nie von Wolken verdeckt gewesen. Das Morgenlicht fiel
auf die steinernen Zeugen einer vergangenen Zeit und diese warfen einen
langen Schatten auf das im Schnee versunkene Wüstengras. Die Luft
war klar und sauber und nur vereinzelt flatterte zwitschernd ein kleiner
Vogel zwischen den groben Felsen daher. Auch die Winterzeit hat etwas Wunderschönes
- es ist anders, aber trotzdem schön.
Wir blieben auf
der 61 und tauchten immer tiefer in den Gila
National Forest ein. Wir wechselten auf die 35 und dann auf die 15
und überquerten die Grenze zur Gila
Wilderness Area. In Serpentinen schlängelt sich die enge Straße
abwechselnd vorbei an steinernen Felshängen und durch Kiefernwälder.
Die Straße geht auf und ab, windet sich in engen Kurven und erreicht
sogar 2200 Höhenmeter. Nach jeder zweiten Kurve kann man hinab ins
Tal schauen und erhascht somit einen eindrucksvollen Blick auf verschneite
Berghänge und klippenartige Gesteinsformationen (wie man sie aus Wildwestfilmen
kennt). Nach 119 Tageskilometern und 19382 km insgesamt kamen wir am
Gila Cliff Dwellings National Monument an. Wir stellten unseren Camper
auf dem Upper Scorpion Campground
ab und freuten uns darüber, dass er trotz Toiletten und Wasserversorgung
keinen Pfennig kostet. Und seit über einem Monat machten wir in der
wärmenden Nachmittagssonne wieder mal ein Lagerfeuerchen - es wurde
auch langsam Zeit.
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