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Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
Reiseverlauf
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Teil 2
Der Südosten
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Der Süden
Teil 4
Der Südwesten
Teil 5
Der Westen
Teil 6
Der Nordwesten
Teil 7
Der Norden
Teil 8
Der Heimweg

 
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bilder/sonstiges/newyorkCollage.jpg
New York City


Unser Camper ging am 26. Juli 2000 auf die Reise über den Atlantik. Von Bremerhaven wurde er nach Baltimore verschifft, das dauerte ca. 21/2 Wochen. Wir flogen am 07. August 2000 und verbrachten die ersten Tage ohne Auto in New York City und das ist in dieser Stadt auch angebracht. Erst nach diesem Metropolensightseeing holten wir unseren Camper im Hafen von Baltimore ab - unser Zuhause für das kommende Jahr (der Camper - nicht der Hafen).

 
Strecke (von - nach)
Datum
Distanz insg.[km]
New York City - Baltimore / Maryland
10. August 2000
[ 300 km ]
[ 0 (Zug) ]
Baltimore - Shenandoah NP / Virginia
11.-13. August 2000
277 km
227
Shenandoah NP - Jones Springs / West Virginia
14.-17. August 2000
480 km
707
Jones Springs - Woodland / Pennsylvania
19. August 2000
417 km
1124
Woodland - 4 Miles Creek SP / New York
21. August 2000
433 km
1557
4 Miles Creek SP - Darlington PP / Ontario
24. August 2000
337 km
1894
Darlington PP - Algonquin PP / Ontario
27. August 2000
312 km
2206
Algonquin PP - Ottawa / Ontario
01. September 2000
359 km
2565
Ottawa - Montmagny / Québec
04. September 2000
569 km
3134
Montmagny - Cap-Chat / Québec
05. September 2000
432 km
3566
Cap-Chat - Forillon NP / Québec
06. September 2000
240 km
3806
Forillon NP - Carleton / Québec
09. September 2000
327 km
4133
Carleton - Kouchibouguac NP / New Brunswick
10. September 2000
317 km
4450
Kouchibouguac NP - Cabot Beach PP / PEI
12. September 2000
249 km
4699
Cabot Beach PP - Walton / Nova Scotia
14. September 2000
315 km
5014
Walton - Kejikmkujik NP / Nova Scotia
15. September 2000
262 km
5276
Kejimkujik NP - St. Stephen / New Brunswick
19. September 2000
250 km
5535
St. Stephen - Acadia NP / Maine
20. September 2000
309 km
5844
Acadia NP - Twin Mountain / NH
24. September 2000
388 km
6358
Twin Mountain - Adirondack Park / NY
25. September 2000
327 km
6685
Adirondack Park - Hornell / NY
26. September 2000
499 km
7184
Hornell - Findley SP / OH
27. September 2000
538 km
7722
Findley SP - Indiana Dunes SP / IN
28. September 2000
485 km
8207
Indiana Dunes SP - Chicago / IL
29. September 2000
104 km
8311
Chicago - Lake Clinton / IL
08. Oktober 2000
318 km
8629
Lake Clinton - Lake Shelbyville / IL
10. Oktober 2000
181 km
8810
Lake Shelbyville - Little Grazzy Lake / IL
13. Oktober 2000
286 km
9096
Little Grazzy Lake - Memphis / TN
16. Oktober 2000
383 km
9479
Memphis - Land between the Lakes / TN/KY
19. Oktober 2000
359 km
9838
Land between the Lakes - Mamoth Cave NP / KY
21. Oktober 2000
297 km
10135

Von New York City nach Baltimore ( ca. 300 km mit Amtrak)

Von New York City aus ging am 10. August 2000 um 12:30 Uhr Easterntime der Zug nach Baltimore. Nach zwei dreiviertel Stunden kamen wir dort an. Wir durchfuhren den StaatNew Jersey, die Stadt Philadelphia im Staate Pennsylvania und kreuzten den Norden Delawares, bevor wir in Maryland einfuhren. Baltimore ist einer der wichtigsten Handelshäfen an der Atlantikküste und der wichtigste Anlaufpunkt in der Chesapeake Bay, Amerikas größtem Atlantikfjord.

file:///C|/CampAmerika/bilder/newyorkbaltimore/BaltimoreBahnhofZug.jpg
Bild
Zum Tagebuch 11.-12. August 2000
Tagebuch 11.-12. August 2000
Karte Maryland
Karte Maryland
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Von Baltimore zum Shenandoah NP ( 227 km )

Am 11. August um 14:00 Uhr standen wir dann das erste Mal auf einem KOA -Campground bei Millersville südlich vonBaltimore und fühlten uns seit einer Woche das erste Mal wieder so richtig zu Hause. Hier machten wir einen Check-Up unseres Campers und verbrachten zwei Nächte auf dem Campingplatz. Am 13. August fuhren wir dann über die Interstate 95 (später Interstate 66) an Washington D.C. vorbei in Richtung Westen. Unser Ziel war der Shenandoah National Park, den wir dann auch nach 227 km erreichten.

bilder/pennsylvaniawvirgin/ShenandoahMathewsArmCG02.jpg
Campground
Zum Tagebuch 13.-17. August 2000
Tagebuch 13.-17. August 2000
Karte Virginia
Karte Virginia
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Vom Shenandoah NP nach Jones Springs ( 480 km )

Vom 14.-17. August hielten wir uns im Shenandoah National Park auf und durchquerten ihn von Nord nach Süd (107 km). Wir machten zwei längere Wandertouren (14 km und 8 km). Am 17. August fuhren wir dann parallel zum Park auf der Interstate 81 wieder in nördliche Richtung, schließlich wollten wir ja noch nach Ost-Kanada. Einen kurzen Stop legten wir in Woodstock ein, das zwar nichts mit DEM Woodstock zu tun hat, aber dennoch einen Stop wert war. Noch am gleichen Tag verließen wir die Interstate bei Winchester und fuhren die 522 in nördliche Richtung. Wir peilten einen Campground an, der bei Jones Springs in der Sleepy Creek Wildlife Management Area liegt. Bei einem Gesamtkilometerstand von 707 km und 480 Tageskilometern standen wir in einer Landschaft, die genauso aussieht, wie sie heißt (5 km westlich von Martinsburg).

bilder/pennsylvaniawvirgin/JonesSpringsBlickausdemCamper.jpg
Campground
Zum Tagebuch 17.-18. August 2000
Tagebuch 17.-18. August 2000
Karte West Virginia
Karte West Virginia
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Von Jones Springs nach Woodland ( 417 km )

Am 19. August 2000 fuhren wir über die Interstate 81 weiter Richtung Norden nach Hagerstown und kamen somit wieder durch einen schmalen Abschnitt des Staates Maryland. Dann folgten wir der Interstate 70, erst in westliche, dann in nördliche Richtung und fuhren in den Staat Pennsylvania. Über Breezewood undWolfsburg kamen wir auf die 220 bzw. Interstate 99 bis hoch nach Altoona. Bei Bald Eagle bogen wir dann auf die 350 in nord-westliche Richtung ab. Auf diesem Weg erreichten wir Woodland nahe Clearfield. Dort fanden wir ein Plätzchen auf einem privaten Campground namens Woodland Campground . Der Tacho zeigte insgesamt 1124 km und 417 Tageskilometer an und für dieses Wochenende blieben wir an diesem idyllischen Ort.

bilder/pennsylvaniawvirgin/WoodlandCG.jpg
Campground
Zum Tagebuch 19.-20. August 2000
Tagebuch 19.-20. August 2000
Karte Pennsylvania
Karte Pennsylvania
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Von Woodland zum 4 Miles Creek SP ( 433 km )

Am 21. August 2000 starteten wir in Richtung Norden, in Richtung Niagara Fälle . Über die 153 und 255 nach St. Marys auf die 219, vorbei am Allegheny National Forest, über Bradford, immer Richtung Buffalo. Dort zogen wir ohne Aufenthalt am Getümmel der wohl berühmtesten Wasserfälle vorbei, denn wir wollten uns erst mal irgendwo einrichten, bevor wir uns ins Gewühl stürzten. Also hielten wir unseren Kurs Richtung Ontario Lake, um dort, 17 Meilen von den Fällen entfernt, im 4 Miles Creek State Park ein Plätzchen auf dem zugehörigen Campground zu belegen. Der Tageskilometerzähler zeigte 433 km an und insgesamt waren es nun 1557 km. Erst einen Tag später spannten wir die Kabine am Fahrzeug ab und fuhren ins Zentrum des Geschehens, an die Niagara Falls.

bilder/newyorkbaltimore/4MilesCreekCG.jpg
Campground
Zum Tagebuch 21.-23. August 2000
Tagebuch 21.-23. August 2000
Karte New York
Karte New York
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Vom 4 Miles Creek SP zum Darlington PP ( 337 km )

Am 24. August 2000 überquerten wir die Grenze nach Kanada/Ontario. Über den Queen Elisabeth Way (QEW) ging es Richtung Burlington. Doch vorher machten wir halt in Niagara on the Lake - Ontarios schönster Stadt mit Auszeichnung. Dann ging es weiter über den QEW durch Toronto, immer am Lake Ontario entlang bis 35 km hinter die kanadische Metropole nach  Oshawa. Dort fanden wir einen Platz im  Darlington Provincial Park, direkt am Lake Ontario, nach weiteren 337 Tageskilometern und 1894 km insgesamt.

bilder/ontariolakeontario/DarlingtonProvincialParkCG.jpg
Campground
Zum Tagebuch 24.-26. August 2000
24.-26. August 2000
Karte Ontario
Karte Ontario
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Vom Darlington PP zum Algonquin PP ( 312 km )

Am 27. August 2000 verließen wir den Darlington Provincial Park und fuhren über die 12 gen Norden. Unsere Karte kennzeichnete diese Route als besonders sehenswert, was wir durchaus bestätigen können. An hunderten kleiner Seen vorbei schlängelt sich der Highway in den Norden. Unter Schatten spendenden Bäumen, direkt am Ufer gelegen, stehen kleine Holzhäuser und an einfachen Stegen sind kleine Boote festgemacht. Alle haben sie sich einen Platz am See gesichert und je höher wir in Richtung Norden fahren, desto reizvoller werden die Ausblicke. Über die 7 und 35 erreichen wir letztlich die 60, die direkt in den Algonqiun Provincial Park führt. Dort fanden wir, nach weiteren 312 Tageskilometern und 2206 km insgesamt, einen schönen, aber nicht ganz billigen Platz am Mew Lake auf dem Mew Lake Campground. Wir buchten für drei Nächte und bereiteten uns hier auf eine erneute Wandertour vor.

bilder/ontariolakeontario/FahrtzumAlgonquinPP01.jpg
Bild
Zum Tagebuch 27.-31. August 2000
Tagebuch 27.-31. August 2000
Karte Ontario
Karte Ontario
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Vom Algonquin PP nach Ottawa ( 359 km )

Am 01. September 2000 ging unsere Fahrt weiter nach Osten in Richtung Ontarios Hauptstadt  Ottawa. Über die 60 nach Renfrew und weiter die 17 den Trans Canadian Highway bis nach Ottawa. 20 km östlich davon bezogen wir nach weiteren 359 Tageskilometern und 2565 km insgesamt, Quartier im Ottawa-Nepaean Tent and Trailer Park.

bilder/quebec/OttawaBrittaFrontOfParlaiment.jpg
Bild
Zum Tagebuch 01.-03. September 2000
Tagebuch 01.-03. Sept. 2000
Karte Ontario
Karte Ontario
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Von Ottawa nach Montmagny ( 569 km )

Am 04. September 2000 wollten wir mal eine grössere Entfernung hinter uns bringen, um noch früh genug in diesem schwindenden Sommer in den Norden des Landes zu gelangen. Unsere Route ging über die 417 und später dann über die 40 nach Montréal. Auch diese Stadt durchquerten wir nur ohne anzuhalten, zum Unverständnis aller, die diese Stadt als eine der schönsten Städte der ganzen Welt loben. Aber uns war eben eine Stadt innerhalb weniger Tage genug. Also fuhren wir am Nordufer des St. Lawrence Stroms in Richtung Québec Stadt. Auf den Schildern waren ausnahmslos nur noch französische Orts- und Straßennamen zu lesen. Die 40 (ausgebaut wie eine moderne Autobahn) ist gut zu befahren, auch wenn sie manchmal mit riesigen Schlaglööchern aufwarten konnte. Bei Québec überquerten wir den Strom und fuhren nun auf der 20 das südliche Ufer des St. Lawrence entlang. Nach 15 km verließen wir den Highway und begaben uns auf die 132, die sich etwas näher am Strom entlang schlängelt, der in der Nachmittagsonne einen erhabenden und geradezu mächtigen Eindruck auf uns machte. Nach 569 Tageskilometern und 3134 km insgesamt, kamen wir in Montmagny an, wo wir auf dem Camping Point Aux Oies einen Platz für die Nacht fanden.

bilder/quebec/WayToMonteal02.jpg
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Karte Québec
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Von Montmagny bis Cap-Chat ( 432 km )

Am 05. September 2000 fuhren wir weiter, immer die 132 entlang an der Ostküste des St. Lawrence Stroms. Wir schafften es aber an diesem Tag nur bis Cap-Chat und hielten dort an einem wunderschönen Strand-Campingplatz. Wir waren mit noch einem Ehepaar aus British Columbia die einzigen auf dem Platz, denn der Labourday war vorbei und damit auch die Ferienzeit. Hier oben schien wirklich alles so langsam aber sicher dicht zu machen. Aber dennoch ist das Land dort oben traumhaft schön. Wir schafften an diesem Tag 432 Tageskilometer und 3566 km insgesamt.

bilder/quebec/CapChatCG02.jpg
Campground
Zum Tagebuch 06.-08. September 2000
Tagebuch 06.-08 Sept. 2000
Karte Québec
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Von Cap-Chat zum Forillon NP ( 240 km )

Am 06. September 2000 erreichten wir dann endlich nach weiteren 240 Tageskilometern und 3806 km insgesamt, die östlichste Spitze der Gaspé Halbinsel und damit den Forillon National Park. Aber gerade diese letzten 240 km waren mit Sicherheit die schönsten Kilometer, die wir bis jetzt gefahren sind. Die Straße schlängelt sich fast immer direkt an der Küste entlang. Links und rechts der Straße stehen kleine bunte Häuser, die ihre großen Fensterfronten oder Wintergärten immer nach dem St. Lawrence ausgerichtet haben, der hier so breit ist, dass man eigentlich nicht mehr vom Strom reden kann, sondern vom St. Lawrence Golf . Kleine Ortschaften mit kuriosen Kirchen, deren Turmspitzen immer silberfarben sind. Die Häuser stehen weit auseinander und man sieht die vierrädrigen Motorräder (ATV's) oder ein Schneemobile fast vor jeder Haustür stehen. Hier herrscht die meiste Zeit im Jahr ein sehr rauhes Klima und ich fragte mich, was die Menschen wohl dort oben im Norden hält. Aber die Leute dort lieben ihren Strom, denn so gibt es keinen zweiten Platz auf dieser Erde und darum beneide ich sie ein wenig.

bilder/quebec/ForillonNPCampg01.jpg
Campground
Zum Tagebuch 06.-08. September 2000
Tagebuch 06.-08 Sept. 2000
Karte Québec
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Vom Forillon NP nach Carleton ( 327 km )

Am 09. September 2000 verließen wir den Forillon National Park und fuhren nun das erste Mal Richtung Süden, die Himmelsrichtung, die für die nächsten Monate auch oft unsere Fahrtrichtung sein würde. Wir fuhren die 132 weiter an der Küste entlang. Das Auto und wir werden oft genug durchgerüttelt, da der Asphalt der Straße hier scheinbar einfach nur auf die hügelige Landschaft aufgetragen wird, ohne für einen begradigten Unterbau zu sorgen. Bis zu 17% Steigung muss unser Pick-Up bewältigen und hinter jeder zweiten Kurve zeigt sich eine neue Siedlung mit den für die Region charakteristischen Holzhäusern. Vor den Hütten liegt - manchmal gestapelt, manchmal nur in einem Haufen - das Feuerholz für den kommenden Winter. Und hier heizen die meisten mit Holz. Den Mengen nach zu urteilen sind die Winter hier oben kalt, und zwar für einen langen Zeitraum. Bei Percé steht vor der Küste ein riesiger Steinkoloss, der den Eindruck erweckt, er sei genau dort vom Himmel gefallen. Alle Motels und Campingplätze der Umgebung stehen in Richtung Fels und es liegt wohl auf der Hand, dass der Rocher Percé damals bei den ersten Immigranten als einladendes (Gottes-) Zeichen angesehen wurde und die Einwanderer sich dadurch bestärkt fühlten, die Region ungeachtet der hier lebenden Mi'kmaq-Indianer zu besiedeln. 
Nach 327 Tageskilometern und 4133 km insgesamt machten wir bei Carleton halt. Der Campingplatz ist wunderschön und liegt auf einer Landzunge, mitten im Atlantik. Wir machten ein Feuer, die Sonne ging romantisch im Atlantik  baden und verströmte ein warmes Licht, während das Meer beruhigend rauschte.

bilder/quebec/CarletonCGLeuchtturmMond.jpg
Campground
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Karte Québec
Karte Québec
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Von Carleton zum Kouchibougauc NP ( 317 km )

Am 10. September 2000 ging es weiter, doch kurz nach unserem Start am frühen Morgen um 9 Uhr verließen wir die Route bzw. die 132 nach über 1000 Kilometern und überquerten die Chaleur Bay per Brücke nach New Brunswick. Damit machten wir auch einen Zeitsprung in die Zukunft zur Atlantik-Time . Die Uhr wurde eine Stunde vorgestellt und wir befanden uns auf der 11. Die Karte zeigt entlang unserer Strecke nichts Sehenswertes außer weißen Flächen. Doch weiß heißt in dieser Karte nur flach und täuscht etwas über die wirkliche Vegetation hinweg. Stunden lang fuhren wir durch endlose Wälder. Warnschilder machen immer wieder vor der Gefahr des Wildwechsels bewusst, wo es sich in diesem Fall hauptsächlich um Elche handelt. Auch wenn die Straße schnurstracks geradeaus geht, es wird nicht langweilig. Wir können uns kaum sattsehen am blauen Himmel und dem satten Grün der Bäume. Und immer wieder überquerten wir Seen und Flüsse, die, wenn man sie fotografieren würde, allesamt im Fotoshop als Poster zu erwerben wären, so schön sind die Motive. Aber das nur am Rande. In Bathurst (was verdächtig wie Bratwurst klingt), verlassen wir die Küstenstraße und biegen auf die 8 ab, welche die vielen Kurven entlang der Küste auslässt, um bei Douglastown wieder auf die 11 zu stoßen. Weiter in Richtung Süden erreichten wir nach 317 Tageskilometern und 4450 km insgesamt, um 15:00 Uhr den Kouchibouguac National Park. In der Regel brauchen wir keine 6 Stunden für 300 Kilometer, aber man darf nicht vergessen, dass wir ja zwischendurch auch mal tanken müssen oder einkaufen gehen (was wir liebend gerne tun) oder manchmal an den wunderschönen Rastplätzen entlang der Route eine ausgedehnte Rast machen. Die obligatorischen Holzbänke laden oft - manchmal unter einem Holzpavillon - an den schönsten Stellen der Atlantikküste - zum Picknick ein. Auch das ist eine gute Einrichtung und macht das Reisen durch dieses große Land wesentlich angenehmer. 

bilder/atlanticprovinces/KouchibouguacCG.jpg
Campground
Zum Tagebuch 10.-11. September 2000
10.-11. Sept. 2000
Karte New Brunswick
Karte New Brunswick
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Vom Kouchibouguac NP zum Cabot Beach PP ( 249 km )

Am 12. September 2000 bewegten wir uns weiter in Richtung Süd-Ost, in Richtung Prince Edward Island . Der Highway 11 und später die 15 führten uns direkt zu einem der beiden einzigen Übergänge zur Insel, in unserem Fall zur 9 km langen Confederation Bridge. Nur die Rückfahrt von der Insel aufs Festland kostet Geld, dafür aber auch 41C$ pro Camper, nicht schlecht! Auf der Insel angekommen, fahren wir geradewegs an die Nordküste, an das Ostufer der Malpeque Bay. Dort fanden wir einen Platz im Cabot Beach Provincial Park. Direkt an der Küste, nach 249 Tageskilometern und 4699 km insgesamt.

bilder/atlanticprovinces/PrinceEdwardIslandCG.jpg
Campground
Zum Tagebuch 13. September 2000
Tagebuch 13. Sept. 2000
Karte Prince Edward Island
Karte Prince Edward Island
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Vom Cabot Beach PP nach Walton ( 315 km )

Am 14. September 2000 verließen wir Prince Edward Island wieder. Die Insel ist zwar recht hübsch, aber nicht wirklich unbedingt sehenswert. O.K., wir haben natürlich auch nicht das touristische Pflichtprogramm durchgezogen und die echten Highlights deshalb verpasst, aber sei's drum, wir sind auf jeden Fall wieder "bodenständig" geworden und haben Prince Edward vorerst "lebe wohl" gesagt. Die 104 ist die beste und direkteste Verbindung zur Halbinsel Nova Scotia und diese fuhren wir dann auch.
An dieser Stelle muss ich unbedingt mal was über den Straßenzustand in Kanada loswerden. Bislang war es hier im Osten Kanadas so, dass das Fahren auf einer der grössten und breitesten Highways unproblematisch ist, solange man den Schlaglöchern ausweicht. Benutzt man allerdings eine der Nebenstraßen, wird einem schon auf den ersten hundert Metern unsanft bewusst, warum die Kanadier alle vierradangetriebene Pick-Up's oder Jeep's fahren und an ein Ausweichen braucht man gar nicht mehr zu denken. Der Straßenbelag ist eine Zumutung für unser europäisches Camper-Modell. Hier hat die sogenannte Straße manchmal eine derartige Neigung, dass unser Gefährt oft schon zweirädrig durch die Kurve gefahren ist (auch bei 20 km/h). Und wer nimmt mit einem derart schwerfälligen Camper keinen Anlauf vor steilen Bergen, wovon in Kanada allerdings absolut abzuraten ist, denn genau im Umkehrpunkt des Tals, also genau bei Höchstgeschwindigkeit (bei uns max. 105 km/h), haben die Straßen oft mannshohe Querhubbel, die einem Spargelfeld gleichen. Was dann mit unserem armen Automobil passiert, ist wohl klar. Das hängt so schon voll in den Seilen und dann muss es auch noch Kamikaze-Highways erster Kajüte bezwingen. Das tut dem Fahrzeug gar nicht gut. Auf jeden Fall kann ich nur jedem raten - und wir halten uns ganz bestimmt daran - immer die breitesten und größten Fahrwege zu benutzen, dann hat man auch eine geringe Chance anzukommen. Wir hatten uns allerdings in den Kopf gesetzt, die Westküste entlang in den Süden Nova Scotias zu fahren und dort hin führen keine breiten Highways, also begnügten wir uns mit der 215, dem sogenannten Glooscap Trail (hier tragen manche Fahrstraßen schöne Namen, weil sie sonst überhaupt niemand benutzen würde. Dieser Schlaglochpfad führte uns nach 315 Tageskilometern und 5014 km insgesamt nach Walton. Und ratet mal, wen wir da getroffen haben? Richtig, die Waltons! Da dimduldi dum dei diddel dum.... Kennt Ihr die Melodie noch? Auf einem mittelmäßigem Campground, mit sehr netten Betreibern, legten wir die Füße hoch und widmeten uns unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Schlafen.

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Karte Nova Scotia
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Von Walton zum Kejimkujik NP ( 262 km )

Am 15. September 2000 ging es weiter an der West-Küste Nova Scotias auf der 101, eine Straße, die von uns den Titel verliehen bekommt: "beste Straße im Umkreis von 100 Kilometern". Auf der Höhe von Lequille bogen wir auf die 8 ins Landesinnere ab und nach 262 km und 5276 km insgesamt, erreichten wir den Kejimkujik National Park.

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Vom Kejimkujik NP nach St. Stephen ( 250 km )

Am 19. September 2000 verließen wir Nova Scotia per Fähre. Wir nahmen den Highway 8 zurück an die Westküste und gelangten über die 101 nachDigby, von wo unser Boot nach New Brunswick übersetzte. 132 C$ kostete die Überfahrt incl. Camper und zwei Personen und dauerte 2 3/4 Stunden. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein und im Laufe der Überfahrt zog dichter Nebel auf, der uns erst mal erhalten blieb. In Saint John, New Brunswick angekommen, fuhren wir direkt auf den Highway No. 1 Richtung Süden. Trotz der Fährüberfahrt brachten wir bis zu dem beschaulichen Grenzstädtchen St. Stephen noch ganze 250 Tageskilometer und 5535 km insgesamt zustande. Wir fanden ein nettes Plätzchen auf dem Oak Bay Campground.

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Von St. Stephen zum Acadia NP ( 307 km )

Am 20. September 2000 lag alles in dichtem Nebel. Es sollte ein trüber Tag werden. Aber erst einmal überquerten wir in St. Stephen die Grenze in die Vereinigten Staaten von Amerika, oder auch ins Land der unbezahlbaren Möglichkeiten, in unserem Fall nach Maine . Vier Wochen sind wir jetzt durch Kanada gefahren und haben wirklich schöne Stellen gesehen. Wir haben viele nette Menschen getroffen und die meisten sprechen uns direkt an, da wir so einen "niedlich kleinen Camper" haben und der habe so eine "seltsame Form". Wir dachten ursprünglich, wir fallen mit dieser Art von Pick-Up-Camper in Nordamerika überhaupt nicht auf. Aber man sieht der Kiste einfach an, dass sie nicht in den USA gebaut wurde. Und ein kleines Mädchen sprach das aus, was wohl alle insgeheim denken, wenn sie unser Gefährt sehen: "ooh, what a small camper. Is it only for one person?" Freche Göre! Wir haben sie gleich mit Steinwürfen verjagt. Aber nicht nur unsere Kabine erregt große Aufmerksamkeit, sondern auch unser Pick-Up. Und spätestens bei einem japanischem Mini-Truck der Marke Mitsubishi hätte ich gedacht, dass wir damit nicht sonderlich auffallen werden und bezüglich der Ersatzteilbeschaffung keine größeren Schwierigkeiten bekommen würden. Doch genau dieses Auto, was scheinbar den Normen dieses Landes entspricht - sei es bezüglich der amerikanischen Vorliebe für Fortbewegungsmittel im Allgemeinen oder auch gemäß den technischen Anforderungen für ein Land, dessen Straßen nur aus aneinander gefügten Schlaglöchern bestehen -, für dieses Fahrzeug ist es unmöglich, einen Ölfilter aufzutreiben. Hier kann man zwar alles nur Erdenkliche an Drive-Thru-Schaltern erledigen, zum Beispiel essen (die Amerikaner essen überwiegend in ihren Fahrzeugen), Bankgeschäfte und auch besagte Ölwechsel, aber für unsere Karre gibt es scheinbar keinen Ölfilter in diesem fortschrittlichem Land. Man kann sich zwar kaum vorstellen, wieviel verschiedene Fabrikate und Modelle an Ölfiltern im Regal der Werkstatt stehen, doch die Hilflosigkeit der Techniker erinnert uns eher an ein Entwicklungsland, das mit den vielen technischen Neuerungen einfach nichts anzufangen weiß. Unser Pick-Up ist nicht im Computer gelistet, also gibt es dafür auch keinen Ölfilter, oder zumindest steht niemand zur Verfügung, der mit entsprechendem Know-How feststellen kann, welcher Ölfiltertyp von den tausenden, die im Regal stehen, auch auf unsere Mühle passt. Also, ein Tip für jeden, der irgendwann einmal ein europäisches Fahrzeug in die Staaten einführt. Nehmt bloß Ölfilter mit. Wir lassen uns jetzt welche von meinem Bruder aus Deutschland mitbringen der mittlerweile auch denken muss, er kommt nur wegen unseren Ersatzteilen in die Staaten geflogen.
Aber was wollte ich eigentlich hier schreiben? Ach ja. Am 20. September überquerten wir die Grenze ins geheiligte Land und fuhren den Highway 1 an der Küste entlang zur Mount Desert Island , besser bekannt als der Acadia National Park . Dort kamen wir nach 309 Tageskilometern und 5844 Kilometern insgesamt auf dem Blackwood Campground an.

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Karte Maine
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Vom Acadia NP nach Twin Mountain ( 388 km )

Am 24. September 2000 sagten wir dem Atlantik erst mal ade und verließen die Küste in Richtung Westen. Die 1A und ab Bangor die 2, brachten uns in meist bewaldetes Gebiet und je weiter wir nach Westen fuhren, desto stärker wurde die Verfärbung der Wälder. Es ist zwar noch früh in diesem Indian Summer, aber man kann schon ganz deutlich die ersten Anzeichen für ein prachtvolles Farbenspiel erkennen, dass sich so langsam über die Baumkronen ausbreitet. Besonders die Ahornbäume ragen aus dem Farbenmeer heraus, da sie mit ihren kräftigen roten Blättern wie surrealistische Gewächse aussehen.
Die 2 führt direkt nach New Hampshire und direkt in die White Mountains. Erst dort wird einem klar, warum der Indian Summer solch einen Rummel verdient hat. New Hampshire und Vermont bestehen nun mal aus 85% Wald. Das heißt, der Indian Summer ist hier überall und bestimmt für 4-6 Wochen das Bild eines jeden Betrachters. Es ist einfach ein wunderschöner Anblick. Bei uns zeigte sich allerdings das Wetter nicht von seiner allerbesten Seite, trotzdem bereitete uns der White Mountain National Forest einen gebührenden Empfang. Nach 388 Tageskilometern (+126 km, die wir auf Mount Desert Island verfahren haben) und 6358 km insgesamt, machten wir in Twin Mountain auf dem Ammonoosuc Campground halt. Und es sollte eine klare, kalte und sehr schöne Nacht werden. Das Thermometer sank auf 2°C.

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Von Twin Mountain zum Adirondack Park ( 327 km )

Am 25. September 2000 begannen wir den Tag mit einem morgendlichen Spaziergang durch die Wälder der Bretton Woods. Die Sonne stand am Himmel und es war ein wunderschön kalter Morgen. Der Pfad ging entlang des Saco Rivers der kristallklares und saukaltes Wasser führte. Es ist einfach ein Traum, sich an solch einem Morgen die Füße zu vertreten. Hier in Bretton Woods steht auch das berühmte Hotel Mount Washington am Fuße des Mount Washingtons. Hier fanden 1944 die Verhandlungen über die heute noch zum Teil in Kraft befindliche Weltwährungsordnung statt (ja, das steht in meinem Führer). Das Hotel hat solch eine phantastische Lage, dass man sich über Zimmerpreise ab 170 US$ nicht wundern braucht. Der Blick von Außen genügt und man erkennt die versnobten Leute, die morgens um acht schon auf dem Golfplatz stehen und Zigarren rauchen. Sie zerstören das harmonische Bild einer klassenlosen Gesellschaft. Hier haben sich nur die absolut Reichen einquartiert, denen man allerdings auf den vielen Wanderpfaden rund um das Hotel kaum begegnet. Wir machten uns also weiter in Richtung Westen auf der 302. Sie führte uns westlich zur Interstate 91, deren Verlauf wir nördlich folgten. Auf der Höhe von Lebanon nahmen wir die 4 Richtung Westen nach Vermont. Nach Rutland ging's weiter bis nach Whitehall , in den Empire Staat, New York. In diesem Staat waren wir auch vor einem Monat schon einmal. Wir fuhren bis an die südlichste Spitze des Lake Georg im Adirondack Park. Nach 327 Tageskilometern und 6685 km insgesamt erreichten wir den Battleground Campground ,auf dem wir die nächste Nacht verbrachten.

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Vom Adirondack Park nach Hornell ( 499 km )

Der 26. September 2000 gestaltete sich genau wie der vorherige Tag. Wir setzten unseren Weg in Richtung Chicago fort. Wären wir in Deutschland, würden wir sicherlich mehrmals von Nord nach Süd fahren und wieder zurück. Man kann sich die Ausmaße hier einfach nicht vorstellen. Ich habe gelesen, dass Montana, Wyoming, North- und South Dakota doppelt so groß sind wie Frankreich. O.K., wer jetzt keine Karte vor sich liegen hat, ist auch nicht schlauer. Aber schließlich gibt es auf dieser Seite ja eine Gesamtkarte der Vereinigten Staaten. Wenn man dann noch realisiert, dass Frankreich wesentlich größer ist als Deutschland, der bekommt so langsam eine Vorstellung von den Entfernungen in diesem Land. Wir fuhren auf jeden Fall auf der Höhe von Albany auf die Interstate 88, die bei Binghamton zur 17 wird. Nach Elmira bei Hornell verließen wir den Highway und übernachteten am Almond Lake auf einem Public Campground für ganze 8 US$. Ein wunderschöner Platz, den wir nach 499 Tageskilometern und 7184 Kilometern insgesamt ansteuerten.

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Vom Adirondack Park nach Hornell ( 499 km )

Der 26. September 2000 gestaltete sich genau wie der vorherige Tag. Wir setzten unseren Weg in Richtung Chicago fort. Wären wir in Deutschland, würden wir sicherlich mehrmals von Nord nach Süd fahren und wieder zurück. Man kann sich die Ausmaße hier einfach nicht vorstellen. Ich habe gelesen, dass Montana, Wyoming, North- und South Dakota doppelt so groß sind wie Frankreich. O.K., wer jetzt keine Karte vor sich liegen hat, ist auch nicht schlauer. Aber schließlich gibt es auf dieser Seite ja eine Gesamtkarte der Vereinigten Staaten. Wenn man dann noch realisiert, dass Frankreich wesentlich größer ist als Deutschland, der bekommt so langsam eine Vorstellung von den Entfernungen in diesem Land. Wir fuhren auf jeden Fall auf der Höhe von Albany auf die Interstate 88, die bei Binghamton zur 17 wird. Nach Elmira bei Hornell verließen wir den Highway und übernachteten am Almond Lake auf einem Public Campground für ganze 8 US$. Ein wunderschöner Platz, den wir nach 499 Tageskilometern und 7184 Kilometern insgesamt ansteuerten.

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Vom Findley SP zum Indiana Dunes SP ( 485 km )

Am 28. September 2000 fuhren wir die 20 weiter bis nach Fremont und dann wechselten wir auf die 6, die parallel zur Interstate 90 immer nach Westen führt. Dabei mussten wir weder Strassenzoll entrichten, noch brauchten wir durch größere Städte zu kurven (z.B. Toledo). Aber die Landschaft änderte sich stark. Landwirtschaft herrscht hier im Westen Ohios vor und es wird sehr viel Mais angebaut. Endlos reihen sich die Felder aneinander, ohne dass sich die Landschaft wesentlich verändert. Die Straßen verlaufen gerade und Kurven sind hier so selten wie Ampeln oder größere Städte. Britta und ich stellen uns vor, dass hier das Popcorn der ganzen Nation angebaut wird, schließlich gehört Popcorn zu den Grundnahrungsmitteln in den Vereinigten Staaten. Nach 485 Tageskilometern und 8207 km insgesamt, erreichten wir, ca. 100 km von Chicago entfernt, den Indiana Dunes State Park am nordwestlichen Zipfel Indianas. Hier machten wir das letzte Mal in gewohnter Weise Rast, bevor wir uns ins Gewühl stürzten. Chicago - we are commin'!

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Vom Indiana Dunes SP nach Chicago ( 104 km )

Am 29. September 2000 starteten wir unsere letzte Etappe nach Chicago, der Metropole Illinois am Lake Michigan. Über die Interstate 80 / 94 / 90 schlängelten wir uns durchs Getümmel. Aber es war gar nicht so dramatisch. Wir erwischten eine gute Zeit, um in die Großstadt einzudringen und der Verkehr hielt sich ebenfalls in Grenzen. Dann nach weiteren 104 Tageskilometern und 8311 km insgesamt, erreichten wir die 1330 Nelson Street; das kleine Haus meiner Tante Marga in Chicago.

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Von Chicago zum Lake Clinton ( 318 km )

Am 08. Oktober 2000 ging unsere Reise in Richtung Süden weiter. Illinois ist kein sonderbar spektakulärer Staat. Es reiht sich ein Maisfeld an das nächste. Trotzdem ist es ein erhabenes Gefühl, wenn man die schnurgeraden Strassen durch die endlosen Felder nimmt. Nichts als Ackerland so weit das Auge reicht. Mit überdimensionalen Traktoren pflügen die Landwirte hier das Feld und es scheint eine hoffnungslose Arbeit zu sein, denn trotz der großen Arbeitsgeräte wirkt der schmale Streifen umgegrabenen Bodens, den die riesigen Traktoren hinter sich lassen, nur wie ein dünner Faden im Jungle der Maisblätter. Ich stell mir gerade vor, wie es wäre, wenn der Bauer bei einer Spazierfahrt auf seinem Feld seinen Hausschlüssel verliert. Er hat wohl keine Chance, diesen wieder zu finden.
Unsere Route führte uns auf der Interstate 55 nach Südwesten, nach  Bloomington. Von dort nahmen wir die 51 in südliche Richtung und kamen  nach 318 km und 8629 Kilometern insgesamt am  Lake Clinton an. Es war kühl und es hatte sehr viel Platz.

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Vom Lake Clinton zum Lake Shelbyville ( 181 km )

Am 10. Oktober 2000 umfuhren wir Decatur, um auf kleinen Straßen nachAtwood und Arthur zu gelangen. Diese Amish-Siedlungen seien - laut Tom, dem zuvorkommenden Ranger von Lake Clinton - einen Besuch wert. Die Amish-People fertigen einzigartige Möbel zu günstigen Preisen an. Britta wollte unbedingt dort hin und ich fragte mich, wo wir in unserer Kabine das Regal und die Kommode noch unterbringen sollten. Aber dieser Besuch erwies sich als kleiner Reinfall. Es gab nichts außergewöhnliches zu sehn und die kleinen Städtchen versprühten eher den Charme einer Armensiedlung. Von Amish-People war auch kaum was zu sehn und deren Möbel hätten noch nicht mal einen schlechten Preis auf dem Flohmarkt erzielt. Aber wir hätten eh keinen Platz gehabt, oder?!
Über die 32 erreichten wir Lake Shelbyville . Meine Tante Marga und deren Kinder fahren mindestens einmal im Jahr hierher, um abzuspannen. Der See ist groß und unübersichtlich verzweigt. Es ist tatsächlich ein Platz zum Ausruhen. Die Saison ist schon lange vorbei und wir sind mit ein paar älteren Herrschaften die einzigen, die sich hier absolut breit machen können. Wir nutzten im Wechsel mal den einen, mal den anderen Grill. Wir nahmen auch mehrere Bänke in Beschlag. Hier auf dem Campground des Wolf Creek State Parks erholen wir uns von den "Strapazen" in Chicago . Ich spielte viel auf meiner nagelneuen Gitarre, die ich in Chicago erworben habe und Britta kochte die besten Gerichte aller Zeiten. Uns geht es gut, das kann man uns glauben. Bis hierher sind wir weitere 181 Tageskilometer und 8810 km insgesamt gefahren. Selbst unser Auto hat auch mal einen Ölwechsel bekommen.

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Vom Lake Shelbyville zum Little Grassy Lake ( 286 km )

Am 13. Oktober 2000 erreichten wir nach 286 Tageskilometern und 9096 km insgesamt den Little Grassy Lake direkt neben demGiant City State Park. Nachdem wir morgens noch kurz im Aldi einkaufen waren (wirklich, das ist kein Witz), fuhren wir geradewegs über die Interstate 57 in den Süden Illinois. AbMt. Vernon ändert sich auch so langsam die Landschaft und die Maisfelder wurden weniger. Dafür gab es auch mal wieder zusammenhängende Waldgebiete, bis wir schließlich den südlichsten Zipfel Illinois erreichen, der quasi aus einem einzigen National Forest besteht. Hier gibt es viele Seen und viel Natur und einen absolut genialen Stellplatz auf einen Public Campground für 9,50 US$ die Nacht. Hier blieben wir die nächsten Nächte.

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Campground
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Vom Little Grassy Lake nach Memphis ( 383 km )

Am 16. Oktober 2000 steuerten wir wieder die Interstate 57 an, um weiter in den Süden zu kommen. An der südlichsten Spitze Illinois überquerten wir die Grenze nach Missouri. Dort verläuft die Interstate gerade mal am äußersten Südostrand des Staates und nach einer Stunde waren wir auch schon wieder draußen und kamen nach Arkansas ("Home of Bill Clinton", was auf einem großen Schild angeschrieben stand). Eigentlich tat sich weder in Missouri noch in Arkansas landschaftlich etwas Außergewöhnliches. Die Strasse verlief absolut gerade und es gab keinen einzigen Hügel. Die Landwirte bauen allerdings statt Mais überwiegend Baumwolle an, was dazu führt, dass überall kleine Wattebäusche herumfliegen. Aber wir haben beide Staaten nur kurz gestreift, deshalb will ich kein Urteil abgeben. In Missouri wird übrigens aus der Interstate 57 die Interstate 55 und nicht zu vergessen, dass wir genau beim Eintritt nach Missouri den Mississippi das erste Mal überquerten. Diesen berühmten Fluss - der genau so aussah wie alle anderen Flüsse - haben WIR schon überquert und es sollte nicht das letzte Mal sein. Nach einer weiteren Stunde am Nordostrand von Arkansas überquerten wir den Mississippi erneut um nach Tennessee zu gelangen, nach Memphis. Dort blieben wir etwas außerhalb imT.O. Fuller State Park stehen, nach 383 Tageskilometern und 9479 km insgesamt.

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Von Memphis zum Land between the Lakes ( 359 km )

Am 19. Oktober 2000 verließen wir Memphis. Die Interstate 40 brachte uns in nordöstliche Richtung und kurz vor Jackson, nahmen wir die 79 bzw. 70 North. Immer noch prägt Baumwolle das Landschaftsbild, doch die Felder sind kleiner und hügeliger. Es macht uns Freude über die "Landstraße" zu fahren. Die Sonne scheint, die Wälder erstrahlen in vielen bunten Farben und eine Kleinstadt reiht sich an die nächste, ohne dass man sich deren Namen merken muss. Sie sehen eh alle gleich aus. Zwei bis drei Ampelkreuzungen und ringsherum Tankstellen, Fast-Food Restaurants und Supermärkte. Alles in die Breite gebaut (sie haben ja Platz), aber absolut hässlich. Keine Bürgersteige, alles Drive-Thru Geschäfte. Hier kann man nicht durch die Stadt bummeln und dabei ein paar Einkäufe erledigen, hier wird alles mit dem Auto und aus dem Auto heraus gemacht. Wer hier läuft, wird entweder überfahren, als lebensmüde oder Tourist bezeichnet. Wir ließen all die kleinen Städtchen mit den ausgefallenen Namen wie HumboldtMilanMcKenzie und Paris hinter uns und erreichten zwischen demKentucky Lake und Lake Barkley eine weitere National Recreation Area, das Land between the Lakes. Nach 359 Tageskilometern und 9838 km insgesamt, parkten wir unsere Kabine in der Bucht des Rushing Creek Campgrounds - direkt auf der Grenze zu Kentucky. Wir sind für uns und haben eine große Wiese ganz für uns alleine. Wieder mal ein wunderschöner Platz.

bilder/tennesseekentucky/RushingCreekCampground02.jpg
Campground
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Vom Land between the Lakes zum Mammoth Cave NP ( 297 km )

Am 21. Oktober 2000 verließen wir das Land between the Lakes über den Lake Barkley auf der 68 bzw. 80. Dieser Highway führt über Hopkinsville undBowling Green geradewegs zum Mammoth Cave National Park. Dort im Visitor Center erhielten wir die Tickets für unsere Höhlentour und bekamen auch einen nicht gerade positiven Eindruck von dem sich in der Nähe befindlichen Campground. Der im Wald gelegene Platz schien etwas überfüllt, deshalb steuerten wir außerhalb des National Parks den Nolin Lake State Park am gleichnamigen Nolin Lake an. Hier befindet sich ein Campground, der sage und schreibe nichts kostet und traumhaft am Ufer des Sees liegt. Es ist still, kaum jemand kommt hierher und trotzdem oder gerade deshalb, begrüsste uns der Ranger persönlich. Bis zum Visitor Center von Mammoth Cave sind es 20 Minuten. Wir spannten die Kabine ab und richteten uns auf ein paar schöne Tage ein. Nach 297 Tageskilometern und 10.135 km insgesamt, bewiesen wir wieder einmal ein glückliches Händchen bei der Auswahl unseres Kurzzeit-Zuhauses.

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Campground
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