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New York City
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Unser Camper
ging am 26. Juli 2000 auf die Reise über den Atlantik. Von Bremerhaven
wurde er nach Baltimore verschifft, das dauerte ca. 21/2
Wochen. Wir flogen am 07. August 2000 und verbrachten die ersten Tage ohne
Auto in New York City und das ist in dieser Stadt auch angebracht.
Erst nach diesem Metropolensightseeing holten wir unseren Camper im Hafen
von Baltimore ab - unser Zuhause für das kommende Jahr (der
Camper - nicht der Hafen).
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Von New York
City nach Baltimore ( ca. 300 km mit Amtrak)
Von New York
City
aus ging am 10. August 2000 um 12:30 Uhr Easterntime der Zug nach
Baltimore.
Nach zwei dreiviertel Stunden kamen wir dort an. Wir durchfuhren den StaatNew
Jersey, die Stadt Philadelphia
im Staate Pennsylvania und kreuzten den Norden Delawares,
bevor wir in Maryland einfuhren. Baltimore
ist einer der wichtigsten Handelshäfen an der Atlantikküste und
der wichtigste Anlaufpunkt in der Chesapeake
Bay, Amerikas größtem Atlantikfjord.
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Von Baltimore
zum Shenandoah NP ( 227 km )
Am 11. August
um 14:00 Uhr standen wir dann das erste Mal auf einem KOA -Campground
bei Millersville südlich vonBaltimore
und fühlten uns seit einer Woche das erste Mal wieder so richtig zu
Hause. Hier machten wir einen Check-Up unseres Campers und verbrachten
zwei Nächte auf dem Campingplatz. Am 13. August fuhren wir dann über
die Interstate 95 (später Interstate 66) an Washington
D.C. vorbei in Richtung Westen. Unser Ziel war der Shenandoah
National Park, den wir dann auch nach 227 km erreichten.
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Vom Shenandoah
NP nach Jones Springs ( 480 km )
Vom 14.-17. August
hielten wir uns im Shenandoah National Park auf und durchquerten
ihn von Nord nach Süd (107 km). Wir machten zwei längere Wandertouren
(14 km und 8 km). Am 17. August fuhren wir dann parallel zum Park auf der
Interstate 81 wieder in nördliche Richtung, schließlich wollten
wir ja noch nach Ost-Kanada. Einen kurzen Stop legten wir in Woodstock
ein, das zwar nichts mit DEM Woodstock zu tun hat, aber dennoch
einen Stop wert war. Noch am gleichen Tag verließen wir die Interstate
bei Winchester und fuhren die 522
in nördliche Richtung. Wir peilten einen Campground an, der bei Jones
Springs in der Sleepy
Creek Wildlife Management Area liegt. Bei einem Gesamtkilometerstand
von 707 km und 480 Tageskilometern standen wir in einer Landschaft, die
genauso aussieht, wie sie heißt (5 km westlich von Martinsburg).
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Von Jones
Springs nach Woodland ( 417 km )
Am 19. August
2000 fuhren wir über die Interstate 81 weiter Richtung Norden nach Hagerstown
und kamen somit wieder durch einen schmalen Abschnitt des Staates Maryland.
Dann folgten wir der Interstate 70, erst in westliche, dann in nördliche
Richtung und fuhren in den Staat Pennsylvania.
Über Breezewood undWolfsburg
kamen wir auf die 220 bzw. Interstate 99 bis hoch nach Altoona.
Bei Bald Eagle bogen wir dann auf
die 350 in nord-westliche Richtung ab. Auf diesem Weg erreichten wir Woodland
nahe Clearfield. Dort fanden wir ein
Plätzchen auf einem privaten Campground namens Woodland Campground
. Der Tacho zeigte insgesamt 1124 km und 417 Tageskilometer an und für
dieses Wochenende blieben wir an diesem idyllischen Ort.
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Von Woodland
zum 4 Miles Creek SP ( 433 km )
Am 21. August
2000 starteten wir in Richtung Norden, in Richtung Niagara Fälle
. Über die 153 und 255 nach St. Marys
auf die 219, vorbei am Allegheny
National Forest, über Bradford,
immer Richtung Buffalo. Dort zogen wir
ohne Aufenthalt am Getümmel der wohl berühmtesten Wasserfälle
vorbei, denn wir wollten uns erst mal irgendwo einrichten, bevor wir uns
ins Gewühl stürzten. Also hielten wir unseren Kurs Richtung Ontario
Lake, um dort, 17 Meilen von den Fällen entfernt, im 4
Miles Creek State Park ein Plätzchen auf dem zugehörigen
Campground zu belegen. Der Tageskilometerzähler zeigte 433 km an und
insgesamt waren es nun 1557 km. Erst einen Tag später spannten wir
die Kabine am Fahrzeug ab und fuhren ins Zentrum des Geschehens, an die Niagara
Falls.
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Vom 4 Miles
Creek SP zum Darlington PP ( 337 km )
Am 24. August
2000 überquerten wir die Grenze nach Kanada/Ontario. Über
den Queen Elisabeth Way (QEW)
ging es Richtung Burlington. Doch
vorher machten wir halt in Niagara
on the Lake - Ontarios schönster Stadt mit Auszeichnung.
Dann ging es weiter über den QEW durch Toronto, immer am Lake
Ontario entlang bis 35 km hinter die kanadische Metropole nach
Oshawa. Dort fanden wir einen Platz im
Darlington Provincial Park, direkt am Lake Ontario, nach weiteren
337 Tageskilometern und 1894 km insgesamt.
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Vom Darlington
PP zum Algonquin PP ( 312 km )
Am 27. August
2000 verließen wir den Darlington Provincial Park und fuhren
über die 12 gen Norden. Unsere Karte kennzeichnete diese Route als
besonders sehenswert, was wir durchaus bestätigen können. An
hunderten kleiner Seen vorbei schlängelt sich der Highway in den Norden.
Unter Schatten spendenden Bäumen, direkt am Ufer gelegen, stehen kleine
Holzhäuser und an einfachen Stegen sind kleine Boote festgemacht.
Alle haben sie sich einen Platz am See gesichert und je höher wir
in Richtung Norden fahren, desto reizvoller werden die Ausblicke. Über
die 7 und 35 erreichen wir letztlich die 60, die direkt in den Algonqiun
Provincial Park führt. Dort fanden wir, nach weiteren 312 Tageskilometern
und 2206 km insgesamt, einen schönen, aber nicht ganz billigen Platz
am Mew Lake auf dem Mew Lake Campground.
Wir buchten für drei Nächte und bereiteten uns hier auf eine
erneute Wandertour vor.
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Vom Algonquin
PP nach Ottawa ( 359 km )
Am 01. September
2000 ging unsere Fahrt weiter nach Osten in Richtung Ontarios Hauptstadt
Ottawa. Über die 60 nach Renfrew
und weiter die 17 den Trans
Canadian Highway bis nach Ottawa. 20 km östlich davon bezogen
wir nach weiteren 359 Tageskilometern und 2565 km insgesamt, Quartier im
Ottawa-Nepaean
Tent and Trailer Park.
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Von Ottawa
nach Montmagny ( 569 km )
Am 04. September
2000 wollten wir mal eine grössere Entfernung hinter uns bringen,
um noch früh genug in diesem schwindenden Sommer in den Norden des
Landes zu gelangen. Unsere Route ging über die 417 und später
dann über die 40 nach Montréal.
Auch diese Stadt durchquerten wir nur ohne anzuhalten, zum Unverständnis
aller, die diese Stadt als eine der schönsten Städte der ganzen
Welt loben. Aber uns war eben eine Stadt innerhalb weniger Tage genug.
Also fuhren wir am Nordufer des St.
Lawrence Stroms in Richtung Québec Stadt. Auf den Schildern
waren ausnahmslos nur noch französische Orts- und Straßennamen
zu lesen. Die 40 (ausgebaut wie eine moderne Autobahn) ist gut zu befahren,
auch wenn sie manchmal mit riesigen Schlaglööchern aufwarten
konnte. Bei Québec überquerten
wir den Strom und fuhren nun auf der 20 das südliche Ufer des St.
Lawrence entlang. Nach 15 km verließen wir den Highway und begaben
uns auf die 132, die sich etwas näher am Strom entlang schlängelt,
der in der Nachmittagsonne einen erhabenden und geradezu mächtigen
Eindruck auf uns machte. Nach 569 Tageskilometern und 3134 km insgesamt,
kamen wir in Montmagny an, wo wir auf
dem Camping Point Aux Oies einen Platz für die Nacht fanden.
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Von Montmagny
bis Cap-Chat ( 432 km )
Am 05. September
2000 fuhren wir weiter, immer die 132 entlang an der Ostküste des
St.
Lawrence Stroms. Wir schafften es aber an diesem Tag nur bis Cap-Chat
und hielten dort an einem wunderschönen Strand-Campingplatz. Wir waren
mit noch einem Ehepaar aus British Columbia die einzigen auf dem
Platz, denn der Labourday war vorbei und damit auch die Ferienzeit.
Hier oben schien wirklich alles so langsam aber sicher dicht zu machen.
Aber dennoch ist das Land dort oben traumhaft schön. Wir schafften
an diesem Tag 432 Tageskilometer und 3566 km insgesamt.
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Von Cap-Chat
zum Forillon NP ( 240 km )
Am 06. September
2000 erreichten wir dann endlich nach weiteren 240 Tageskilometern und
3806 km insgesamt, die östlichste Spitze der Gaspé
Halbinsel und damit den Forillon
National Park. Aber gerade diese letzten 240 km waren mit Sicherheit
die schönsten Kilometer, die wir bis jetzt gefahren sind. Die Straße
schlängelt sich fast immer direkt an der Küste entlang. Links
und rechts der Straße stehen kleine bunte Häuser, die ihre großen
Fensterfronten oder Wintergärten immer nach dem St. Lawrence
ausgerichtet haben, der hier so breit ist, dass man eigentlich nicht mehr
vom Strom reden kann, sondern vom St.
Lawrence Golf . Kleine Ortschaften mit kuriosen Kirchen, deren Turmspitzen
immer silberfarben sind. Die Häuser stehen weit auseinander und man
sieht die vierrädrigen Motorräder (ATV's) oder ein Schneemobile
fast vor jeder Haustür stehen. Hier herrscht die meiste Zeit im Jahr
ein sehr rauhes Klima und ich fragte mich, was die Menschen wohl dort oben
im Norden hält. Aber die Leute dort lieben ihren Strom, denn so gibt
es keinen zweiten Platz auf dieser Erde und darum beneide ich sie ein wenig.
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Vom Forillon
NP nach Carleton ( 327 km )
Am 09. September
2000 verließen wir den Forillon National Park und fuhren nun
das erste Mal Richtung Süden, die Himmelsrichtung, die für die
nächsten Monate auch oft unsere Fahrtrichtung sein würde. Wir
fuhren die 132 weiter an der Küste entlang. Das Auto und wir werden
oft genug durchgerüttelt, da der Asphalt der Straße hier scheinbar
einfach nur auf die hügelige Landschaft aufgetragen wird, ohne für
einen begradigten Unterbau zu sorgen. Bis zu 17% Steigung muss unser Pick-Up
bewältigen und hinter jeder zweiten Kurve zeigt sich eine neue Siedlung
mit den für die Region charakteristischen Holzhäusern. Vor den
Hütten liegt - manchmal gestapelt, manchmal nur in einem Haufen -
das Feuerholz für den kommenden Winter. Und hier heizen die meisten
mit Holz. Den Mengen nach zu urteilen sind die Winter hier oben kalt, und
zwar für einen langen Zeitraum. Bei Percé
steht vor der Küste ein riesiger Steinkoloss, der den Eindruck erweckt,
er sei genau dort vom Himmel gefallen. Alle Motels und Campingplätze
der Umgebung stehen in Richtung Fels und es liegt wohl auf der Hand, dass
der Rocher Percé damals bei
den ersten Immigranten als einladendes (Gottes-) Zeichen angesehen wurde
und die Einwanderer sich dadurch bestärkt fühlten, die Region
ungeachtet der hier lebenden Mi'kmaq-Indianer
zu besiedeln.
Nach 327 Tageskilometern
und 4133 km insgesamt machten wir bei Carleton
halt. Der Campingplatz ist wunderschön und liegt auf einer Landzunge,
mitten im Atlantik. Wir machten ein Feuer, die Sonne ging romantisch im
Atlantik baden und verströmte ein warmes Licht, während
das Meer beruhigend rauschte.
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Von Carleton
zum Kouchibougauc NP ( 317 km )
Am 10. September
2000 ging es weiter, doch kurz nach unserem Start am frühen Morgen
um 9 Uhr verließen wir die Route bzw. die 132 nach über 1000
Kilometern und überquerten die Chaleur
Bay per Brücke nach New Brunswick.
Damit machten wir auch einen Zeitsprung in die Zukunft zur Atlantik-Time
. Die Uhr wurde eine Stunde vorgestellt und wir befanden uns auf der 11.
Die Karte zeigt entlang unserer Strecke nichts Sehenswertes außer
weißen Flächen. Doch weiß heißt in dieser Karte
nur flach und täuscht etwas über die wirkliche Vegetation
hinweg. Stunden lang fuhren wir durch endlose Wälder. Warnschilder
machen immer wieder vor der Gefahr des Wildwechsels bewusst, wo es sich
in diesem Fall hauptsächlich um Elche handelt. Auch wenn die Straße
schnurstracks geradeaus geht, es wird nicht langweilig. Wir können
uns kaum sattsehen am blauen Himmel und dem satten Grün der Bäume.
Und immer wieder überquerten wir Seen und Flüsse, die, wenn man
sie fotografieren würde, allesamt im Fotoshop als Poster zu erwerben
wären, so schön sind die Motive. Aber das nur am Rande. In Bathurst
(was verdächtig wie Bratwurst klingt), verlassen wir die Küstenstraße
und biegen auf die 8 ab, welche die vielen Kurven entlang der Küste
auslässt, um bei Douglastown
wieder auf die 11 zu stoßen. Weiter in Richtung Süden erreichten
wir nach 317 Tageskilometern und 4450 km insgesamt, um 15:00 Uhr den Kouchibouguac
National Park.
In der Regel brauchen wir keine 6 Stunden für 300
Kilometer, aber man darf nicht vergessen, dass wir ja zwischendurch auch
mal tanken müssen oder einkaufen gehen (was wir liebend gerne tun)
oder manchmal an den wunderschönen Rastplätzen entlang der Route
eine ausgedehnte Rast machen. Die obligatorischen Holzbänke laden
oft - manchmal unter einem Holzpavillon - an den schönsten Stellen
der Atlantikküste - zum Picknick ein. Auch das ist eine gute Einrichtung
und macht das Reisen durch dieses große Land wesentlich angenehmer.
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Vom Kouchibouguac
NP zum Cabot Beach PP ( 249 km )
Am 12. September
2000 bewegten wir uns weiter in Richtung Süd-Ost, in Richtung Prince
Edward Island . Der Highway 11 und später die 15 führten
uns direkt zu einem der beiden einzigen Übergänge zur Insel,
in unserem Fall zur 9 km langen Confederation
Bridge. Nur die Rückfahrt von der Insel aufs Festland kostet Geld,
dafür aber auch 41C$ pro Camper, nicht schlecht! Auf der Insel angekommen,
fahren wir geradewegs an die Nordküste, an das Ostufer der Malpeque
Bay. Dort fanden wir einen Platz im Cabot
Beach Provincial Park. Direkt an der Küste, nach 249 Tageskilometern
und 4699 km insgesamt.
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Vom Cabot
Beach PP nach Walton ( 315 km )
Am 14. September
2000 verließen wir Prince Edward Island wieder. Die Insel
ist zwar recht hübsch, aber nicht wirklich unbedingt sehenswert. O.K.,
wir haben natürlich auch nicht das touristische Pflichtprogramm durchgezogen
und die echten Highlights deshalb verpasst, aber sei's drum, wir sind auf
jeden Fall wieder "bodenständig" geworden und haben Prince Edward
vorerst "lebe wohl" gesagt. Die 104 ist die beste und direkteste Verbindung
zur Halbinsel Nova Scotia und diese
fuhren wir dann auch.
An dieser Stelle
muss ich unbedingt mal was über den Straßenzustand in Kanada
loswerden. Bislang war es hier im Osten Kanadas so, dass das Fahren auf
einer der grössten und breitesten Highways unproblematisch ist, solange
man den Schlaglöchern ausweicht. Benutzt man allerdings eine der Nebenstraßen,
wird einem schon auf den ersten hundert Metern unsanft bewusst, warum die
Kanadier alle vierradangetriebene Pick-Up's oder Jeep's fahren und an ein
Ausweichen braucht man gar nicht mehr zu denken. Der Straßenbelag
ist eine Zumutung für unser europäisches Camper-Modell. Hier
hat die sogenannte Straße manchmal eine derartige Neigung, dass unser
Gefährt oft schon zweirädrig durch die Kurve gefahren ist (auch
bei 20 km/h). Und wer nimmt mit einem derart schwerfälligen Camper
keinen Anlauf vor steilen Bergen, wovon in Kanada allerdings absolut abzuraten
ist, denn genau im Umkehrpunkt des Tals, also genau bei Höchstgeschwindigkeit
(bei uns max. 105 km/h), haben die Straßen oft mannshohe Querhubbel,
die einem Spargelfeld gleichen. Was dann mit unserem armen Automobil passiert,
ist wohl klar. Das hängt so schon voll in den Seilen und dann muss
es auch noch Kamikaze-Highways erster Kajüte bezwingen. Das tut dem
Fahrzeug gar nicht gut. Auf jeden Fall kann ich nur jedem raten - und wir
halten uns ganz bestimmt daran - immer die breitesten und größten
Fahrwege zu benutzen, dann hat man auch eine geringe Chance anzukommen.
Wir hatten uns allerdings in den Kopf gesetzt, die Westküste entlang
in den Süden Nova Scotias zu fahren und dort hin führen
keine breiten Highways, also begnügten wir uns mit der 215, dem sogenannten Glooscap
Trail (hier tragen manche Fahrstraßen schöne Namen, weil
sie sonst überhaupt niemand benutzen würde. Dieser Schlaglochpfad
führte uns nach 315 Tageskilometern und 5014 km insgesamt nach Walton.
Und ratet mal, wen wir da getroffen haben? Richtig, die Waltons!
Da dimduldi dum dei diddel dum.... Kennt Ihr die Melodie noch? Auf einem
mittelmäßigem Campground, mit sehr netten Betreibern, legten
wir die Füße hoch und widmeten uns unserer Lieblingsbeschäftigung,
dem Schlafen.
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Von Walton
zum Kejimkujik NP ( 262 km )
Am 15. September
2000 ging es weiter an der West-Küste Nova Scotias auf der
101, eine Straße, die von uns den Titel verliehen bekommt: "beste
Straße im Umkreis von 100 Kilometern". Auf der Höhe von Lequille
bogen
wir auf die 8 ins Landesinnere ab und nach 262 km und 5276 km insgesamt,
erreichten wir den Kejimkujik National
Park.
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Vom Kejimkujik
NP nach St. Stephen ( 250 km )
Am 19. September
2000 verließen wir Nova Scotia per Fähre. Wir nahmen
den Highway 8 zurück an die Westküste und gelangten über
die 101 nachDigby, von wo unser Boot nach New
Brunswick übersetzte. 132 C$ kostete die Überfahrt incl.
Camper und zwei Personen und dauerte 2 3/4 Stunden. Wir starteten
bei strahlendem Sonnenschein und im Laufe der Überfahrt zog dichter
Nebel auf, der uns erst mal erhalten blieb. In Saint
John, New Brunswick angekommen, fuhren wir direkt auf den Highway No.
1 Richtung Süden. Trotz der Fährüberfahrt brachten wir bis
zu dem beschaulichen Grenzstädtchen St.
Stephen noch ganze 250 Tageskilometer und 5535 km insgesamt zustande.
Wir fanden ein nettes Plätzchen auf dem Oak
Bay Campground.
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Von St. Stephen
zum Acadia NP ( 307 km )
Am 20. September
2000 lag alles in dichtem Nebel. Es sollte ein trüber Tag werden.
Aber erst einmal überquerten wir in St. Stephen die Grenze
in die Vereinigten Staaten von Amerika, oder auch ins Land der unbezahlbaren
Möglichkeiten, in unserem Fall nach Maine
. Vier Wochen sind wir jetzt durch Kanada gefahren und haben wirklich schöne
Stellen gesehen. Wir haben viele nette Menschen getroffen und die meisten
sprechen uns direkt an, da wir so einen "niedlich kleinen Camper" haben
und der habe so eine "seltsame Form". Wir dachten ursprünglich, wir
fallen mit dieser Art von Pick-Up-Camper in Nordamerika überhaupt
nicht auf. Aber man sieht der Kiste einfach an, dass sie nicht in den USA
gebaut wurde. Und ein kleines Mädchen sprach das aus, was wohl alle
insgeheim denken, wenn sie unser Gefährt sehen: "ooh, what a small
camper. Is it only for one person?" Freche Göre! Wir haben sie gleich
mit Steinwürfen verjagt. Aber
nicht nur unsere Kabine erregt große Aufmerksamkeit, sondern auch
unser Pick-Up. Und spätestens bei einem japanischem Mini-Truck der
Marke Mitsubishi hätte ich gedacht, dass wir damit nicht sonderlich
auffallen werden und bezüglich der Ersatzteilbeschaffung keine größeren
Schwierigkeiten bekommen würden. Doch genau dieses Auto, was scheinbar
den Normen dieses Landes entspricht - sei es bezüglich der amerikanischen
Vorliebe für Fortbewegungsmittel im Allgemeinen oder auch gemäß
den technischen Anforderungen für ein Land, dessen Straßen nur
aus aneinander gefügten Schlaglöchern bestehen -, für dieses
Fahrzeug ist es unmöglich, einen Ölfilter aufzutreiben. Hier
kann man zwar alles nur Erdenkliche an Drive-Thru-Schaltern erledigen,
zum Beispiel essen (die Amerikaner essen überwiegend in ihren Fahrzeugen),
Bankgeschäfte und auch besagte Ölwechsel, aber für unsere
Karre gibt es scheinbar keinen Ölfilter in diesem fortschrittlichem
Land. Man kann sich zwar kaum vorstellen, wieviel verschiedene Fabrikate
und Modelle an Ölfiltern im Regal der Werkstatt stehen, doch die Hilflosigkeit
der Techniker erinnert uns eher an ein Entwicklungsland, das mit den vielen
technischen Neuerungen einfach nichts anzufangen weiß. Unser Pick-Up
ist nicht im Computer gelistet, also gibt es dafür auch keinen Ölfilter,
oder zumindest steht niemand zur Verfügung, der mit entsprechendem
Know-How feststellen kann, welcher Ölfiltertyp von den tausenden,
die im Regal stehen, auch auf unsere Mühle passt. Also, ein Tip für
jeden, der irgendwann einmal ein europäisches Fahrzeug in die Staaten
einführt. Nehmt bloß Ölfilter mit. Wir lassen uns jetzt
welche von meinem Bruder aus Deutschland mitbringen der mittlerweile auch
denken muss, er kommt nur wegen unseren Ersatzteilen in die Staaten geflogen.
Aber was wollte
ich eigentlich hier schreiben? Ach ja. Am 20. September überquerten
wir die Grenze ins geheiligte Land und fuhren den Highway 1 an der Küste
entlang zur Mount Desert Island
, besser bekannt als der Acadia National
Park . Dort kamen wir nach 309 Tageskilometern und 5844 Kilometern
insgesamt auf dem Blackwood
Campground an.
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Vom Acadia
NP nach Twin Mountain ( 388 km )
Am 24. September
2000 sagten wir dem Atlantik erst mal ade und verließen die Küste
in Richtung Westen. Die 1A und ab Bangor
die 2, brachten uns in meist bewaldetes Gebiet und je weiter wir nach Westen
fuhren, desto stärker wurde die Verfärbung der Wälder. Es
ist zwar noch früh in diesem Indian Summer, aber man kann schon
ganz deutlich die ersten Anzeichen für ein prachtvolles Farbenspiel
erkennen, dass sich so langsam über die Baumkronen ausbreitet. Besonders
die Ahornbäume ragen aus dem Farbenmeer heraus, da sie mit ihren kräftigen
roten Blättern wie surrealistische Gewächse aussehen.
Die 2 führt
direkt nach New Hampshire und direkt
in die White Mountains. Erst
dort wird einem klar, warum der Indian Summer solch einen Rummel
verdient hat. New Hampshire und Vermont bestehen nun mal
aus 85% Wald. Das heißt, der Indian Summer ist hier überall
und bestimmt für 4-6 Wochen das Bild eines jeden Betrachters. Es ist
einfach ein wunderschöner Anblick. Bei uns zeigte sich allerdings
das Wetter nicht von seiner allerbesten Seite, trotzdem bereitete uns der
White Mountain National Forest einen gebührenden Empfang. Nach
388 Tageskilometern (+126 km, die wir auf Mount Desert Island verfahren
haben) und 6358 km insgesamt, machten wir in Twin
Mountain auf dem Ammonoosuc
Campground halt. Und es sollte eine klare, kalte und sehr schöne
Nacht werden. Das Thermometer sank auf 2°C.
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Von Twin
Mountain zum Adirondack Park ( 327 km )
Am 25. September
2000 begannen wir den Tag mit einem morgendlichen Spaziergang durch die
Wälder der Bretton Woods. Die
Sonne stand am Himmel und es war ein wunderschön kalter Morgen. Der
Pfad ging entlang des Saco Rivers
der kristallklares und saukaltes Wasser führte. Es ist einfach ein
Traum, sich an solch einem Morgen die Füße zu vertreten. Hier
in Bretton Woods steht auch das berühmte Hotel
Mount Washington am Fuße des Mount
Washingtons. Hier fanden 1944 die Verhandlungen über die heute
noch zum Teil in Kraft befindliche Weltwährungsordnung statt (ja,
das steht in meinem Führer). Das Hotel hat solch eine phantastische
Lage, dass man sich über Zimmerpreise ab 170 US$ nicht wundern braucht.
Der Blick von Außen genügt und man erkennt die versnobten Leute,
die morgens um acht schon auf dem Golfplatz stehen und Zigarren rauchen.
Sie zerstören das harmonische Bild einer klassenlosen Gesellschaft.
Hier haben sich nur die absolut Reichen einquartiert, denen man allerdings
auf den vielen Wanderpfaden rund um das Hotel kaum begegnet. Wir machten
uns also weiter in Richtung Westen auf der 302. Sie führte uns westlich
zur Interstate 91, deren Verlauf wir nördlich folgten. Auf der Höhe
von Lebanon nahmen wir die 4 Richtung
Westen nach Vermont. Nach Rutland
ging's
weiter bis nach Whitehall , in den
Empire
Staat, New York. In diesem Staat waren
wir auch vor einem Monat schon einmal. Wir fuhren bis an die südlichste
Spitze des Lake Georg im Adirondack
Park. Nach 327 Tageskilometern und 6685 km insgesamt erreichten wir
den Battleground Campground ,auf
dem wir die nächste Nacht verbrachten.
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Vom Adirondack
Park nach Hornell ( 499 km )
Der 26. September
2000 gestaltete sich genau wie der vorherige Tag. Wir setzten unseren Weg
in Richtung Chicago fort. Wären wir in Deutschland, würden
wir sicherlich mehrmals von Nord nach Süd fahren und wieder zurück.
Man kann sich die Ausmaße hier einfach nicht vorstellen. Ich habe
gelesen, dass Montana, Wyoming, North- und South
Dakota doppelt so groß sind wie Frankreich. O.K., wer jetzt keine
Karte vor sich liegen hat, ist auch nicht schlauer. Aber schließlich
gibt es auf dieser Seite ja eine Gesamtkarte der Vereinigten Staaten. Wenn
man dann noch realisiert, dass Frankreich wesentlich größer
ist als Deutschland, der bekommt so langsam eine Vorstellung von den Entfernungen
in diesem Land. Wir fuhren auf jeden Fall auf der Höhe von Albany
auf die Interstate 88, die bei Binghamton
zur 17 wird. Nach Elmira bei Hornell
verließen wir den Highway und übernachteten am Almond
Lake auf einem Public Campground für ganze 8 US$. Ein wunderschöner
Platz, den wir nach 499 Tageskilometern und 7184 Kilometern insgesamt ansteuerten.
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Vom Adirondack
Park nach Hornell ( 499 km )
Der 26. September
2000 gestaltete sich genau wie der vorherige Tag. Wir setzten unseren Weg
in Richtung Chicago fort. Wären wir in Deutschland, würden
wir sicherlich mehrmals von Nord nach Süd fahren und wieder zurück.
Man kann sich die Ausmaße hier einfach nicht vorstellen. Ich habe
gelesen, dass Montana, Wyoming, North- und South
Dakota doppelt so groß sind wie Frankreich. O.K., wer jetzt keine
Karte vor sich liegen hat, ist auch nicht schlauer. Aber schließlich
gibt es auf dieser Seite ja eine Gesamtkarte der Vereinigten Staaten. Wenn
man dann noch realisiert, dass Frankreich wesentlich größer
ist als Deutschland, der bekommt so langsam eine Vorstellung von den Entfernungen
in diesem Land. Wir fuhren auf jeden Fall auf der Höhe von Albany
auf die Interstate 88, die bei Binghamton
zur 17 wird. Nach Elmira bei Hornell
verließen wir den Highway und übernachteten am Almond
Lake auf einem Public Campground für ganze 8 US$. Ein wunderschöner
Platz, den wir nach 499 Tageskilometern und 7184 Kilometern insgesamt ansteuerten.
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Vom Findley
SP zum Indiana Dunes SP ( 485 km )
Am 28. September
2000 fuhren wir die 20 weiter bis nach Fremont
und dann wechselten wir auf die 6, die parallel zur Interstate 90 immer
nach Westen führt. Dabei mussten wir weder Strassenzoll entrichten,
noch brauchten wir durch größere Städte zu kurven (z.B. Toledo).
Aber die Landschaft änderte sich stark. Landwirtschaft herrscht hier
im Westen Ohios vor und es wird sehr viel Mais angebaut. Endlos
reihen sich die Felder aneinander, ohne dass sich die Landschaft wesentlich
verändert. Die Straßen verlaufen gerade und Kurven sind hier
so selten wie Ampeln oder größere Städte. Britta und ich
stellen uns vor, dass hier das Popcorn der ganzen Nation angebaut wird,
schließlich gehört Popcorn zu den Grundnahrungsmitteln in den
Vereinigten Staaten. Nach 485 Tageskilometern und 8207 km insgesamt, erreichten
wir, ca. 100 km von Chicago entfernt, den Indiana
Dunes State Park am nordwestlichen Zipfel Indianas.
Hier machten wir das letzte Mal in gewohnter Weise Rast, bevor wir uns
ins Gewühl stürzten. Chicago - we are commin'!
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Vom Indiana
Dunes SP nach Chicago ( 104 km )
Am 29. September
2000 starteten wir unsere letzte Etappe nach Chicago,
der
Metropole Illinois am
Lake Michigan. Über die Interstate 80 / 94 / 90 schlängelten
wir uns durchs Getümmel. Aber es war gar nicht so dramatisch. Wir
erwischten eine gute Zeit, um in die Großstadt einzudringen und der
Verkehr hielt sich ebenfalls in Grenzen. Dann nach weiteren 104 Tageskilometern
und 8311 km insgesamt, erreichten wir die 1330 Nelson Street; das
kleine Haus meiner Tante Marga in Chicago.
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Von Chicago
zum Lake Clinton ( 318 km )
Am 08. Oktober
2000 ging unsere Reise in Richtung Süden weiter. Illinois ist
kein sonderbar spektakulärer Staat. Es reiht sich ein Maisfeld an
das nächste. Trotzdem ist es ein erhabenes Gefühl, wenn man die
schnurgeraden Strassen durch die endlosen Felder nimmt. Nichts als Ackerland
so weit das Auge reicht. Mit überdimensionalen Traktoren pflügen
die Landwirte hier das Feld und es scheint eine hoffnungslose Arbeit zu
sein, denn trotz der großen Arbeitsgeräte wirkt der schmale
Streifen umgegrabenen Bodens, den die riesigen Traktoren hinter sich lassen,
nur wie ein dünner Faden im Jungle der Maisblätter. Ich stell
mir gerade vor, wie es wäre, wenn der Bauer bei einer Spazierfahrt
auf seinem Feld seinen Hausschlüssel verliert. Er hat wohl keine Chance,
diesen wieder zu finden.
Unsere Route
führte uns auf der Interstate 55 nach Südwesten, nach
Bloomington. Von dort nahmen wir die 51 in südliche Richtung und
kamen nach 318 km und 8629 Kilometern insgesamt am
Lake Clinton an. Es war kühl und es hatte sehr viel Platz.
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Vom Lake
Clinton zum Lake Shelbyville ( 181 km )
Am 10. Oktober
2000 umfuhren wir Decatur, um auf kleinen
Straßen nachAtwood
und Arthur zu gelangen. Diese Amish-Siedlungen seien - laut Tom,
dem zuvorkommenden Ranger von Lake Clinton - einen Besuch wert.
Die Amish-People fertigen einzigartige Möbel zu günstigen Preisen
an. Britta wollte unbedingt dort hin und ich fragte mich, wo wir in unserer
Kabine das Regal und die Kommode noch unterbringen sollten. Aber dieser
Besuch erwies sich als kleiner Reinfall. Es gab nichts außergewöhnliches
zu sehn und die kleinen Städtchen versprühten eher den Charme
einer Armensiedlung. Von Amish-People war auch kaum was zu sehn und deren
Möbel hätten noch nicht mal einen schlechten Preis auf dem Flohmarkt
erzielt. Aber wir hätten eh keinen Platz gehabt, oder?!
Über die
32 erreichten wir Lake Shelbyville
. Meine Tante Marga und deren Kinder fahren mindestens einmal im
Jahr hierher, um abzuspannen. Der See ist groß und unübersichtlich
verzweigt. Es ist tatsächlich ein Platz zum Ausruhen. Die Saison ist
schon lange vorbei und wir sind mit ein paar älteren Herrschaften
die einzigen, die sich hier absolut breit machen können. Wir nutzten
im Wechsel mal den einen, mal den anderen Grill. Wir nahmen auch mehrere
Bänke in Beschlag. Hier auf dem Campground des Wolf
Creek State Parks erholen wir uns von den "Strapazen" in Chicago
. Ich spielte viel auf meiner nagelneuen Gitarre, die ich in Chicago
erworben habe und Britta kochte die besten Gerichte aller Zeiten. Uns geht
es gut, das kann man uns glauben. Bis hierher sind wir weitere 181 Tageskilometer
und 8810 km insgesamt gefahren. Selbst unser Auto hat auch mal einen Ölwechsel
bekommen.
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Vom Lake
Shelbyville zum Little Grassy Lake ( 286 km )
Am 13. Oktober
2000 erreichten wir nach 286 Tageskilometern und 9096 km insgesamt den Little
Grassy Lake direkt neben demGiant City
State Park. Nachdem wir morgens noch kurz im Aldi einkaufen
waren (wirklich, das ist kein Witz), fuhren wir geradewegs über die
Interstate 57 in den Süden Illinois. AbMt.
Vernon ändert sich auch so langsam die Landschaft und die Maisfelder
wurden weniger. Dafür gab es auch mal wieder zusammenhängende
Waldgebiete, bis wir schließlich den südlichsten Zipfel
Illinois
erreichen, der quasi aus einem einzigen National Forest besteht. Hier gibt
es viele Seen und viel Natur und einen absolut genialen Stellplatz auf
einen Public Campground für 9,50 US$ die Nacht. Hier blieben wir die
nächsten Nächte.
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Vom Little
Grassy Lake nach Memphis ( 383 km )
Am 16. Oktober
2000 steuerten wir wieder die Interstate 57 an, um weiter in den Süden
zu kommen. An der südlichsten Spitze Illinois überquerten
wir die Grenze nach Missouri. Dort verläuft
die Interstate gerade mal am äußersten Südostrand des Staates
und nach einer Stunde waren wir auch schon wieder draußen und kamen
nach Arkansas ("Home of Bill Clinton",
was auf einem großen Schild angeschrieben stand). Eigentlich tat
sich weder in Missouri noch in Arkansas landschaftlich etwas
Außergewöhnliches. Die Strasse verlief absolut gerade und es
gab keinen einzigen Hügel. Die Landwirte bauen allerdings statt Mais
überwiegend Baumwolle an, was dazu führt, dass überall kleine
Wattebäusche herumfliegen. Aber wir haben beide Staaten nur kurz gestreift,
deshalb will ich kein Urteil abgeben. In Missouri wird übrigens
aus der Interstate 57 die Interstate 55 und nicht zu vergessen, dass wir
genau beim Eintritt nach Missouri den Mississippi
das erste Mal überquerten. Diesen berühmten Fluss - der genau
so aussah wie alle anderen Flüsse - haben WIR schon überquert
und es sollte nicht das letzte Mal sein. Nach einer weiteren Stunde am
Nordostrand von Arkansas überquerten wir den Mississippi
erneut um nach Tennessee zu gelangen,
nach Memphis. Dort blieben wir etwas
außerhalb imT.O. Fuller State Park
stehen, nach 383 Tageskilometern und 9479 km insgesamt.
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Von Memphis
zum Land between the Lakes ( 359 km )
Am 19. Oktober
2000 verließen wir Memphis. Die Interstate 40 brachte uns
in nordöstliche Richtung und kurz vor Jackson,
nahmen wir die 79 bzw. 70 North. Immer noch prägt Baumwolle das Landschaftsbild,
doch die Felder sind kleiner und hügeliger. Es macht uns Freude über
die "Landstraße" zu fahren. Die Sonne scheint, die Wälder erstrahlen
in vielen bunten Farben und eine Kleinstadt reiht sich an die nächste,
ohne dass man sich deren Namen merken muss. Sie sehen eh alle gleich aus.
Zwei bis drei Ampelkreuzungen und ringsherum Tankstellen, Fast-Food Restaurants
und Supermärkte. Alles in die Breite gebaut (sie haben ja Platz),
aber absolut hässlich. Keine Bürgersteige, alles Drive-Thru Geschäfte.
Hier kann man nicht durch die Stadt bummeln und dabei ein paar Einkäufe
erledigen, hier wird alles mit dem Auto und aus dem Auto heraus gemacht.
Wer hier läuft, wird entweder überfahren, als lebensmüde
oder Tourist bezeichnet. Wir ließen all die kleinen Städtchen
mit den ausgefallenen Namen wie Humboldt, Milan, McKenzie
und Paris hinter uns und erreichten zwischen
demKentucky Lake und
Lake Barkley eine weitere National Recreation Area, das Land
between the Lakes. Nach 359 Tageskilometern und 9838 km insgesamt,
parkten wir unsere Kabine in der Bucht des Rushing
Creek Campgrounds - direkt auf der Grenze zu Kentucky.
Wir sind für uns und haben eine große Wiese ganz für uns
alleine. Wieder mal ein wunderschöner Platz.
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Vom Land
between the Lakes zum Mammoth Cave NP ( 297 km )
Am 21. Oktober
2000 verließen wir das Land between the Lakes über den
Lake
Barkley auf der 68 bzw. 80. Dieser Highway führt über
Hopkinsville undBowling Green geradewegs
zum Mammoth Cave National Park.
Dort im Visitor Center erhielten wir die Tickets für unsere Höhlentour
und bekamen auch einen nicht gerade positiven Eindruck von dem sich in
der Nähe befindlichen Campground. Der im Wald gelegene Platz schien
etwas überfüllt, deshalb steuerten wir außerhalb des National
Parks den Nolin Lake State Park
am gleichnamigen Nolin Lake an. Hier befindet sich ein Campground,
der sage und schreibe nichts kostet und traumhaft am Ufer des Sees liegt.
Es ist still, kaum jemand kommt hierher und trotzdem oder gerade deshalb,
begrüsste uns der Ranger persönlich. Bis zum Visitor Center von
Mammoth
Cave sind es 20 Minuten. Wir spannten die Kabine ab und richteten uns
auf ein paar schöne Tage ein. Nach 297 Tageskilometern und 10.135
km insgesamt, bewiesen wir wieder einmal ein glückliches Händchen
bei der Auswahl unseres Kurzzeit-Zuhauses.
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