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Ein Reisebericht von Britta und Markus Hachenberger
Einleitung

 
 
Eine einjährige Reise durch Nordamerika ist mehr als ein Urlaub. Es ist ein tiefgreifender Einschnitt in die Ordnung unseres Lebens, der uns für alle Zeiten in Erinnerung bleibt. Diese Internetseite entstand aus der Idee heraus, unsere Freunde und Bekannten über den Verlauf unserer Reise zu informieren. Sie wurde ständig aus Nordamerika aktualisiert.

 
 
 
 
Tagebuch
Tagebuch
Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08
Teil09
Teil10

Reiseverlauf
Reiseverlauf

Teil01
Teil02
Teil03
Teil04
Teil05
Teil06
Teil07
Teil08

Gesamtkarte Nordamerikas mit Links zu Einzelstaaten
Gesamtkarte

 

Als Teil dieser Gesellschaft ist jeder Mensch irgendwie eingebunden in die täglichen Routinen des Lebens. Man tröstet sich mit den wenigen Wochen Urlaub die man hat und den Rest der Zeit, verbringt man mit der Sicherstellung seines Lebensstandards. Nur der Gewinn in einer Lotterie könnte einen aus dieser Mühle rausholen, doch wahrscheinlich schaffen es die meisten auch dann nicht ihrem Leben einen anderen Rhythmus zu geben. Dabei spielt Geld eine absolute Nebenrolle bei der Gestaltung unseres Lebens. Geld dient nur der Ausstattung, der Sicherheit und dem Trugschluss alles haben zu müssen.
Aber warum wollen viele raus aus dieser ominösen Mühle? Sind wir denn alle so unzufrieden mit unserer Situation, dass nur noch der Ausstieg oder der Lotteriegewinn helfen können? Mit Sicherheit nicht. Aber mit Sicherheit ermöglicht der Abstand zu den Dingen die man sonst so am Hals hat, einen unverfälschten Blick auf sein eigenes Tun. Erst aus der Entfernung erkennt man die Mauern, gegen die man seit geraumer Zeit anläuft. Es werden auch Dinge und Regungen sichtbar, von dessen Existenz man gar nichts wusste. Und umso weiter und länger man sich von dem Alltag entfernt, desto klarer scheint dieser Blick zu werden. Erst wenn man raus ist aus seiner gewohnten Umgebung und man sein vorheriges Leben nur noch in seinen Erinnerungen aufbewahrt, dann erschliesst sich einem der ganze Unfug den man sonst so getrieben hat und die Dinge, die einem wichtig sind, treten immer wieder in den Vordergrund.
Den Abstand gewinnt man nicht, wenn man drei Wochen in die Schweiz fährt. Selbst neun Wochen in Indien wären nichts weiter als ein ungewöhnlich langer Urlaub. Erst wenn man mindestens ein viertel Jahr von Zuhause weg ist und ein ganz anderen Lebensrhythmus hat, erst dann öffnet sich einem sein eigenes Leben wie ein Buch in dem man nach belieben blättern kann. Umso länger der Ausstieg, desto dicker das Buch. Auch wenn dabei raus kommt, dass man mit dem Grossteil seiner Lebensgestaltung überaus zufrieden ist, so ist die Erkenntnis dennoch unbezahlbar. Aber die Wirklichkeit ist noch viel intensiver als man sich das auch nur im geringsten vorstellen kann. Jeder sollte in seinem Leben einmal, vielleicht auch öfter, aussteigen, um sich in aller Ruhe sein eigenes Leben vor Augen zu führen. Die Erfahrung ist so frappierend, dass man sich zwangsläufig fragt, warum man das nicht vorher gesehen oder gespürt hat. Und der Erholungswert ist mehr als ein "auf die faule Haut legen". Es ist ein regelrechtes "Auftanken". Man kommt zurück und man hat das Gefühl, man könnte Bäume ausreissen. Und man kann sie ausreissen. Der Blick für das wesentliche ist geschärft und man trifft mit fester Hand Entscheidungen, die einen seinen Zielen näher bringt. Man erkennt seine eigenen Wünsche, unbeeinflusst von allen gesellschaftlichen Zwängen. Das alles erfährt man, wenn man auf grosse Reise geht.

 
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